Aber Hallo!

Aber hallo! Diese Woche war was los. Der Kurs tanzt; der US-Senat beschäftigt sich mit dem Bitcoin; es geht um Regulierung und Anonymität: eine Firma will Adressen verzifizieren, ein Core-Developer bringt eine Bitcoin-Greenlist ins Gespräch. Die Szene ist entrüstet.

Womit soll man da anfangen?
Montags begann der Senat eine Anhörung zum Bitcoin.
Montag-Nacht explodierte der Kurs auf unerwartete 900 Dollar, setzte ein neues Allzeithoch – und stürzte ab. Manche Medien haben am nächsten Morgen allen Ernstes getitelt, der Bitcoin tue es wieder und crashe um 30 Prozent. Auf 600 Dollar Euro. Das ist natürlich … fürchterlich. Im ernst: Ist irgendjemand damit unzufrieden? Seitdem schwankt der Kurs zwar, geht aber tendenziell nach oben und liegt bei bitcoin.de schon wieder über 500 Euro.

Ein legitimes Finanzangebot

Der Grund für das Bläschen war wohl der US-Senat. Dorthin hat es der Bitcoin zum ersten Mal geschafft. Die Anhörung begann überraschend höflich. Thomas Carper eröffnete sie mit einem geschichtsbuchwürdigen Aphorismus: „Virtuelle Währungen, wohl vor allem der Bitcoin, reizen die Phantasie von manchen, streuen Furcht unter anderen und verwirren den Rest von uns fürchterlich.“
Das FBI schrieb den Senatoren, die virtuellen Währungen seien ein legitimes Finanzangebot, könnten aber durch maliziöse Aktoren ausgenutzt werden.
Der Vertreter des Justizministeriums, Mythili Raman, erklärte den Senatoren: „Wir erkennen, dass virtuelle Währungssysteme ein legitimes finanzielles Angebot sind und das Potenzial haben, den globalen Kommerz effektiver zu gestalten.“ Allerdings sagte er auch, er beobachte eine steigende Verwendung solcher Währungen durch Drogenhandel, Kinderpornographie und Betrug.
Ben Bernake, scheidender Chef der US-Notenbank, teilte den Senatoren schriftlich mit, virtuelle Währungen könnten „das langfristige Versprechen halten, vor allem, wenn die Innovation schnellere, sicherere und effizientere Zahlungssysteme voranbringen.“
Klingt bis jetzt positiver, als zu befürchten war.

Rote Listen

Regulation und Anonymität sind ein heißes Thema, das in der Bitcoin-Szene schon lange schwelt. Jetzt scheint es aber, als erreiche die Debatte einen Höhepunkt.

Der Stand der Dinge ist derzeit der, dass man zwar jeder Spur einer Transaktion endlos folgen kann, etwa auf blockchain.info, es aber unbekannt ist, wem die Adressen gehören. Dies ist keine vollkommene Anonymität, aber eine dank einiger Hilfsmittel funktionable Pseudoanonymität, die nicht nur die Behörden beunruhigt.

Die Bitcoin-Szene ist in dieser Hinsicht zwiegespalten: Für die einen ist Anonymität das Herz des Bitcoins, für die anderen ein Faktor, der kriminelle Energien weckt und daran hindert, mit dem Staat zu kooperieren.

Mike Hearns etwa. Der Sicherheitsingenieur von google ist im Kern-Entwicklungsteam des Bitcoins. Er rief im geschlossenen Forum der Bitcoin Foundation dazu auf, Bitcoins zu tracken oder zu bemalen. Sein Vorstoß kam diese Woche an die Öffentlichkeit.
Die Idee: Eine Redlist markiert kriminelle Zahlungseingänge und aktualisiert laufend, wohin sie überwiesen werden. Die befleckten Bitcoins können weiterhin verwendet werden, aber beispielsweise könnte das Wallet anzeigen, wenn man einen schmutzigen Bitcoin empfängt.
Hearns begründete seinen Vorstoß auch mit dem Kryptolocker (siehe dazu den letzten Newsrückblick). Das Verhältnis von Risiko und Belohnung sei mit diesem Virus außer aller Proportion. Dank Tor und Bitcoin benötige man einen gewaltigen Aufwand, um die Erpresser aufzuspüren, während die Schwierigkeit, einen solchen Virus zu generieren, relativ klein sei.

Die Reaktion darauf fiel, wie nicht anders zu erwarten war, harsch aus. Mike Hearns erntete etwa das, was man gerne Shitstorm nennt. Sein Vorschlag wurde beschimpft, verspottet und abgelehnt. Gregory Maxwell, ebenfals Core Developer, erklärte es so: „… sie scheren sich nicht um eines der Prinzipien, das den Bitcoin zu einem wertvollen Beitrag für die Welt macht.“ Darüberhinaus zerstöre Hearns Idee die „Fungitabilität“ des Bitcoins. Bedeutet: dass einer exakt so viel wert ist wie der andere. Das ist eine Grundeigenschaft von Geld, die durch beschmutzte Coins untergraben würde.

Tatsächlich stellt sich bei Hearns Vorstoß auch die Frage, was geschehen würde, wenn man Bargeld auf eine Redlist setzen würde – gäbe es dann überhaupt noch saubere Scheine?

Grüne Listen

Eine ähnliche Taktik in grün verfolgt Coin Validation.
Die Firma möchte aber nicht die Coins, sondern die Adressen bemalen. Sie erklärt, sie wolle den US-amerikanischen Bitcoin-Unternehmen helfen, sich an die regulatorischen Bedingungen anzupassen und zu verhindern, dass Behörden ihre Konten einfrieren und beschlagnahmen. Gemeinsam mit den Behörden arbeitet Coin Validation Richtlinien für die Zulassung von Bitcoin-Unternehmen aus, analog zu denen, die Unternehmen einzuhalten haben, um Kreditkarten zu akzeptieren.
Außerdem will Coin Validation eine Bitcoin Greenlist aufbauen: Eine Datenbank von Bitcoin-Adressen, die mit der Identität ihrer Inhabern verknüpft wird. Kurz: Benutzer können freiwillig auf die Anonymität der Bitcoins auf einer Adresse verzichten, um Vertrauenswürdigkeit und Rechtssicherheit zu gewinnen. Der Plan ist, dass andere Unternehmen nur noch weiße Coins annehmen können, um ein Zertifikat oder eine Zulassung zu erhalten. Coin Validation arbeitet bereits mit den Behörden zusammen.

Auch dieser Vorstoß fand eher ablehnende Reaktionen. Für viele wurde der Bitcoin ausschließlich dafür gemacht, um der Beobachtungswut des Staates zu entfliehen. Nicht nur der westlichen Staaten. Auch der aller Diktaturen dieser Welt.

Grenzen der Freiheit?

Letztendlich geht es um Freiheit und Überwachung. Die politische Haltung hinter dem Bitcoin ist vom Liberalismus des Silicon Valley geprägt und lehnt jede Art des Staatseingriffs ab. Es geht aber auch darum, wo die Grenzen der Freiheit liegen.

Es ist nicht schön, zu sehen, dass es kaum eine Möglichkeit gibt, die Erpresser hinter dem Kryptolocker aufzuspüren. Verbrechen ohne Risiko ist schwer zu tolerieren.

Es scheint aber, als stehen die US-Behörden dem Bitcoin nicht feindlich gegenüber. Zwar werden manchmal Konten gesperrt und konfisziert, aber den Boom, der derzeit stattfindet, unterdrücken sie offensichtlich nicht. Die Statements der Behörden zeigen, dass keinerlei Interesse daran besteht, die Innovation der virtuellen Währungen abzuwürgen. Sie suchen aber nach einem Weg, mit ihrer Existenz umzugehen. Neuland eben.

Was es sonst noch zu wissen gibt

Vor all dem Regulierungs-Gedöns wollen wir Ihnen nicht verheimlich, dass die Bitcoin-Adaption mit Riesenschritten vorangeht. Ein paar Beispiele:

Ein kanadisches Bergbau-Unternehmen bezahlt Wolfram-Schürfer mittlerweile in Bitcoins.

Grabo, der größe bulgarische Online-Supermarkt, akzeptiert nun auch Bitcoins.

Die größte private Hochschule in Zypern akzeptiert auch Bitcoins als Studiengebühr. Sie will zudem das Fach „virtuelle Währungen“ anbieten.

Der zweite Bitcoin-Automat steht in … Istanbul! Die Travelbox wurde am Flughafen angebracht. Geplant sind Travelboxen im Inland und in zwanzig weiteren Flughäfen.

In China kann man für Bitcoins bereits Immobilien erwerben.

„Super interessante“, das einflussreichste brasilianische Wissenschaftsmagazin, hat eine Bitcoin-Paywall eingerichtet.

Über Christoph Bergmann (1589 Beiträge)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder. Christoph hat vor kurzem ein Buch geschrieben: Bitcoin: Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes. Das Buch stellt Bitcoin in seiner ganzen Pracht dar. Ihr könnt es direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen - natürlich auch mit Bitcoin - oder auch per Amazon. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden in Bitcoin, Bitcoin Cash oder Bitcoin SV an die folgende Adresse: 1BergmanNpFqZwALMRe8GHJqGhtEFD3xMw. Wer will, kann uns auch Hier mit Lightning spenden. Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Wer dies privat machen möchte, sollte meinen PGP-Schlüssel verwenden.

29 Kommentare zu Aber Hallo!

  1. Ich bin neu hier, was sagst du zu der These, das Bitcoins ein Schneeballsystem sind, bzw. von einigen wenigen Insidern gemachtes Werk, um vielen viel Geld aus derTasche zu ziehen, wie in diesem Video gezeigt:

    • Das gleiche können sie auch über den US – Dollar und den EU – Euro behaupten ….

    • Martin Burrows // 23. November 2013 um 17:11 // Antworten

      Eine einfache Antwort darauf ist: Vielleicht.

      Der Wert einer Währung basiert auf Vertrauen, welches die User in sie haben.
      Viele Argumente in dem Video sind allerdings recht einfältig, und entspringen einem überwiegend misstrauenden und paranoiden Geist. Dafür spricht auch das ständige Gebetsmühlenartige Wiederholen von „Sie waren am Anfang wertlos“.

      Mit Sicherheit ist es aber nicht richtig, dem System blind zu vertrauen, ohne sich seine eigene Meinung zu bilden.
      Wenn man richtig Einsteigen will, dann kann ich nur empfehlen das originale Whitepaper von „Satoshi Nakamoto“ zu lesen, denn hier spricht immerhin der Erfinder (oder die Erfinder) selbst, der wohl auch über den größten Bitcoin Vorrat verfügen wird und damit wenn er wollte durchaus die Macht hätte den Wert ziemlich tief zu Fall zu bringen. Leugnen kann das keiner.

      Interessant ist jedoch auch das folgende:
      Die aktuelle Summe der Handelsvolumina der letzten 30 Tage der großen 4 Börsen (BTC-China, Gox, Bitstamp und btc-e) beträgt über 4,3 Millionen Bitcoin.

      Das bedeutet das 4,3 Millionen BTC (also fast 40% der aktuellen Gesamtmenge) in den letzten 30 Tagen ihren Besitzer gewechselt haben…

      Ich bin mir sicher, das viele der frühen Bitcoiner einen Teil ihres tatsächlich damals Wertlosen Vermögens nun liquidiert haben. Auch wenn man das nun ungerecht findet, sie verlieren damit aber auch einen Teil ihrer Menge und Macht, und sie werden sie nicht so leicht zurückgewinnen wie damals. (Auch bei Spekulationen kann man verlieren…)

      Hier unterscheidet sich Bitcoin von einem klassischen Schneeballsystem, wo der Pyramidenchef immer seinen Vorteil behält.

      Fazit: Ist durchaus was dran, wird aber je mehr Tausch stattfindet immer unwahrscheinlicher, das es passiert.

      Aber am besten du machst Dir mal deine eigenen Gedanken dazu !

      grüße M. Burrows

  2. Lieber Christoph, ich genieße deine informativen Artikel sehr.
    Besonders die Berichterstattung über die Entwicklungen im US-Senat war für mich sehr interessant.
    Aber lass doch bitte vor der Veröffentlichung jemanden deine Artikel kurz korrektur lesen, denn auch hier hat sich einmal mehr der Fehlerteufel eingeschlichen. Auf 600 Dollar Euro.
    Ansonsten Super, mach weiter so!

    • Tja, damit habe ich schon gerechnet. Der Tag hat leider nur 24 Stunden, was mich manchmal vor die Wahl stellt, weniger Infos zu bringen, den Artikel eineinhalb Tage später online zu stellen oder eben zu riskieren, dass der eine oder andere Rechtschreibfehler drin ist … ich hoffe, das Lesevergnügen wird dadurch nicht eingeschränkt. Wird auch kein Dauerzustand sein, keine Sorge.

      • Ich denke, dafür hat jeder Verständnis.

        Aber wie sieht es damit aus, einen ein mal entdeckten und gemeldeten Fehler zu korrigieren?
        Vielleicht gehört der Euro oder der Dollar in die Zeile da drüber. Da steht nämlich nur 900 und ich weiß nun nicht, ob es da um Äpfel oder um Knöpfe geht. In einem anderen Artikel hier habe ich auch einen fehlerhaften Link gemeldet. Habt ihr den schon korrigiert?

        Bitte betrachten Sie dies als konstruktive Kritik. Ich lese Ihre Artikel gerne und möchte nur dazu beitragen, dass sie besser werden.

      • Äpfel? Birnen? hehe … danke für die Anmerkungen.

  3. Grenzen der Freiheit?

    „Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“
    Benjamin Franklin

    Nein, der Bitcoin muss von jeder staatlichen Einflussnahme frei sein. Ich meine wer bestimmt den was eine kriminelle Handlung ist oder nicht? Wer führt diese Listen etc.? Gäbe es diese Einflussnahme (egal, wie gerechtfertigt diese angeblich auch sein mögen) wird dies auch politisch irgendwann missbraucht. Es ist das gleiche Prinzip, wie beim 11.September. Man konstruiert einen Grund und schwups die wups hat man einen kleinen Krieg und die Patriot Gesetze in den USA. Nein, niemand darf die Macht über das Geld haben, in keinster Weise. Es gab in der Geschichte nicht eine einzige Epoche, wo diese Macht nicht misbraucht wurde. Das es immer wieder Kriminelle gibt, ist nicht Sache einer Währung sondern einfach Lebensrisiko eines jeden Menschen. Ich meine man bleibt ja auch nicht ein ganzes Leben zu Hause, nur weil man Angst hat es könnte einem ein Dachziegel auf den Kopf fallen.
    Mit der Angst wurden die Menschen schon immer zu Sklaven gemacht.

    Was den Virus angeht, hätte der die Daten ebenso auch einfach löschen können, dann wären sie ebenfalls weg und niemand hätte sich beschwert oder irgenjemaden verfolgt. Nur allein die Tatsache, dass es gegen ein Lösegeld die Möglichkeit gibt die Daten zurück zu bekommem bedeutet noch lange nicht, dass man darauf eingehen muss. Man kann sich auch mit dem Gedanken abfinden, dass die Daten eben unwiederbringlich gelöscht worden sind. Also sichert Eure Systeme oder macht Sicherheitskopien Eurer Daten, anstatt eine Währung für Naivität und Nachlässigkeit zu beschuldigen oder bezahlt eben das Lehrgeld. So einfach ist das.

    Fazit…Der Bitcoin ist gut so wie er ist. Frei und unabhängig.
    „Never change a winning system“

  4. Mit diesem unreglementierten Spekulationswahn hat sich bitcoin selbst abgeschossen.
    Als Zahlungssystem ist es unbrauchbar geworden denn niemand verwendet eine Währung, die dauernd Achterbahn fährt. Die ganze Software ist Beta und hat einige Haken wie eine sich aufblasende Blockkette die zur Zentralisierung zwingt, das Mining wird auch immer zentralisierter und damit angreifbarer. Das ist alles nur noch Bullshit und zum Schneebalsystem verkommen.

    • die software ist in der tat noch beta, seh ich auch so, mit dem mining geb ich dir recht da muss man abwarten, wie es weitergeht, aber SCHNEEBÄLLE gibts in erster linie von den zenralbanken…
      lg

    • Hallo Peter,
      was du bemerkst, sind die Kinderkrankheiten eines neuen Geldes. Du kannst nicht ernsthaft erwarten, dass alles gleich zu 100% funktioniert.

      Je mehr sich Bitcoin verbreitet, desto stabiler wird der Kurs werden. Für Händler, die Payment Provider wie Bitpay verwenden, funktioniert Bitcoin schon jetzt problemlos, weil der Provider die gezahlten Bitcoin für sie in Fiat umwandelt.

      Ob eine Software noch im Betastatus ist, sagt selten etwas über ihre Stabilität oder Sicherheit aus. Microsoft – wie tausend andere – nennen ihre Produkte „sicher“, und doch ist die Software weit davon entfernt.

      Die wachsende Block Chain stellt für die meisten Benutzer kein Problem dar, denn sie verwenden schon jetzt leichte Clients wie Multibit oder das Schildbach Wallet. Solche Thin Clients funktionieren per SPV und brauchen die Block Chain nicht downzuloaden. Siehe https://en.bitcoin.it/wiki/Thin_Client_Security

      Zum Problem des zentralisierten Minings kann ich wenig sagen, allerdings glaube ich an den selbstlosen Menschen, der auch ohne geldwerten Vorteil einen Miner betreiben wird. Trotzdem muss man die Stellung von großen Mining Pools im Auge behalten.

      Ein Schneeballsystem ist es natürlich nicht. Versuch es so zu sehen: Wer früh in ein erfolgversprechendes Unternehmen investiert, der kann damit eventuell Glück haben. Siehe auch https://en.bitcoin.it/wiki/Myths#It.27s_a_giant_ponzi_scheme

  5. Vielen Dank auch von mir, für die vielen sehr informativen Artikel die so oft reinkommen! Mich stört es nicht, dass 1-3 kleine Rechtschreibfehler drin sind 😉

    Denkt ihr der Bitcoin hat Chancen pro Bitcoin irgendwann einmal 100000 oder gar eine mio. Euro pro BC wert zu sein?

    • Ja bei einer hyperinflation vielleicht. Momentan wäre das bei 10 mil. Btc eine kapitalisierung von 1-10 Billionen! In D gibt es 500 mrd. Privat Geldvermögen

    • Das wären 20% des weltweiten Vermögens für eine Betasoftware ohne einen Gegenwert oder sinnvollen Nutzen. Denkt doch einfach mal nach Leute.

      • Nun, die Möglichkeit, weltweit und (hoffentlich) anonym Zahlungen abzuwickeln, ohne auf Banken angewiesen zu sein, und das in einer Währung, die nicht weginflationiert werden kann, magst du nicht als sinnvollen Nutzen ansehen. Die Nutzerzahlen sagen, dass sehr viele Leute das anders sehen als du.

        Was die „Achterbahnfahrten“ angeht – welche Währung magst du lieber? Eine, deren Kurs tendenziell nur eine Richtung kennt, nämlich nach oben (wenn auch mit Schwankungen, die in der Anfangsphase, in der sich Bitcoin immernoch befindet, natürlich stärker sind)? Oder eine, deren Kurs garantiert nur eine Richtung kennt, nämlich nach unten, und deren Kollaps unabwendbar ist (so wie alle FIAT Währungen)? Das ist ein No-Brainer, würd ich sagen…

        Dieser Vorwurf mit dem „Schneeballsystem“ in Bezug auf Bitcoin bringt mich immer zum lachen. Die „early adopter“ konnten damals schließlich nicht wissen, ob Bitcoin überhaupt ein Erfolg wird. Sie haben Geld und Zeit in etwas gesteckt, das gut und gerne völlig in die Hose hätte gehen können – kurz, sie sind ein unternehmerisches Risiko eingegangen, und haben den unternehmerischen Erfolg geerntet, der alles andere als garantiert war. In diesem Sinne wären alle erfolgreichen Startups Schneeballsysteme.

        Die Risiken, die ich bei Bitcoin sehe, sind zum einen die nicht völlig auszuschließende Möglichkeit, dass doch Staaten ihre schmutzigen Finger bei der Entwicklung im Spiel hatten – ein Verdacht, der sich nicht unbedingt zerstreut, wenn ich lese, dass Leute von Google (einer Firma, die offen mit der NSA zusammenarbeitet) bei Bitcoin mitmischen. Das könnte bedeuten, dass die wichtigesten Merkmale von Bitcoin eventuell kompromittiert wären – die Anonymität und die begrenzte Verfügbarkeit.

      • Sobald die Kurse fallen, hast du eine Inflation. Das ist sehr wahrscheinlich, was du in den nächsten Wochen sehen wirst.

      • Die Definition für Inflation lautet „Ausweitung der Geldmenge“. Bei Bitcoin ist die Ausweitung fix definiert, absolut vorhersehbar und endlich und somit von den Marktteilnehmern schon längst eingepreist. Im Gegensatz zum FIAT Geld, wo die Ausweitung der Geldmenge alleine vom Willen des Besitzers der Notenpresse abhängt.
        Das Steigen und Fallen der Bitcoinkurse dagegen hängt alleine davon ab, wie hoch auf den persönlichen Prioritätenlisten der Marktteilnehmer das Halten von Bitcoins im Vergleich zu all ihren anderen Bedürfnissen angesiedelt ist und hat rein garnichts mit dem Begriff „Inflation“ zu tun.

        Abgesehen davon hoffe ich darauf, dass der Kurs endlich fällt, damit ich nachkaufen kann. Ich habe nicht damit gerechnet, dass er nach dem letzten Minicrash so weiter steigt.

    • millionär wirst du wohl nich 🙂
      p.s.: einer meiner lieblinge

      • Danke für den Video-Tipp, coinmagnet!
        Ist meiner Meinung nach recht einleuchtend, was der Herr da sagt.

        Ich für meinen Teil bin weniger daran interessiert Millionär zu werden, sondern hoffe einfach auf die globale Akzeptanz des Bitcoins, denn: Wer das monetäre System regiert, regiert alles andere. Es wird Zeit, dass alle Menschen ein Stück des Machtkuchens abbekommen!
        Bin sehr gespannt, was die nächsten Monate/Jahre bringen werden.

      • Was hinder staatliche Akteure nochmal daran in Bitcoins einzusteigen? Geld drucken und Bitcoins kaufen.

      • Gleich drei bärische Kommentare nacheinandern …
        Richtig, Satoshi ist mittlerweile Dollar-Milliardär. Ist halt die Frage, ob er das jemals wirklich nutzen können wird … dass die Kurse auch mal fallen können, ist alles andere als ein Geheimnis. Ob und wann das passiert, weiß ich nicht. Falls die staatlichen Akteure kräftig in den Bitcoin einsteigen, wird das wohl eher nicht passieren. Und wenn die EZB Geld druckt, um in Bitcoins zu investieren, wird das die Anzahl der Bitcoins nicht erhöhen, sondern nur deren Wert.

        Im übrigen – die USA hält schon ziemlich viele Bitcoins, beschlagnahmt von Dread Pirate Roberts und wohl auch Pirate. Ich könnte mir auch vorstellen, dass China schon am Minen ist, aber das ist nur Spekulation.

  6. Nun, ich würde es für mich so beantworten: Als ich für 2,50 Euro Bitcoins gekauft habe, hätte ich nie gedacht, dass die Dinger mal 2-stellig gehandelt würden. Später fand ich es dann unglaublich, dass 1 Bitcoin über 100 Euro wert ist. Und nun ist die Vierstelligkeit auch nicht mehr so weit weg. Schwer vorstellbar ist es schon, aber bei der begrenzten Menge und den vielen Menschen, die Bitcoins besitzen können, erscheint vieles möglich.

  7. Wer für Freiheit ist, der kann ja wohl auch interessierten Unternehmen die Freiheit lassen, eine Whitelist für möglicherweise saubere Bitcoin-Konten zu erstellen. Wenns dafür eine Nachfrage gibt und genügend Bitcoin-Besitzer mitmachen, dann kann man da doch nichts dagegen haben. Und dagegen machen kann man ja auch nix, also was solls?!?

    • Kommt immer darauf an wie freiwillig das Freiwillig in Wahrheit ist.

      Ist es noch freiwillig, wenn Unternehmen nur noch nach der Whitelist annehmen dürfen?

      Wie ist es mit der „moralischen“ Keule? Auch in den 70er Jahren war Homosexualität in Deutschland nicht strafbar, aber du hast bei Bekannt werden deiner Neigung oft den Job verloren, nur mal so als Beispiel was ich mit der „moralischen“ Keule meine.

      Mit der Freiheit ist es oft nicht so leicht. 😉

  8. Ich sehe keinen Anlass Mike vorzuhalten, er habe zum „anmalen“ von coins aufgerufen. Er hatte meines Wissens zur Diskussion aufgerufen, und das ist ein sehr großer Unterschied.
    Aber wenn jemand eine Quelle außer den Jungs von DarkWallet kennt, bin ich schonmal darauf gespannt.

  9. Gerhard Fischer // 26. November 2013 um 0:23 // Antworten

    Die Idee der Roten Listen von Mike Hearns ist die Lizenz zur Enteignung! Wer hat die Kontrolle über den Farbpinsel? Dem Missbrauch ist Tür und Tor geöffnet. Wenns ums grosse Geld geht, hört sich jede Moral auf, wir alle wissen das. Höchstens wird mit schönen und verdrehten Worten versucht, moralische Bergründungen vorzutäuschen. Wer die Macht hat, bestimmte Bitcoins zu entwerten, erhöht damit willkürlich den Wert der eigenen Bitcoins, da ja der Gesamt-Wert der von den gültigen Bitcoins repäsentierten realen Werte konstant bleibt.
    Wenn dieses Feature der roten Listen realisiert wird, verkaufe ich sofort, wenn das viele Bitcoiner machen, ist der Bitcoin tot und alles inverstierte Geld ist umverteilt und verschwunden.
    Sehr vernünftig dagegen halte ich die Idee der grünen Listen, dass nur Wallet-Adressen von authentifizierten Besitzern zum Zahlungsverkehr zugelassen sind. Für seriöse Firmen und seriöse Kunden sollte Identifizierung und somit die Authorisierung ja kein Problem sein. Kriminelle Typen andererseits können also mit ihren Bitcoins im normalen Wirtschaftleben nichts anfangen. Die kriminelle Wirtschaft wird ausgetrocknet.

    • Auch bei den grünen Listen ist der Manipulation Tür und Tor geöffnet.

      Wer bestimmt denn wer auf grüne Listen darf? Deine politische Meinung gefällt nicht, dann bist du nicht auf der Liste. Du hast mal Koks geraucht, dann bist du nicht auf der Liste. Du fährst oft zu schnell Auto, dann bist du nicht auf der Liste. Du rauchst und isst noch Fleisch, dann bist du nicht auf der Liste. …

      Im übrigen gibt es schon heute solche Listen: „TIDE wird von der Nationalen Antiterror-Zentrale der USA geführt, einer 2003 gegründeten Behörde, die nachrichtendienstliche Informationen sammelt und analysiert. Die Datenbank ist keine Liste von Personen, die beobachtet werden, sondern versammelt lediglich die Namen von Terrorverdächtigen aus aller Welt. Auf der Basis dieser Liste werden andere Listen erstellt, etwa die No-Fly-List von Personen, die per Flugzeug nicht in die USA ein- oder ausreisen dürfen.“ Quelle: http://www.n-tv.de/politik/875-000-Terrorverdaechtige-auf-US-Liste-article10583951.html (die erste Quelle die ich auf die Schnelle gefunden habe.)

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