USA-Dubai-Niederlande: Der Newsrückblick

Es gibt immer etwas zu berichten: Coinbase wirbt Facebook Personal ab, Dubai bekommt angeblich 400 Bitcoin-Automaten und die Niederlande wird mehr und mehr zum Bitcoin-Hub. Außerdem: der neue Client ist da, es gibt Zahlen zu Investments in Bitcoin-Startups und ein neues Statement von den Regulierern. Viel Spaß mit dem Newsrückblick der Woche.

Wie üblich geht’s mit den schlechten Nachrichten los: Der Preis hat in dieser Woche da weitergemacht, wo er eine Woche zuvor aufgehört hat. Der Abwärtstrend bleibt ungebrochen und beschleunigt sich vielleicht noch. Insgesamt hat der Bitcoin in den vergangenen sieben Tagen gut sieben Prozent an Wert verloren. Ob langsam der Boden erreicht ist und eine Trendwende ansteht, oder ob das dicke Ende erst noch kommt, wagen wir nicht zu prophezeien. Schauen Sie es sich einfach selbst an:
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Aber wie immer gilt: Der Bitcoin ist mehr als nur der Preis. Er ist eine Revolution des Geldes, er gibt jedem Mensch die Möglichkeit, jedem anderen Menschen dieser Welt Geld zu überweisen, ohne dass er dafür einen Zwischenhändler braucht. So etwas ist nicht von heute auf morgen da, und so etwas setzt sich nicht reibungslos durch. Insbesondere ist der Bitcoin derzeit noch ein Experiment. Beser als alles andere zeigt dies die Versionsnummer des neuen Bitcoin Core 0.9.0. Im Blogbeitrag finden Sie eine Übersicht über einige wichtige Neuerungen.

Halbwahrheiten aus der Wüstenstadt

(c) M. Hermsdorf / pixelio.de

(c) M. Hermsdorf / pixelio.de

Aus einer der heißesten, exotischsten und reichsten Städte der Welt kam in dieser Woche eine Meldung, die zwar aufregend war, sich aber als bestenfalls halbwahr herausgestellt hat. Laut einem tweet sollten Bitcoin-ATMs nach Dubai kommen. Nicht einer und nicht zehn, sondern gleich 400. Da wir die arabische Halbinsel eher als bitcoinfreie Zone kennen, in der bis jetzt gerade mal ein Pizzastand Bitcoins akzeptiert und auch keine Börse existiert, sind solche massiven Geschütze überraschend und irgendwie auch … – unnötig. Dennoch erregt dies die Phantasie, da der Remittance, also die Geldsendungen von Gastarbeitern an ihre Familien, als eines der größten Potenziale des Bitcoins gilt, und Dubai ist neben vielem anderen, nun ja, auch eine der Weltstädte der Gastarbeiter. Die Wahrheit war dann aber doch eher ernüchternd: Die 400 ATMs sind vermutlich ManGo-Kioske, die gewöhnlich nichts mit Bitcoins zu tun haben. Man kann mit ihnen (unter anderem) jedoch Webmoney WMX kaufen, was eine Art Bitcoin-Kredit ist. Also irgendwie doch Bitcoin-ATMs. Wer weiß, vielleicht finden manche Gastarbeiter, Expats oder reiche Scheichs so doch noch Gefallen an der virtuellen Währung. Schließlich ist Dubai auch Goldstand und eines der Finanzzentren Arabiens.

Facebook-Sicherheitsdirektor wechselt zu Coinbase

Nun aber zu den Tatsachen: Ryan McGeehan hat Facebook verlassen. Das ist unsofern aufregend, weil der ehemalige Sicherheitsdirektor des sozialen Netzwerkes zu Coinbase gewechselt. Damit folgt er Todd Edebohl, der vor seiner Karriere bei Coinbase Senior Director bei Amazon war. Nicht schlecht. Coinbase Co-Gründer Fred Ehrsam, kommentierte: „Die Industrie entwickelt sich weiter. Wir ziehen sehr sehr viele Toptalente extrem erfolgreicher Unternehmen an.“ Scheint, als würde der Bitcoin langsam in IT-Kreisen salonfähig, und als nehmen diejenigen, die schon vieles erreicht haben, den Bitcoin als willkommene Herausforderung an.

Zahlen zu Investitionen in Bitcoin

Kommen wir vom IT-Personal zu den Investoren. Auch von diesen gibt es Neuigkeiten. Zunächst zu Second Market: Die Investmentfirma, die bald vielleicht eine Bitcoin-Börse in New York betreiben wird, hat bekannt gegeben, dass ihr Bitcoin Investment Trust noch in diesem Jahr auch für Privatanleger geöffnet werden soll. Bisher bediente der im Sommer vergangenes Jahr gestartete Trust nur institutionelle bzw. überaus vermögende Anleger, eventuell, weil dies regulatorisch einfacher zu handhaben ist.
Auch Fortress Investment hat im Sommer sein Interesse an Bitcoins bekundet. Nach langem Schweigen erklärt die Firma nun, dass sie über ihren Hedge Fond „Pantera Capital Management“ bereits seit Herbst investiert hat: Die Bitcoin-Börse Bitstamp hat damals 10 Millionen Dollar erhalten. Dies wäre dann die vielleicht größte Investition, die ein Bitcoin-Unternehmen bisher erhalten hat.
Mit Sicherheit ist es aber nicht die einzige: Eine Beratungsfirma aus Boston hat ausgerechnet, dass bisher insgesamt 117,5 Millionen Dollar investiert wurden. Das ist für ein Zahlungsprotokoll, das vor einem Jahr noch so gut wie unbekannt war, enorm viel. Weniger erfreulich ist die Verteilung der Investitionsgelder: 98,6 Millionen in den USA, 13,3 Millionen in Asien und nur 5,6 Millionen in Europa. Der alte Kontinent bleibt eben skeptisch.

Die Niederlande: auf dem Weg zum europäischen Bitcoin-Hub?

Wohin die fünf Millionen in Europa wohl gegangen sind? Ich habe ehrlich gesagt nicht die mindeste Ahnung. Ein heißer Kandidat wäre die Niederlande, wo wohl die größte Offenheit gegenüber dem Bitcoin besteht. Zur Erinnerung: Takeway.com, der Betreiber von lieferservice.de, Deutschlands einzigem Pizzadienst für Bitcoins, ist auch aus den Niederlanden. Der Eindruck, unsere Nachbarn im Westen würden sich zu einem Bitcoin-Hub mausern, wurde bereits durch die Ausrufung des Bitcoin Boulevard gestützt. Ein Blick auf Bitnodes bestätigt diesen Eindruck. Man sieht hier die Verteilung aktiver Nodes (also voller Clienten und Miner) während eines sehr kurzen Zeitfensters. Fällt Ihnen etwas auf?
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In den Niederlanden gab es in der vergangenen Woche zwei politische Vorstöße zum Bitcoin, die gegensätzlicher nicht sein könnten: Mitglieder der Christdemokraten (CDA) – einer ehemaligen Volkspartei, die mittlerweile auf weniger als zwei Prozent geschrumpft ist – haben den Justizminister Ivo Opstelten gefragt, ob man nicht TOR und Bitcoin verbieten könnte, um dem Waffenhandel übers Internet einen Riegel vorzuschieben. Opstelten, der eigentlich als Hardliner bekannt ist, gab der Idee einen klaren Korb: Das sei Nonsens. Kriminelle seien kaum auf Kryptowährungen angewiesen, um ihre Aktivitäten zu finanzieren. Überhaupt keine Antwort fand dagegen der Vorstoß der Libertären Partei. Einige ihrer Mitglieder hatten gefordert, Steuern auch in Bitcoins anzunehmen. Allerdings bewegt sich die libertäre Partei hart an der absoluten Bedeutungslosigkeit, sie sammelt bei Wahlen weniger als ein Prozent der Stimmen ein.

Wichtiger dürfte sein, dass die Wirtschaft bereits handelt. Und in dieser Beziehung wartet die Niederlande mit einer Weltneuheit auf: BAS Energy nimmt als erster Energieversorger überhaupt Bitcoins als Zahlungsmittel an. BAS – was für Beneficial for all Stakeholders steht – ist ein relativ junger Energieversorger, der seine Kunden auch finanziell dazu ermutigt, in erneuerbare Energien zu investieren und sich durch häusliche Stromerzeugung unabhängig von anderen Versorgern zu machen. Der „Path to zero“ soll den Bedarf an externer Energie nach und nach reduzieren. Arash Aazami, der Gründer von BAS, sagte dazu: „So wie BAS zielt Bitcoin darauf ab, die Leute unabhängiger zu machen und es ihnen zu ermöglichen, selbst Werte zu schaffen.“ Die niederländischen Miner werden froh über diesen Energieversorger sein.

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6 Comments on USA-Dubai-Niederlande: Der Newsrückblick

  1. Gerhard Fischer // 22. March 2014 at 14:33 // Reply

    Zur Kursentwicklung: Nachdem bei Mt.Gox offenbar wieder der Zugang zu 200 000 BTCs gefunden wurde, ist es klar, dass diese nun fast um jeden Preis auf den Markt geworfen werden, um ein bisschen Schulden zurück zu zahlen. Bis der Markt dieses Volumen absorbiert hat (bei einem täglichen Handelsvolumen von 10 000 bis 20 000 laut Blockchain.info), wird es halt einige Wochen dauern, in denen der Preis weiter fällt.

    • Heinz Schumacher // 23. March 2014 at 18:59 // Reply

      Ist das denn wirklich so. Die BTC gehören doch den Kunden vom MtGox. Diese werden sie wenn sie denn Zugang hätten auf eigene Wallets oder auf Wallets von anderen Börsen transferieren und nicht unbedingt auf den Warkt werfen.

      Außerdem ist der Kurs stabil wie nie zuvor. Man erinnere sich noch an Zeiten, wo der Kurs über 100 Euro in wenigen Stunden geschwankt ist. Da muss man doch nicht heulen, wenn der Kurs in einer Woche einige Prozentchen runter geht.

  2. gute news, lohnt sich bei cex.io GH zu kaufen?

  3. Sehr interessante Zusammenfassung. Ich bin sehr gespannt, wohin sich der Bitcoinkurs entwickeln wird. Ich halte es für einen sehr interessanten Markt 🙂

  4. Hier wird im Artikel ständig von “die Niederlande” gesprochen, was eine Mehrzahl ist, im semantischen Kontext allerdings dann z.B. “wartet die Niederlande … auf” verwendet. Korrekt müßte es heißen: “warten die Niederlande …”. Mehrfach falsch im Text.
    Mir gefallen solche sprachlichen Unsauberkeiten nicht. Auch viele Rechtschreibfehler sind zu finden.

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