Der Oberfranke (OFK) – mit Laptop und Rauchbier

National- und Regionalwährungen liegen im Trend. Zum Ende des Jahres wird die erste deutsche Region ihre eigene Kryptowährung erhalten: Den Oberfranken (OFK). Heute wurde in Bayreuth der Launch der Währung ausgerufen.

Ewald Lotzer hat heute in Bayreuth den Oberfranken (OFK) präsentiert. Der Vorsitzende des Vereins „Virtuelles Oberfranken“ erklärte: „Der OFK ist eine virtuelle Währung nach dem Vorbild des Bitcoin. Wir haben 75 Prozent der Oberfranken bereits erzeugt und werden sie in der Region verteilen.“ Lotzer stellte klar, dass Unter- und Mittelfranken von dem Airdrop ausgeschlossen seien.

Der OFK solle das Selbstverständnis der Oberfranken stützen, eine eigene nationale Entität außerhalb Deutschlands zu bilden. Lotzer erinnerte an eine Umfrage der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bamberg von 1982, derzufolge es 80 Prozent der Oberfranken ablehnten, Teil von Franken, Bayern und Deutschland zu sein. 18 Prozent hätten es abgelehnt, Oberfranke zu sein, und die verbleibenden 2 Prozent hätten sogar jede Zugehörigkeit zur eigenen Gemeinde bestritten.

“Solche Studien verdeutlichen wissenschaftlich fundiert und mit Nachdruck, wie viel Wert wir Oberfranken auf unsere Selbständigkeit legen,” erklärt Lotzer. Um die christlichen Wurzeln der Region zum Ausdruck zu bringen, finde der Airdrop des OFK zu Weihnachten 2014 statt. “Wir wollen alle Obefranken mitnehmen. Dazu müssen wir Tradition und Aufbruch miteinander verbinden. Und mal ehrlich: eine eigene Währung ist das beste Weihnungsgeschenk für jeden Oberfranken.”

Der Verein „Virtuelles Oberfranken“ hofft, durch den OFK die Wirtschaft der vom Strukturwandel stark betroffenen Region wiederzubeleben. „Heute heißt es, der Osten beginnt in Oberfranken. Bald wird man sagen: Nürnberg hat Lebkuchen, Würzburg Wein und Oberfranken den Oberfranken. Der OFK wird die Region wieder auf Wachstumskurs bringen.” Das Motto des OFK – „mit Laptop und Rauchbier“ – sei natürlich vom bayerischen Leitspruch „Mit Laptop und Lederhosen“ abgekupfert, räumt Lotzer auf Nachfrage ein. „Der Spruch hat einen Bart wie der heilige Nikolaus. Die Bayern sind lange genug auf ihm herumgeritten, nun wird es Zeit, dass Oberfranken sich in Szene setzt. Schließlich sind wir die innovativste Region Bayerns.“

Das langfristige Ziel des Vereins sei die nationale Selbständigkeit Oberfrankens. Der OFK sei hierfür die ideale Vorbereitung. „Nicht alles, was eine Nation hat, ist eine Währung, aber alles, was eine Währung hat, ist eine Nation,“ begründete Lotzer das Vorgehen. Er kündigte zudem die Gründung der Bitcoin Oberfranken AG an, die Oberfranken-ATMs sowie Oberfranken-ASICs „in großem Stil“ herstellen und darüber hinaus die OFEX, die Oberfranken-Börse, betreiben werde. Die Lizenz dazu habe das Landratsamt Bayreuth bereits gegeben.

Der OFK wurde mehrere Monate im Stillen an einem unbekannten Ort getestet. Eines der größten Probleme sei es gewesen, Zeichenfolgen für Adressen zu entwickeln, welche der fränkischen Mundart entsprechen. “Wir wollten es vermeiden, die Leute mit harten und weichen ds und bs zu verwirren. Es war eine Menge Arbeit, aber wir haben eine sichere und zufriedenstellende Lösung gefunden.”

Die bayerische Staatsregierung hat das Projekt bislang noch nicht kommentiert. Dagegen hat der Pressesprecher der Währungsbehörde Nürnberg, Matthias Deuerlein, gesagt, eine virtuelle Währung, die nur in Oberfranken ausgegeben werde, habe keine Zukunft. „Das ist wie mit den Bratwürsten: die einen können’s, die anderen nicht. Wer in dem Fall wer ist, liegt auf der Hand.“ Sorgen, dass Oberfranken der Metropolregion Nürnberg den Rang als nordbayerisches Wirtschaftszentrum ablaufe, sind Deuerlein fremd. Der Stadtverein Kronach hingegen beklagte, dass im Verein “Virtuelles Oberfranken” nur die Bamberger und Bayreuther den Ton angeben und drohte damit, selbst eine virtuelle Währung für Kronacher herauszugeben.

Wir werden sehen, wie es weitergeht und Sie auf dem Laufenden halten.

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3 Kommentare zu Der Oberfranke (OFK) – mit Laptop und Rauchbier

  1. April April…

  2. thomas schmitt // 2. April 2014 um 14:47 // Reply

    Was würden wohl die Kulmbacher und Hofer dazu sagen ??????

  3. Wo kann man einen Oberfranken kaufen? Wäre interessiert.

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