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Wer ist das Bitcoin- Girl? Ein Gespräch mit Naomi Brockwell

(c) Bitcoin-Magazin

Bitcoin ist mehr als nur eine Währung und mehr als nur ein Protokoll. Es ist eine Idee. Um eine Idee zu verbreiten, benötigt es einen Mittelsmann. Man braucht einen Repräsentanten. Kurz: man braucht ein Gesicht. Bitcoin hat dieses Gesicht in der quirligen Naomi Brockwell, auch bekannt als Bitcoin-Girl, gefunden. Geboren und aufgewachsen in Australien nutzt Brockwell ihren Charme, um den virtuellen Währungen zum Durchbruch zu verhelfen, indem sie informative Videos veröffentlicht. Abschlüsse in Schauspiel, klassischer Musik und Theater verbunden mit einer Leidenschaft für die Wirtschaft haben sie zu einer inoffiziellen Sprecherin einer revolutionären Technologie gemacht.

Vielen Dank an das Bitcoin Magazin, das diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat, und Felix Vögele, der ihn übersetzt hat.

Neben ihrer Berufung als Bitcoin-Girl arbeitet Naomi Brockwell beim New Yorker Bitcoin Center, dem Moving Picture Institut und bei ihrer eigenen Firma Rainsworth Productions. Sie hat beim FIlm Subconscious, noch in der Produktion, mitgewirkt.

Im Gespräch mit Naomi und dem Bitcoin Magazine ging es um Bitcoin, Kunst und Freiheit.

BM: Wann und warum bist du nach Amerika gekommen?

NB: Vor ungefähr 3,5 Jahren, um für ein paar Monate Oper zu studieren. Aber als mir klar wurde, welche Möglichkeiten ich in New York habe, war mir klar, dass ich nicht zurück konnte, ohne sie ergriffen zu haben. Seitdem ist mein Fokus auf das Filmgeschäft gerichtet, weil es das größte Potential hat.

Wie unterschiedlich sind die Meinungen bezüglich Bitcoin in Australien verglichen mit den USA?

Ich komme zweimal nach Australien im Jahr. Meiner Ansicht nach sind Bitcoin-Nodes ein guter Vergleich zur Anerkennung des Bitcoin in der Gesellschaft. Im Westen von Australien gibt es ein Node. Das ist ein krasser Unterschied zu New York. Grundsätzlich kann ich hier nur mit Bitcoin überleben. Ich kann meine Lebensmittel mit Bitcoin bezahlen. Ich kann mir Kleider mit Bitcoin kaufen. Ich kann meinen Anwalt mit Bitcoin zahlen. Ich sehe definitiv eine große Zukunft für den Bitcoin in Australien. Die Australier haben eine sehr individuelle Denkweise. Wir suchen immer nach Wegen, die nicht unter staatlicher Kontrolle und nicht im Einflussbereich großer Unternehmen stehen. Der größte Unterschied zwischen den beiden Ländern ist, wie ich denke, das Bewusstsein der Bevölkerung.

Erinnerst du dich noch an deine erste Begegnung mit Bitcoin?

NB: Ja. Es war auf einer Wirtschaftskonferenz vor gut zwei Jahren. Ein Freund von mir besaß eine Casascius Münze, die einen physischen Bitcoin darstellt. Das Wort Bitcoin habe ich davor schon des öfteren gehört, aber ich habe mich nie näher damit auseinandergesetzt. Dieser Freund erklärte mir dann en detail, was es mit Bitcoin auf sich hat. Es war aufregend, als ich mir das große Potential vor Augen geführt habe. Wir hatten für lange Zeit ein staatliches Währungsmonopol. Doch plötzlich habenen wir eine Konkurrenzwährung. Eine Währung, die sich passend zum digitalen Zeitalter entwickelt und die mit der Weltwirtschaft wächst. Das Währungssystem scheint endlich auf Augenhöhe mit unseren technischen Entwickelungen zu stehen. Was mich beunruhigt ist jedoch, dass es Versuche gibt, Bitcoin in das bestehende Finanzsystem zu integrieren. Ginge es nach mir, würde ich sagen, man solle Bitcoin das System neu erfinden lassen. Mich würde interessieren, was passiert, wenn man alles seinem Lauf lässt.

Was war deiner Meinung nach das wichtigste Ereignis in der Geschichte des Bitcoin?

Bitcoin entwickelt sich so unglaublich schnell. Ich komme gerade zurück von der Bitcoin Konferenz in Toronto. Einer der Gründer von Ethereum sprach über Wege, die sie seit langem nicht entdeckt haben… seit sechs Monaten. Für sie sind sechs Monate eine lange Zeit. Diese Technologie entwickelt sich so schnell. Es ist aufregend, wenn man sich vorstellt, wie sich Bitcoin in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren entwickeln wird.

Was werden wohl die größten Herausforderungen sein für Bitcoin in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren?

Wie es immer so ist mit neuen Dingen, kommt es darauf an, die Leute von der Idee zu überzeugen. Neue Dinge verängstigen die Menschen, gerade wenn sie diese Dinge nicht verstehen. Die größte Herausforderung wird sein, die negativen Berichte aus den Medien und von Seiten der Regierung abzustellen. Man muss den Menschen beibringen, was es mit Bitcoin auf sich hat. Es könnte ein Mittel zu Frieden und ein Weg aus der Armut sein. Man könnte damit viele soziale Probleme angehen. Wenn die Menschen dieses Potential erkennen, wird man größer werdende Akzeptanz erkennen können.

Wie kann Bitcoin Künstler unterstützen?

Bitcoin kann den Künstlern bei der Monetarisierung helfen. Hier spielen Microtransaktionen eine große Rolle. Itunes hat dieses große Potential erkannt und es den Menschen ermöglicht, einzelne Songs zu kaufen. Menschen wollen kleinere Mengen kaufen, also muss man es ihnen auf eine sichere Art und Weise ermöglichen. Dadurch ging die Zahl illegaler Downloads zurück. Im Moment kann man dieses Phänomen bei digitalen Ausgaben von Tageszeitungen betrachten. Obwohl man die Zeitung nur einmal in der Woche liest, zahlt man doch für die ganze Woche. In Zukunft kann ich mir vorstellen, dass man nur noch für einzelne Artikel bezahlt; in Bitcoin natürlich. Es wird auch Spenden für Werke von Künstlern geben, die frei zugänglich ins Internet geladen wurden.

Ich nutze die Gelegenheit, um das Bild It's a wonderful world of beauty down below ... Von William Cho vorzustellen. Er hat es kostenlos bereitgestellt. Klicken Sie das Bild einfach an, um William zu spenden. Als Dankeschön können Sie die Bilddatei downloaden. Die Bildrechte liegen vollständig bei William Cho.

Gibt es schon: Das Bild It’s a wonderful world of beauty down below .. von William Cho. Er hat es kostenlos bereitgestellt. Klicken Sie es einfach an, um William zu spenden. Als Dankeschön können Sie die Bilddatei downloaden. Die Bildrechte liegen vollständig bei William Cho.

Das Moving Picture Institut ist beispielsweise sehr an Bitcoin interessiert. Sie sehen in der Technik eine Möglichkeit, Menschen aus der Armut zu bringen und ein Werkzeug für die Meinungsfreiheit. Außerdem sind sie an der Technologie selbst und der Möglichkeit, sich selbst zu regulieren, interessiert. Für MPI zu arbeiten verbindet zwei meiner Leidenschaften – Film und Finanzkonzepte.

Wie lang beschäftigst du dich schon mit Finanzen und der Wirtschaft?

Ich habe mich schon früh für die Rechte des Individuums und die Freiheit des Einzelnen interessiert. Außerdem habe ich Wirtschaft studiert. Die Leidenschaft wurde endgültig entfacht, als ich nach New York kam – die Finanzmetropole der Welt. Ich war umgeben von Genies, die mich dafür sensibilisiert haben. Wirtschaft ist die Grundlage der Gesellschaft und die Fabrik der Zivilisation.

Wie wurdest du zum Bitcoin-Mädchen?

Ich war tief in der Materie Bitcoin involviert. Dann wurde ich Mitarbeiter im Bitcoin Center in New York. Nebenbei handelte ich eine Zeit lang an den Märkten. Große Veränderungen geschahen. Man kam hinter die Machenschaften von Mt. Gox. Es ist viel passiert in der Welt des Bitcoin, worüber nicht gesprochen wurde, außer in Foren rund um Bitcoin. Ich bemerkte, dass es die Hauptaufgabe sein wird, den Leuten Bitcoin zu erklären. Dies geschah bisher jedoch nur über umständliche Wege, wie Reddit. Es wurde eine Stimme benötigt, die mehreren Menschen zugänglich ist. Zwar ist Bitcoin eine virtuelle Währung, aber dennoch werden körperliche Stimmen und Gesichter benötigt. Dies geht natürlich am Besten über Videos. Deswegen bin ich auch so aufgeregt, wenn ich mir die anstehenden Projekte anschaue, an denen ich mit MPI arbeite. Sie haben wahrhaftig das große Potential der Filme erkannt, wenn es darum geht, Menschen etwas näherzubringen.

Was sind deine Ziele als Bitcoin- Mädchen?

Der Film an sich ist ein unglaubliches Medium um mit Menschen zu kommunizieren. Ich kann es nutzen um Menschen dabei zu helfen, etwas zu verstehen, was wirklich wichtig ist. Das hoffe ich zu erreichen.

Eine letzte Frage. Was kann der Durchschnittsbürger im alltäglichen Leben tun, um die Freiheit zu fördern?

Ich denke, dass starke Prinzipien, viel Rechtschaffenheit und der Wille für das zu kämpfen, woran man glaubt, die wichtigsten Dinge sind, die dieses Ziel fördern. Halte an deinen Überzeugungen fest. Sei offen gegenüber anderen Menschen und deren Meinung. Sei nicht unentschlossen. Bilde dich fort!

Vielen Dank an das Bitcoin Magazin, das diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat, und Felix Vögele, der ihn übersetzt hat.

Tips für Felix an 14Q7ixMsLV3wUfTmwYTQ8GHyAnA9YFtqdZ

 

 

 

 

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1 Kommentar zu Wer ist das Bitcoin- Girl? Ein Gespräch mit Naomi Brockwell

  1. DJ rodrigo // 26. Mai 2014 um 14:20 // Antworten

    Fehlerteufel in der Überschrift!
    Die Dame heißt Naomi Brockwell und nicht Naomi Brockswell!

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