Bitcoin – die kommenden Monate

Hurricane Irene Makes Landfall in North Carolina. Bild von NASA via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Sonnig bis heiter, wolkig bis stürmisch: die Marschroute des Bitcoins für die kommenden Monate steht jetzt, nach monate-, wenn nicht gar jahrelangem Zank und Hin und Her, einigermaßen fest. Wir erklären, wohin die Reise geht und welche Konsequenzen das für Trader haben könnte.

Der Markt der Krptowährungen ist in Bewegung geraten. Das, was in den letzten drei Wochen passiert ist, darf man gerne eine tektonische Plattenbewegung nennen: Ethereum ist zur zweitstärksten Kryptowährung aufgestiegen, präsentiert sich als Alternative zum Bitcoin und hat mit einer Marktkapitalisierung von einer Milliarde Dollar schon fast 1/6 des Marktwertes des Bitcoins – mehr als je ein anderer Altcoin umfasst hat.

Hört einfach nicht auf zu steigen: Ethereum hat seit Mitte Januar seinen Wert verzehnfacht.

Hört einfach nicht auf zu steigen: Ethereum hat seit Mitte Januar seinen Wert verzehnfacht.

Die kommenden Monate werden vermutlich turbulent. Kryptotrader sollten nicht nur das Verhältnis von Euro und Bitcoin im Auge behalten, sondern auch den Kurs von Ethereum. Denn während bisher Altcoins, inklusive Litecoins und Ripple, eher eine trendmäßig parallel laufende Verstärkung der Bitcoin-Kursausschläge vorführten, also vor allem eine Potenzierung des Bitcoin-Preisrisikos waren, bewertet der Markt Ethereum erstmals als Alternative, falls Bitcoin versagt. Der Ether-Kurs schlägt dementsprechend auch entgegengesetzt zu dem des Bitcoins aus. Ob Ethereum dieses Versprechen halten kann, ist eine ganz andere Frage, die jeder klären sollte, bevor er investiert. Wir diskutieren hier aber vorerst die Zukunft des Bitcoin.

Die Marschroute steht

Das Blocksize-Thema hat die Bitcoin-Welt in den letzten Monaten fest im Griff gehabt. Wie in allen Konflikten haben sich rasch Gruppen mit feststehenden Glaubenssätzen, Ansichten und Diskussionsorten herausgebildet. Es gab das Team Big Blocks bzw. die „Bitcoin Maximalisten“ bzw. die Pragmatiker sowie das Team Small Blocks bzw. die Dogmatiker.

Team Big Block möchte die Blocksize erhöhen, da der Bitcoin als Zahlungsmittel mit dem Potenzial der Weltherrschaft nur attraktiv ist, wenn es in der Blockchain viel mehr Platz gibt als Bedarf nach Platz. Eben so, wie es bisher immer war. Transaktionen sind schnell und günstig und das Potenzial, dass Bitcoin den weltweiten Zahlungsfluss übernimmt, ist praktisch grenzenlos. Also soll so viel wie möglich in die Blöcke, und wenn das dann den einen oder anderen Knoten rauswirft, ist das verschmerzbar.

Nach einem langen Kampf und mehreren Monaten der Abstimmung durch die Knoten kann man konstatieren, dass das Team Big Blocks vorerst gescheitert ist. Der Client des Teams Big Blocks, Bitcoin Classic, stellt zwar rund 1.600 Knoten, aber zum einen sind davon rund die Hälfte auf einem Cloud-Server, was nicht so richtig zählt, und zum anderen hat von den bestehenden 4.600 anderen Clients kaum einer gewechselt. Einige Mining-Pools stellen zwar den Minern zur Wahl, Classic-Blöcke zu minen, doch bisher beteiligen sich sehr wenig Miner an der Wahl, weshalb alles beim alten bleibt.

Sieht nur auf dem Papier gut aus: Die rapide ansteigende Anzahl von Classic-Knoten (orangene Linie) geht vor allem auf Coud-Server zurück. Sobald die monatliche Rechnung nicht bezahlt wird, sind sie weg.

Sieht nur auf dem Papier gut aus: Die rapide ansteigende Anzahl von Classic-Knoten (orangene Linie) geht vor allem auf Coud-Server zurück. Sobald die monatliche Rechnung nicht bezahlt wird, sind sie weg.

Diejenigen, die im Bitcoin-Ökosstem entscheiden, haben gewählt: Man hält der bisher federführenden Entwicklergruppe Bitcoin Core die Treue. Zwar sind längst nicht alle mit deren „Small Blocks“ Kurs einverstanden, aber die Unzufriedenheit scheint nicht groß genug zu sein, um eine Rebellion zu starten. Damit folgt die Entwicklung also der Roadmap des Teams Small Blocks. Dezentralität geht vor Skalierbarkeit, Bitcoin ist jetzt, mehr denn je, Bitcoin Core und damit mehr Settlement Network und digitales Gold als ein Zahlungsmittel. Muss man nicht mögen, aber akzeptieren.

Wie geht es jetzt weiter?

Laut Roadmap soll Core noch im April Segregated Witness veröffentlichen. Dieses Upgrade bringt, neben einigen anderen Vorteilen, auch eine um 1,3-2,0 MB erhöhte Kapazität der Blöcke. Es gilt laut Core als Schlüsselfortschritt, der weitere Techniken zur Erhöhung der Skalierbarkeit ermöglicht wie beispielsweise Schnorr-Signaturen. Im Anschluss wird Core an „eleganteren“ Skalierbarkeits-Technologien wie dem Lightning-Netzwerk oder öffentlichen Sidechains arbeiten und, falls nötig oder durch das Hongkonger Abkommen erzwungen, das Blocksize-Limit noch einmal begrenzt erhöhen. Dies aber nicht vor Mitte 2017.

Insgesamt lautet die Mission: wir erhöhen die Blocksize nur vorsichtig und planen langfristig, nicht “onchain”, sondern “offchain” zu skalieren. Eine Skalierung über die Blockchain direkt wird hingegen so lange wie möglich vermieden.

April zeigt, ob Core liefert oder nicht

Sollte es Core gelingen, rechtzeitig eine saubere Version von Segregated Witness einzuführen UND sollte diese von den Wallets und Börsen sauber umgesetzt werden, dürfte die Kapazität weit genug erhöht sein, um zumindest für einige Zeit Luft zu verschaffen. Ein solches Gelingen des ersten Schritts der Roadmap sollte auch das angeschlagenen Vertrauen in die Bitcoin-Entwicklung reparieren und kann als Hoffnungssignal gelten.

Sollte Segregated Witness zu spät kommen, verbuggt sein oder Probleme in der Implementierung bei Wallets und Dienstleistern verursachen, dürfte dies in einer weiteren Erosion des Vertrauens in Core und damit Bitcoin münden. Dies würde erneut beweisen, dass Bitcoin unfähig ist, auf einem Gebiet zu liefern, in dem Ethereum brilliert: der flexiblen Anpassung und Skalierung des Protokolls.

Ungewiss ist allerdings auch, ob die Miner Segregated Witness akzeptieren. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden sie es erst benutzen, wenn Core den Code zur Erhöhung der Blocksize im Juli vorgelegt hat. Sollten die Miner dies wirklich ernst nehmen, kommen noch einige lange, harte Monate auf den Bitcoin zu, in denen an Wachstum kaum zu denken ist und die Geschäftsmodelle, die viele kleine Transaktionen benötigen, ausmerzen können.

Danach: Reicht der Blockspace?

Segregated Witness allein wird kein Befreiungsschlag sein. 1,3 – 2,0 MB Blöcke sind eine kurzzeitige und keine nachhaltige Lösung. Ein erfolgreiches Segregated Witness mag ausreichen, um Vertrauen wieder aufzubauen, bietet aber ohne die Vollendung von Lightning oder die verbindliche Ankündigung größerer Blöcke keine Grundlage, um den Blocksize-Streits zu beenden und Geschäftsmodelle zu unterstützen, die ein größeres Transaktionsvolumen benötigen.

Im April, Mai und Juni wird sich zeigen, wieviel Luft Segregated Witness dem Bitcoin verschafft und ob an Segregated Witness anschließende Optimierungen – wie Schnorr-Signaturen – tatsächlich zünden. Wenn es genug ist, kann dies demonstrieren, dass Core die Nachfrage nach Platz in der Blockchain richtig eingeschätzt hat, die Forderung nach der Erhöhung der Blocksize Aktionismus ist und die Bitcoin-Szene zurecht das Vertrauen in Entwickler legt, die eine nachhaltige Skalierung bevorzugen. Es würde sogar demonstrieren, wie resilient Bitcoin gegen Versuche, das Protokoll zu ändern, ist. Es wäre, mit anderen Worten, die perfekte Schanze für eine neue Rally.

Sollte sich hingegen abzeichnen, dass die Kapazität nicht bis Mitte 2017 ausreichend wird, stehen wir wieder da, wo wir schon seit einem Jahr festhängen. Die Blocksize-Kriege würden wieder von vorne anfangen, es droht wieder eine Hardfork. Dies könnte dem sowieso schon starken Ethereum weiter Aufwind geben und ihn noch mehr als bisher schon als bessere Alternative für digitales Payment inszenieren, während der Bitcoin erheblich an Marktanteilen verlieren kann.

Möglich ist jedoch auch, dass diese Trennung zwischen Payment und Settlement-Netzwerk (digitales Gold) dem Bitcoin hilft und wir sehen, wie sich ein Universum verschiedener, koopererender Kryptowährungen herausbildet.

Juli: Das Halving

Im Juli findet ein Ereignis statt, das die Bitcoin-Community seit mehr als einem Jahr herbeisehnt: das nächste Halving. Irgendwann in der ersten Juli-Hälfte wird sich die Anzahl Bitcoins, die die Miner alle zehn Minuten finden, von 25 auf 12,5 halbieren. Sprich: das Angebot frischer Bitcoins auf dem Markt verknappt sich, was bei einer gleichbleibenden Nachfrage unweigerlich zu steigenden Preisen führen muss. Was die Miner angesichts des halbierten Ertrags auch bitter nötig haben werden.

Nicht mehr lange ... das Bitcoin-Halving naht!

Nicht mehr lange … das Bitcoin-Halving naht!

Da das Ereignis bereits jetzt bekannt ist, sollten es umsichtige Akteure, sowohl Investoren als auch Miner, bereits eingeplant haben. Daher gehe ich davon aus, dass das Halving still und leise vorübergehen wird. Die Wochen und Monate danach zeigen aber, wie präzise die Investoren und Miner geplant haben. Eventuell sinkt der Preis, weil ein erwarteter Anstieg ausbleibt, eventuell steigt er aggressiv, weil die Trader den Effekt des Halvings unterschätzt haben; eventuell sinkt die Hashrate rapide, weil der Preis nicht genügend steigt, um das Mining profitabel zu halten.

Was genau passiert, ist reichlich unklar. Klar ist jedoch, dass einige Effekte des Halfings ungünstig mit dem knappen Platz auf der Blockchain korrelieren können. Sollte es zu einer Rally kommen, dürfte die Anzahl der Transaktionen erfahrungsgemäß explodieren. Dies dürfte fast den gesamten Raum fressen, den Segregated Witness freigemacht hat oder den vorhandenen Raum – falls sich Segregated Witness verzögert – deutlich übersteigen. In beiden Fällen kann eine Rally so im Keim erstickt werden.

Sollte es hingegen zu einem signifikanten Niedergang der Hashrate kommen, da sich das Verdienst der Miner halbiert, ist eine Verlangsamung der Blockbildung und damit eine weitere Reduzierung der Kapazität zu erwarten. Zusammen mit einem sowieso knappen Raum auf der Blockchain kann dies den Effekt von Segregated Witness zunichte machen oder, falls SW gescheitert ist, ein dauerhaftes Fee Event auslösen. Ein Teufelskreis aus fallenden Preisen, fallender Hashrate und verlangsamten Transaktionen kann zu einem für den Bitcoin existenzbedrohenden Teufelskreis werden.

Man könnte jedoch annehmen, dass das Risiko dieser beiden Szenarien ebenso eingepreist ist wie das Halving selbst. Falls sie ausbleiben wären Bitcoins zum heutigen Preis also lächerlich unterbewertet. Die kommenden Monate werden also turbulent.

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18 Comments on Bitcoin – die kommenden Monate

  1. Eine kurze Anleitung wie man Ethereum Mining durchführt haben wir hier erstellt -> https://bitcoin-live.de/ethereum-mining-deutsch.php

  2. Dann wäre die beste Lösung für Bitpay und co. wirklich Litecoin für das Payment zu verwenden.

  3. verstehe das Statement um das Sinken der Hashrate nicht – sollten die Miner ihre Hashing Boxen abschalten, weil das Bitcoin nicht mehr entsprechend viel Wert wäre? Das Investment in die Mining Infrastruktur ist ja gemacht, und die Stromkosten: naja, wenn die Hashrate sinkt, dann wird doch das Erstellen neuer Blöcke vereinfacht, und die 10min Zeit stellt sich nach 2 Wochen wieder ein?

    • Jens Sauerwald // 15. March 2016 at 10:47 // Reply

      Die Difficulty wird nicht nach einer bestimmten Zeit, sondern nach einer bestimmten Anzahl von Blöcken neu eingestellt. Wenn jetzt plötzlich etliche Miner abschalten, dauert es entsprechend länger, bis neue Blöcke gefunden und die Difficulty entsprechend angepasst wird. Davon ist aber nicht wirklich auszugehen. Jeder abgeschaltete Miner erhöht den Profit der anderen Miner, weswegen ein rational handelnder Miner wirklich erst dann abschaltet, wenn er ausschließlich Verlust einfährt. Es werden also irgendwann die ineffizientesten Miner zum Abschalten gezwungen, aber dieser Prozess wird durch das Halvening nur beschleunigt, aber nicht wirklich ausgelöst. Gute Erklärung von Andreas Antonopoulos: https://www.reddit.com/r/Bitcoin/comments/4abwwb/andreas_antonopoulos_tweetstorm_on_mining/

  4. Zitat:” bitcoin-live.de // 14. March 2016 at 18:12 // Reply
    Eine kurze Anleitung wie man Ethereum Mining durchführt haben wir hier erstellt -> https://bitcoin-live.de/ethereum-mining-deutsch.php “Zizat Ende.

    Ja ETH minen lohnt momentan wirklich sehr.
    Bei dem zur Zeit völlig irre überbewertete Preis von ETH
    und der Wahnsinns Inflation des ETH.

    Leute mined ETH und bekommt dafür Bitcoin. Es lohnt sich wirklich. 🙂🙂🙂

  5. Jeanette // 15. March 2016 at 1:18 // Reply

    Wenn ich aktuell auf die Bitcoin Blockgrößen schaue, so stelle ich fest, dass nur noch sehr wenige Blöcke die maximale Größe haben. Es ist eher die Regel, dass die Blöcke deutlich unter der maximalen Größe liegen, jedoch trotzdem eine nicht unerhebliche Zahl an Transaktionen im Mempool bleiben.
    Somit sehe ich die aktuelle Beschränkung weniger in der Blockgröße sondern in der Höhe der Gebühren, die die Miner zur Aufnahme einer Transaktion in einen Block eingestellt haben bzw. in den Nutzern, die möglichst günstig Transaktionen tätigen möchten.

  6. Nicht Dezentralisierung steht im Vordergrund, sondern das Gegenteil. Mit Blockstream und Lightning würde man den Bitcoin zentralisieren und das Prinzip faktisch untergraben.
    Am Ende würde die Mehrzahl der Tx nicht mehr auf der Blockchain, sondern auf irgendwelchen anderen Chains wie Lightning oder Sidechains erfolgen, welche wiederum unter der Obhut von Blockstream stehen.
    Damit würde Blockstream sich zur Institution ähnlich einer Zentralbank machen, bei dem eine Fork nochmals erheblich erschwert werden würde.

    Da geht es mittlerweile eher weniger um die Blocksize, sondern vielmehr um eine Entfremdung des Bitcoins.

    Der Run auf Altcoins wie u.a. Ethereum kommt daher nicht von Irgendwoher sondern ist bereits ein Anzeichen dafür, dass Bitcoin eingetauscht wird.

    • Jens Sauerwald // 15. March 2016 at 10:32 // Reply

      Trotz des Hypes um Ethereum sind der Bitcoinkurs und die Marketcap sehr stabil geblieben. Für ca. 90% der Ether-Trades wird Bitcoin als Tauscheinheit verwendet. Sprich: Etherkäufe werden überwiegend mit Bitcoin bezahlt und dafür werden frische Bitcoins gegen FIAT eingetauscht. Wenn Bitcoin wirklich so schlecht als Zahlungsmittel geeignet ist, wieso wird dann Ether nicht direkt mit FIAT gekauft? Die Börsen lassen das auf jeden Fall zu, vgl. http://coinmarketcap.com/currencies/ethereum/

      Im übrigen ist Blockstream nicht die einzige Firma, die an Lightning Networks arbeitet. Es ist durchaus denkbar, dass sich eine Open Source-Implementierung eines Lightning Networks durchsetzt. Verdient wird dann über die Bereitstellung eines Lightning Nodes, vgl. https://bitcoinmagazine.com/articles/debunking-the-most-stubborn-lightning-network-myths-1444837807

      • Ein Lightningnetwork untergräbt das Prinzip Bitcoin und wird übrigens von einer Mehrheit der Anwender auch abgelehnt, so wie viele der Pläne von Core.

  7. Also, wenn das Skalierungsproblem das Knock-Out-Argument gegen Bitcoin wäre, verstehe ich nicht warum von den Hunderten der bisherigen Alternativen Coins noch niemand darauf gekommen ist.
    Erst jetzt soll mit Ether der „Bitcoin-Killer-Coin“ gekommen sein, der den vermeintlichen Schwachpunkt von Bitcoin angreift bzw. besser löst?

    • Guter Einwand! Tatsächlich ist es so, dass Eth nur zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Derzeit droht das Scalability-Problem zu eskalieren, während sich Eth als neuer Wundercoin aufstellt —

  8. Der Hauptgrund warum Ether gerade so erfolgrech ist, is weil es erst seit nicht so lang auch ein grafisches Wallet hat mit dem man sich (sogar recht simpel mit seinen Bitcoins) ETH coins überweisen, bzw. einbezahlen kann. Davor ging das nur mit Kommandozeile und an der bin ich im letzten Jahr auch gescheitert. Als ich dann vom mist wallet gehört habe hab ich natürlich gleich zugegriffen. Ich denke vielen anderen geht es genauso.

    Desweiteren ist Ethereum erst seit gestern offiziell “stable” davor lief immer noch das Frontier. Der Termin war bekannt und viele haben da natürlich investiert.

    Derzeit glaube ich dass ETH dem BTC Kurs eher gut tut gerade weil das ETH Wallet die Option ETH per Bitcoin einbezahlen direkt implementiert hat. Sprich die User kaufen ETH für ihre Bitcoins, aber dann wiederum Bitcoins auf der entsprechend vertrauenswürdigen Börse.

    Alles in allem hat ETH meiner Meinung nach die derzeit bessere Technologie, allerdings soll ETH nicht nur als Zahlungsmittel fungieren sondern eben haupstäschlich als Softwareplattform. Die Skalierbarkeit ist einberechnet und das ganze lässt einen voel größeren Markt zu.

    Allerdings ist der ETH Coin Inflationär und nicht Deflationär (also in der Anzahl limitirt) wie der Bitcoin. Desweitern ist ETH lange nicht soweit verbreitet als Zahlungsmittel wie der Bitcoin. Ich weiss nicht ob man damit bereits überhaupt schon irgendwas bezahlen kann das nicht gerade mit Computern zu tun hat.

    Generll denke ich dass beide sehr wohl zusammen exisitieren können. Ich würde aber auch gerne den Bitcoin als reguläres Zahlungsmittel sehen anstatt als eine art digitales Gold. Die derzeitige Skalierbarkeit macht das aber doch etwas schwierig. Es wäre Schade wenn man diesen “Marktvorssprung ” des Bitcoins nicht nutzt.

    Persönlich sehe ich die Sache mit Blockstream und dem Lightning Netzwerk tatsächlich so wie der Hinweis auf http://xtnodes.com/ erklärt. Das alles von ein paar Köpfen kontrollieren und entwerfen zu lassen ist meiner Meinung nach in einem Open Source Projekt keine gute Lösung. Kurzfrisitg geht as evtl. noch aber auf Dauer werden Probleme entstehen. Und wenn Core unbedingt das Lightning Netzwerk auf die Beine stellen möchte dies aber nicht rechtzeitig schafft, kann es sogar sein das Bitcoin tatsächlich abgelöst wird da er dann einfach zu langsam bei den Transaktionen wird oder eben zu teuer.

    Eine schnelle Blocksize vergrößerung auf 2MB und sich dann dem Lightning Netzwerk etc. widmen fände ich die bessere Lösung.

    • Guter Beitrag!

      Was Lightning angeht, dies finde ich generell keine gute Lösung, weil allein dadurch schon die Neutralität bedroht wäre und man dann anfangen müsste Tx zu charakterisieren und zu bewerten. Da sind wir dann relativ schnell wieder bei einem durchregulierten Netzwerk wie wir es ja eigentlich nicht wollen oder etwa doch?

      JEDE Transaktion sollte in der Blockchain gleich behandelt werden, so wie auch JEDER Datenfluss im Web gleich behandelt werden sollte (Stichwort Netzneutralität).
      Um dem Problem des SPAM, etc. Herr zu werden sollte man auf andere Mechanismen zusteuern, da wäre selbst eine Mindestgebühr in Abhängigkeit der Tx-Größe eine bessere Möglichkeit, weil sie die Netzneutralität eben nicht gefährdet. Spätestens wenn SPAM Kosten verursacht, dann wird der SPAM auch entsprechend weniger werden.

      • Ich kann ihre Kritik an Lightning nicht nachvollziehen. Ich denke auch dass dieses Thema differenzierter betrachtet werden muss.

        Lightning wurde zum einen nicht wie oft angenommen von Blockstream erfunden, sondern ist eine unabhängige Idee von Joseph Poon und Thaddeus Dryja. Man sollte unbedingt das Paper dazu lesen, da es sehr gut illustriert wie damit ermöglicht wird, dass jeder quasi beliebig viele Transaktionen mit jedem weltweit durchführen kann (siehe lightning.network).
        Anders als gerne behauptet werden die Transaktionen nicht zentral von einzelnen Firmen wie Blockstream gemanagt, stattdessen kann jeder einen Payment-Channel öffnen und damit unabhängig und unbegrenzt Bitcoins transferieren. Dadurch entsteht ein Netzwerk ähnlich dem Internet, durch das Bitcoins zu allen Teilnehmern des Netzwerks transferiert werden können, komplett dezentral.

        Das ist nicht zu verwechseln mit den Plänen von Blockstream. Deren Produkte sind sogenannte Sidechains. Die Idee dahinter ist, über die Anbindung zur Blockchain eine sichere Handelsplattform für deren Kunden zu bieten. Die direkte Verankerung in der Blockchain ermöglicht dabei ein unvergleichbar hohe Sicherheit für die Nutzer der Sidechain.
        Dem Bitcoin kommt dabei zu gute, das dadurch weitere Nutzer und Anwendungsfelder erschlossen werden, was dazu führen wird, dass der Wert des Bitcoins deutlich steigen wird.

      • Nattydraddy // 17. March 2016 at 14:53 //

        “Man sollte unbedingt das Paper dazu lesen”
        Nachdem ich mir das White Paper das 3. mal heruntergeladen habe, versuchte ich es mal zu lesen. Aber schon im Vorwort kommt so ein Bandwurmsatz:
        “If Bitcoin transactions can be signed with a new sighash type that
        addresses malleability, these transfers may occur between untrusted
        parties along the transfer route by contracts which, in the event of un-
        cooperative or hostile participants, are enforceable via broadcast over
        the bitcoin blockchain in the event of uncooperative or hostile partici-
        pants, through a series of decrementing timelocks.”

        Eine halbe Seite von 59 Seiten habe ich geschafft. Und das ist nur das Konzept-Papier: “however it is absolutely not near complete.”

        Meine Hochachtung für Leute, die dieses Whitepaper lesen. Ich bin leider überfordert. Und die Leute die Lightning kritisieren (“Blockstream-Verschwörung”) sind auch überfordert.

  9. Godian@t-online.de // 16. March 2016 at 7:59 // Reply

    Besten Dank für den Artikel.

    Könnte ich meinen 13 jährigen Pentium 4 2.66Mhz mit einer neuen Grafikkarte aufrüsten und dann zum Minen von Ether verwenden?

    Oder braucht es neben einer guten Grafikkarte auch einen guten Prozessor?
    Oder kann ich einen solch alten PC gar nicht mehr mit einer Graphikkarte, die für das Mining notwendig wäre aufrüsten?

    • Hallo, nein, an sich sollte das passen. Ein guter Prozessor ist glaube ich nicht zwingend nötig, könnte aber die Grafikkarte bremsen, dies aber nur in wenigen Fällen. Ich denke aber nicht, dass sich der Erwerb einer guten Grafikkate ausschießlch fürs ETH-Mining lohnt.

  10. Hallo,

    ein sehr interessanter Blogartikel. Sehr schön geschrieben und gute Analysen mit Graphiken aufgezeigt.

    Bin gespannt wie es weitergeht. Hoffe dass das Halfing noch einen kräftigen Schub geben wird.

    Beste Grüße

    Sergej

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