Satoshi Pay bringt Stellar zu Springer

Bild des Hubble-Teleskops, das den Carina Nebula zeigt. Foto von NASA Goddard Space Flight Center via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Die Axel Springer AG, Deutschlands größter Medienkonzern, geht eine Partnerschaft mit SatoshiPay ein. Das Ziel: Micropayments für Content in die Produkte der Springer AG zu bringen.

Höher hinauf geht’s eigentlich nicht mehr. SatoshiPay, ein Berliner Startup, das Mikro- und Nanopayments auf eine Blockchain bringen will, hat vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass es mit der Axel Springer AG „an einem gemeinsamen Angebot arbeitet, das es Usern erlaubt, für Content mit der digitalen SatoshiPay-Wallet zu bezahlen.“ Dank der Blockchain-Technologie wird dies ermöglichen, „dass Zahlungen direkt vom Gerät des Senders zum Publisher gesendet werden, ohne einen Mittelsmann.“

Was dies konkret wann bedeutet – darüber bleibt die Pressemitteilung schwammig. Es heißt lediglich, „die Zahlungslösung von SatoshiPay“ werde „als Teil des Projekts in die Produkte von Axel Springer integriert, um Erfahrung mit der Akzeptanz der User und den generellen Einkünften zu sammeln.“ Valentin Schöndienst, Vizepräsident für neue Geschäfte bei Axel Springer, meint dazu, dass „Blockchain-Zahlungen die Transaktionskosten signifikant reduzieren und so neue Möglichkeiten schaffen können, Content zu monetarisieren.“ Die Software von SatoshiPay mache es möglich, die Blockchain direkt einzusetzen.

Ganz so überraschend, wie man denken könnte, kommt dies nicht. SatoshiPay wurde bereits 2015 in das „Plug and Play“-Startup-Programm von Axel Springer aufgenommen und hat damit einhergehend eine Kapitalspritze des Medienkonzerns erhalten. Es liegt daher nahe, dass Springer sich bei den Versuchen, die PayWall neu zu erfinden, auf das Berliner Startup stützt.

Ein Erfolg der Aktion wäre für jeden wünschenswert, der im Internet Content produziert oder auch nur liest. Eine direkte Zahlung für einzelne Artikel würde die Verlage und Medienhäuser unabhängig von Werbeplattformen sowie Abomodellen machen. Zugleich würde es Modelle ermöglichen, bei denen es nicht wie bisher hauptsache darum geht, als erster mit einer skandalöse Überschrift viele lukrative Klicks zu generieren, sonderfn den Content zu liefern, den die Leser auch wollen.

SatoshiPay bietet beispielsweise an, dass die Leser einen Artikel Absatz für Absatz freikaufen. Das könnte für Verlage ein bisher unerreichbares Feedback darüber geben, an welchen Stellen wie viele Leser das Interesse verlieren, und es könnte die Autoren belohnen, die Stories schreiben, die auch tatsächlich zu Ende gelesen werden. Hierin liegt die einmalige Gelegenheit, nicht nur Journalisten aus ihrer finanziellen Krise zu ziehen, sondern auch tatsächlich die Qualität von Artikeln und Videos zu verbessern.

SatoshiPay hat sein Modell damit angefangen, Micropayment-Channels auf Bitcoin-Basis zu bilden, um winzige Transaktionen unberührt von den engen Limits der Bitcoin-Blockchain zu prozessieren. Ende 2017, als die Gebühren bei Bitcoin neue Hochs erreichten, entschied sich das Startup aber für einen radikalen Wechsel des Modells: Anstatt Bitcoin wurde das Geschäft auf Stellar verschoben. Dies hat den Vorteil, dass alle Aktivitäten wieder transparent onchain sind und sich das Startup nicht mit der schwierigen Technologie der Payment-Channels beschäftigen muss, sondern stattdessen an der tatsächlichen Zahlungslösung arbeiten kann.

Stellar ist eine Art Klon von Ripple, der versucht, ein Ökosystem aufzubauen, das sich weniger um eine Firma (Ripple Labs) konzentriert, sondern durch eine Stiftung dafür sorgt, dass die Lumen genannten Coins fair verteilt werden. Dies geschieht beispielsweise durch einen großzügigen Airdrop über Blockchain.info, oder auch durch ein Giveaway für SatoshiPay, das die ersten Transaktionen neuer Kunden der Plattform bezuschusst.

Ob die kaum benutzte Blockchain Stellar aber tatsächlich eine gute Wahl ist, muss sich noch zeigen. Bislang scheint das Angebot von SatoshiPay von Seiten der Kunden nicht sehr nachgefragt zu sein. Versuch mit etwa der International Business Times, dem Tech-Magazin The Register oder BTC-Echo verliefen relativ unaufregend. Das WordPress-Plugin von SatoshiPay habe ich bislang noch nirgendwo in freier Wildbahn gesehen, was dafür spricht, dass auch dieses in eher bescheidenem Umfang benutzt wird. Möglicherweise liegt dies auch daran, dass kaum jemand Stellar benutzt und es auch nicht eben viele gute Wallets für die Blockchain gibt.

Für Medien, die ein Interesse daran haben, ihren Content mittels Kryptowährungen zu monetarisieren, gibt es mittlerweile zahlreiche alternative Möglichkeiten. So macht etwa das Lightning-Netzwerk auch für Bitcoin ein echtes Micropayment möglich, wodurch die Netzwerkeffekte der mit Abstand stärksten Kryptowährung erhalten bleiben. Mikrozahlungen „onchain“ sind dagegen auf etwa Bitcoin SV problemlos möglich, wo mit MoneyButton ein Werkzeug existiert, um Kleinstzahlungen auf die einfachste denkbare Weise auf Webseiten zu integrieren, und Yours.org ein Beispiel dafür abgibt, wie man Artikel und Videos auf die verschiedensten Methoden monetarisieren kann. Eine weitere Alternative wäre das Modell von Steemit, das eine eigene Blockchain für diesen Zweck benutzt und die Schöpfung neuer Einheiten an Upvotes von Artikel bindet. Dies hat den Effekt, dass die Monetarisierung stattfindet, ohne dass die User dafür bezahlen müssen.

Es gibt also verschiedene Ideen, wie Kryptowährungen den Journalismus retten können. Welche sich davon durchsetzt, ist eigentlich egal. Hauptsache, es passiert.

Über Christoph Bergmann (1543 Beiträge)
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12 Kommentare zu Satoshi Pay bringt Stellar zu Springer

  1. „als die Gebühren bei Bitcoin neue Hochs erreichten, entschied sich das Startup aber für einen radikalen Wechsel des Modells: Anstatt Bitcoin wurde das Geschäft auf Stellar verschoben. Dies hat den Vorteil, dass alle Aktivitäten wieder transparent onchain sind und sich das Startup nicht mit der schwierigen Technologie der Payment-Channels beschäftigen muss, sondern stattdessen an der tatsächlichen Zahlungslösung arbeiten kann.“

    Lightning Network or gtfo

    Was für Stellar, Ripple und Bitcoin“SV“.. wieder genug Shitcoins für heute gelesen..

  2. Leider stellt man immer wieder fest, das gerade in dem Bereich, wo am ehesten mit dem Erfolg eines solchen Bezahlsystems zu rechnen wäre, die inhaltliche Qualität der Artikel oft katastrophal schlecht ist.

    Ich habe gerade heute wieder einen sehr schlecht recherchierten Artikel (als Beispiel) über NEM im BTC-Echo (von Max Halder, Freelancer) gelesen, wo man eher den Leser, für seine verschwendete Zeit bezahlen sollte. Im Bereich Blockchain (und speziell was Artikel in Deutsch betrifft) findet journalistische Arbeit leider eher selten statt. Hier wird nicht richtig recherchiert, nicht hinterfragt, alte und falsche Behauptungen neu aufgewärmt, das Grundwissen der Autoren über den Inhalt ihrer Artikel ist miserabel, usw….., das könnte man mit Artikeln die andere Blockchains betreffen so fortsetzen.

    Wo sonst findet man eigentlich einen so hohen Leseranteil der Kryptowährungen besitzt, nutzt (wie auch immer) und daran interessiert ist, das sich entsprechende Anwendungsmöglichkeiten entwickeln und durchsetzen. Und genau hier versagt man. Ob man den Journalismus retten kann bleibt abzuwarten….

  3. Die immer weiter verbreiteten Abomodelle sind teilweise wirklich absurd, siehe Spiegel+ für 20 Euro im Monat. Mit Laterpay habe ich mir tatsächlich einige Artikel im Monat gekauft, die mich wirklich interessiert haben, aber eine (mehr als) zusätzliche GEZ für Spiegel Online alleine? Da kostet die Printversion monatlich weniger (inklusive kostenloser Zustellung).

    Stellar ist leider wieder zentralisiert und eine Art PayPal, auch wenn statt einem Unternehmen eine Organisation dahinter steht. User-Friendly Wallets sind in der Tat ein Schlüsselelement des möglichen Erfolgs.

    Auf die Gefahr hin, wieder beschimpft zu werden…

    Für Medien, die ein Interesse daran haben, ihren Content mittels Kryptowährungen zu monetarisieren, gibt es mittlerweile zahlreiche alternative Möglichkeiten.

    Was spricht gegen Monero? Muss ja nicht jeder wissen, wofür ich mich interessiere oder welche Medien ich nutze… Auch ein Autor oder gar Verlag möchte seine Einkünfte nicht unbedingt öffentlich zur Schau stellen und so offen präsentieren, wie Du (was ich zwar löblich finde aber die Gegenargumente für viele überwiegen). Dazu Transaktionsgebühren von unter 0,002 USD, mit steigendem Transaktionsaufkommen und Block Size sinkt die Gebühr noch und mittlerweile gibt es echt gute Wallets (auch lightweight, auch Mobile), Cake, MyMonero & X Wallet (sogar mit Multisig) auf iOS, Monerujo (auch mit Multisig) auf Android, auf dem Desktop hat Exodus vor ein paar Tagen Monero in seinen Eden Strang aufgenommen und offiziell zum Testen freigegeben, Coinomi ist angeblich am finalen Testing und die offizielle GUI wird mit dem 0.14 Release auch tatsächlich nutzbar.
    Für eine Micropayment/Tipping-Funktion bräuchte man eigentlich nur noch ein Browser-Plugin/Wallet aber mit MyMonero (oder deren offener Codebase) dürfte auch das kein Problem sein, da alles ohnehin per JavaScript lauffähig ist. Brave hat da schon einen richtigen Ansatz…

    Das Problem ist viel eher der Mensch als (faules) Gewohnheitstier, wie man auch an den Zahlungsstatistiken Deines Buches sehen kann. Trotz zusätzlicher Gebühr nutzt man PayPal, die die eigenen Daten fröhlich mit mehr als 600 Unternehmen teilen: https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/ua/third-parties-list-prev
    Das ist bei einem Bitcoin Buch in meinen Augen an Absurdität kaum zu übertreffen, zumal es nach 10 Jahren nun wirklich gute Wallets gibt und Transaktionsgebühren derzeit sehr niedrig sind.

    Aber wenn man sich Statistiken bei gängigen OnlineShops in Deutschland ansieht, die PayPal, Kreditkarte direkt oder Giropay/Sofort anbieten, ist meistens ersteres mit Abstand vorne. Logisch, praktisch 1-Click ohne etwas eintippen zu müssen, wohingegen man die Kreditkarte erst raussuchen, ewig lange Zahlenreihen abtippen muss, wonach man noch eine Tan per App/SMS bekommt, die man wieder eingeben muss. Das Ziel für alle Kryptowährungen müsste sein, so einfach wie PayPal zu werden, dann klappts auch mit der Adoption. Weder PayPal noch Kreditkarten / Banken können gebührentechnisch langfristig mit Kryptowährungen konkurrieren, vor allem nicht für Micropayments.

    • name required // 5. Februar 2019 um 11:26 // Antwort

      „Auf die Gefahr hin, wieder beschimpft zu werden…“

      Bitte lass dich nicht davon abhalten deine interessanten Kommentare hier zu veröffentlichen.
      Gerade der stetige Bezug zu Monero finde ich sehr interessant.
      Er gibt meistens interessante Einblicke wie sich die Währungen und ihre Communities unterscheiden oder ähneln.
      Tellerand und so.

    • Das ist ja überraschend 🙂

      Was spricht gegen Monero?

      Erstens, Monero skaliert wahnsinnig schlecht. Habe das neulich wieder gemerkt, als ich Stunden gebraucht habe, um 3 Prozent Blockchain zu synchronisieren.

      Zweitens, Monero ist intransparent. Das bedeutet für Anwendungen, bei denen es nicht um Intransparenz geht, dass sie schwieriger umzusetzen und zu benutzen sind.

      • Und genau dann kommt Bitcoin und löst das Problem, second layer solution unso

      • Erstens, Monero skaliert wahnsinnig schlecht. Habe das neulich wieder gemerkt, als ich Stunden gebraucht habe, um 3 Prozent Blockchain zu synchronisieren.

        Das waren dann um die 55.000 Blöcke mit entsprechend vielen Transaktionen und auf einem VPS kann die Verifikation in der Tat länger benötgen, aber Stunden ist seltsam, denn ein Rock64 (ähnlich Raspberry Pi) mit 1GB Ram benötigt für die gesamte Blockchain etwa 36 Stunden: https://monerobox.store/demo/ – mit 2GB Ram sind es nur noch unter 24 Stunden, mehr bringt kaum signifikante Sprünge. Übrigens kommt im April endlich Pruning für Full Nodes, welches unnötige Daten von 7/8 der Blockchain löscht und nur die UTXO übrig lässt. Das bedeutet eine Platzeinsparung von ca. 70% für Full Nodes, die es aktivieren und trotzdem können sie für den Sync vom letzten Achtel der Blockchain genutzt werden, für einen Node, der z.B. die letzten drei Monate offline war. Für den Grundsync werden Archivnodes benötigt die wohl Enthusiasten oder Unternehmen stellen werden, aber 99% der Synching Aktivität spielen sich in den letzten 10% der Blöcke ab: https://github.com/monero-project/monero/pull/4843

        Zur Intransparenz muss man in der Tat sagen, dass man nicht einfach eine Block Explorer API abfragen kann und für nicht-Entwickler ist das durchaus ein Problem, aber ein Remote Node synct selbst bei langer Inaktivität binnen Sekunden bis 2 Minuten (kann man mit oben genannten Mobile Wallets ausprobieren) und leakt weder die eigene Balance noch an wen Transaktionen gesendet werden. Lediglich die eigene IP wird an den Remote Node geleakt (falls kein VPN/TOR/I2P) und dass eine Transaktion verschickt wurde. Fertigen Code in gängigen Sprachen oder sogar fertige Integrationen in WordPress/Woocommerce oder andere Shopsysteme gibt es auch auf Github.

        @nix
        2nd Layer Solutions sind auf Monero genauso möglich, auch LN und Sidechains – allerdings gibt es noch keinen Druck, diese zu entwickeln, man konzentriert sich darauf, den Base Layer zu optimieren (eine Tx ist immer noch bis zu 8x größer als eine vergleichbare Bitcoin Tx) und die Privacy weiter zu verbessern. Es gibt einfach zu viele Dinge, die man für eine möglichst perfekte Privatsphäre beachten muss, so werden unverschlüsselte Payment IDs (die noch kaum jemand nutzt) wohl schon im April abgeschafft, verschlüsselte wahrscheinlich im nächsten Protokollupgrade. Eine Transaktion soll auf der Blockchain möglichst jeder anderen gleichen. Auch Timing Attacken sind ein Thema, welches aber dann sehr ins Detail geht und für die wenigsten Anwendungsfälle relevant sein dürfte.

        Der Schweizer Crypto-ATM Anbieter Bity unterstützt übrigens interessanterweise neben BTC und ETH nur XMR gegen Euro oder Fränkli, ganz ohne Verifikation (bis 5.000 CHF pro Transaktion)… https://blog.bity.com/2018/12/04/buy-xmr-with-cash-crypto-atms/
        Das selbe übrigens in Tschechien, wo nach und nach die meisten Bitcoin ATMs um Monero erweitert werden.

  4. Mein erster Gedanke: Traurig, dass die Vorkommnisse in der Bitcoin-Familie dazu geführt haben, dass jetzt die „falsche“ Währung hier zum Einsatz kommt. Ich gebe offen zu: Ich hoffe, dass das Experiment für Springer misslingt, damit Bitcoin* irgendwann zum Einsatz kommen kann, wenn es reif ist.

    Ripple und Stellar machen als Weltwährung doch keinen Sinn. Das kann nur eine dezentrale Blockchain sein.

    Ich muss auch sagen, dass BCH und SV aktuell nicht gerade Glaubwürdigkeit ausstrahlen. Ich befürchte, es muss noch einige Zeit vergehen und es müssen positive News kommen, bis sich große Unternehmen wieder trauen.

    Bitcoin kann man ja sowieso vergessen für solche Zwecke wegen der nicht ausreichenden Kapazität (auch für LN nicht ausreichend).

  5. Harry Krojer // 5. Februar 2019 um 16:16 // Antwort

    In meinen Augen wird kein Weg an IOTA vorbeiführen. Die Tatsache, dass es keine Gebühren für Transaktionen gibt, prädestiniert IOTA für Mikrotransaktionen.
    Sehr hoffnungsvoll stimmt mich ein Beitrag der IOTA-Foundation, der endlich den Weg andeutet, wie der Koordinator abgeschafft werden kann:
    https://blog.iota.org/whos-in-who-s-out-a-rate-control-algorithm-for-the-tangle-c7b5ecf85677
    Das ist in meinen Augen das Puzzlestück, das IOTA noch fehlt. Nur die Details müssen wohl noch ausgearbeitet werden.

    • Die Tatsache, dass es keine Gebühren für Transaktionen gibt, prädestiniert IOTA für Mikrotransaktionen.

      Gerade bei IOTA mit seinen unnötig aufgeblähten Transaktionen von 2KB ist das feeless Modell ziemlich abenteuerlich, denn Bandbreite zur Synchronisierung ist der Flaschenhals aller Distributed Ledger. Mit identischer Bandbreite kann ein IOTA Full Node eben nur 10% der Transaktionen eines Bitcoin Full Nodes synchronisieren.

      Danke für den Link, das ist in der Tat der interessanteste Artikel, den ich bei IOTA seit langem gelesen habe! Allerdings ist das bisher nur eine vage beschriebene Idee und ich sehe da noch etliche Hürden, wenn IOTA nicht nur für Micropayments taugen soll. Wenn IOTA Millionen Transaktionen verarbeiten will, wird es kaum Nodes geben, die das gesamte Netzwerk synchronisieren und müssen daher anderen Nodes vertrauen, was ja auch die Grundaussage des Aritkels ist. Zum einen wäre da der „schwer“ aufzubauende Trust, den man verliert, wenn man im Falle eines Betrugs erwischt wird, sofort verliert. Das kann zu False-Positives führen, wenn ein Node selbst nur seine Subtangle nicht ganz synchronisiert hat und könnte zu einem großen Angriffsvektor werden, um vertrauenswürdigen Nodes das Vertrauen zu zerstören. Zum Anderen ist es nur eine Frage der Abwägung, wie „teuer“ der Aufbau von Trust wirklich ist und im Vergleich dazu, ab welchem Betrag ein offenkundiger Betrug sich lohnt, bis er dann irgendwann bemerkt wird und man den Trust von vorne aufbauen muss (aber der Double-Spend schon erfolgreich durchgeführt und jemand geschädigt wurde).

      Die Dezentralisierung von IOTA bleibt nach wie vor eine Utopie, bis man wirklich nachhaltige Modelle und auch Umsetzungen dazu vorlegen kann. Bis dahin ist der Coo die einzige Autorität, der man folgen kann (und muss), wenn man nicht zum Opfer eines Betrugs werden will. Eine Transaktion bei IOTA ist erst gültig, wenn sie durch den Coo bestätigt wurde. Das ist für Micropayments durchaus ausreichend, denn selbst wenn die Transaktion letzten Endes nicht bestätigt wird, entsteht kein großer Schaden. Merchants und Exchanges können allerdings nur dem Coo vertrauen und dieser single Point of Failure skaliert eben nicht unendlich und ist nicht zensurresistent. Also alles nicht, was Bitcoin eigentlich verändern wollte…

      • Ich find’s echt klasse, dass ich unterwegs Kommentare lese und mir denke „Das kann man nicht so stehen lassen.“ und wenn ich nach hause komme, sehe ich, dass die „Arbeit“ bereits von Paul Janowitz erledigt wurde. Spitze! 🙂

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