WBTC macht Ethereum zur Sidechain von Bitcoin

Seilbahn. Bild von Helge Thomas via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Am 30. Januar begann WBTC, Bitcoins auf die Ethereum-Blockchain zu bringen. Die „Wrapped Bitcoins“ werden durch den Treuhänder BitGo gestützt und sollen Bitcoins Liquidität auf die dezentralen Märkte von Ethereum bringen. Mittlerweile wurden bereits 72,4 WBTC geschaffen.

Während alle Welt einen neuen Stablecoin auf Basis von Fiat-Geld schafft, haben BitGo und seine Partner nun Bitcoin zum Stablecoin der Ethereum-Blockchain gemacht: Die Wallet-Firma verwahrt eine bestimmte Anzahl an Bitcoins in ihren digitalen Tresoren und erzeugt dieselbe Anzahl an „Wrapped Bitcoins“ als Token auf der Ethereum-Plattform. Und schon wird es möglich, ein Token auf Ethereum zu benutzen, das den Wert von Bitcoin repräsentiert – und mit dem man auf den „dezentralen Marktplätzen“ von Ethereum handeln oder jeden beliebigen Smart Contract benutzen kann, auf den man Lust hat.

Das Projekt wurde bereits im Oktober 2018 angekündigt – wir haben ausführlich darüber berichtet -, ging aber nun, am 30. Januar, live. Der Erfolg lässt sich sehen: In den wenigen Tagen wurden bereits 72,4 Bitcoins in WBTC übersetzt. Die WBTC genießen neben BitGo, das als Treuhänder fungiert, die Unterstützung zahlreicher Startups und Projekte aus dem Ethereum-Raum. Acht Händler übernehmen derzeit den Wechsel zwischen BTC und WBTC: AirSwap, Dharma, ETHfinex, GOPAX, Kyber Network, Prycto, Ren und Set Protocol. Auf etwa IDEX kann man die WBTC gegen eine Vielzahl an Token tauschen; das Handelsvolumen ist derzeit allerdings noch verschwindend gering.

Die Kernidee ist, das beste aus den beiden Welten zusammenzubringen: Die Smart Contracts von Ethereum, und die relative Wertbeständigkeit von Bitcoin. Im Grunde schafft WBTC das, was so viele schon so lange versuchen: Eine Sidechain für Bitcoins aufzubauen. Blockstreams Liquid, RSKs Rootstock, Paul Sztorks Drivechain – diese Projekte versuchen, Bitcoins auf eine Sidechain zu transportieren, wo man sie überweisen kann, ohne dass dies auf die Bitcoin-Blockchain zurückfällt. Während diese Projekte alle daran aufbauen, eine eigene Blockchain aufzubauen, um sie als Sidechain zu benutzen, nehmen BitGo und seine Partner eine Abkürzung: Anstatt die Blockchain neu zu erfinden, legen sie die Bitcoins als Token auf die Ethereum-Blockchain. Das Konzept ist einfach, hat denselben Effekt – und es baut auf den bestehenden Netzwerkeffekten von Ethereum auf. Das ERC20-Token-Format hat zwar seine Schwächen, ist aber weithin etabliert, was hier vermutlich am wichtigsten sein dürfte.

Bis jetzt hat der Smart Contract für die WBTC gut 700 Transaktionen ausgeführt. Diese darf man zu den „Second Layer“-Transaktionen zählen, die derzeit (vor allem mit Lightning) beginnen, die Bitcoin-Mainchain zu ergänzen.

Über Christoph Bergmann (1543 Beiträge)
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