Bitcoin Hashrate fällt. Netzwerk macht weiter wie bisher.

Bergmann aus Bolivien. Bild von "M M" via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Die Hashrate von Bitcoin ist in diesem Monat bereits um mehr als 40 Prozent gefallen. Das Netzwerk bleibt davon unberührt – offenbart aber einen sehr bedenklichen Trend der abnehmenden Nutzung und Nutzbarkeit.

Die Hashrate von Bitcoin ist gestern erneut um 16 Prozent gesunken. Dieser Begriff meint die Anzahl an Hash-Operationen, die die Miner am Tag produzieren, um gültige Blöcke zu finden. Damit ist diese Rate seit Anfang März um beinah 45 Prozent gesunken.

Nachdem die Hashrate Anfang März ein Allzeithoch erreicht hat, ist sie rapide eingebrochen. Quelle: Blockchain.com

An sich ist dies der normale Lauf der Dinge. Die Miner investieren in neue Mining-Chips und in Energie, um dadurch Bitcoin-Blöcke zu finden und die Belohnung durch den Block-Reward zu erhalten. Wenn nun der Bitcoin-Preis sinkt, sinkt auch die Belohnung der Miner. Das Mining wird weniger lukrativ, und die Miner schalten ihre Maschinen aus. Der Fall war heftig, folgte aber lediglich dem ebenso heftigen Fall des Preises.

Allerdings hat das Sinken der Hashrate auch Folgen für das Netzwerk. Je weniger Hashes die Miner produzieren, desto länger dauert es, bis sie einen neuen Block finden. Dadurch erhöht sich das Intervall zwischen den Blöcken. Das Netzwerk wird langsamer, die Kapazität sinkt – zumindest vorübergehend, bis sich die Schwierigkeit des Minings wieder anpasst.

Wer gestern Nacht versucht hat, eine Bitcoin-Transaktion zu senden, dürfte dies miterlebt haben: Die Gebühren haben sich sprunghaft erhöht, und selbst wer sehr viel mehr bezahlt hat als noch am Nachmittag, durfte zuweilen lange warten, bis es die Transaktion in einen Block geschafft hat.

So plötzlich, wie er entstanden ist, hat sich der Stau auf der Blockchain auch schon wieder gelegt. Heute schafft es wieder fast jede Transaktion mit sehr geringen Gebühren in einen Block. Das System reguliert sich offenbar selbst. Das ist die gute Nachricht.

Das Schlechteste aus allen Welten

Allerdings zeigen sich bei genauerer Betrachtung einige unangenehme Nebenwirkungen. Man könnte sagen, wir bekommen das Schlechteste aus allen Welten.

Die Anzahl der täglichen Transaktionen sinkt. Daher hat sich der Stau im MemPool so schnell gelegt. Weniger Leute benutzen Bitcoin. Mit weniger als 260.000 täglichen Transaktionen im Wochenschnitt setzt dieser Wert einen Abwärtstrend seit Mai 2019 fort, ist auf einem 12-Monats-Tief angelangt und auf demselben Stand wie Mitte 2017. Dass sich die Situation über Nacht wieder normalisiert hat, ist eine Folge eines sehr ungünstigen Trends. Das ist die erste schlechte Nachricht.

Die Anzahl der täglichen Transaktionen nach Blockchain.com.

Die zweite schlechte Nachricht ist, dass sich die Nutzererfahrunug trotz der abnehmenden Nutzung verschlechtert. Das ist die zweite schlechte Nachricht. Wer gestern Nacht eine Transaktion abgesendet hat, musste gut einen Euro bezahlen, um eine Chance zu haben, es in den nächsten Block zu schaffen. Solche plötzlich ansteigenden Gebühren, verbunden mit oft quälend langen Wartezeiten bis zur Bestätigung, sind keine Seltenheit, sondern geschehen alle paar Wochen.

Für die User sind solche Unannehmlichkeiten schwer zu erklären. Sie sind zudem kaum vorausberechenbar, was Bitcoin als Zahlungsmittel herabstuft. Stellen Sie sich vor, Ihre Kreditkarten-Gebühren steigen aus heiterem Himmel sprunghaft an. Wer unvorbereitet in einen solchen Gebührenschub hineingerät, wird eine extrem schlechte Nutzererfahrung mitnehmen und Bitcoin als Zahlungsmittel vielleicht abschreiben.

Der MemPool in Megabyte. Dass er wie gestern Nacht anschwill ist keine Seltenheit. Quelle: Jochen Hoeneckes MemPool Visualierung

Verantwortlich für diese Stagnation der Nutzung und Verschlechterung der User-Erfahrung ist das Blocksize-Limit, das mit 1-1,5 Megabyte dafür sorgt, dass Bitcoin eigentlich fortlaufend am Kapazitätslimit operiert. Die ökonomische Idee dahinter ist, dass es einen „Gebührenmarkt“ braucht, der das Einkommen der Miner langfristig gewährleistet.

Allerdings funktioniert dieser Plan offenbar nicht. Das ist die dritte schlechte Nachricht. Der Preis, den man bezahlt – die Verschlechterung der Nutzererfahrung und die Stagnation der täglichen Transaktionen – resultiert nicht im gewünschten Ergebnis.

Die Gebühren der Miner haben sich im Lauf der letzten Jahre nicht wirklich erhöht. Sie sind sogar auf einem tieferen Stand als 2017. Zwar gibt es gelegentliche Spitzen, die allerdings so zufällig auftreten, dass sie für die Miner kein berechenbares Einkommen bieten.

Die Einnahmen der Miner aus Gebühren nach Blockchain.com.

Sobald es eine solche Spitze gibt, entscheiden sich die Nutzer offenbar zu einem großen Teil, Bitcoin nicht mehr zu benutzen – daher die abnehmende Nutzung – oder sie mit geringen Gebühren auszusitzen. Die Folge ist, dass die Gebühren nach nur kurzer Zeit wieder auf ein normales, eher geringes, Niveau zurückfallen. Auch in dieser Metrik ist Bitcoin zurück auf den Stand Mitte 2017 gefallen. Der „Gebührenmarkt“ trägt somit kaum etwas zum Einkommen der Miner bei – verschlechtert aber die Nutzererfahrung massiv.

Man kann also feststellen, dass Bitcoin den Fall der Hashrate gut überstanden hat. Allerdings zeigt sich in ihm ein genereller Trend der abnehmenden Nutzung und Nutzbarkeit des Netzwerks.

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28 Kommentare zu Bitcoin Hashrate fällt. Netzwerk macht weiter wie bisher.

  1. Was wollen Sie mit diesem Beitrag sagen ? Angebot und Nachfrage ? Ist das nicht bei allen Produkten so ?

  2. Also ich habe verstanden: das ganze System ist noch völlig unausgereift und wir haben Glück das schlechtes durch schlechtes kompensiert wird und die ganze Sache überhaupt noch funktioniert…

  3. Thomas Müllisch // 26. März 2020 um 17:15 // Antworten

    Die Layer 0 von Bitcoin ist keine Retail-Bezahl-Blockchain, war es nicht und wird es nie werden. Das haben Sie komplett falsch verstanden, Herr Bergmann! Das könnte man, wenn überhaupt, nur mit extrem großen Blockgrößen erreichen. Diese würden, wenn sie ausgenutzt würden, die Blockchain sehr schnell komplett zentralisieren. Das kann man mit einfachster Mathematik selbst herausfinden. Deswegen setzt Bitcoin für Retail-Zahlvorgänge auf weitere Schichten, die allerdings allesamt noch in der Entwicklung sind.

    Sollten Sie eigentlich alles wissen! Insofern ist der Artikel irgendwie eine PR für BCH und BSV ohne das Kind beim Namen zu nennen. Wir werden alle sehen, wie sich diese Blockchains entwickeln werden, falls sie mal ernsthaft genutzt werden …

    • Naja. In gewisser Weise sollte Bitcoin als Netzwerk für Transaktionen aber doch schon wachsen bzw. nutzerfreundlich sein, oder, mal abgesehen davon, wofür man es benutzt. Auch wenn man Bitcoins auf Börsen sendet, oder sie gegen Gutscheine eintauscht, ist es ungünstig, wenn sich die Nutzererfahrung verschlechtert, oder?

      • Thomas Müllisch // 27. März 2020 um 14:28 //

        Bei Krypto-Technologien geht es *langfristig* darum, ein neues weltweites Finanznetzwerk zu erstellen. Neben neuen, oft hochfrequenten Bezahlvorgängen im Internet sollen auch Milliarden Menschen dieses Netzwerk nutzen können. 10-100 Milliarden Transaktionen pro Tag sollten dann drin sein. Das auf einer Basislayer durchzuziehen ist unmöglich, weil schon allein die Blockchain im Petabyte-Bereich wachsen würde. Das ist chancenlos, selbst wenn die ganze Blockchain nur noch auf einem Server laufen würde, was sich selbst ad absurdum führt. Daher braucht man zwangsläufig darüber liegende Schichten.

        Jetzt darüber zu „jammern“, dass Bitcoin zwischendurch doch wenigstens einigen Wenigen ein paar preiswerte Bezahl-Transaktionen erlauben sollte, macht kaum Sinn. Blockvergrößerungen jetzt würden dem langfristigen Ziel nicht dienen und am Ende der Dezentralisierung schaden. Wäre es nicht viel besser, wenn die Blockchain in Größenbereichen bliebe, die eine Abspeicherung auf vielen Geräten, z.B. auch auf zukünftigen Smartphones ermöglicht? Dann könnte jeder sehr sicher und sehr schnell wichtige Transaktionen verifizieren und zwar nicht nur auf dieser Layer sondern auch Transaktionen auf darüberliegenden Ebenen!

        BCH und BSV haben nur deshalb noch keine spürbaren Probleme bekommen, weil sie kaum genutzt werden! Auch hat noch keiner ernsthaft versucht, dezentrale System durch die juristische Verfolgung einzelner auszuschalten. Mal sehen, wer dann noch übrig bleiben würde?

      • Naja, ist nicht ganz so einfach, selbst wenn man das Ziel hat „Blockchain = Settlement Layer, Lightning / Sidechains = Zahlungsmittel“ – was übrigens ein vorheriges P2P-Cash-System in ein Experiment ändert, das bis jetzt, nach mehreren Jahren, recht dürftige Ergebnisse hat -:

        Wenn keiner die Basis-Layer nutzt, um zu bezahlen, bzw. die Zahlungserfahrung fürchterlich ist, wird die Verbreitung von Bitcoin als Zahlungsmittel stocken / stagnieren / zurückgehen. Imho passiert das bereits. Ein User, der jetzt stinkenttäuscht ist, wird nicht plötzlich zurückkommen, weil jemand sagt „Jetzt, Layer-2“ (was auf absehbare Zeit übrigens eine sehr wenig komfortable Nutzererfahrung ist), und ein Händler wie Steam / Dell / Microsoft, der von der Erfahrung enttäuscht war, wird es sich dreimal überlegen, ob er noch mal was mit Bitcoin macht. Ich denke, eine gut funktionierende Layer-1 ist für die Verbreitung jeder Layer-2 die Grundvoraussetzung:

        „Hier, füge Lightning hinzu, für sofortige Bestätigung (weniger Volatilität) und geringere Gebühren deiner Kunden!“ anstatt „Hei, beim letzten Mal war’s nix, aber wir hätten da eine Idee …“. Oder: „Hei, Steam akzeptiert Bitcoin onchain, was gut funktioniert, aber möchtest du für deine millionen Tx am Tag nicht mal Lightning versuchen?“ anstatt „Hei, bei Steam hat es zwar nicht funktioniert, aber probier es doch für deine 1-millionen-tx-am-tag-Maschine aus“.

        Abgesehen davon leidet Lightning massiv unter einer schlechter funktionierenden Layer-1: Je höher die Onchain-Gebühren, desto höher die Mindestmenge an Satoshi, die man in einem Channel haben muss. Wie wäre die Nutzererfahrung, wenn du einen Channel hast, den du plötzlich nicht mehr schließen kannst, weil nicht mehr genügend Satoshi drin sind? Und, je höher die Onchain-Gebühren, desto höher die Kosten, um Liquidität zu rebalancieren. Folge: Entweder trocknet Liquidität aus (mehr LN-Zahlungen scheitern) oder die LN-Gebühren steigen selbst. Und, je länger L1-Zahlungen dauern, um bestätigt zu werden, desto länger dauert es, einen LN-Channel zu eröffnen („Hei, wir haben ein tolles Micropayment-System, du musst nur 2 Euro für Gebühren bezahlen, und dann kannst du in 3-18 Stunden anfangen!“). Wenn L1 instabiler und volatiler wird, wird auch LN instabiler und volatiler.

        > 10-100 Milliarden Transaktionen pro Tag sollten dann drin sein. Das auf einer Basislayer durchzuziehen ist unmöglich, weil schon allein die Blockchain im Petabyte-Bereich wachsen würde. Das ist chancenlos, selbst wenn die ganze Blockchain nur noch auf einem Server laufen würde

        Mal die Frage nach der Sinnhaftigkeit ausgelassen: Warum sollte es einem Server nicht möglich sein, Petabytes zu speichern? Was meinst du, wieviele Bytes Youtube oder ein mittelgroßer Internethoster wie Strato oder Namecheap speichern? Und was meinst du, was sie in 20 Jahren speichern können?

      • Paul Janowitz // 27. März 2020 um 16:02 //

        @Thomas Müllisch
        Bitte ein wenig out of the Box schauen…
        Wer hat gesagt, dass bei einem komplett dezentralen Netzwerk jeder Node alles speichern soll? Eine „einfache“ Vergrößerung der Blöcke ins Unendliche halte ich auch nicht für die Lösung, aber auf Layer1 kann man durchaus sehr gut skalieren und wir sind erst in den Anfängen der Forschung.

        Zum Beispiel mit Hashed Merkle Trees könnte man die Integrität prüfen, ohne die gesamte Chain und noch nichtmal die UTXO vorzuhalten.

        Bei genügender Anzahl von Full Nodes kann man diese auch „slicen“, Monero hat das kürzlich getan und ein „Pruned“ Node hält alle Key Images vor, die ungefähr UTXO bei Bitcoin entsprechen und zusätzlich einen von aktuell acht „Slices“ der gesamten Blockchain History. Bei Zig-Tausenden von Nodes können diese Slices entsprechend weiter gestückelt werden auf 1/128 oder noch kleiner. Diese Nodes helfen weiterhin beim Full Sync anderer Nodes, denn diese wissen welchen Slide side vorhalten und fragen nur diesen an. Bei 1/8 wie aktuell Monero braucht man für einen Full Sync eben mindestens 8 Pruned Nodes. Falls jemand einen kompletten Full Node betreiben will, weil er z.B. Zahlungsdienstleister ist oder eben Miner / Pool, dann kann er das trotzdem weiterhin und der Sync von Null ist kein Problem.

        Ich habe schon weiter unten ausgeführt, warum die 1MB Block Size auch ein Killer für jeden zweiten Layer ist, denn um das Netzwerk bei aktueller Sicherheit nach dem letzten Halving zu halten, müsste jede Initiierung und das Settlement eines Channels bei gleich bleibender Kaufkraft ca. 50 USD kosten. Es ist keine Lösung, dass man Lightning als diese verkauft, wenn sie es langfristig nicht sein kann, ohne den Base Layer weiterzuentwickeln.

        Bezüglich Ihrem BCH/BSV Bashing muss ich sagen, dass diese zumindest versuchen, den Layer1 irgendwie zu entwickeln, wohingegen BTC mit der puren Fokussierung auf Lightning scheinbar bereits in eine Sackgasse gefahren ist. Gibt aber zum Glück Liquid von Blockstream und darauf kann man BTC als Derivat nutzen und das funktioniert tatsächlich ganz gut, hat sogar Confidential Transactions, schnellere und größere Blöcke…

  4. trödelheini // 26. März 2020 um 17:39 // Antworten

    Ach Gottchen.

    Wenn hingegen jemand an einem Samstagmorgen eine Inlandsbanküberweisung durchführt, dann muss der Empfänger bis Dienstagnachmittag warten um über das Geld verfügen zu können. Oder man bezahlt Gebühren. Dafür brauchts nicht einmal Corona.

    Soll das besser sein?

  5. Danke für deinen Beitrag Christoph.

    Ich hab deinen Blog echt gern und weiß ja nicht ob du irgendwo liquidiert wurdest oder dir sonst eine Laus über die Leber gelaufen ist, aber warum du hier in das Horn der Schwarzmaler mit stoßen musst ist mir unklar.
    Wir sind gerade am Anfang der schlimmsten Kriese seit dem zweiten Weltkrieg. ich rede jetzt nicht vom Virus, sondern vom absoluten Wirtschaftlichen Stillstand WELTWEIT. ich betone das nicht umsonst: WELTWEIT! sowas hat es noch nie gegeben.

    Darüber und die Implikationen die das auf alle Bereiche unseres und des Crypto Lebens gibt könnte man z.b. Schreiben.

    Das in einer derartigen Situation nicht all zuviel auf der BTC blockchain passiert sollte wohl jedem Klar sein. Wenn alle Leute versuchen Ihre Jobs zu retten, Ihre Familien zu schützen und Klopapier zu Hamstern kommt Magic Internet Money auf der Prioritäten Liste wohl ganz ganz hinten.

    Gleichzeitig wird das Geld das wir zur Zeit benutzen und für das jeder von uns arbeitet auf Teufel komm raus gedruckt und der Wert vernichtet. Ich bin absolut dafür das Leute, die in dieser Situation Ihren Job verlieren und Ihre Familie ernähren müssen von der Allgemeinheit gerettet werden. Aber warum unbedingt der Aktien Markt, oder riesige Firmen die „too big to fail“ sind gerettet werden müssen und nicht die Arbeiter die dort beschäftigt sind ist auch zu hinterfragen. die Flugzeuge, die Fabriken, die Hangars von Boeing sind alle auch nach dem Konkurs nicht da, werden um Spottpreise an neue Unternehmen verkauft und ein neuer Wirtschaftszyklus kann gesund von vorne starten.
    Also meiner Meinung nach Menschen retten und nicht Aktienpakete.

    Bitcoin ist eine dezentrale Form des Geldes, eine alternative die uns die Chance gibt Souveränität über unser Geld zurückzuerlangen und ich sehe lang nichts das uns diese Chance sonst noch geben sollte.

    So, und jetzt deine drei „Cherry picked Charts“ im Kontext.

    Der Mempool hat nichts ausergewöhnliches gemacht wenn man rausgezoomt hat. Ganz normale Bewegungen:
    https://www.blockchain.com/en/charts/mempool-size?timespan=all

    Die Daily transactions sind auf hohem Niveau, und Fallen gerade ein bisschen.
    Diese Anzahl scheint sehr stark mit dem Preis zu korrelieren, wenn der Preis fällt gibts weniger Hype um Bitcoin. so ist das nun mal. Auch nichts besonderes.
    https://www.blockchain.com/charts/n-transactions?timespan=all

    Die Hashrate sinkt zurzeit, nachdem diese ja schon fast parabolisch ansteigt seit vielen Jahren:
    https://www.blockchain.com/en/charts/hash-rate?timespan=all

    Im Oktober 2018, als der Preis in etwa da war wo er gerade ist war die Hashrate nicht einmal halb so hoch.
    Das dies dauerhaft steigt bei gleichbleibenden oder sinkenden Preisen hat wohl niemand erwartet, und würde auch überhaupt nicht funktionieren da Minen ein knallhartes Geschäft ist.

    Ich würde also sagen ein Sturm im Wasserglas, für jemanden der wie du schon seit Jahren im BTC Space ist sowieso.

    Warten wir mal ab wo sich Bitcoin in einem Jahr bewegt, das ist der echte Test.

    • Nein, ich wurde nicht liquidiert, alles in Ordnung bei mir. Ich bin nur unzufrieden, dass die Aktivität auf der Blockchain in einer weltweiten Krise auf dem tiefsten Stand seit März 2019 ist, und die Zahlungserfahrung dennoch eher schlechter als besser wird. Hätte mir das vor ein paar Jahren anders vorgestellt.

      Aber mal zum Thema. Was meinst du, sind die wichtigsten Implikationen der Krise für unser Leben, über das es sich lohnt, hier zu schreiben?

  6. Paul Janowitz // 26. März 2020 um 18:49 // Antworten

    Das sind alles Effekte, die man absehen konnte, ich habe sie schon so oft wiederholt, dass es eigentlich jedem klar sein sollte, dass Bitcoin nicht funktioniert, wenn man es nicht grundlegend verändert und starr an irgendwelchen Ideologien festhält. Bitcoin ist weder digitales Bargeld noch digitales Gold, was dann? Ernst gemeinte Frage.

    Ich hab heute ausgiebig mit einem Bekannten telefoniert, der mir bereits sagte, nach dem Crash müsste man das Experiment eigentlich als gescheitert ansehen, denn mit dem Crash aller anderen Assets (außer Gold) ist Bitcoin am heftigsten gecrasht und das Ziel eines krisensicheren Geldes / Assets, der im Genesis Block dein Bailout der Banken zitiert, wurde eindeutig verfehlt. Wenn man sich nicht verändert, dann ist es aus meiner Sicht nur noch Spekulationsobjekt wie eine Briefmarke oder Kunst.

    Die Hashrate von Bitcoin ist in diesem Monat bereits um mehr als 40 Prozent gefallen. Das Netzwerk bleibt davon unberührt

    Die Sicherheit bzw. die Investition eines potenziellen Angriffs ist um eben diese 40% gesunken, wahrscheinlich noch deutlich tiefer, da die ASICs verscherbelt werden dürften. Bitcoin wurde immer als „das sicherste“ Netzwerk angepriesen und viele waren euphorisch über jede Steigerung der Hashrate… Generell werden kleinere Miner ausgeblutet und die größten können sich halten, das sieht man aktuell schon leicht an der Pool Verteilung, wenn man die letzten 24 Stunden im Vergleich zu 1 Monat ansieht.

    Das Netzwerk wird langsamer, die Kapazität sinkt – zumindest vorübergehend, bis sich die Schwierigkeit des Minings wieder anpasst.

    Auch die Anpassung der Schwierigkeit nur alle 2016 Blöcke habe ich hier schon kritisiert und eine dynamischere Lösung gefordert, bei Monero ist es z.B. jeden Block und der Median der letzten 100 Blöcke wird berechnet. Da die Hashrate bei einem dezentralen Netzwerk nicht von einem Block auf den nächsten um die Hälfte einbricht oder sich verdoppelt, hat man stets eine viel realere Difficulty und sie ist beim Crash mittlerweile um 18% gefallen, nur leicht verschoben mit der Hashrate. Das verhindert auch, dass profitorientierte große Miner ständig switchen, weil sie die niedrige oder hohe Difficulty im Vergleich zur realen Hashrate für sich ausnutzen können und Blöcke dadurch deutlich schneller oder langsamer erscheinen.

    Wer unvorbereitet in einen solchen Gebührenschub hineingerät, wird eine extrem schlechte Nutzererfahrung mitnehmen und Bitcoin als Zahlungsmittel vielleicht abschreiben.

    Die meisten Maxis sehen in Bitcoin ja kein Zahlungsmittel mehr, gleich die Überschrift im Whitepaper wird ignoriert und man hat geswitcht zu „digitales Gold“, nur gilt das eben spätestens seit dem Crash nicht. Das wird auch am XAU/BTC Chart sichtbar…

    Die ökonomische Idee dahinter ist, dass es einen „Gebührenmarkt“ braucht, der das Einkommen der Miner langfristig gewährleistet.

    Gebühren machen aktuell nur ca. 3% des Rewards eines Miners aus, sollen aber schließlich bei 21 Millionen BTC komplett übernehmen und werden immer unberechenbarer, denn die Konstante fällt mit jedem Halving und der Reward wird dann mit oder ohne hochpreisige Transaktionen fluktuieren. Auch das 21 Millionen Limit ist heilig und wenn man das in Frage stellt und z.B. sagt, dass der Block Reward bei irgendeinem der Halvings final ist und z.b. bei 3,125 BTC pro Block und die Inflation wäre bereits dann bei unter 1% jährlich. Mit jedem Jahr und mehr Bitcoins würde die prozentuale Rate entsprechend fallen, aktuell ist sie mit mehreren Prozent deutlich höher und irgendwie kein Problem.

    Mein Fazit: Wenn Bitcoiner nicht mal über den Tellerrand schauen und nicht versuchen, Bitcoin als unveränderbare Religion zu sehen, ist das Experiment in der Tat gescheitert. Ein Luke DashJr passt da perfekt ins Bild, die katholische Kirche ist ähnlich reformfreudig.

  7. Danke für deinen Beitrag quintall !!

  8. Vielen Dank für diese realistische Einschätzung zu BTC. Es ist sicher nur eine Frage der Zeit bis auch die letzten, von Blockstream geblendeten Idealisten, erkennen, dass BTC in Zukunft immer mehr an Relevanz verliert und Bitcoins Vermächtnis in BSV weiter lebt.

  9. Hey Christoph, du hast ja mittlerweile sogar eine Fangruppe auf Telegram.
    t.me/einundzwanzigpodcast

  10. @paul

    „… nach dem Crash müsste man das Experiment eigentlich als gescheitert ansehen, denn mit dem Crash aller anderen Assets (außer Gold) ist Bitcoin am heftigsten gecrasht…“

    Wenn ich meine vor 6 Jahren gekauften Aktien mit den vor 6 Jahren gekauften btc gegenüberstelle und diese nach dem aktuellen Crash vergleiche, stehen die BTC trotzdem noch deutlich besser da. DEUTLICH

    • Paul Janowitz // 27. März 2020 um 17:59 // Antworten

      Guter Punkt, die Frage stellt sich immer nach dem Einstiegspunkt und jemand, der Ende 2017 bei BTC und dem DAX eingestiegen ist, wird anderer Meinung sein, auch wenn er trotzdem im Verlust ist. Wenn Bitcoin jetzt „Digitales Gold“ (was ich übrigens für bescheuert halte) sein will, dann dürfte es nie so stark und schnell crashen, man schaue sich nur die Goldpreise der letzten 10 Jahre oder mehr an, es gab wohl nie einen Crash um mehr als 10% binnen 24 Stunden.

      Ich teile seine Meinung (noch) nicht und habe noch Hoffnung, dass manche endlich aufwachen und erkennen, dass ein technisch nicht mehr weiterentwickelter Bitcoin irgendwie alle seine angeblichen Daseinsberechtigungen verliert und zum reinen Spekulationsobjekt wird, welches von großen Taschen beliebig manipuliert werden kann. Bitcoin konnte sein Transaktionsvolumen Ende 2017 nicht stemmen und könnte dieses heute exakt genauso wenig. Lightning für den Kaffee um die Ecke hilft da nichts…

      Wenn ich Gambling will, gehe ich ins Kasino, das war sicher nicht der Grund, warum ich mich bei Kryptowährungen seit 8 Jahren engagiere.

      • Ich finde, Bitcoin hat bisher eine ganz gute Entwicklung aus dem Nichts hingelegt. Klar vergleicht man Bitcoin mit anderen Assets. Aber warum? Vielleicht kann man es ja als etwas neues ansehen mit eigenen Vorteilen aber auch Nachteilen. Die Industrie und der Markt dafür entwickeln sich weiter. Klar gibt es aktuell viele Schwachpunkte. Aber immer und immer nur auf diesen rumreiten…. *gähn* ich glaube es mangelt einfach nur sinnvollen Inhalten um einen Blog oder Cryptonews-Webseite für Google möglichst attraktiv zu halten. Vllt macht Christoph es auch ganz bewusst, um mit kontroversen Themen die Besucherzahlen zu steigern.

        Corona macht es ganz gut. Wir schalten, wenn auch ungewollt, alle mal einen Gang runter und haben die Möglichkeit bekommen uns auf wesentliche Dinge zu konzentrieren.

        In diesem Sinne: bleibt gesund und keine Panik Leute 🙂

      • Hehe, bloggen macht nur Spaß, wenn es auch Kommentare gibt, und wie es aussieht, lockt das alte Thema weiterhin viele Kommentare an. Ich wünschte mir, es wäre auch bei anderen Themen so … aber an sich war das keine Absicht. Ich habe mir die Hashrate angeschaut, dann den MemPool, und mich dann gefragt, wie es sein kann, dass der MemPool so schnell leer wurde …

  11. Was hier diskutiert wird ist ja schön und gut, birgt aber stark der Gefahr einer Echokammer. Wenn man sich die Bitcoin Dominanz anschaut, sieht man doch deutlich welcher Coin das größte Vertrauen besitzt und den anderen Coins als überlegen angesehen wird. Die Mehrheit scheint also eher nicht zu einer ähnlichen Schlussfolgerungen zu gelangen, wie hier im Artikel oder den Kommentaren dargestellt.

    • Hei Simon. Die Gefahr einer Echokammer ist natürlich immer gegeben, gerade, weil Leser das Blog ansteuern, das ihrer eigenen Meinung am weitesten entspricht. Aber wenn ich mir die Diskussion zu diesem Artikel anschaue, sehe ich nicht, dass sich alle einig sind.

    • Paul Janowitz // 28. März 2020 um 13:21 // Antworten

      Die Echokammer ist eher Bitcoin selbst (Stichwort Netzwerkeffekt als First-Mover), die Dominanz ist aus meiner Sicht nur noch damit erklärbar, dass wenn Krypto mal in den Medien vorkommt, ist es Bitcoin und für die meisten ist Krypto = Bitcoin. Ich vermute mal, 99% aller User „Investoren“ verstehen gar nicht das Konzept hinter Bitcoin außer vielleicht noch, dass es maximal 21 Millionen geben wird und dass es da Rechenzentren gibt, die Transaktionen bestätigen und dafür neue Coins bekommen.

      Müssen sie auch nicht. Denn die Entwickler wären gefragt, ein Geld zu schaffen, das wirklich funktioniert. Lightning ist bei der aktuellen Verständnislage bei Bitcoin eigentlich ein Schuss ins eigene Knie, denn ich würde behaupten, dass ich nicht Mal alle Edge Cases davon kenne. Ich habe mich auch nicht eindringlich mit allen technischen Details auseinandergesetzt wie bei Bitcoin selbst, weil es heutzutage einfach irrelevant ist, wenn der Base Layer eine Skalierbarkeit auf einem nächsten Layer verhindert, dazu reicht einfache Mathematik. Aber abseits von meiner Meinung von Lightning, erkläre einem neuen User Channels Eröffnung, Fees dafür, Channel Routing, Closing etc. denn selbst wenn man ein wirklich tolles Wallet bauen würde, welches das alles im Hintergrund macht, werden dem User immer andere Fees dafür berechnet (es sei denn man macht es Custodial und der Anbieter übernimmt das Risiko und die Coins liegen bei ihm, toll).

      Die Logik vom digitalen Gold wurde auch heute Nacht schön unterwandert, Trump flutet 2(+4) Billionen (nicht US billions, trillions) frisches Geld auf den Markt und was macht Bitcoin? -7%. Dabei müsste jedem klar sein, was die Geldflut bedeutet, ich hab mir die ganze Rede gegeben und da kommen dinge vor „It’s our money, we can do with it whatever is needed.“. In Relation zur gesamten US-Dollar Geldmenge M2 von bisher ca. 15 Billionen sind die 2 Billionen 13%, die Geldmenge M3 wird (wohl aus Gründen) seit 2006 nicht mehr veröffentlicht und vermutlich sind die zusätzlichen 4 Billionen dort zu verbuchen, das ging aus Trumps Rede nicht hervor.

      Meine Frage steht immer noch im Raum: Was ist Bitcoin bzw. was soll es sein?

      @Christoph sonst bitte Mal in eine Deiner nächsten Umfragen einbauen, was Bitcoin für den Teilnehmer ist…

  12. @paul
    „ Was ist Bitcoin bzw. was soll es sein?“

    Du erzählst echt viel und machst gut deutlich, wie lange du dabei bist und alles verstehst. Darauf beruhend muss man dir glauben, dass Bitcoin etc alles Quatsch ist. Das erinnert mich an die Menschen, die früher gesagt haben: E-Mails sind technisch zu kompliziert (mit Erklärung warum dem so ist) für die Masse. E-Mails werden nie massentauglich!

    Lass die Dinge sich doch entwickeln. Oder, wenn du technisch so versiert bist, mache doch beim Bitcoin als Entwickler mit und bring das Ding endlich nach vorne. Oder, falls du sagst, dass ist eh alles für die Mülltonne, mache selbst einen Coin.

    • Paul Janowitz // 28. März 2020 um 23:12 // Antworten

      Tatsächlich sind E-Mails für die Mülltonne, denn es sind nicht mehr und nicht weniger Postkarten, auf denen Du den gesamten Inhalt mit Anhang jedem interessierten und versierten Angreifer ohne irgendeine Verschlüsselung zur Verfügung stellst.

      Wird es weiter genutzt? Ja. Ist aber skalierbar… Warum wirds genutzt? Weil es mittlerweile (vllt. seit ca. 20 Jahren) einfach ist, in den Anfängen musste man das auch noch per Telnet im cmd/konsole und das habe ich damals tatsächlich auch gemacht.

      Ist das Protokoll gut? Nein. Eher katastrophal, denn es leakt eigentlich alle Metadaten, die es leaken könnte und es ist sehr anfällig auf Spam und wer einen Mailserver betrieben hat, weiß wie kompliziert die ganzen aufgesetzten 2nd Layer „Lösungen“ sind wie Greylisting, DKIM, Reverse-DNS und Co. in der Anwendung sind und wie viele Fehler dabei passieren.

      Kann man per E-Mail privat kommunizieren? Nein. Selbst PGP/GPG kann nur den Message Body verschlüsseln (Betreff geht in manchen Implementierungen, die aber kein Standard sind), die gesamten Meta-Daten bleiben erhalten.

      Und ja, leider bin ich weitergezogen und ärgere mich nicht mehr mit Maximalisten herum, die mir nicht zuhören wollen. Ich entwickle aktiv bei Monero mit und dort wird zu allen Entscheidungen für die Entwicklung ein Community Konsens gefunden, jeder kann sich einbringen. Natürlich zählt meine Stimme weniger als die eines Core Developers, der seit 2014 dabei war, aber sie bekommt Gehör und wird unter Umständen berücksichtigt. So sollte auch die diesjährige MoneroKon im Juni in Berlin stattfinden und wir hatten schon alles organisiert, aber leider hat Corona es gekreuzt und selbst als ich Anfang Februar noch weiterhin daran festgehalten habe, musste ich eingestehen, dass es nicht sinnvoll wäre, Leute aus der ganzen Welt einzufliegen und das Virus womöglich weiter zu verbreiten.

      Ich bin auch kein Investor, ich halte aus Sentiment noch wenige Satoshi und aus Überzeugung einige Monero. Ich bin eher wegen der Ideologie bei Krypto: Dezentrales Geld, so wie wir es schon zumindest mit dezentralen Dateien per IPFS (oder Torrent und den ganzen Protokollen davor) eigentlich gut geschafft haben. Cypherpunk!

      • Paul Janowitz // 29. März 2020 um 13:45 //

        Kurzer Anhang zu E-Mail: Private Kommunikation läuft zu über 90% längst über Messenger (die übrigens mittlerweile alle Ende-zu-Ende verschlüsselt sind), E-Mail ist ein Relikt aus alten Zeiten, weil das Protokoll sich so festgefahren hat und eine Weiterentwicklung ohne die Kompatibilität zu einer Masse von Clients zu verlieren, wäre nicht möglich. Es wird heutzutage hauptsächlich im B2B (ernsthafte Kommunikation dann PGP/GPG verschlüsselt) und B2C Bereich verwendet, um Kontakt mit dem Kunden aufzunehmen. Im B2C Bereich spielen aber auch Messenger eine immer größere Rolle, einfach weil dort die Kunden sind. Im B2B Bereich sind es Tools wie Slack oder hoffentlich Mattermost eine Rolle.

        Danke für das Beispiel E-Mail übrigens, denn daran ist sehr gut erkennbar, dass man Designschwächen im Protokoll nicht über Layer2 ausbügeln kann, wie z.B. sichere Kommunikation per E-Mail und Menschen nutzen bevorzugt Tools, die möglichst einfach zu bedienen sind (auch wenn mich die Whatsapp Dominanz stören mag, zumal proprietär).

  13. @paul
    🙂 du bist mir irgendwie sympathisch, da du meine Antwort stets freundlich reagierst.

    Ich glaube, du bist zu sehr Nerd oder so. Das meine ich aber nicht nachteilig, ich bewundere das eher und ich kenne auch den einen oder anderen Nerd. Jedoch ist die Denkweise bei Nerds oft zu technisch fokussiert und geht an der Masse einfach vorbei. Mails zb: Im Geschäftsbereich sind Mails das erste Kommunikationsmittel. Selbst unverschlüsselt.^^ Privat ist klar, da schreibt kaum jemand noch eine Mail. Aber auch hier juckts doch keine Sau, ob etwas Ende zu Ende verschlüsselt ist oder nicht. Datenschutz hat im privaten Bereich doch leider kaum Erfolg oder gar Interesse. Siehe den Erfolg von diesen smarten Lautsprechern.

    Also lieber Paul, was ich eigentlich sagen will: Theorie und Praxis sind zwei unterschiedliche Dinge. Da kannst du mit Statistiken und Zahlen jonglieren wie du willst. Daher sage es auch nochmal, lass die Dinge sich doch entwickeln. Wenn du bei XMR Gehör findest, sei zufrieden. Lass doch die Maximalisten einfach machen, ohne ständig den Finger hier zu heben.

    Naja aber eigentlich hast du recht. Leute wie dich gibts überall und Leute wie mich gibts auch überall. Insofern ist mein Gesabbel hier nicht besser. Ich bitte schonmal um Entschuldigung.

    🙂

    • Paul Janowitz // 30. März 2020 um 16:21 // Antworten

      Freut mich, dass ich Dir sympathisch bin, obwohl wir nicht einer Meinung sind, da gehört schon viel dazu. Sicher bin ich ein Nerd, vielleicht nicht ganz im klassischen Sinn, denn ich habe Familie, Freunde und (wenigen) Hobbies außerhalb von IT, aber ich nehme gerne an Kongressen wie dem jährlichen CCC Event teil. Das SMTP (E-Mail) Protokoll ist mir so geläufig, da es eines der ersten Protokolle war, welches ich selbst exploitet habe und mit dummen Mailbomben zu ISDN-Zeiten das Schulnetzwerk für 2 Wochen lahmgelegt habe und unser Informatik Lehrer konnte das Problem nicht lösen, bis er mir schließlich Admin Access gegeben hat und ich „durfte“ meinen Mitschülern Informatik lehren, während er regelmäßig Freistunden hatte…

      Natürlich interessiert sich (leider) kaum jemand um Privatsphäre, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Die Leute nutzen Whatsapp nur deswegen lieber, weil es einfacher ist als E-Mail, auch Gruppenunterhaltungen (kaum jemand kennt den Unterschied zwischen direkten Empfängern, CC und BCC) usw. aber es ist ein gutes Beispiel dafür, dass man die Technologie so zugänglich wie möglich machen muss, damit sie genutzt wird. Unberechenbare Bitcoin Fees oder gar Lightning sind alles andere als einleuchtend für den durchschnittlichen User.

      Ich würde es ja lassen, mich einzumischen, aber ich habe immer noch Sentiment zu Bitcoin und ich finde es persönlich schade, wie es sich (nicht)entwickelt. In der Blocksize Debatte war ich immer bemüht zu schlichten und einen Kompromiss zu finden, noch lange bevor es den ersten Split gab. Insbesondere stört es mich, wenn Giaccomo und seine Gang versuchen, z.B. Monero schlecht zu reden, obwohl sie keine Argumente vorzuweisen haben, das resultiert in der Diskussion z.B. auf Twitter darin, dass ich von diesen Maximalisten Extremisten geblockt wurde.

      Aber viele nicht religiös beschränkte Bitcoin Maximalisten erkennen nach und nach Monero an…

      „monero is one of the only if not the only altcoin that I don’t think is massively overpriced relative to Bitcoin“ – Greg Maxwell aka nullc

      Ich bin auch kein Monero Maximalist, ich würde es begrüßen, wenn Bitcoin weiterhin eine ähnliche oder zumindest irgendeine Dynamik in der Entwicklung hätte und würde mich gerne einbringen. Von mir aus vergleichbar mit Debian als stabiles Urgestein und Ubuntu oder Mint… Letztere bauen beide auf Ubuntu auf, aber sind reaktionsfreudiger als das Grundsystem und werden somit zum „Testnet“, Debian übernimmt die sinnvollsten Dinge dann 1-2 Jahre später. Bitcoin tut das nicht (mehr) und ist wahrscheinlich in der Open Source / Hacker Szene auch nicht wirklich beliebt, während Monero sowohl auf der Defcon ein eigenes Village als auch auf dem CCC-Kongress seit drei Jahren immer ein eigenes Assembly hat…

  14. Danke für diesen tollen Blog-Artikel. War sehr informativ für mich.

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