Tether migriert auf OMG-Sidechain, weil die Gebühren bei Ethereum immer weiter steigen

Stau. Bild von joiseyshowaa via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Nach Bitcoin hat nun auch Ethereum eine Sidechain: OMG. Und wie bei Bitcoin sind die Tether-Dollar einer der ersten großen Nutzer der Sidechain. Zeigt sich daran die Reife einer Blockchain?

Es mag strittig sein, ob die Tether-Dollar tatsächlich in vollem oder auch nur ausreichendem Umfang gedeckt sind. Weniger strittig dürfte sein, dass deren Herausgeber eine pragmatische technische Herangehensweise pflegen, die sie in den modernsten Blockchain-Technologien oft genug zu Early Adoptern machen. Nachdem Tether schon Mitte 2019 als eines der ersten Unternehmen die Liquid-Sidechain von Blockstream benutzt hat, wendet sich die Firma nun der OMG-Sidechain von Ethereum zu.

Die genauen technischen Hintergründe sind schwierig zu umreissen. Das Konzept der Plasma-Sidechains sollte eigentlich Ethereum mit verschiedenen anderen Blockchains verbinden, um das Netzwerk so zu skalieren. Das ursprüngliche Konzept wurde von Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin und Lightning-Miterfinder Joseph Poon verfasst und etwas später unter dem Titel „Plasma Cash“ verbessert. Allerdings meinen Beobachter, dass die Ethereum-Community Plasma Cash in einem halbfertigen Zustand fallen gelassen habe, um sich einem anderen Konzept namens Optimistic Rollup zuzuwenden. Dies ließ OMG, eine geplante Sidechain, die ursprünglich unter dem Titel „OmiseGo“ Token verkauft hatte, etwas alleine dastehen, um Plasma-basierte Sidechains zu entwickeln.

Am 1. Juni jedoch ging die OMG Sidechain dennoch live. Sie basiert auf dem „Proof of Authority“ Konsens-Mechanismus, bei dem die Blockchain durch die Reputation der beteiligten Nodes zu einem Konsens gelangt. Das dürfte dem ähneln, was Ripple macht oder IOTA plant. Mit dem Start der Sidechain geht nun einher, dass die Tether-Dollar auf diese migrieren können. Die Börse Bitfinex wird die Sidechain sofort für Ein- und Auszahlungen verwenden, Gespräche mit anderen Börsen seien bereits im Gange.

Die Skalierung von Blockchains wie von Bitcoin und Ethereum wird damit noch ein Stückchen komplizierter. Neben Lightning und Liquid gibt es nun mit OMG auch eine „L2“ für Ethereum. Klar hingegen ist, weshalb Tether diesen Weg geht: Weil die Gebühren auf Ethereum nun ebenfalls zu teuer geworden sind, um rasche Bestätigungen zu garantieren.

Steigende Gebühren bei Bitcoin und Ethereum

Sowohl bei Bitcoin als auch bei Ethereum ist es langfristig der Plan, dass sich die Blockchains vornehmlich durch Transaktionsgebühren sichern. Der Reward der Miner durch die Coinbase-Transaktion gilt als „Subvention“; nachhaltig wird ein Netzwerk erst wirtschaften, wenn die Miner diese nicht mehr brauchen. Bei Bitcoin wird diese Subvention Stück für Stück auslaufen, während es bei Ethereum geplant ist, sie mit einem niedrigen Satz, etwa ein Prozent im Jahr, für alle Zeiten fortzuführen.

Sowohl Bitcoin als auch Ethereum erreichen derzeit einen Zustand, in dem die Transaktionsgebühren einen immer höheren Anteil an der Belohnung der Miner einnehmen. Die beiden Netzwerke kommen dahin jedoch durch vollkommen andere Weisen. Bei Bitcoin werden simple Geldsendungen durch die Gebühren immer teurer. Zu diesem Zeitpunkt kostet es etwa 2 Euro, eine normale Transaktion in den nächsten Block zu bekommen. Je nachdem, wie viele Inputs die Transaktion verbraucht, kann es auch sehr viel teurer werden.

Bei Ethereum dagegen kostet eine normale Transaktion weiterhin weniger als 20 Cent. Dies jedoch sowie die damit einhergehende Unkalkulierbarkeit der Transaktionsdauer machen die Ethereum-Blockchain offenbar bereits jetzt nicht länger praktisch für Tether-Transaktionen. Vor allem aber sorgen die oft „Gas“-intensiven Smart Contracts dafür, dass vereinzelte Transaktionen, etwa von Token oder Wechsel, rasch ziemlich teuer werden. Man bezahlt schneller 5 Euro dafür, um etwas zu machen, das man kaum versteht, als es einem recht sein kann.

Gebühren bei BTC und ETH im Vergleich

Ethereum produzierte in den letzten Woche tägliche Transaktionsgebühren von 1.500 bis 2.000 Ether. Das entspricht etwa 330.000 bis 440.000 Euro.

Transaktionsgebühren bei Ethereum nach EtherScan

Während die Größe der Blöcke weitgehend stabil geblieben ist, erreicht das verbrauchte „Gas“ mit 61 Milliarden am Tag neue Höhepunkte.

Der täglichen Gasverbrauch bei Ethereum. Gas ist eine Einheit für Rechenoperationen bei Ethereum und stellt die Gebühren dar. Chart ebenfalls nach Etherscan.

Bei einer Schöpfung von täglich etwa 13.600 Ether machen die Transaktionsgebühren bei Ethereum mittlerweile 11-14 Prozent der Einnahmen der Miner aus.

Bei Bitcoin hingegen erreichen die Transaktionsgebühren in der letzten Woche typischerweise 70 bis 100 Bitcoin, was mit 630.000 bis 890000 Euro etwas mehr als das Doppelte bei Ethereum ausmacht.

Tägliche Transaktionsgebühren nach Blockchain.info

Da die Miner am Tag in der Regel rund 900 Bitcoin an Einnahmen aus der Coinbase-Transaktion erhalten, machen die Gebühren bei Bitcoin somit 9-11 Prozent aus. Das ist etwas weniger als bei Ethereum, allerdings gibt es bei Bitcoin auch extremere Spitzen, die die täglich vereinnahmten Transaktionsgebühren auch mal auf knapp 200 Bitcoin schießen lassen, was schon mal mehr als 20 Prozent der Miner-Subvention ist.

Reifende Blockchains

Wenn man die Gebühreneinnahmen einer Blockchain als eine Art Gradmesser für deren Reife hernimmt, sind Ethereum und Bitcoin auf diesem Wege beinah gleichweit gekommen. Bei beiden Blockchains hat die Nachfrage nach Transaktionen die Kapazität überschritten, weshalb die Gebühren weiter steigen. Für beide Blockchains führt dies zu Einbußen der Nutzbarkeit, vor allem bei kleineren Transaktionen, was die Entwicklung von alternativen Lösungen wie Sidechains oder Offchain-Netzwerken antreibt.

Während Bitcoin bisher bei den alternativen Lösungen weit vor Ethereum voraus war – dort gab es sie praktisch nicht – könnte nun mit der ersten Plasma Sidechain auch für Ethereum das Zeitalter der weiteren Schichten beginnen.

Bitcoin hat sich den Status als die wichtigste Blockchain für Werttransaktionen erhalten. Es scheint Menschen auch Gebühren von fünf oder mehr Dollar wert zu sein, die Blockchain von Bitcoin anstatt anderer Blockchains zu benutzen. Bei Ethereum spielen direkte Werttransaktionen nur eine untergeordnete Rolle, die Verbreitung im Handel ist extrem gering. Dafür sorgen die zahlreichen Transaktionen von Token, DeFis und anderen Smart Contracts dafür, dass die Miner immer mehr Gebühren einnehmen.

Für den zukünftigen Ausblick fallen noch weitere Unterschiede zwischen Bitcoin und Ethereum auf. Während es bei Bitcoin kaum Aussichten gibt, dass das Blocksize-Limit jemals angehoben wird, ist es bei Ethereum durchaus denkbar, dass die Miner im Verein mit den Entwicklern das Gas-Limit erhöhen. Und während bei Bitcoin das grundständige Design in Stein gehauen zu sein scheint und jegliche echte Skalierbarkeit auf „zweite Ebenen“ wie Sidechains oder Lightning verschoben wird, plant Ethereum die grundständige Blockchain selbst mit Ethereum 2.0 durch neue Konsensverfahren und langfristig auch Sharding erheblich zu verbessern.

Damit scheinen also zwei verschiedene Modelle mit ihren jeweiligen Strategien darum zu konkurrieren, dasselbe Problem zu lösen. Für die User bedeutet das so oder so, dass sie mehr haben.

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4 Kommentare zu Tether migriert auf OMG-Sidechain, weil die Gebühren bei Ethereum immer weiter steigen

  1. Paul Janowitz // 3. Juni 2020 um 9:28 // Antworten

    Ja, Tether muss man lassen, dass sie stets Technologie-agnostisch agieren.

    Der Reward der Miner durch die Coinbase-Transaktion gilt als „Subvention“; nachhaltig wird ein Netzwerk erst wirtschaften, wenn die Miner diese nicht mehr brauchen. Bei Bitcoin wird diese Subvention Stück für Stück auslaufen, während es bei Ethereum geplant ist, sie mit einem niedrigen Satz, etwa ein Prozent im Jahr, für alle Zeiten fortzuführen.

    Die monetäre Emissionsstrategie als „Subvention“ abzutun halte ich etwas zu einfach, denn sie könnte sich als Schlüsselelement einer tatsächlich als Währung nutzbaren Kryptowährung erweisen. Das deflationäre Modell bei Bitcoin, sobald der Base Reward wegfällt könnte nicht nur nach dem beliebten Stock-to-Flow Modell eher einen Anreiz dazu geben, seine Coins ja nicht auszugeben, da sie durch verlorene Keys/Coins immer seltener werden und alleine dadurch im Wert steigen müssten.

    Bestes Gegenbeispiel ist wohl das Wörgler Freigeldexperiment, bei welchem der Wert konsequent gesunken ist.

    Bei Ethereum hat man dieses Modell tatsächlich weiter gedacht und im ursprünglichen Whitepaper war sogar eine lineare Emission angedacht, ähnlich wie mittlerweile bei Grin. Schließlich hat man sich zu einer ähnlichen Emission wie bei Monero entschieden, wobei man beim geplanten Ethereum 2.0 nicht wirklich genau sagen kann, wie hoch sie tatsächlich ausfällt, da auch Fee Burning im Raum stand, bin da nicht ganz Up-to-Date. Auch bei Monero ist die Emission nicht in Stein gemeißelt, obwohl bereits 2022 der Base Reward fix „für immer“ linear auf 0,6 XMR pro Block festgelegt ist. Mit der dynamischen Block Size und den „Strafen“ für die Erhöhung der Block Größe dürfte dieser tatsächlich niedriger liegen, wenn man eine steigende Nutzung annimmt.

    Ich bin mir nicht sicher, ob in einem „guten Geldsystem“ statt einer linearen Emission eine prozentuale z.B. irgendwo zwischen 2-5% jährlich nicht sinnvoller wäre, beim Wörgler Freigeld lag der Wertverfall bei 10% monatlich aber leider wurde das Experiment „von oben“ sehr schnell beendet, so dass man keine langfristigen Schlüsse daraus ziehen kann.

    • Da hier immer wieder der Begriff „Währung“ bemüht wird:
      Der kommt aus dem Mittelhochdeutschen von „werunge“, was soviel wie Gewährleistung einer Wertsicherheit bedeutet.
      Wenn der Wertverfall des Wörgler Freigelds bei 10% monatlich lag, bedeutet das eine jährliche Inflation von 254% oder anders ausgedrückt:
      Die Kaufkraft beträgt nach einem Jahr noch ca 28% der ursprünglichen. Ein solches Tauschmittel erzwingt also den Tausch geradezu, ob man es aber als Garant einer Wertsicherheit ansehen kann, d.h. als Währung im Sinne des Wortes, wage ich zu bezweifeln.
      Natürlich kann eine wirtschaftliche Stagnation, die auf einem Mangel an Liquidität beruht, damit kurzfristig überwunden werden.
      Das Schicksal, und Martyrium der Initiatoren damals, darf aber nicht zur Glorifizierung der Methode an sich führen. Zur Aufbewahrung eignet sich ein solches Geld keinesfalls.

      Im Übrigen tun Zentralbanken semantisch das Gleiche: sie erhöhen die Liquidität, sei es durch Zinssenkungen, durch Vermehrung der Geldmenge oder durch Anleihekäufe (auch ungedeckter Papiere). Diese „Medizin“ sollte aber eben nur aus einer entsprechenden Krise helfen und dann wieder abgestellt werden. Sonst wird die Medizin zur Droge.

      So überhaupt agieren zu können ist aber gerade die Stärke eines Reserve-Banking, also eines Schuldgelds, dass es sich nämlich dem wirtschaftlichen Bedarf dynamisch anpassen lässt.
      Das kann bisher kein Vollgeld, also kein guthabenbasiertes Geld leisten. Darin sind deshalb alle Kryptowährungen, egal ob Bitcoin, Monero oder Ethereum, unterlegen.
      Die Stärke der Krytowährungen ist hingegen ihre algorithmische Sicherheit. Die sorgt für Vertrauen.
      Wo also Schuldgeld Vertrauen verspielt, werden Alternativen einspringen. Das ist die Chance für Bitcoin, das ist seine Erfolgsgeschichte.
      Und genau dieser Vertrauensverlust ist 2008 sichtbar geworden. Das Problem war zu keinem Zeitpunkt, dass man etwa seinen Kaffee nicht mehr bezahlen konnte, sondern dass Menschen nennenswerte Anteile ihrer Geldanlagen (z.T. 90-100%) verloren hatten.
      Wenn nun heute Kryptowährungen algorithmische Sicherheit zur Diskussion stellen, wie etwa Monero, das Änderungen am Protokoll vogenommen hat, verspielen sie dann nicht Vertrauen?
      Wo PoW auf PoS umgetellt werden soll, muss die Geldmenge zwingend auch dauerhaft erhöht werden, sonst droht eine Zinsklemme. Denn es müssen ja dann kontinuierlich Zinsen im System bezahlt werden.
      Das bedeutet aber, dass es kein Vollgeld sein kann. Vereint es dann nicht seine Unflexibilität, Schwankungen wirtschaftlicher Prosperität gegenüber, mit den Nachteilen von FIAT?
      Was bedeutet es gar, mit 5% Inflation (also der FIAT-Größenordnung) eines Vollgelds zu liebäugeln?
      Und was ist denn überhaupt ein „gutes Geldsystem“? Wem willst Du Konkurrenz machen, dem Euro? Den gibt’s hier schon. Oder dem Bolivar? Der ist noch „besser“, man gibt ihn am besten am selben Tag wieder aus…

      • Paul Janowitz // 5. Juni 2020 um 11:16 //

        Das Schicksal, und Martyrium der Initiatoren damals, darf aber nicht zur Glorifizierung der Methode an sich führen. Zur Aufbewahrung eignet sich ein solches Geld keinesfalls.

        Ich sehe „Währung“ tatsächlich als Tauschmittel, nicht als Werterhalt und den Wertverfall wahrscheinlich auch als Garant für soziale Stabilität, der Auswüchse wie „ein paar Reiche besitzen mehr als 50% der Gesellschaft“ vermeidet.
        Wahrscheinlich bin ich mit meiner Ansicht unter Bitcoinern auch ziemlich allein, denn auch das HODLn ist nichts anderes als Kumulierung von Vermögen…
        Natürlich sind die 10% monatlich beim Wörgler Experiment ziemlich extrem und hätte wahrscheinlich auch Auswüchse bei allen Assets, die im Vergleich dazu wertstabil wären. Ich habe leider kein VWL studiert, aber wahrscheinlich wäre die „sinnvollste“ Steigerung der Geldmenge an die Produktivität gekoppelt, ggf. eben auch rückläufig. Vielleicht kann man das sogar irgendwann mit einer Art „Oracles“ mit der Blockchain verbinden?

        Wenn nun heute Kryptowährungen algorithmische Sicherheit zur Diskussion stellen, wie etwa Monero, das Änderungen am Protokoll vogenommen hat, verspielen sie dann nicht Vertrauen?

        Monero hat die Emissionskurve nie geändert und das halte ich für ähnlich ausgeschlossen wie bei Bitcoin da es dafür kaum Konsens geben dürfte, das Protokoll an sich wurde jedoch oft geändert. Relevante Änderungen:
        – Angepeilte Block Time von 1 auf 2 Minuten, da es zu viele verwaiste Blöcke gab. Der Block Reward hat sich damals entsprechend verdoppelt.
        – Einführung von RingCT, bei dem nicht nur Sender und Empfänger verschleiert sind, sondern auch der Betrag jeder Transaktion. Führte zu einem massiven Anstieg der Transaktionsgröße auf ca. 13kB im Vergleich zu 200B bei Bitcoin.
        – Festlegung einer minimalen Ring Größe und damit Vermeidung von „transparenten“ Transaktionen, sukzessive Erhöhung auf aktuell 11 und sehr wahrscheinlich bald auf 32 oder mehr.
        – Vergrößerung des „Minimal Block Limit“ auf 300kB
        – Optimierung der Confidential Transactions in Größe von 13 auf unter 2kB, noch signifikantere Optimierung der Verifizierung dieser.

        Diese ganzen Protokolländerungen haben an der geplanten Geldmenge nichts verändert, sondern sukzessive die Privatsphäre erhöht und die Nutzbarkeit verbessert, begleitet von Client-seitigen Optimierungen. Jemand, der sich 2014 ein Wallet erstellt hat, kann mit seinem Seed heute weiterhin auf all seine Funds zugreifen und wird das auch in Zukunft können. Eine Umstellung auf PoS ist in naher Zukunft unwahrscheinlich, da man seit Jahren bei Ethereum sieht, wie schwierig sich diese gestaltet, ohne die Sicherheit des Netzwerks erheblich zu kompromittieren. Aber auch ein solcher Schritt würde die Emissionskurve wahrscheinlich nicht beeinflussen, da mit der „Tail Emission“ bereits „immer“ 0,6 XMR pro Block eingeplant sind.

        Und was ist denn überhaupt ein „gutes Geldsystem“? Wem willst Du Konkurrenz machen, dem Euro? Den gibt’s hier schon. Oder dem Bolivar? Der ist noch „besser“, man gibt ihn am besten am selben Tag wieder aus…

        Das ist eine berechtigte und gute Frage. Wie ganz oben erwähnt, halte ich dafür ein Geldsystem, das sich an der Wirtschaftsleistung orientiert wahrscheinlich für das beste Modell, aber als Kryptowährung ziemlich schwer umsetzbar, da es eben nicht nur ein abstrakt mathematisches ist, sondern auf externe Quellen mit diversen Faktoren angewiesen ist.

      • Jörg // 5. Juni 2020 um 13:05 //

        Danke für die Antwort!

        Ich sehe […] den Wertverfall wahrscheinlich auch als Garant für soziale Stabilität

        Zur Erzeugung sozialer Schieflage reicht meines Erachtens das Aufsparen der Kaufkraft alleine nicht aus:
        Vermögenskumulation durch reines Sparen ohne Zinsen, also etwa HODLn bei Bitcoin, erfolgt linear, erst durch zusätzlichen Zinsertrag wird’s progressiv exponentiell.
        Allerdings gebe ich Dir Recht, dass natürlich in der Anfangszeit (in der wir uns momentan wohl noch befinden), insbesondere durch eine Zunahme der Nachfrage, mit einem Wertzuwachs auch über die Kaufkraftentwicklung hinaus zu rechnen ist. Zumindest in der Vergangenheit war dem so, die Wale lassen grüßen.
        Übrigens ist die Rentenversicherung auch eine Vermögenskumulation; davon kann wohl keiner reich werden.

        Monero hat die Emissionskurve nie geändert

        Ah,interessant. Ich hatte den Eindruck, dass eine Tail-Emission von 0,6 XMR erst nachträglich eingeführt wurde. Man lernt halt nie aus 🙂

        … ein Geldsystem, das sich an der Wirtschaftsleistung orientiert …

        Mit der Idee bist Du nicht allein. Es gibt da die Vision eines Spieltheoretikers „Digni-Geld“ (als Buch oder e-book). Vielleicht solltest Du Dich – mit Deinem technischen Wissen – mal dahin kurzschließen 🙂

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