Craig Wright beansprucht Bitcoins von Mt. Gox Hack – und enthüllt vielleicht sein Endspiel

Mit einem Anwaltsschreiben an Blockstream beansprucht Craig Wright, der Eigentümer von rund 100.000 Bitcoins auf zwei Adressen zu sein. Dass diese Adressen bekanntlich mit einem Hack von Mt. Gox in Verbindung stehen, stört ihn dabei nicht – im Gegenteil. Zusammen mit einem Zitat aus einer Vernehmung vor dem Gericht in Floria enthüllt er damit vielleicht das ungeheuerliche Endspiel seines Planes.

Bitcoin SV (BSV) ist eine interessante Kryptowährung. Kein anderer Coin skaliert eine Blockchain auf Bitcoin-Basis so gnadenlos, und kein anderer ist so sehr bereit, die ökonomischen Anreize des Bitcoin-Systems auszureizen.

Als jüngste Fork von Bitcoin existiert die Währung gerade mal etwas mehr als eineinhalb Jahre. Aber es gibt bereits zahlreiche gute Wallets und Anwendungen, die vor allem bei der Speicherung von Daten oder Smart Contracts auf Bitcoin spannende neue Wege einschlagen und die Anzahl der täglichen Transaktionen hochtreiben.

Im Zentrum von Bitcoin SV steht Craig Stephen Wright (CSW), der selbsternannte Satoshi. Er ist die wichtigste Inspirationsquelle für die BSV-Szene – allerdings auch ihr schwerster Ballast. Beides demonstriert einmal mehr sein jüngster Zug.

Meins!

Wrights Anwälte haben eine Mail an die Firma Blockstream geschrieben, in der sie die Bitcoin-Core-Entwickler Wladimir van der Laan, Jonas Schnelli und Pieter Wuille ansprechen. Dass lediglich Wuille bei Blockstream arbeitet, scheint ihnen egal zu sein. Der Brief trägt als Betreff einen „Hinweis auf das Eigentum an BTC“. Im Namen von Tulip Trading erklären die Anwälte, dass diese Firma von CSW der Besitzer der Bitcoins von zwei Adressen sei:

1FeexV6bAHb8ybZjqQMjJrcCrHGW9sb6uF und 12ib7dApVFvg82TXKycWBNpN8kFyiAN1dr

Die erste Adresse („1Feex“) enthalte 79.957,20350967 Bitcoin (etwa 680 Millionen Euro), die zweite 31.000,06906135 Bitcoin (etwa 265 Millionen Euro). Durch einen Hack von Wrights Computer seien die Schlüssel für diese Adressen am 5. Februar 2020 gestohlen worden; sie seien in einer verschlüsselten Datei im Netzwerk gespeichert gewesen. Der Hacker habe sie nebst den Informationen, die zur Entschlüsselung notwendig sind, entwendet und dann vom System gelöscht.

Sowohl Tulip Trading als auch CSW seien überzeugt, dass die genannten Entwickler als „Verantwortliche für die Bitcoin Core Blockchain (BTC)“ Pflichten „in Bezug auf Transaktionen auf der Blockchain haben“. Unter anderem seien sie verpflichtet, „zu vermeiden, dass illegale Transaktionen auf die Blockchain kommen, wenn Sie von diesen Bescheid wissen.“

Die Anwälte erklären daher förmlich, dass Tulip Trading der legitime Eigentümer dieser Adressen sei und beabsichtige, die damit verbundenen Coins wiederherzustellen. Jede Bewegung der Coins auf diesen Adressen stelle eine Verletzung der Eigentumsansprüche von Tulip Trading dar. Jegliche Hilfe oder Aktion oder Inaktität bezüglich einer solchen Bewegung stelle ebenfalls eine Verletzung dieser Eigentumsansprüche dar.

Craig Wright gibt zu, Mt. Gox gehackt zu haben. lol.

Das Schreiben rief, natürlich, Spott hervor. Zum einen ist es absurd, von den Core-Entwicklern zu verlangen, über die Rechtmäßigkeit von Besitzansprüchen zu entscheiden. Zum anderen sind die genannten Adressen nicht eben unschuldig.

Das Magazin Decrypt fragt genüsslich: „Hat sich der Hacker von Mt. Gox endlich enthüllt?“.

Denn der ehemalige Chef von Mt. Gox, Mark Karpeles, hatte fast augenblicklich nach der Veröffentlichung des Schreibens erklärt, dass die 1Feex Adresse rund 80.000 Bitcoin enthalte, die im März 2011 von Mt. Gox gestohlen worden sind. Auf Twitter fragte er, ob Wright nun zugebe, der Hacker zu sein und die rechtlichen Konsequenzen dafür tragen wird?

Der ehemalige Monero-Chefentwickler Riccardo Spagni legt nach und fügt noch einen Screenshot von den japanischen Ermittlern in der Casa Mt. Gox nach. In diesem verweist Mark Karpeles in einem Chat 2011 auf eine Transaktion, die 80.000 Bitcoin von Mt. Gox entführt hat.

Der unabhängige, nicht-beauftragte Ermittler zum Mt. Gox Hack, WizSec, bestätigt dies einige Tage später.

Das ganze gibt natürlich einen prächtigen Anlass, um zu spotten. Hat Craig Wright jetzt alle Sinne verloren? Hat er es noch immer nicht gelernt, wie das mit dem Internet und der Transparenz der Daten funktioniert? Wie oft muss er von der Community zum Besten gehalten werden, bevor er es aufgibt, mit Tricks zu spielen, die jeder in Minuten durchschaut?

Und überhaupt: Was ist das für ein Satoshi und selbsternannter Sicherheitsexperte, der Coins im Wert von fast einer Milliarde Dollar ohne ein einziges Backup im System liegen lässt? Und was soll das für ein Hacker sein, der die Coins nicht verschiebt, nachdem er die privaten Schlüssel bekommt?

Der Brief ist surreal absurd, selbst für Craig Wright.

Wenn sich ansonsten niemand meldet …

Allerdings ist es nicht so einfach. Man sollte CSW nicht unterschätzen. Selbst im Lächerlichen steckt ein Kalkül, vielleicht gerade darin, und oft genug hat es einen doppelten Boden. Auf CoinGeek veröffentlicht CSW ein „Statement zu den fehlenden Mt. Gox Coins„.

Er sei sich der Behauptungen bewusst, dass die 1Feex-Adresse Bitcoins enthalte, die im März 2011 von Mt. Gox gestohlen worden seien. Aber … Craig Wright habe diese Bitcoins Ende Februar 2011 gekauft, auf diese Adresse im März verschoben und den Betrag an Tulip Trading überschrieben.

Der einzige Beweis dafür, dass die Adresse in einen Hack verwickelt sei, bestehe aus einem „angeblichen Skype Chat zwischen Mark Karpeless und Jed McCaleb“, der jedoch lediglich als Text-Datei und nicht als validiertes Skype-Log vorliege. Andere Beweise lägen nicht vor. Der Urheber dieser Behauptung, Mark Karpeles, werde mehrerer Verbrechen beschuldigt und von japanischen Behörden überführt, Aufzeichnungen seiner Firma zu manipulieren. Damit legt Craig wohl nahe, dass man Karpeles nicht glauben dürfe, was einigermaßen ironisch ist, da die Richter in einem anderen Prozess Craig selbst für nicht eben vertraunswürdig halten.

Ferner habe es, so CSW, bisher noch keine Meldung bei der Polizei oder einer anderen Behörde gegeben, dass die Coins auf dieser Adresse gestohlen worden seien, weder im März 2011 noch im Zuge der Ermittlungen zum Hack von Mt. Gox Anfang 2014. Auch die Abwickler von Mt. Gox, die die Aufgabe haben, die Gläubiger auszuzahlen, haben auch nach sechs Jahren der Ermittlung keinen Hinweis darauf gegeben, dass sie einen Anspruch auf die Bitcoins habe, was „äußerst überraschend ist, wenn man den Wert der Bitcoins in dieser Adresse berücksichtigt.“

Es sei schließlich schon seit einiger Zeit – mindestens seit Februar 2018 – öffentlich bekannt, dass er, Craig Wright, behaupte, der Eigentümer der 1Feex-Adresse zu sein. „Doch kein einziger kam auf mich zu, um zu beanspruchen, die Bitcoins zu besitzen.“ Sollte jemand, gerne auch die Abwickler von Mt. Gox, wünschen, das Eigentum an der 1Feex-Adresse zu beanspruchen, solle er dies belegen und auf die Anwälte von CSW zukommen.

Tatsächlich hinterlässt die Geschichte der 1Feex-Adresse einen merkwürdigen Beigeschmack. Weshalb liegen die Coins seit mehr als 9 Jahren unbewegt darauf? Gewöhnlich laufen Coins aus Hacks umgehend durch eine Waschstraße, um dann, hunderte oder tausende von Verschleierungstransaktionen später, auf einer Börse aufzulaufen. Diese hier bleiben aber vollkommen unbewegt. Und ja: weshalb hat noch niemand beansprucht, der Besitzer zu sein?

Sind Bitcoins, deren Eigentümerschaft man nicht legitim nachweisen kann, damit Freiwild, das von Anwälten gejagt werden kann? Gehören sie potenziell dem, der als erster „Meins!“ brüllt?

Ein Stöckchen für die Regierung

Craig Wright führt hier ein Konzept ein, das ihn schon länger umtreibt: Die juristische Eigentümerschaft an Bitcoins und deren Dominanz über den kryptographischen Besitz. In unzähligen Blogs und Vorträgen erklärt er, dass die Idee „Code ist Gesetz“ Unfug sei – ein „fragiles Glaubenssystem, das auf einem Fundament von Matsch und Treibsand steht.“ Denn: „Nur Gesetz ist Gesetz“. Eine Signatur sei wertlos, wenn der öffentliche Schlüssel nicht anständig registriert sei, und nicht der Besitz des privaten Schlüssels mache einen zum Besitzer von Bitcoins, sondern lediglich der juristische Anspruch darauf.

Das ist natürlich nicht unwahr. Die Coins, die Sie auf einer Börse liegen haben, gehören Ihnen, nicht der Börse, und wenn die Börse sie veruntreut, können Sie rechtliche Schritte ergreifen. Und wenn die Polizei sie dabei erwischt, wie Sie ein Verbrechen begehen, und auf Ihrem Computer Bitcoin-Wallets findet, dann wird sie diese auch konfiszieren. Das ist schon so oft passiert und hat die Staatskassen von den USA bis Frankfurt immer wieder gefüllt. Es sind nicht die Schlüssel, sondern das Recht. Aus juristischer Sicht ist das bei Bitcoin zwar nicht immer einfach, aber im Grundsatz korrekt.

CSW treibt diese Formel aber noch weiter. Er beansprucht nicht nur, dass das Recht die Schlüssel wegnehmen kann, wenn die Polizei sie findet – sondern dass das Recht die Mechanik von Bitcoin außer Kraft setzt. Mit dem Schreiben des Anwalts an Blockstream drängt er darauf, dass die Entwickler nicht durch Inaktitivität zulassen, dass die Bitcoins auf dieser Adresse bewegt werden. Er möchte, dass sie als Vertreter des Rechts die Zensurresistenz von Bitcoin außer Kraft setzen. Das wirft die Frage auf, ob sich Core-Entwickler nicht strafbar machen, wenn sie nicht verhindern, dass eine Adresse vorerst auf eine Blacklist kommt, was mit einer Softfork auch zu machen wäre.

In gewisser Weise wirft er damit den Abwicklern von Mt. Gox sowie der US-Regierung ein Stöckchen hin. Die Liquidatoren von Mt. Gox würden vermutlich davon profitieren, wenn die gehackten Coins eingefroren wären, da dies die Hacker zumindest an den Verhandlungstisch treiben würde, um vielleicht eine Teilauszahlung zu vereinbaren. Und die US-Regierung versucht schon länger, Bitcoin-Adressen von beispielsweise iranischen Staatsbürgern auf einen Blacklist zu setzen, freilich ohne dass diese Blacklist bisher irgendwie technisch zwingend wäre. Und wenn man an Betrüger denkt, wie bei den PlusToken, findet man eine breite Koalition, die für eine Blacklist durch Börsen ist. Von dort aus wäre es nur noch ein kleiner Schritt hin zu einer Blacklist auf Protokoll-Ebene.

Das Ziel: Die Konfiszierung von Satoshis Bitcoins?

Aber Craig Wright geht in seinen Blogs und Vorträgen noch mehrere Schritte weiter. So hat er schon mehrfach direkt oder indirekt angedeutet, dass Bitcoins nicht nur eingefroren werden können – sondern auch konfisziert. Ein Rechtstitel könne die Miner zwingen, Bitcoins von einer Adresse auf eine andere zu überweisen, ohne dass die Transaktion eine gültige Signatur habe. Das Recht ersetze in diesem Fall die kryptographische Signatur.

Nachdem CSW dies schon seit rund einem Jahr immer wieder predigt, entpuppte sich während der Gerichtsverhandlung in Floria, wo ihn Ira Kleiman anklagt, das Ziel dahinter: CSW wird gefragt, ob man auch ohne den privaten Schlüssel Zugang zu Bitcoins erhalten kann. Er antwortet, ja, man könne es. Der Anwalt fragt, wie dies möglich sei. Etwa durch einen Gerichtsbeschluss? Genau, meint CSW, ein Gerichtsbeschluss könne sie zuteilen, daher könne der Richter in diesem Fall Bitcoins zuteilen, da er nun die Adressen kenne.

Eventuell tritt hier der perfide Plan von Craig Wright zutage. Indem er lange genug simuliert, Satoshi zu sein, bringt er einen Richter dazu, per Gerichtsbeschluss die Entwickler und Miner und Börsen dazu zu zwingen, ihm Satoshis Bitcoins – angeblich ist es eine Million BTC, also knapp 10 Milliarden Dollar – zuzuweisen. Der Prozess, der seit bald einem Jahr in Florida läuft, könnte die perfekte Vorlage dafür abgeben: Ira Kleiman, der Bruder des verstorbenen Dave Kleiman, klagt Craig Wright an, seinem Bruder seinen Anteil an der Schaffung von Bitcoin enthalten zu haben; Ira als dessen Erbe habe einen Anspruch auf rund 500.000 Bitcoins, die Dave mit Craig damals gemined habe.

Ein Richter, der zugunsten von Ira urteilt, könnte damit zum Erfüllungsgehilfen von Craigs Plan werden: Er könnte urteilen, dass die Coins, die Satoshi gehören, an Ira und Craig überwiesen werden, auch wenn niemand den privaten Schlüssel dafür besitzt.

Starker Tobak

Die Idee, Bitcoins ohne gültige Signatur zu überweisen, ist natürlich starker Tobak. Dies wäre ein Vorgang, der dem System von Bitcoin fundamental widersprechen würde. Es wäre ein Bruch des Protokolls, eine Abkehr von der grundlegenden Funktionsweise, und es würde den Vorteil verschenken, dass Transaktionen sofort final sind, weil sie nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Das widerspricht der Bitcoin-Logik auf so absurde Weise, dass es vermutlich einen erheblichen Vertrauens- und schließlich auch Wertverlust nach sich ziehen würde. Aber auch praktisch dürfte das im Gegensatz zu Blacklists auf Protokollebene kaum durchzuführen sein.

Eine Blacklist wäre eine Soft Fork: Sie setzt die Regel, dass Transaktionen von einer bestimmten Adresse ungültig sind. Es würde ausreichen, wenn die Miner ihre Software updaten, und für die User und anderen Unternehmen würde sich nichts ändern. Wenn man dagegen Bitcoins durch eine ungültige Transaktion konfisziert, bedeutet das, dass man nicht eine neue Regel setzt, sondern eine Ausnahme von einer Regel definiert: Wenn Coins von einer bestimmten Adresse an eine bestimmte andere Adresse überwiesen werden, ist es nicht notwendig, dass die Transaktion eine gültige Signatur hat.

Sobald ein Miner eine solche Transaktion in einen Block aufnimmt, würde jeder Knoten des Bitcoin-Netzwerkes diesen Block ablehnen. Börsen, Wallets, Block-Explorer, Electrum-Knoten – sie alle müssten ihre Software updaten, damit die Transaktion gültig ist. Es bräuchte also nicht nur einen handfesten Gerichtsbeschluss, sondern auch eine aktualisierte Software, und diese müsste nicht nur an alle Miner verteilt werden, sondern an jedes Bitcoin-Unternehmen. Das ganze ist ein absurd aufwändiges Unterfangen, das bei Bitcoin auch mit 100-prozentiger Sicherheit eine Gegenreaktion auslösen würde.

Am Beispiel der DAO

Dennoch ist der Vorgang nicht ganz unmöglich. Das beweist die Fork von Ethereum nach dem DAO-Hack: Die Ethereum-Entwickler haben beschlossen, die Coins, die ein Hacker von der DAO gestohlen hat, durch eine Protokoll-Änderung zurück zu ihren rechtmäßigen Besitzer zu bringen. Es ist also möglich, dass das Recht den Code schlägt, und diejenigen, die diesen Akt ausführen, sind die Protokoll-Entwickler.

Bei Bitcoin würde sich hier im Großen wiederholen, was Ethereum im Kleinen vorgemacht hat. Der Brief von Wrights Anwälten könnte im Verein mit dem Gerichtsprozess ein erstes Tasten in diese Richtung sein. Dass Bitcoins offiziell eingefroren werden, wäre ein erster Schritt, um die notwendige Zeit zu gewinnen, eine Hard Fork vorzubereiten, die diese Coins umverteilt.

Dass Bitcoin damit einen irreparablen Schaden nehmen würde, wäre Craig dabei vermutlich egal. Sein Gewinn wäre weiterhin astronomisch. Aber glücklicherweise sind die Aussichten, dass er Erfolg hat, ziemlich gering.

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25 Kommentare zu Craig Wright beansprucht Bitcoins von Mt. Gox Hack – und enthüllt vielleicht sein Endspiel

  1. Paul Janowitz // 24. Juni 2020 um 9:27 // Antworten

    Kleine Korrektur: Das Pferdle hat nicht nachgelegt, sondern noch vor Karpeles selbst die 1Feex Adresse wiedererkannt und bei Twitter gepostet 😉

    Eigentlich disqualifiziert jeder Absatz des Artikels CSW als Satoshi. Er ist sozusagen der Trump der Kryptoszene, der nach „LAW AND ORDER“ schreit, sich selbst aber einen Dreck darum kümmert, geschweige denn darum, was er selbst für Kollateralschäden mit seinem Handeln anrichtet. Er ist ein Hochstapler, der auch vor Gericht nicht beweisen können wird, dass er der Eigentümer von bestimmten Keys war, weil es einfach erfunden ist und klar, ein Hacker „stiehlt“ ihm die Keys von seinem Rechner, löscht diese unwiederherstellbar und der kleine Craig hat kein Backup davon. Das weiß der Hacker natürlich und muss die Coins daher auch nicht auf eine andere Wallet verschieben…

    Das ist auch mein grundsätzliches Problem mit BSV, deren (kleine) Entwicklerszene genau das Gegenteil von CSW & Ayre ist. Letzterer finanziert die Entwicklung und das Mining maßgeblich (siehe Jahresabschluss TAAL) aber man kann sich wie bei seinem Kumpel Craig nie sicher sein, was er damit wirklich anstrebt. Seine Gambling Plattformen jedenfalls sind von Transparenz und Fairness meilenweit entfernt…
    So lange BSV eine deutliche Minderheitschain per SHA256 Hashrate bleibt, ist es extrem angreifbar und abhängig von Ayres Wohlwollen, die notwendige Hashrate ggf. zu verteidigen, wie er das mit seinen Gigablocks immer wieder demonstriert, auch wenn es wirtschaftlich irrational scheint.

  2. Also ehrlich gesagt finde ich, geht es dabei um einen sehr wichtigen Präzedenzfall. Die aktuelle Crypto-Anarchy ist doch grausam. „Not your keys, not your coins.“ Ransomware, CEOs, die Kundengelder mit ins Grab nehmen, fehlerhafte Transaktionen in Millionenhöhe; unwiderruflich verloren.

    Ich kann nur jedem empfehlen seine „Code is law“-Ansichten zu überdenken, und Bitcoin als Technologie zu betrachten, die viele unser bestehenden Systeme effizienter, transparenter und sicherer macht kann.

    Einfaches Beispiel: Stell dir vor es gebe keine Möglichkeit deine ganzen Ersparnisse und Anlagen wieder zu erlangen, weil dein Hardware-Wallet den Geist aufgegeben hat oder dein Computer gehackt wurde. Ist das eine Welt in der du Leben möchtest?

    • Paul Janowitz // 24. Juni 2020 um 12:36 // Antworten

      Einfaches Beispiel: Stell dir vor es gebe keine Möglichkeit deine ganzen Ersparnisse und Anlagen wieder zu erlangen

      Hat jemand Wirecard gesagt? Madoff? Charles Ponzi? Diese Liste könnte man ewig weiterführen…
      Sollte Politik oder Gesetze in die Integrität der Blockchain eingreifen, ist Bitcoin gescheitert.

      • Philipp // 24. Juni 2020 um 16:07 //

        Genau dabei kann Bitcoin doch helfen die Welt zu verbessern. Hätte es das Geld bei Wirecard gegeben, hätte man unverschleierbare Records darüber wohin das Geld geflossen sei. Oder eben auch andersrum, hätte man diese Profit vorher nicht vortäuschen können, wenn es sie garnicht gehabe.

        Und all das muss doch noch irgendwo Realitätsnah sein. Wenn du bestohlen wirst, musst du doch eine Möglichkeit haben, dein Geld wiederzubekommen.

        Sicherlich sollte es eine strenge Ausnahmeregelung sein Bitcoins ohne gültige Signaturen zu bewegen. Für kleinere Delikte sind sicherlich Blacklisting und Tracking ausreichend.

      • Philipp // 24. Juni 2020 um 16:19 //

        Im Übrigens, wie im Artikel bereits erwähnt. Der DAO-Hack hat bewiesen, dass es notwendig ist, wenn mal etwas katastrophal schief geht. Nur haben da eine handvoll Entwickler über Gut und Böse entschieden.

        Möchtest du das willkürlich Entwickler über dein Hab und Gut entscheiden, oder vielleicht doch lieber ein Richter auf Basis von Gesetzen?

      • Paul Janowitz // 24. Juni 2020 um 17:01 //

        Genau dabei kann Bitcoin doch helfen die Welt zu verbessern. Hätte es das Geld bei Wirecard gegeben, hätte man unverschleierbare Records darüber wohin das Geld geflossen sei. Oder eben auch andersrum, hätte man diese Profit vorher nicht vortäuschen können, wenn es sie garnicht gehabe.

        Hast Du mal ein Unternehmen geführt und würdest wollen, dass Deine Geldströme zu Zulieferern und Kunden für jeden ersichtlich sind? Die Transparenz von Bilanzen beschränkt sich auf die Gesamtumsätze, eventuell aufgesplittet auf einzelne Geschäftsfelder, denn kaum ein Unternehmen würde gerne seine gesamte Buchhaltung offenlegen, das gilt auch für Privatpersonen. Wenn dem aber so sei, wäre da Monero’s optionale Transparenz ganz nützlich, denn mit den entsprechenden View Keys kann man sowohl seinen aktuellen Kassenstand als auch einzelne Ein- und Ausgänge nachweisen, ohne jeweils den Partner zu kompromittieren.

        Und all das muss doch noch irgendwo Realitätsnah sein. Wenn du bestohlen wirst, musst du doch eine Möglichkeit haben, dein Geld wiederzubekommen.

        Wurde ich zuletzt vor zwei Jahren auf Kuba, ein Raubüberfall mit hartem Gegenstand und meine Taschen waren leer. Gefolgt von einer langen und extrem schwer gefallenen Nacht auf dem Polizeirevier, um den Tatvorgang zu Protokoll zu geben, obwohl mein Spanisch minimal ist und Englisch dort in etwa so verbreitet ist wie in Deutschland Isländisch. Wurde aufgenommen, mit dem Verlust des Bargelds und der Wertsachen muss ich leben.

        Der DAO-Hack hat bewiesen, dass es notwendig ist, wenn mal etwas katastrophal schief geht.

        Das war ein Scheiss Präzedenzfall, den ich Vitalik immer noch übel nehme, auch wenn ich seine Expertise schätze. Wenn eine Bank pleite geht, greift in der EU zwar die Einlagensicherung bis 100k, darüber hinaus nicht. Bei z.B. PayPal ist das Geld eben auch weg, da hilft auch kein Richter.

        Möchtest du das willkürlich Entwickler über dein Hab und Gut entscheiden, oder vielleicht doch lieber ein Richter auf Basis von Gesetzen?

        Ich möchte selbst über mein Hab und Gut entscheiden, ganz ohne Richter. Einer von ihnen hat mir eine Hausdurchsuchung beschert, weil ich für sage und schreibe 370 Euro Monero verkauft habe, die mir jemand von scheinbar nicht seinem Konto per gefälschter Unterschrift überweisen wollte (was nicht geklappt hat, es gibt also noch nicht mal einen Geschädigten) und ich daraufhin alle Bankverbindungen verloren habe (scheinbar informieren sich die Banken gegenseitig). Bis heute habe ich keine Akteneinsicht, das sind nun ca. 1,5 Jahre trotz „Staranwalt“ Udo Vetter… Nach solchen Vorfällen wirst Du merken, dass „Code ist Law“ doch seine Vorzüge hat.

      • Fuchur // 3. Juli 2020 um 0:08 //

        „Das war ein Scheiss Präzedenzfall, den ich Vitalik immer noch übel nehme, auch wenn ich seine Expertise schätze.“

        „Einer von ihnen hat mir eine Hausdurchsuchung beschert, weil ich für sage und schreibe 370 Euro Monero verkauft habe, die mir jemand von scheinbar nicht seinem Konto per gefälschter Unterschrift überweisen wollte (was nicht geklappt hat, es gibt also noch nicht mal einen Geschädigten) und ich daraufhin alle Bankverbindungen verloren habe (scheinbar informieren sich die Banken gegenseitig).“

        Ich hätte Dir glatt zugetraut solche Dinge vorherzusehen! Das müßte doch eigentlich am Anfang der Entwicklung jeder Kryptowährung stehen!

    • Florian Legerer // 24. Juni 2020 um 14:54 // Antworten

      Du hast Bitcoin überhaupt nicht verstanden.

      • Philipp // 24. Juni 2020 um 15:54 //

        Mimimi, „Keine Regierung kann mir meine Bitcoins wegnehmen !“ und „To the Moon !“ und bevor ich vergaß „Lamboo !“.

        Falls du tatsächlich mal ernsthaft über Bitcoin nachdenken und lernen möchtest, kann ich dir diese Reihe vom Schöpfer persönlich ans Herz legen.

        Das Konzept von Bitcoin mal im Detail verstehen. Warum diverse Designentscheidungen getroffen wurden. Bitcoin ist nicht kaputt. Das wollen dir nur die ganzen Cipherpunks / Anarcho-Typen verkaufen, um dir hoffnungslose Technologien wie Lightning zu verkaufen.

    • Wenn die Hardwarewallet kaputt ist, kaufst du eine neue und gibst den Seed ein. Wer ein großes Guthaben auf Onlinegeräten hat, die natürlich irgendwann gehackt werden, ist selbst schuld.

      So wie man physisches Gold selbst verwahrt, so verwahrt man auch BTC. Schön dass es das gibt. Ja, in so einer Welt möchte ich leben und nein, man sollte nicht all seine Ersparnisse in physischem Gold und BTC bei sich zu Hause haben.

      • Philipp // 24. Juni 2020 um 15:57 //

        Das ist so ein Schwachsinn. Was ist wenn dein Haus abbrennt? Einbrecher anklopfen?

        Ich bewundere, wie gut die BTC-Propoganda funktioniert. Alles auf dem gleichen Level wie die AfD-Parolen. Alles macht scheinbar Sinn, aber keiner denkt mal 3 Schritte weiter.

      • Paul Janowitz // 24. Juni 2020 um 16:29 //

        @Philipp

        Was ist wenn dein Haus abbrennt? Einbrecher anklopfen?

        Es gibt etliche Möglichkeiten, Bitcoin und andere Kryptowährungen sicher zu verwahren und je nach Betrag muss man sich überlegen, wie viel zusätzlichen Aufwand man leisten will.

        Eine Möglichkeit wäre, sich sein Lieblingsbuch zu schnappen und den Seed z.B. aus jeder siebten Seite von dem siebt-letzten Wort zu generieren (falls das nicht in z.B. BIP39 enthalten ist, einfach weitergehen). Das ist ein System, welches niemand erahnen würde, aber selbst wenn Dein Haus niederbrennt und die Welt in Flammen steht, wirst Du wahrscheinlich ein Exemplar des Buches irgendwo auffinden können…

        Man kann den privaten Schlüssel bzw. den Seed so auf mehrere Menschen aufsplitten, dass keine der Parteien diesen selbst oder bei Kollaboration zweier Parteien vollständig hat. Dabei muss man auch den Ausfall einzelner Parteiien einberechnen und den Seed entsprechend verteilen (z.B. Person A 1-4, Person B 3-6, C 5-8 …). Brute Force Angriffsfläche wäre dann eher was für Supercomputer und wenn jemand einen Betrag hält, für den sich das lohnen würde, wird sich um entsprechend sicherere Methoden kümmern können.

        Für größere Summen würde ich mir auch „Shamir’s Secret Sharing Scheme“ zu Gemüte führen 😉

        Falls Einbrecher anklopfen und auf die Herausgabe des Seeds pochen, sollte man einen parat haben, der deutlich weniger gefüllt ist als das eigentliche Wallet, dumm nur, dass die Blockchain transparent ist und wenn ein Einbrecher weiß, dass man Bitcoin besitzt, ist ihm auch bereits mindestens eine Adresse bekannt, die mit dem Wallet verbunden wäre…

  3. Super Artikel. Wer jetzt noch immer glaubt, CSW sei Satoshi, dem ist nicht mehr zu helfen.

  4. Das wirft die Frage auf, ob sich Core-Entwickler nicht strafbar machen, wenn sie nicht verhindern, dass eine Adresse vorerst auf eine Blacklist kommt, was mit einer Softfork auch zu machen wäre.

    Müsste es nicht heißen:“Das wirft die Frage auf, ob sich Core-Entwickler nicht strafbar machen, wenn sie nicht ermöglichen, dass eine Adresse vorerst auf eine Blacklist kommt, was mit einer Softfork auch zu machen wäre.“?

    Ein Richter, der zugunsten von Ira urteilt, könnte damit zum Erfüllungsgehilfen von Craigs Plan werden

    Was für eine Idee! Da muss man erst einmal drauf kommen. Aber interessant in der Schlussfolgerung: Die Herren I.Kleiman und Dr.Wright als Komplizen im selben Boot, mal was anderes.
    Wenn das richtig ist, …
    … zerstreut es dann nicht auch den letzten Zweifel, ob CSW nicht doch hätte Satoshi gewesen sein können?
    … dann wurde die ganze Inszenierung wohl von langer Hand geplant.
    … dann müssen sich CSW und Kleiman sehr sicher sein, dass nicht doch noch der echte Satoshi Nakamoto auftaucht.
    … dann wissen sie also jedenfalls auch, wer hinter dem Pseudonym steckt oder steckte.
    … – wer weiß, was sie mit Satoshi gemacht haben. Wer solche Pläne schmiedet, ist dem nicht alles zuzutrauen?

    Man darf jedenfalls gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht.

    Bei Bitcoin würde sich hier im Großen wiederholen, was Ethereum im Kleinen vorgemacht hat

    Gäbe es nicht wahrscheinlich nach einer Hardfork dann einen weiteren Coin? Nennen wir ihn BTR: „Bitcoin mit richterlicher Verfügungsgewalt“. Der wäre bestimmt sehr beliebt; ich höre schon, wie alle juhu schreien. Und Craig würde sich garantiert vor Gefolgschaft kaum retten können. Allerdings frage ich mich, warum er nicht „seinen“ BSV mit diesem wertvollen Attribut R ausstattet. Das könnte er doch sicher gleich haben. Dann werden ihm die Staatsdiener vermutlich gern behilflich sein, die BSV beider Adressen loszueisen (die es doch auch geben muss?), nachdem er seine Schlüssel verschlampt hat.

    • Ja, richtig, Fehler von meiner Seite.

      > … dann müssen sich CSW und Kleiman sehr sicher sein, dass nicht doch noch der echte Satoshi Nakamoto auftaucht.

      Das ist so ein Punkt, über den ich auch immer wieder rätsele. Man kann die ganze Geschichte als Fake erkären – braucht dafür aber etwa genauso viel Fantasie, wie um CSW als Satoshi zu erkären – aber das ist eine Lücke.

      > Gäbe es nicht wahrscheinlich nach einer Hardfork dann einen weiteren Coin? Nennen wir ihn BTR: „Bitcoin mit richterlicher Verfügungsgewalt“. Der wäre bestimmt sehr beliebt; ich höre schon, wie alle juhu schreien.

      Naja, die richterliche Verfügungsgewalt würde vielleicht beinhalten, dass die Börsen den Coin als BTC listen. Das ganze System ist zäh, ich denke nicht, dass der Netzwerkeffekt so schnell gebrochen wäre. Aber ich denke auch nicht, dass das überhaupt passieren kann.

      • Philipp // 24. Juni 2020 um 22:07 //

        > Das ist so ein Punkt, über den ich auch immer wieder rätsele. Man kann die ganze Geschichte als Fake erkären – braucht dafür aber etwa genauso viel Fantasie, wie um CSW als Satoshi zu erkären – aber das ist eine Lücke.

        Sicherlich gehen manche seiner Geschichten nicht ganz auf, und oft kommt er verquer und überheblich daher. Aber dennoch ist und bleibt er der wahrscheinlichste Kandidat für den Satoshi-Titel. Ich gebe zu der 2018+ CSW entfernt sich immer weiter von der Satoshi-Persona. Der 2017 CSW könnte jedoch näher nicht dran sein. Man schaue sich nur mal seinen Future of Bitcoin Talk in Arnhem an.

        Durch seine Erklärung machen viele der technischen Design-Entscheidungen in Bitcoin überhaupt erst Sinn. Er redet eben nicht davon, wie kaputt Bitcoin ist und was man alles ändern sollte. Sondern er beschreibt, wie es gedacht war – wie man es korrekt benutzen sollte.

        Und insofern ich weiß, bist du doch auch im Metanet ICU unterwegs. Mal darauf geachtet wie gut sich CSW mit der Bitcoin v0.1 Codebase auskennt? Ich habe noch keine Detailfrage gesehen, die er nicht beantworten konnte.

        Es gibt 2 Möglichkeiten, entweder 1) ist er Satoshi und er spielt tatsächlich 11D-Chess (wie die Numpties gern sagen), weil er viele Feinde hat – und der Faketoshi-Titel ihm momentan einfach Zugute kommt, weil er und Nchain sich damit mehr Zeit erkaufen, um ihr Empire zu festigen ohne dabei noch mehr Aufmerksamkeit und Feinde zu generieren, oder 2) er ist ein Scammer. Dann gehört er aber wahrscheinlich zu den besten und intelligentes seiner Art, der beim Satoshi-Titel-Stehlen nebenbei noch Bitcoin (und wahrscheinlich der gesamten Industrie) das Leben rettet.

        Ohne CSW und Nchain wäre „Public Blockchain“ bald Geschichte. Langsame, komplizierte Datenbanken, die keinem nutzen, weil sie nicht Scalen. In 5 Jahren würde es noch ein paar Public Blockchains für Darknet und anderen illegalen Aktivitäten geben, und Industrien würden sich auf die privaten wie Hyperledger und R3 stürzen. Das wäre dann die „Blockchain Revolution“ gewesen.

        Oder ja, ich vergaß die „wir bauen einfach ganz viele kleine Block-Steinchen um zu Scalen“ namens AVA und ETH2.0…

      • Hannes // 24. Juni 2020 um 23:39 //

        @Philipp
        Pure Zustimmung meinerseits.

        Und die CSW-Entfernung von der damaligen Satoshi-Figur ist meiner Meinung nach eine logische Konseqzuenz der langjährigen Anti-CSW Kampagnen und Ira-Kleiman Entwicklungen. Drastische Zeiten erfordern drastische Maßnahmen.

        Wo wären wir schon heute, hätte sich Bitcoin von Anfang an natürlich entfalten können ohne diese Forkereien, Abzockereien und toxischen Anfeindungen.

      • @Philipp

        lol .. BSV, CSW und Nchain interessieren in der Blockchain Industrie niemanden.
        (außer zur Unterhaltung .. sowie seine AFD ähnlichen Jünger, womit wir bei deiner obigen verqueren Zuschreibung wären)

      • Philipp // 25. Juni 2020 um 12:47 //

        @sd kl

        Richtig, deine Moonboys interessieren sich nur für das Crypto-Casino.

      • Hach .. Kognitive Dissonanz ist schon was schönes … und jeder glaubt sie trifft nur auf den anderen zu

      • herzmeister // 26. Juni 2020 um 3:58 //

        lol, hat sich das blog mal wieder neue kommentator-clowns eingefangen, herrlich.

  5. Wolfgang Lohmann // 24. Juni 2020 um 16:43 // Antworten

    Wenn man es schafft, sich emotional von Craig Wright und dem Wirbel drumherum zu lösen und wenigstens zeitweilig die eigenen Perspektiven mal zu verschieben, so kann man schon seit Jahren immer wieder auf Blickwinkel, auf Argumente, Aussagen stoßen, die indirekt oft auch ein potenzielles Problem aufzeigen oder zumindest ein interessantes Gedankenexperiment zulassen.

    Ich finde Bitcoin cool, nur damit mich hier niemand falsch versteht, und zwar sowohl die BTC Variante, als auch BCH und BSV, jeweils aus unterschiedlichen Gründen. Aber die Religiösität, mit der in der Community bestimmte potenzielle Situationen als wahr oder als unmöglich dargestellt werden, hat mich schon immer gestört. „Bitcoins Menge ist unveränderlich.“, „Code is law“, Keine Regierung kann Bitcoin bekämpfen, etc. Ja, ja. Gerade, wenn man Bitcoin zum Erfolg verhelfen soll, sollte man nach den gegenteiligen Szenarien suchen (wie manipuliert man das Protokoll letztendlich doch, wie bekommt man Bitcoin verboten, etc.), damit man frühzeitig an neuen Gegenmaßnahmen arbeiten könnte.
    Spätestens der ETH-Fork war leider (für mich) der Nachweis, dass die Blockchain nicht so unveränderlich ist wie immer propagiert und war schon wg. des Vertrauensverlustes für mich ein Fehler. Nun gut. :-).

    Es ist auch nicht hilfreich, wenn man auf Kommentare wie zu Philipp erwidert, dass irgendwer Bitcoin nicht verstanden hat. Ich antworte dann lieber mit: Da hat jemand den Menschen nicht verstanden. Das ist vielleicht nicht notwendig, wenn Bitcoin eine Nischenwährung bleiben soll. Bitcoin muss, um erfolgreich zu sein, auch in gewissen Maße mit der Gesellschaft kompatibel sein. „Be your own bank!“ Genau. Und ich habe mir den Kredit für eine Immobilie tatsächlich genehmigt, ich kann nur keine Bitcoins drucken ;-). Wenn man die Gesellschaft ändern möchte, muss man erstmal ihre Mechanismen verstehen oder zumindest einige ihrer Werkzeuge eingebettet in ihrem sozialen Geflecht. Und da könnte man erstmal in der eigenen Community anfangen, damit so etwas wie der Kampf um Big/Small Blocks nie wieder soviel Blut erzeugt. (Nichtsdestotrotz möchte ich die Möglichkeit nicht missen, alleiniger Bestimmer eines Teil meines Geldes sein zu können, wenn ich wollte.)

    So wie die Medien von Trump profitieren, kommen mir manche Spötter von Wright manchmal auch vor, wenn sie auf alle möglichen Stöckchen reagieren, nur weil sie ihn für einen Betrüger halten, der den Namen eines Idols(?) beschmutzt. Für Bitcoin und Co sollte es völlig egal sein, was Wright ist. Warum sich trotzdem so viele in den emotionalen Streit ziehen lassen? Allein die ständige Überbetonung, ihn Faketoshi zu nennen, zieht diese Leute (mMn.) auf ein kindisches Niveau herunter, wirkt hauptsächlich erstmal emotional. Kann man machen. Fritz kann seine starke Behauptung nicht stichhaltig belegen klingt für mich nüchterner und ich würde mich dann mit Wichtigerem beschäftigen. Achso, gibts bei Bitcoin vielleicht nicht ;-).

    Bleibt zu sagen, dass die Wirbel, die in seinem Umfeld durch ihn oder andere oder seine Gegner auftauchen, durchaus auch unterhaltsam sind – wenn man sich emotional lösen kann. Ich bin jedenfalls gespannt auf die Entscheidung des Richters und die daraus mglw. entstehenden Folgen – falls ich mal wieder überflüssige Freizeit für Soap habe.

  6. Hm. Wie immer ein sehr schöner Artikel, Christoph.

    Nur mit dem direkten Vergleich zwischen einer rechtsaatlichen Durchsetzung vor Gerichten und dem DAO-Hack Fork von Ethereum, bin ich so nicht ganz einverstanden.

    Ersteres ist – selbst wenn rechtsstaatlich (oder demokratisch) legitimiert – letztlich vergleichbar mit einer Entscheidung von oben, also durch wenige.
    Das war die ETH-Hardfork zwar grundsätzlich auch erstmal, da Entwickler und einige andere die Entscheidung für den Fork vorbereitet haben. Die letzte Entscheidung – mit den Füßen – lag aber bei den Nutzern von Ethereum. Zumindes theoretisch liegt sie da immer noch, man könnte gemeinsam auch immer noch zu Ethereum Classic zurück schiften, wenn man denselben Konsens wie der Fork erreicht. Dem stehen natürlich ein paar praktische Gründe entgegen :-).

    So ein überwältigender Konsens wie bei dem DAO Hack war aber sicher auch nur wegen der Dringlichkeit und der immensen Schadensgröße des Hacks – materiell und für den Ruf der Währung – überhaupt möglich und wird auf absehbare Zeit sicher kein Normalfall der Konsensfindung darstellen.

    Eine Entscheidung eines der obersten Gericht (BGH, EuGH oder Supreme Court) schafft eine vergleichbare Legitimität nur durch äußerst ausgewogene, stark interpretationsfähige Entscheidungen, mit sehr behäbigem Veränderungspotential.
    Staat, Gerichte und Core Entwickler sind da – wenngleich durchaus mächtig – auch keine Zauberkünstler.

    Insofern habe ich keine große Angst davor, dass CSW durch seinen juristischen Hacks eine nennenswerte Zerstörung von Bitcoin überhaupt erreichen könnte. Mir tut nur der Richter leid, der sich damit gründlich sein Hirn verbiegen darf.

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