Unter Bitcoin-Maximalisten, Libertären und Corona-Verharmlosern

Bühne und Sitzplätze der UNCHAIN. Bildrechte komplett bei Anastasya Stolyarov.

Am vergangenen Wochenende fand in Frankfurt am Main die UNCHAIN statt – die erste Bitcoin-Konferenz „in Echt“, seit die Welt Corona hat. Über die Sorgen von Mitveranstalter Oskar Giese und seine Vorfreude haben wir schon berichtet. Ich selbst hatte keine Zeit, teilzunehmen, doch einer meiner Leser, Whimsy, war dort. Er hat mir einen lebendigen Bericht geschickt, der viel Begeisterung versprüht, aber auch nicht mit Kritik geizt. Den Bericht veröffentliche ich hier mit minimalinvasiven Korrekturen.

Von Whimsy

Die UNCHAIN fand im Zentrum Frankfurts in der Volksbühne statt. Das ist ein kleiner Veranstaltungssaal mit ungefähr 300 Sitzplätzen. Insgesamt war die Location recht überschaubar, was aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl jedoch eine sehr familiäre Stimmung hervorgerufen hat. Die Konferenz wurde an beiden Tagen auf zwei Teile aufgeteilt: Vormittags fanden die Talks auf der Bühne statt, nachmittags gab es ein Come Together an einer anderen Location. Ich vermute, dass der zweite Teil sogar noch viel spannender war, jedoch war ich aus unterschiedlichen Gründen lediglich beim ersten Teil mit dabei.

Ich kann auch nicht mehr jeden Talk reproduzieren – gerade am ersten Tag war ich sehr erschöpft, und manche Vorträge, die ich eher langweilig fand, sind einfach an mir vorübergegangen. Aber ich werde hier wiedergeben, was Erinnerung und Notizen hergeben.

Tag 1: Lightning, Gold und Libertäres

Am ersten Tag war Theo Goodman der Showmaster. Wer früher schon einmal auf der UNCHAIN war, dürfte ihn kennen. Er hat mit seinem ersten Vortrag zur Einleitung einen sehr gelungenen Start hingelegt. Dabei ging es um die aktuelle Lage an den Finanzmärkten, um Banken, Börsen, WireCard, Korruption, die EZB, die BaFin und mehr. Besonders gefallen hat mir die lockere und humorvolle Art des Vortrags.

Darauf folgte ein Vortrag von Aaron Koenig, der Bitcoin und Gold verglich. Er wurde zwar nicht viel geistreicher als die üblichen „Tabellenvergleiche“, gab aber die eine oder andere historische Anekdote, etwa zum Gold-Standard, zum Besten, was ich sehr unterhaltsam und auch lehrreich fand.

Anschließend kam die erste von drei Frauen als Vortragende auf die Bühne, Olga Ukolova von Pandora Core. Sie sprach eher allgemein bleibend über Unabhängigkeit, persönliche Freiheit und Libertarismus. Da ich mich erst seit kurzem mit einer liberalen bzw. libertären Lebenseinstellung beschäftige, war es für mich interessant, diese Gedankengänge kennenzulernen. Das zieht sich ja auch wie ein roter Faden durch die UNCHAIN. Ansonsten wirkte Olga auf mich etwas egozentrisch und arrogant, und ich habe mich gefragt, ob es da einen Zusammenhang gibt. Im nächsten Talk konkretisierte ein Kollege von Olga, wie man die von ihr beschriebene libertären Ziele erreichen kann. Allerdings habe ich da nicht wirklich viel mitgenommen. Mir kam es vor, als würde er viel um den heißen Brei herum reden, so dass man zwar immer zustimmend nicken kann, aber nicht wirklich etwas mitnimmt.

Ohne Saxophon und Cello wäre es nicht die UNCHAIN. Alle Bildrechte bei Anastasya Stolyarov

Den Vortrag von Jeff über Fulmo habe ich leider verpasst, es ging um das Lightning-Netzwerk und deswegen wäre er vermutlich wirklich spannend gewesen. Ich habe aber die Fragerunde danach mitbekommen und bekam das Gefühl, dass Lightning immer noch nicht richtig in der Bitcoin-Community angekommen ist – und das inmitten zahlreicher Bitcoin-Maximalisten – da sehr viele „einfache“ Fragen gestellt wurden: Welche Arten von Nodes gibt es und wie unterscheiden sich diese? Full-Nodes, Light-Nodes, LND-Nodes, und so weiter? Die darauf folgende Vorstellung von nodl.it hat mich ziemlich gelangweilt, da es gefühlt nur Werbung für deren Bitcoin- bzw. Lightning-Node war, was ich als eingefleischter Linux-Nutzer und Bastler eh nicht kaufen würde. Aber für andere war das bestimmt interessant.

Beim letzten Talk von Federico Tenga bin ich glaube ich eingeschlafen. Das lag aber nicht unbedingt am Inhalt, sondern an meiner Erschöpfung. Die Reise, der lange Tag, die vielen Informationen und die vielen Begegnungen hatten mich zu dem Zeitpunkt schon etwas ausgelaugt. Wer mal eine Konferenz besucht hat, ohne es gewohnt zu sein, dürfte das kennen. Abschließend gab es noch eine Panel-Diskussion mit vier Teilnehmern über Self-Sovereignty, was das für die einzelnen Teilnehmer bedeutet usw. usf. (Anfangs hatte ich das Thema falsch verstanden und gehofft, dass es um SSI geht). Mir persönlich blieb die Diskussion etwas zu oberflächlich. Es gab viel Zustimmung, aber wenig tiefen Inhalt.

Tag 2: Genial und wahnsinnig, treffend und daneben

Der zweite Tag wurde von Aaron Koenig geleitet, den ich schon am Tag zuvor durch seinen Vergleich von Bitcoin und Gold kennengelernt hatte. Der Tag begann gleich mit einem extrem spannenden Vortrag, der zu meinem persönlichen Konferenz-Highlight wurde:

Pavol Luptak von der Prager Paralelní Polis hat als Krypto-Anarchist gezeigt, wie man aus „dem System“ ausbrechen kann, um ein freies Leben zu gewinnen. Mit dem System meint er etwa das klassische Finanz-/Verwaltung-/Behördensystem. Pavol stellt verschiedene Wege vor, dieses System zu verlassen: Durch den Aufenthalt in einem günstigen Land (keine Staatsbürgerschaft), einen günstigen Standort fürs Unternehmen, die Umstellung aller Finanzen auf Crypto only, die Kündigung aller Bankkonten, Nutzung internationaler SIM-Karten ohne Verifizierung, private und internationale Krankenversicherung, und vieles mehr … Da ich mich ebenfalls als Kypto-Anarchist bezeichnen würde, habe ich hier sehr viel gelernt; die vielen Fragen aus dem Publikum am Ende des Talks zeigen, dass nicht nur ich den Talk spannend fand. Etwas gefehlt hat mir aber eine kritische Selbstreflexion, etwa, welche Methoden lediglich dem eigenen Vorteil (Steuervermeidung) dienen, und wie man trotzdem seinen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann.

Sehr passend dazu war der Vortrag der zweiten weibliche Speakerin – Grace Torrellas von Blockchain4Humanity: Sie hat die bei Pavol fehlenden sozialistischen Aspekte aufgegriffen und gezeigt, wie Blockchain für mehr Gerechtigkeit und eine bessere Welt eingesetzt werden kann. Ich fand das Thema super spannend, und Grace hat auch einige Beispiele genannt. Allerdings habe ich nicht wirklich verstanden, wie diese nun umgesetzt werden sollen. Zuletzt hat Grace gezeigt, wie in der aktuellen Krise armen Bauern mittels einer Bitcoin-Wallet aus der finanziellen Schieflage geholfen werden konnte – leider ist mir auch hier nicht klar, wie das konkret funktioniert hat, geschweige denn woher die BTC kamen.

Aaron Koenig (l) und Giacomo Zucco (r). Bildrechte komplett bei Anastasya Stolyarov.

Als nächstes war Giacomo Zucco auf der Bühne. Dummerweise habe ich mich vorher über ihn informiert und war bereits voreingenommen (zum Beispiel auf dem Bitcoinblog.de). Aber man hätte auch so nach paar Minuten bemerkt, dass der Typ definitiv einen Schlag weg hat. Er hat Bitcoin sowie andere Assets (FIAT, Gold, Silber, Rinder, Lightning-BTC, „Shitcoins“) unter den Aspekten Store of Value, Medium of Exchange und Unit of Account bewertet. Dabei hat er es sich ziemlich einfach gemacht und die Punkte so vergeben, dass Bitcoin immer als Sieger dastand. Der Vortrag war schon unterhaltsam, aber als Zuhörer wurde man mit so viel Inhalt, Meinung und Ideologie überflutet, dass es gar nicht möglich war, selbst mitzudenken oder kritisch zu hinterfragen. Ein wenig kam seine Bewertung von Bitcoin und anderen Coins wie eine Gehirnwäsche einer Ideologie rüber. In der anschließenden Fragerunde hat die Aussage „In the end I am right and everything else is wrong“ seine Kritikfähigkeit und Diskussionsbereitschaft nochmal unterstrichen (zugegeben ist das aus dem Kontext gerissen, spiegelt aber mein Bauchgefühl von dem Vortrag ganz gut wider).

Den Vogel abgeschossen hat jedoch Thorsten Polleit vom Degussa Goldhandel im nächsten Talk. Zunächst ist der Professor – anders als alle anderen Vortragenden – im Anzug auf die Bühne getreten und hat eine Rede vom Rednerpult abgelesen. Das kam irgendwie fehl am Platz und sehr „steif“ rüber. Gestartet hat er mit einer Danksagung an die Demonstranten in Berlin, welche gerade gegen die Corona-Auflagen demonstriert haben und er hat dazu aufgerufen, sich das alles nicht gefallen zu lassen und sich der Bewegung ebenfalls anzuschließen – Applaus im Saal. Sein Vortrag hat sich viel um Unabhängigkeit, Österreichische Schule, usw. gedreht. Wer das nicht kennt, dürfte es interessant gefunden haben, bei mir ist nicht viel hängen geblieben, da wenig neues dabei war. Am Ende des Vortrags kritisierte Polleit die derzeitigen staatlichen Corona-Subventionen als ein Mittel der Regierung, um bestimmte Wirtschaftsbereiche zu stärken und andere gewollt zusammenbrechen zu lassen. Das ging ja noch. Dann aber sagte er: „Wenn die Regierungen alles Retten – Banken, Unternehmen, Konsumenten –, dann führt das zu einem Wirtschaftssystem, wie man es in der Zeit der Nationalsozialisten hatte.“ Ich finde diesen Vergleich unangebracht und populistisch. Weil Herr Polleit auch noch eine Honorarprofessur der Uni Bayreuth innehält, an welcher ich derzeit studiere, versank ich im Fremdschämen.

Die Mittagspause wurde nach hinten verschoben und so hat noch Ursula O’Kuinghttons ihren Talk gehalten, an welchen ich mich jedoch leider nicht mehr erinnern kann. Nach der Pause gab es die zweite Panel-Diskussion, diesmal über das Thema dezentrale Finanzen. Giacomo Zucco hatte noch einmal die Gelegenheit, jedes Projekt außerhalb der Bitcoin-Welt schlechtzureden. In der 4er-Gruppe bestand der Konsens, dass DeFi derzeit die dritte Scam-Welle nach nutzlosen Coins und ICO’s darstellt und es konnte – auch nach expliziter Nachfrage – kein seriöses Projekt genannt werden. Nichts desto trotz sahen die Diskutierenden ein großes Potenzial in der Zukunft, sobald die Projekte erwachsen geworden sind.

Als nächstes hat  Andreas Petersson nicht-fungible Token vorgestellt und diese mit fungiblen Token verglichen. Dabei hat er auch sein Projekt präsentiert, Cryptostamps, das für die österreichische Post Briefmarken als Token auf der Ethereum-Blockchain abbildet. Der Vortrag war eine nette Abwechslung, da es mal um Token und Ethereum ging. Spannend fand ich auch den Vortrag von Carlos Roldan von Satoshi’s Games. Er kritisiert das geschlossene Ökosystem von Spielen, etwa, dass Belohnungen wie Waffen oder Skins nur in einem Spiel eingesetzt werden können und man sie in der Regel auch nicht auszahlen kann. Aus diesem Grund hat Satoshi’s Games ein Spiel namens LightNite entwickelt (Beta), welches die Auszahlung von Rewards per Lightning ermöglicht sowie Assets aus dem Spiel (digitale Collectibles) auf der Liquid Sidechain übertragen können soll. Passend dazu gibt es eine SDK, über welche Spieleentwickler die Funktionen in ihr Spiel einbauen können. Aus welchem Anreiz heraus das ein Entwickler einbauen soll und woher die ausgezahlten Coins stammen, wurde mir hingegen nicht klar.

Im letzten Talk hat Lando Rothbardian Shopinbit vorgestellt, was ein Onlineshop mit über 90.000 Artikeln ist, bei welchem man ausschließlich mit Kryptowährungen bezahlen kann. Außerdem betreibt er SatoshiGoods.com, was ein Onlineshop für Crypto-Merchandise ist.

Corona-Verharmlosung

Lange habe ich überlegt, ob ich dazu etwas schreibe oder nicht. Aber die negativen Äußerungen zu den Corona-Maßnahmen waren derart omnipräsent und sind mir so sauer aufgestoßen, dass ich etwas dazu sagen muss. Über den Vortrag von Thorsten Polleit habe ich mich ja schon geärgert.

Dass sich nicht alle Personen zu jeder Zeit an Abstandsregeln und Maskenpflicht gehalten haben, war nicht das Problem. Viele Personen auf der Konferenz identifizierten sich mit dem Libertarismus, und da passt es ja grundsätzlich nicht, dass der Staat irgendwelche Vorgaben macht. Ein Teilnehmer bei der ersten Diskussionsrunde hat es auch sehr gut beschrieben: “Ich habe kein Problem damit, eine Maske zu tragen, ich habe ein Problem damit, dass mich der Staat dazu zwingt.“. Ich fand diese Aussage sehr interessant, da ich so die Gedankengänge nachvollziehen konnte und den Punkt durchaus verstehe. Freigeister lassen sich eben nicht gerne etwas befehlen, und unter Bitcoinern und Libertären findet man viele Freigeister. Aber ich frage mich, ob man gesundheitsschützende Maßnahmen lediglich ablehnen sollte, weil die Regierung einen dazu zwingt? Kann man hier nicht selbst denken, anstatt sich indirekt bzw. inversiv seine Einstellung vom Staat aufzwingen zu lassen?

Positiv anmerken möchte ich jedoch, dass von Seiten der Organisatoren auf die konsequente Einhaltung zahlreicher Maßnahmen geachtet wurde, jedoch hat man mehrmals auf der Bühne betont, man mache das nur, damit die Veranstaltung nicht dicht gemacht wird. Ein wenig, als würde man sich dafür schämen. Außerdem hat ein Speaker auf der Bühne kritisiert, dass die aktuellen Tests nicht zuverlässig seinen, was meinem Kenntnisstand nach schlichtweg falsch ist und auch nicht unbedingt in die Fachkompetenz des Sprechers fiel.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Speaker sowie Teilnehmer mehr Dankbarkeit für die Zulassung der Konferenz unter Auflagen gezeigt hätten, anstatt die eigene Bequemlichkeit und Ideologie dem Schutz einer Gesellschaft voranzustellen.

Dennoch eine sehr gelungene Veranstaltung

Es kann sein, dass manches, was ich geschrieben habe, zu negativ klang. Ich war nicht mit jedem Speaker einverstanden und fand nicht jeden Vortrag spannend. Aber das bedeutet nicht, dass ich die UNCHAIN nicht genossen hätte. Das habe ich, und zwar sehr. Ich fand es unglaublich spannend, die Ideale der Bitcoin-Maximalisten und Libertären besser kennenzulernen, und ich denke, dafür war die UNCHAIN absolut perfekt.

Etwas schade fand ich, dass die Konferenz größtenteils Bitcoin sowie assoziierte Themen behandelt hat. Das wäre an sich kein Problem, jedoch fühlte ich mich nach den zwei Tagen wie in einer Bubble, bei der Bitcoin hoch gepriesen wird, alle Herausforderungen löst und alle anderen Coins würde eh keiner benötigen.

Außen vor blieb auch jede kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen des Bitcoin Netzwerks, beispielsweise mit der Skalierung, den Gebühren oder der Privatsphäre.

Nichts desto trotz war es eine gelungene Veranstaltung und den Veranstalter möchte ich ein großes Lob aussprechen, gerade in der aktuellen Situation trotzdem eine von sehr wenigen Conventions zu veranstalten.

Fandet ihr den Bericht interessant? Wenn ja, könnt ihr Whimsy eure Dankbarkeit mit ein wenig Bitcoin-Spenden erweisen. Die Gebühren sind gerade erträglich, so dass man auch kleinere Summen versenden kann. Die Spende bitte an die 3QGigmWtcugUTQABTb8XWKJxD8mhMLFvDg schicken (im Link ist ein QR-Code).

Über Christoph Bergmann (1877 Beiträge)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder. Christoph hat vor kurzem ein Buch geschrieben: Bitcoin: Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes. Das Buch stellt Bitcoin in seiner ganzen Pracht dar. Ihr könnt es direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen - natürlich auch mit Bitcoin - oder auch per Amazon. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden in Bitcoin, Bitcoin Cash oder Bitcoin SV an die folgende Adresse: 1BergmanNpFqZwALMRe8GHJqGhtEFD3xMw. Wer will, kann uns auch Hier mit Lightning spenden. Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Wer dies privat machen möchte, sollte meinen PGP-Schlüssel verwenden.

41 Kommentare zu Unter Bitcoin-Maximalisten, Libertären und Corona-Verharmlosern

  1. Akkurate Darstellung der Unchain, ich möchte jedoch anmerken, dass es in meinem Vortrag nur die ersten 3 Minuten um meine Stores ging und ich danach den Bitcoin Adoptionskreislauf vorgestellt habe. Diesen gibt es auch hier auf Deutsch zu sehen:

  2. Sehr guter Beitrag. Die Ausführungen vom Autor zur lächerlichen Kritik an den Corona-Maßnahmen und der kindlichen Haltung, allein aus Trotz das Tragen der Maske abzulehnen (weil der Staat es vorschreibt), kann ich so 1zu1 unterschreiben. Die Leute halten sich vielleicht für besonders clever, bewegen sich mit ihrer Trotzhaltung aber auf dem geistigen Niveau eines 5-Jährigen.

    Mit dem Libertarismus kann ich ebenfalls nichts anfangen. In meinen Augen steckt hinter der Ablehnung des Staates im Kern nichts anderes als Egoismus. Man sieht sich selbst als Leistungsträger (und ist es häufig auch) und die anderen mit weniger Talent und Glück sollen halt sehen wo sie bleiben. Ganz nach dem Motto „Solange jeder nur an sich selbst denkt, ist an alle gedacht“. Zu welcher sozialen Ungleichheit das auf Dauer führt, kann man zum Beispiel in den USA sehen. Während die eine Hälfte der Gesellschaft wirklich gar nichts an Vermögen besitzt und den Lebensstandard eines Staates in der dritten Welt hat, leben die oberen 10% völlig entkoppelt vom Rest der Gesellschaft. Wenn der Staat hier nicht eingreift, verfestigt sich dieser Zustand durch Erbe und die niedrigen Steuern auf Kapitalerträge (im Vergleich zu Einkommen aus Arbeit) immer weiter. Da lebe ich lieber in einem Staat, wo die Leistungsträger immer noch deutlich mehr haben als die „Minderleister“, aber den talentfreien Menschen zumindest ein Leben in Würde ermöglicht wird. Das bedeutet ein Dach über dem Kopf, etwas zu Essen und ein Mindestlohn/Mindestrente. Da haben wir mit der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland ein weitaus besseres Modell als die US-Amerikaner und trotzdem ist es für die ehrgeizigen und talentierten Bürger möglich, ein deutliches Vermögen anzuhäufen!

    • —-> In meinen Augen steckt hinter der Ablehnung des Staates im Kern nichts anderes als Egoismus.

      Vielen Dank für deine Ausführung und das Beispiel. Das hilft mir enorm in meinem andauernden Prozess mich zu diesen Themen zu positionieren.

      Leider ist es aber auch bei uns in Deutschland (nicht zuletzt aufgrund zahlreicher politischer Entscheidungen) so, dass Menschen von ihrem Einkommen aus Arbeit nicht mehr leben können und die Börsengeier und co. sich auf ihren Kapitalerträgen ausruhen können.

  3. Vielen Dank für die Zusammenfassung als Gastautor!

    Ich habe mir lange überlegt, ob ich auch komme, aber aufgrund der aktuellen Lage und im schlimmsten Falle meinen Kindern eine Quarantäne „mitzubringen“, habe ich mich dagegen entschieden, Home Schooling im letzten Schuljahr war schon anstrengend genug.

    bekam das Gefühl, dass Lightning immer noch nicht richtig in der Bitcoin-Community angekommen ist – und das inmitten zahlreicher Bitcoin-Maximalisten – da sehr viele „einfache“ Fragen gestellt wurden

    Ich frage mich manchmal, wie viele Maxis Bitcoin überhaupt tatsächlich nutzen und nicht nur HODLn oder vielleicht noch den ein oder anderen Trade machen. Da muss man den Maximalismus über alles natürlich propagieren, damit andere nicht auf die Idee kommen, über den Tellerrand zu schauen…

    Pavol Luptak von der Prager Paralelní Polis hat als Krypto-Anarchist gezeigt, wie man aus „dem System“ ausbrechen kann, um ein freies Leben zu gewinnen.

    Die Leute dort in Prag haben eine wohl ziemlich geniale Community aufgebaut, auch sehr öffentlichkeitswirksam, zuletzt mit ihren riesigen Plakaten „Leckt uns am Arsch“:

    Die haben auch einen Kongress HCPP, den ich dieses Jahr auch eigentlich besuchen wollte, aber aus gleichen Gründen wie die UNCHAIN erstmal auslasse…

    Als nächstes war Giacomo Zucco auf der Bühne. Dummerweise habe ich mich vorher über ihn informiert und war bereits voreingenommen (zum Beispiel auf dem Bitcoinblog.de). Aber man hätte auch so nach paar Minuten bemerkt, dass der Typ definitiv einen Schlag weg hat.
    […]
    „In the end I am right and everything else is wrong“

    LOL, das merkt man in der Tat sofort, er weicht jeglicher inhaltlicher Diskussion aus, auf Twitter hat er mich direkt blockiert als ich anderer Meinung war als er. Schöne kleine Blase und ja nie selbst kritisch reflektieren.

    Gestartet hat er mit einer Danksagung an die Demonstranten in Berlin, welche gerade gegen die Corona-Auflagen demonstriert haben und er hat dazu aufgerufen, sich das alles nicht gefallen zu lassen und sich der Bewegung ebenfalls anzuschließen

    Unbedingt, Schulter an Schulter mit den Reichkriegsflaggen mitlaufen, mehr Freiheit geht gar nicht! Und ich kann die Kritik an einzelnen politischen Entscheidungen durchaus verstehen, aber jedem musste im Vorfeld klar sein, wer da (mit)aufruft und man hat es verpasst, sich klar zu distanzieren.

    Dann aber schwang er die Nazi-Keule und bezeichneten die aktuelle Situation als „sehr ähnlich, was wir damals gesehen haben“. Angesichts der Historie seines Unternehmens hätte er den Vergleich besser gelassen.

    Das schießt natürlich den Vogel vollends ab.

    Als nächstes hat Andreas Petersson nicht-fungible Token vorgestellt
    […]
    Passend dazu gibt es eine SDK, über welche Spieleentwickler die Funktionen in ihr Spiel einbauen können. Aus welchem Anreiz heraus das ein Entwickler einbauen soll und woher die ausgezahlten Coins stammen, wurde mir hingegen nicht klar.

    Das kann durchaus spannend sein, „fleißige“ Spieler können sich z.B. Items wie bessere Ausrüstungsgegenstände erspielen oder z.B. kreieren und diese an andere Spieler verkaufen, so wie es schon in Second Life z.B. mit Linden Dollar möglich war.
    Solche nicht-fungiblen Token lassen sich auch z.B. für ein Ticketing System beliebiger Veranstaltungen nutzen, je nach Implementierung sogar mit Rechten zur Übertragung / Weiterverkauf, mit der Sicherheit ein gültiges Ticket erhalten zu haben, welches der Wiederverkäufer nicht an zehn weitere verkauft hat wie z.B. bei einem PDF oft der Fall.

    Außen vor blieb auch jede kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen des Bitcoin Netzwerks, beispielsweise mit der Skalierung, den Gebühren oder der Privatsphäre.

    Genau das wäre der springende Punkt für mich gewesen, die Veranstaltung zu besuchen und die Konfrontation mit verblendeten Maxis zu suchen. Auch wenn man die Antworten kennt… Skalierung geht „unendlich“ per Lightning, bei Blockstreamern alternativ mit Liquid, Gebühren dito und die Privatsphäre ist eh schon gut genug und wird mit den oben genannten auch noch um Welten besser… Auf Ethereum draufhauen, weil es kürzlich ein Fee-Flippening gab (dabei „vergessen“, dass die Chain bereits 4x so viele Tx verarbeitet), auf Monero draufhauen, weil man den Supply nicht auditieren könnte (was man problemlos kann) und dabei ignorieren, dass langfristig wohl beide überrunden werden, weil sie aktiv weiterentwickelt werden und Probleme nicht ausblenden.

    • Lieber Paul,

      tatsächlich habe ich nach dir Ausschau gehalten, ich bin auch einer der unzähligen stillen Mitleser aller deiner Kommentare 😀
      Dadurch habe ich nicht nur Monero lieben gelernt, sondern sehe mittlerweile die Bitcoin-Community als nicht progressiv und toxisch an. Dieses Feingefühl habe ich mir aber nach monatelangem Lesen deiner Kommentare angeeignet 🙂
      (da ich nicht weiß, wie man hier die Zitate einfügt, antworte ich der Reihe nach. Vielleicht hast du zu den Kommentaren einen Tipp)

      —-> Ich frage mich manchmal, wie viele Maxis Bitcoin überhaupt tatsächlich nutzen und nicht nur HODLn

      Passend dazu war ein Teilnehmer in einem orangenen Anzug gekleidet mit dem Bitcoin-Logo und einer fetten Aufschrift „HODL“. Und ein Speaker hat als ersten Schritt der Massenadaption ebenfalls das „HODLn“ gepriesen und dazu aufgefordert, nur das nötigste Geld/Coins auszugeben (war jedoch auf alle Ausgaben bezogen).

      —-> Die haben auch einen Kongress HCPP

      Vielen Dank für den Tipp, vielleicht schaue ich vorbei, dann gibt es wieder eine Zusammenfassung :p

      —-> […] aber jedem musste im Vorfeld klar sein, wer da (mit)aufruft

      Da die Demo am selben Tag war wie der Talk gehe ich mal davon aus, dass zu dem Zeitpunkt die Umstände und Geschehnisse vom letzten Wochenende noch nicht bekannt waren. Umso mehr hoffe ich, dass Herr Professor nun in noch mehr Scham versinkt.

      —-> Solche nicht-fungiblen Token lassen sich auch z.B. für ein Ticketing System beliebiger Veranstaltungen nutzen, je nach Implementierung sogar mit Rechten zur Übertragung / Weiterverkauf

      Wenn ich das richtig verstanden habe, funktionieren genau so die Cryptostamps. Zumindest lassen sich diese mehrmals verwenden, vielleicht kann man die aufladen oder ähnlich. Eine Weitergabe wäre dann natürlich auch denkbar.

      —-> Genau das wäre der springende Punkt für mich gewesen

      Genau so ging es mir auch. Ich denke, dass dazu der zweite Teil der Konferenz am Besten geeignet gewesen wäre – nächstes Mal also unbedingt mitnehmen.

      • Paul Janowitz // 4. September 2020 um 23:50 //

        tatsächlich habe ich nach dir Ausschau gehalten, ich bin auch einer der unzähligen stillen Mitleser aller deiner Kommentare 😀
        Dadurch habe ich nicht nur Monero lieben gelernt, sondern sehe mittlerweile die Bitcoin-Community als nicht progressiv und toxisch an. Dieses Feingefühl habe ich mir aber nach monatelangem Lesen deiner Kommentare angeeignet 🙂

        Das erfreut mich ja doppelt, ich habe zwar persönlich nichts davon, wenn ich über Monero schreibe, aber ich bin überzeugt davon, dass es der beste Bargeldersatz ist, der aktuell da ist und ständig weiterentwickelt wird, heute gab es im Testnet die erste Transaktion mit CLSAG, die 1 Input, 2 Outputs „nur“ noch 1,4kB groß ist statt 1,7-1,8. Mag nicht viel klingen, aber es sind über 20% und im Vergleich zu den ursprünglichen RingCT mit 13,7kB eben knapp 90% binnen 3 Jahren, sogar mit größerer Ring Größe… Mit der aktuellen Triptych Entwicklung könnten auch unter 1kB möglich sein, selbst bei Ring Größen von 64 statt der aktuellen 11.

        (da ich nicht weiß, wie man hier die Zitate einfügt, antworte ich der Reihe nach. Vielleicht hast du zu den Kommentaren einen Tipp)

        Das geht so, ähnlich wie bei HTML oder einer anderen Markup-„Sprache“ per „blockquote“:

        Daneben funktioniert hier noch „strong“, „i“ und „del“ zum Strukturieren längerer Kommentare.

        Vielen Dank für den Tipp, vielleicht schaue ich vorbei, dann gibt es wieder eine Zusammenfassung :p

        Würde mich freuen, wenn das für Dich passt. Wie gesagt, ich habe zwei kleine Kinder und ich will in der aktuellen Lage keine Quarantäne wegen vermeidbarer Ausflüge riskieren, Homeschooling haben wir schon zu Genüge durchgemacht. Als Student kann man das hätte ich das wahrscheinlich eher riskiert 😀

        Wenn ich das richtig verstanden habe, funktionieren genau so die Cryptostamps. Zumindest lassen sich diese mehrmals verwenden, vielleicht kann man die aufladen oder ähnlich. Eine Weitergabe wäre dann natürlich auch denkbar.

        Kann ich mir vorstellen, aber Ethereum als Blockchain dafür zu verwenden ist zumindest aktuell ziemlich abenteuerlich, da selbst zu „normalen“ Zeiten vor dem DeFi Wahn die Gas Fee einen ziemlich großen Anteil an der Denotation der Briefmarke ausmachen dürfte…
        Counterparty wollte das auf dem Bitcoin Netzwerk abbilden, wenn ich mich richtig entsinne noch vor Ethereum gelauncht, war seiner Zeit aber scheinbar zu früh und Vitalik konnte die Aufmerksamkeit besser an sich reißen.
        Fluffypony baut mit Pari Labs etwas ähnliches als Monero Sidechain mit Merge Mining und Mimble Wimble. Das ist schon ziemlich fortgeschritten, aber wer Lust hat, kann sich jederzeit in deren regelmäßigen Dev Meetings einklinken und auch einbringen, ähnlich wie bei Monero eben.

        Genau so ging es mir auch. Ich denke, dass dazu der zweite Teil der Konferenz am Besten geeignet gewesen wäre – nächstes Mal also unbedingt mitnehmen.

        Falls sich die allgemeine Rahmensituation bis dahin bessert, bin ich wahrscheinlich auch gerne dabei! Dieses Jahr fällt seit 36 Jahren auch das erste Mal der CCC-Kongress am Jahresende aus bzw. wird remote veranstaltet von lokalen Hackerspaces in ganz Deutschland…

      • Das erfreut mich ja doppelt, ich habe zwar persönlich nichts davon, wenn ich über Monero schreibe, […]

        Das du nichts davon hast, dürfte möglicherweise stimmen, ich vermute aber gerade die Monero-Community ist durch so viel Aktionismus und Überzeugung geprägt, dass man das „Know-How“ und die Details gerne weiter trägt/erzählt.
        Ich habe letztens an einer Bushaltstelle in der Nähe zwei Monero-Aufkleber gesehen, das wäre sogar als Bitcoin besonders gewesen (der Ort ist wirklich nicht groß..)

        […] heute gab es im Testnet die erste Transaktion mit CLSAG, […]

        Woher hast du die ganzen tiefgehenden Einblicke (oftmals sehr technischer Natur, Props dafür)? Muss man sich dazu aktiv in der Community beteiligen (z. B. bei den Dev-Meetings) oder gibt es z. B. auch eine wöchentliche/monatliche Zusammenfassung aller Entwicklungen im Netzwerk und der Community?

        Das geht so, ähnlich wie bei HTML oder einer anderen Markup-„Sprache“ per „blockquote“:

        Danke 🙂

        Als Student kann man das hätte ich das wahrscheinlich eher riskiert 😀

        Aufmerksam gelesen! 😉

        […] selbst zu „normalen“ Zeiten vor dem DeFi Wahn die Gas Fee einen ziemlich großen Anteil an der Denotation der Briefmarke ausmachen dürfte…

        Nunja, Ethereum setzt alles auf die Neuauflage, falls diese nicht klappt, wird das Auswirkungen auf den ganzen Crypto-Markt haben.
        Alleine das Vertrauen, welches dadurch verloren gehen dürfte..

        Achja, und kannst du mir zufällig sagen, was aus der Hardware-Wallet geworden ist?
        Wie ich das gesehen habe, ist das Projekt eingeschlafen oder hat z. B. das Funding nicht ausgereicht?

      • Paul Janowitz // 7. September 2020 um 8:04 //

        ich vermute aber gerade die Monero-Community ist durch so viel Aktionismus und Überzeugung geprägt, dass man das „Know-How“ und die Details gerne weiter trägt/erzählt.

        Dem ist nichts weiter hinzuzufügen 😉

        Woher hast du die ganzen tiefgehenden Einblicke (oftmals sehr technischer Natur, Props dafür)? Muss man sich dazu aktiv in der Community beteiligen (z. B. bei den Dev-Meetings)

        Alle zwei Wochen findet ein Dev Meeting im IRC statt, die Logs werden eigentlich veröffentlicht, aber oft verpeilt, daher unvollständig: https://www.getmonero.org/blog/tags/dev%20diaries.html
        Aber jeder kann dem IRC #monero-dev beitreten und mitlesen (oder sich auch einbringen).
        Das relevanteste bekommt man aber auch auf Reddit /r/monero mit oder im ziemlich toxischen Crypto-Twitter 😀
        Mein persönliches Highlight ist immer wieder der monatliche Bericht von Sarang, einem der von der Community bezahlten Researcher: https://repo.getmonero.org/monero-project/ccs-proposals/-/merge_requests/148#note_10239
        Dazu gibt es auch immer einen Thread bei Reddit, wo man bei ihm direkt nachhaken kann, falls man etwas nicht versteht. Er ist der Author des (wahrscheinlich) zukünftigen Signaturschemas Triptych und sogar bereits einer Erweiterung davon, die aber mathematisch noch nicht genügend Peer Reviews hat.
        Meine Lernkurve hat sehr stark mit https://monero.stackexchange.com angefangen, wo ich mich tagelang eingelesen habe, bis ich meine ersten Antworten verfasst habe und dazu oft in den Code oder weitere Quellen recherchieren musste. In dieser Zeit wurde mir klar, wie viele Probleme durch die dynamische Block Größe, dynamischen Gebühren und die Tail Emission gelöst werden, wovon in Bitcoin bis heute niemand spricht. Danach war ich Admin der Monero Telegram Gruppen und bin das noch inaktiv, aber das ist ein Zeitkiller ohne Vergleich und daher derzeit inaktiv.

        Achja, und kannst du mir zufällig sagen, was aus der Hardware-Wallet geworden ist?
        Wie ich das gesehen habe, ist das Projekt eingeschlafen oder hat z. B. das Funding nicht ausgereicht?

        Leider bleibt auch das Monero nicht verschont, dass ein Projekt scheitert… Ich kann nicht sagen, woran Benedikt genau gescheitert ist, er hat aber auch nicht das gesamte Funding abgerufen, das letzte Update dazu wirst Du hier finden:

        Es gibt aber einen wahrscheinlichen Nachfolger, der sogar noch vielversprechender ist, da nicht einmal View Keys das Wallet verlassen müssen, um die Blockchain zu scannen: https://rmxwallet.io
        Die hatten auch eine Präsentation in Prag beim letzten HCPP, aber seitdem ist afaik leider auch nicht mehr viel passiert. Müsste jemand aus der Community wieder pushen, wenn Du Zeit und Lust hast vielleicht Du 😉

    • „Unbedingt, Schulter an Schulter mit den Reichkriegsflaggen mitlaufen, mehr Freiheit geht gar nicht! Und ich kann die Kritik an einzelnen politischen Entscheidungen durchaus verstehen, aber jedem musste im Vorfeld klar sein, wer da (mit)aufruft und man hat es verpasst, sich klar zu distanzieren.“
      Um an dieser Stelle die (nötige) Diskusion zu versachlichen: Die Kundgebung, von der ausgehend ‚der Reichstag gestürmt‘ wurde, war seperat angemeldet und zwar als Kundgebung vor dem Bundestag (also dem Reichtagsgebäude) und sie war genehmigt wurden und stand nie in Frage. Das Demonstrationsrecht gilt halt auch für Anhänger der ‚Reichsbürger‘. Die Demonstration gegen die Corona Masnahmen hatte nichts mit dieser Kundgebung zu tun, leider wird die Diskusion an dieser Stelle sehr polemisch geführt, was die Fronten weiter verhärtet.

      Versachlichung täte not, zumal die Demonstration gegen die Corona Massnahmen erst von Berliner Senat verboten was unmittelbar vor dem geplanten Termin von zwei Gerichten letztinstanzlich kassiert wurde. Ich werde hier nicht spekulieren, inwieweite der Wille zu zeigen ‚wir wussten schon warum‘ Pate gestanden hat oder Übereifer oder was auch immer. Es sollte sich eigentlich verbieten, wir hatten in diesem schon oft kontroverse Demonstrationen und sind mit Achtung des Demonstrationsrechts immer gut gefahren.

  4. Danke für den Bericht! Dazu passt ergänzend dieses Interview ganz gut, den Vortrag von Jeff hat der Autor ja leider verpasst.

    https://beincrypto.de/jeff-gallas-vom-fulmo-shop-im-interview/

  5. Danke für den schönen Artikel! Auch mit der Klassifizierung als „Corona-Verharmloser“ (vs. Kampfbegriff „Corona-Leugner“) auf dem neuen politischen Korrektheits- bzw. Wokeness-Barometer lässt es sich leben… in irgendeine Schublade muss man ja heute:)

    • Sehr elegante/schlagfertige Antwort auf die Kritik 😉
      Aber ja, die Klassifizierung/Unterscheidung war bewusst so getroffen

  6. Sehr interessanter Bericht, merci dafür.
    Ich wäre jedoch nicht so gut gelaunt da heraus spaziert wie der Christoph, mit Corona Leugnern komme ich nicht klar. Schauen die kein Fernsehen, habe sie nicht gesehen was in anderen Ländern los war/ist?
    @Thomas Lenz, schließe mich dir an.
    @Paul als Gastautor heute wieder besonders gut! 🙂
    Wie dieser steife Professor wohl reagieren würde, wenn man ihn fragen würde, was er von dem Design dieser DeFi Seite hält?
    https://harvest.finance/

    • Sehr seriös wirkendes DeFi Projekt, all-in! Irgendwie kann man an die Sache nur noch mit Satire herangehen 😀

    • Ich schaue tatsächlich normalerweise gar kein lineares TV, nur mal Netflix/Prime. Ich habe im Frühling allen erklärt, warum der Lockdown sein muss, exponentielles Wachstum, Gefahr fürs Gesundheitssystem usw.
      unterfüttert mit dem jeweiligen Stand der Wissenschaft, dem momentanen Infektionsgeschehen und den Hintergedanken zu unserem derzeitigen Plan, gegen Ende des Lockdowns auch die Planänderung hin zum Niederhalten mit Contact Tracing, daher noch 3 Wochen Verlängerung irgendwann sagte jemand, ich solle doch mal tagesschau ansehen…
      da wurden die Maßnahmen frequentiert mit den „immer noch steigenden Zahlen“ und immer noch eine „Verdopplungszeit“ abgegeben, obwohl die Zahl der aktiven Infektionen seit längerem klar rückläufig war, da war ich dann doch etwas geschockt

      nun ja, das Contact Tracing wirkt leider nicht so wie vermutet, da eben nicht 50% der Infizierten Symptome zeigen, sondern max. 10%, wie man bei den Großausbrüchen zweifelsfrei festgestellt hat, siehe Tönnies, d.h. Contact Tracing ermöglicht uns eben keine vorteilhaftere Taktik (quasi Ausrottung in D und immer nur neu auftretende Herde lokal und schnell bekämpfen), wenn 90% der Infektionen symptomatisch unerkannt bleiben, dann funktioniert das leider nicht

      soll heißen, die letzten 3 Wochen Quarantäne waren im Nachhinein relativ nutzlos, durchgedrückt mit wirklich sehr grenzwertiger Information

      mittlerweile gibt es Studien, die zeigen dass die Lethalität in der ersten Welle (in Schweden und bei uns) bei etwa 0,2% lag und allem Anschein (siehe Infektionsgeschehen vs. Krankheitsgeschehen in Frankreich) nach mittlerweile noch niedriger geworden ist. Vermutete Gründe: Saisonalität durch im Sommer besseres Immunsystem, bessere medizinische Kenntnis und erste Medikamente dagegen, Veränderung des Virus… (letzteres glaube ich eigentlich nicht, aber es gibt Virologen, die die Vermutung äußern)

      für mich ist das Virus dadurch mittlerweile etwas „entzaubert“, ich habe ehrlicherweise selbst keine Angst mehr, mich momentan anzustecken, halte aber selbstverständlich die Regeln trotzdem ein, was tut man nicht so als Bürger einer Gemeinschaft, was ist auch schon dabei in Geschäften eine Maske aufzuziehen
      ich habe mittlerweile mehr Angst, dass sich Strömungen am Ende legitimiert fühlen, die es ja schon immer gewusst haben, dass alles nur übertrieben wird, aber zum Großteil relativ uninformiert einfach nur immer gegen alles sind -.-

      Die Welt ist derzeit nicht ganz so leicht zu ertragen und noch schwieriger zu erklären…

      • Dass die Letalität bei 0,2 Prozent lag, war schon im April, spätestens Mai relativ offensichtlich. Dass die Medien in dieser Zeit noch immer von 1-2 Prozent geredet hat, fand ich extrem frustrierend. Aber rückblickend denke ich mir, was einen nicht tötet, macht einen nicht unbedingt hart, sondern manchmal einfach nur krank. Nach einigen anekdotischen Berichten im weiteren Bekannten- / Verwandtenkreis fürchte ich eine Ansteckung mittlerweile viel mehr als im Mai …

      • Paul Janowitz // 7. September 2020 um 10:05 //

        Sehr gut zusammengefasst, danke!

        Man kann von den ganzen Maßnahmen des Lockdowns tatsächlich widersprüchliche Meinungen haben und auch für mich war vieles einfach unverständlich, dass z.B. noch Fußballstadien gefüllt werden durften, während meine Kinder nicht mehr in die Kita und Schule durften.

        was ist auch schon dabei in Geschäften eine Maske aufzuziehen

        Genau so pragmatisch sehe ich das auch. Es wird mir kein Zacken aus der Krone gerissen, wenn ich im öffentlichen Raum, wo keine Abstände eingehalten werden können, eine Maske aufsetze.

      • Die Medien reden zum Teil immer noch von 1-2%.
        Sie haben natürlich recht, ich zitiere meine Großmutter: Selbst die best Krankheit taugt nix.
        Aber nach anekdotischen Berichten zu urteilen sind auch Globuli ein wirksames Mittel gegen Krankheiten…
        Hoffen wir einfach mal, dass wir Wege finden, mit erträglichen Maßnahmen durch den Winter zu kommen und es dann bald eine wirksame Impfung für Risikogruppen gibt.

  7. Gilt immer noch.
    RKI
    Seit der 16. KW 2020 gab es keine Nachweise mehr von SARS-CoV-2 im Sentinel.

    Klicke, um auf 2020-32.pdf zuzugreifen

    Schnupfenviren werden aber mehr gefunden als im letzten Jahr.WIe gehts
    das wenn Masken etwas nützen?

    • Selbst ohne viel Recherche, ob deine Behauptung mit den Schnupfenviren überhaupt richtig ist, ist deine Frage ganz leicht zu beantworten. Es muss kein Widerspruch sein, dass trotz Masken, mehr Schnupfenviren gefunden werden.

      Ohne Masken würden eben evenuell noch mehr Schnupfenviren gefunden werden. Oder auch sogar weniger, weil Schnupfenviren im Gegensatz zu dem SARS-COV 2 Virus, eher über Schmierinfektionen verteilt werden. Covid hingegen mehr über Aerosole. Kein Virus ist mit einem anderen vergleichbar. Hierzu bedarf es spezifischer Forschung mit wissenschaftlichen Standards. Ihre Frage sagt nichts aus und stellt rein gar nichts in Frage.

      Ich rate davon ab, sich auf die teils an den Haaren herangezogenen Schlussfolgerungen von selbsternannten Corona-Foschern im Internet zu verlassen. Überlasst die Forschung und die Einschätzung der epidemiologischen Situation bitte den Profis und hört endlich auf immer mehr Stuss über das Internet zu verbreiten!

      • Paul Janowitz // 3. September 2020 um 19:23 //

        Genau das mit den Schmierinfektionen bei Schnupfenviren würde ich auch vermuten, hier sind wiederverwendete Masken eher ein Brutkasten, wenn man sie mit schmutzigen Händen angefasst hat und die Maske dann wie einen Inhalator aufzieht.

        Aber ich konzentriere mich lieber auf Dinge, von denen ich meine eine Ahnung zu haben… Seit dem Husten- und Schnupfentalk ist insbesondere Crypto Telegram unerträglich geworden.

  8. Ja die Libertären. Steuern zahlen, angezogen rumlaufen usw. Aber die Maske ist die eine Regel zu viel.

  9. Aus dem Bericht: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Speaker sowie Teilnehmer mehr Dankbarkeit für die Zulassung der Konferenz unter Auflagen gezeigt hätten“

    Vielen Dank Staat, dass du es uns erlaubt hast, eine Konferenz abzuhalten!

    Unterwürfigst,

    Zehlin

  10. Wer ein Corona Bild nur aus dem Fernseher hat, ist sehr einseitig beraten. Da wird vieles verschwiegen, und so einiges gelogen. Und diese Lügen bezahlen wir auch noch mit Zwangsgebühren (GEZ).
    Es werden Menschenrechte in anderen Ländern kritisiert, aber was im eigenen Land vor sich geht, wird im Fernseher nicht gezeigt.
    Schaut euch mal diesen Beitrag an.

    • Gott sei Dank weiß ich noch, was ein Fernseher ist.

      Und nein Danke, denn während du die Zwangsgebühren weiter zahlst und dem YouTube-Algorithmus zum Opfer fällst, suche ich mir meine eigenen Quellen heraus 🙂

  11. Wer tatsächlich glaubt, das diese Masken gegen Viren helfen, muss absolut seinen Verstand und die Kontrolle über sein verloren haben.

    • Genau. Deswegen gehören diese sinnlos auf allen Intensivstationen der Welt seit Jahrzehnten zum Standard. Purer Lobbyismus der Hersteller, braucht sonst kein Mensch…

  12. Ein einladendes Sammelbecken für Corona-Maximalisten und Bitcoin-Verharmloser ist das ja inzwischen hier… 🙂

    • Was ist ein Bitcoin-Verharmloser? 😀
      Ich würde es eher Bitcoin-Realismus bezeichnen, zu Corona brauchen wir uns hier nicht wirklich weiter äußern…

    • Wunderbare Umdrehung!

      Ich denke auch, die Bitcoin-Verharmloser haben ein ziemlich großes Problem. Vielleicht rückt grade die letzte Chance, billig einzukaufen, heran, bevor die zweite Welle des Fiat-dumpings einläuft —

  13. Danke an den Autor. Schön, dass in diesem Jahr überhaupt jemand darüber schreibt.

    Ich war dort. UNCHAIN ROXX wie immer. Eben weil die Teilnehmer etwas anders drauf sind als Otto N.
    Ok, in diesem Jahr gab es etwas weniger Content (50% der Speaker sind Covid-19-bedingt kurzfristig ausgefallen/abgesprungen), dafür war der Social Event umso gelungener.

    Muss man sich über Maskenpflicht aufregen? Nein.

    Muss man DANKBAR sein, eine Konferenz unter Auflagen ausrichten zu dürfen? Sicher nicht.

    Muss man DANKBAR sein, wenn jemand in diesen Zeiten überhaupt solche Events auf die Beine stellt? Aber Hallo!

    Sollte man verschreckt zu Hause bleiben, weil in Deutschland aktuell die Chance einen Infizierten zu treffen bei 5312:1 liegt (jaja, in Ballungsgebieten sicher höher)? No comment.

    Egal ob staatlich verordnet oder selbst auferlegt, wenn man im Leben alles vermeidet, weg- oder ausfallen lässt, hilft es einem auch nicht, wenn man sich kein Corona einfängt. Und nachdem uns das Thema noch monatelang begleiten wird, sollten wir bereit sein wieder ein bisschen Lebensrisiko in Kauf zu nehmen, um die schönen Dinge im Leben auch genießen zu können. Und ich meine damit nicht Homeoffice….

    Ich freue mich auf die nächste Unchain 2021!

    PS: Auch 7 Tage nach der Konferenz habe ich noch kein Corona…

    • Danke für das Feedback von der Konferenz, wie gesagt wäre ich gerne dabei gewesen, aber die aktuelle Situation hat mich doch stärker gebremst als mein Enthusiasmus war. Wenn du von einer Risikoquote von 5000 zu 1 sprichst, sind eben „Massen“Veranstaltungen ein Problem, denn dort ist bei 500 Teilnehmern die Quote entsprechend 10:1. Die Unchain war deutlich kleiner, aber dadurch auch intensiverer Kontakt zwischen einzelnen Teilnehmern und das Risiko dementsprechend höher.

      PS: Auch 7 Tage nach der Konferenz habe ich noch kein Corona…

      Klar kann man das als Erfolg feiern, aber es bleibt Gambling. In Polen z.B. sind mittlerweile Hochzeiten erlaubt, ohne Einschränkungen und bei den meisten geht es gut, bei jeder zehnten (oder etwas weniger) sind dann aber gleich 20-60% infektös, nachdem nur eine Person das Virus eingeschleppt hat.

    • Ich finde deine Sicht vollkommen fair. Gerade beim letzten Teil stimme ich dir zu.
      Gab es noch besondere Highlights bei der Aftershow?

      PS: Auch 7 Tage nach der Konferenz habe ich noch kein Corona…

      Diese Argumentation erinnert mich an „… also ich kenne ja niemanden, der Corona hatte, du etwa?“ 😀

      • Paul Janowitz // 7. September 2020 um 9:48 //

        Diese Argumentation erinnert mich an „… also ich kenne ja niemanden, der Corona hatte, du etwa?“ 😀

        Also ich kenne jemanden, wenn auch bisher nur remote, aber immerhin persönlich… Douglas Tuman von MoneroTalk war in der ersten Welle ziemlich früh dabei:
        https://www.youtube.com/channel/UC3Hx81QYLoEQkm3vyl4N4eQ
        Auch in der Schule meines Sohnes gab es zwei Fälle und in einer Schule kennt man sich mehr oder weniger…

        Auch beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Fremden hat man statistisch gesehen geringe „Chancen“ sich etwas einzuholen. Aber ich schweife ab…

        Meine Corona Warn App zeigt mir bisher auch nur einen Kontakt mit geringem Risiko, aber auch erst seit gestern. Und ich war auf keiner Demo oder sonstigen Massenveranstaltungen…

  14. danke fuer den bericht.

    irgendwie scheint mir diese konferenz anachronistisch zu sein, d.h. aus der zeit gefallen.

    schade drum.

  15. Hallo,

    seit ca. 7 Jahren bin ich ein stiller Leser im Hintergrund. Aber bei Corona muss ich einfach mal mein Senf dazu geben.
    Ich bin nicht der große Forumschreiber und ich habe es nicht besonders drauf große „wissenschaftliche Kommentare“ zu Verfassen.
    Aber was mich an der ganzen Corona Sache stutzig macht, ist das ich immer noch keinen kenne der Corona hat oder hatte!
    Auch kenne ich keinen der jemanden kennt der Corona hat. Auch habe ich gelesen das Corona in den meisten Fällen wie eine normal Grippe von alleine weggeht.

    Ich erlebe Corona nur aus dem Internet und TV. Es gibt unendlich viele wissenschaftlich Studien, woher soll ich da noch wissen was stimmt und was nicht?

    Daher ziehe ich persönlich das Resümee das es eine Corona Pandemie nicht gibt.
    Bestimmt wird es eine Corona Grippe geben. Aber Angst macht mir die nicht.
    Was mir große Angst bereitet sind die Wirtschaftlichenfolgen des Lockdowns.
    Ist es das ganze wirklich Wert?

    Viele Grüße,
    Christian

    • Hallo,

      also, mal unabhängig davon, ob ich die Maßnahmen und das ganze Gedöns richtig oder falsch finde: Ich kenne direkt oder indirekt einige, die Corona hatten. Meine Großtante hatte es, mit 90, und in meinem Heimatdorf sicherlich 10 Leute, einer, gerade mal 40, musste beatmet werden, einige andere berichten von extrem schweren grippeartigen Erkrankungen.

      Ob es das wirklich wert ist, oder nicht, ist natürlich eine andere Frage. Hier wollte ich nur was dazu sagen, ob es das gibt oder nicht.

    • Sars-CoV2 ist so neu, dass das Immunsystem vieler Menschen nichts damit anfangen kann. Das heißt, das Virus kann sich zu Beginn sehr oft ungestört im Körper ausbreiten. Je nachdem wie viel Virus man abbekommen hat, geht das langsamer oder schneller. Auch die Zeit bis zur Antwort des Immunsystems ist von Person zu Person verschieden (generell je älter, desto langsamer, vorgeschädigte Lunge und merkliches Übergewicht sind z.B. weitere Risikofaktoren). Bei manchen kommt es daher zu größeren Problemen, bis zum Tod.
      Das ist erstmal kein merklicher Unterschied zu anderen Grippeformen. Da kann prinzipiell dasselbe passieren, nur hat das Immunsystem eben mit größerer Wahrscheinlichkeit zumindest mal was Ähnliches gesehen, alle sehen die meisten Viren mal im Kindesalter und das Immunsystem gewöhnt sich daran.
      Das, was Sars-CoV2 zur reellen Gefahr für die Gesellschaft und das Gesundheitssystem macht (gemacht hat, eine Gefahr fürs Gesundheitssystem wird es denke ich nicht mehr werden), ist die Ansteckung bereits einige Tage bevor der Infizierte Symptome bekommt, wodurch eine Eindämmung quasi nicht gezielt möglich ist und eine sehr schnelle Verbreitung stattfinden kann.

      Ich habe doch einen gewissen Teil der unendlichen Studien und Meinungen von unterscheidlichen Seiten angeschaut und muss sagen, dass ein Weg „Schweden-Light“ (soll heißen schnellere Öffnung nach den 5 Wochen Lockdown, nur noch größere Veranstaltungen verbieten) wohl der Königsweg gewesen wäre unter Abwägung Freiheit/Sicherheit (denn das ist es im Endeffekt für mich… das Geld, was dadurch in der Wirtschaft nicht verloren geht, wäre eher nur ein Bonus, die Existenzängste und entstehende Probleme im Leben der Menschen wiegen schwerer)… aber zum damaligen Zeitpunkt hätte ich das auch nicht gesagt… von daher, schauen Sie in die Länder südlich und westlich von uns, schlimmer geht immer (sowohl bei gesundheitlichen als auch wirtschaftlichen Auswirkungen)

      die Rechnung, was am besten funktioniert hat, kann man aber jetzt sowieso noch nicht aufmachen, ich halte das Wort Pandemie durchaus für gerechtfertigt, genauso wie den Vergleich mit einer Grippe, das schließt sich nämlich keineswegs gegenseitig aus ¯\_(ツ)_/¯

      Wenn Politiker meinen, damit Wahlkampf machen zu müssen, dass Sie möglichst viele asymptomatische Personen testen wollen, dann weiß ich allerdings auch, wem ich sicher niemals meine Stimme geben würde…

    • Lieber Christian!

      Daher ziehe ich persönlich das Resümee das es eine Corona Pandemie nicht gibt.

      Doch, die gibt es wirklich. Das konnte man in Italien, Spanien, New York und noch an einigen Anderen Orten beobachten. Die Maßnahmen in Deutschland waren wahrscheinlich retrospektiv überdimensioniert, aber das weiß man eben erst im Nachhinein. Solange das Gesundheitssystem nicht überlastet ist, ist die Pandemie ähnlich einer Grippe in Schach zu halten und in Deutschland gibt es da sicher ziemlich viel Spielraum im Vergleich zu den vorher genannten. @DerJoe hat die ganze Situation eigentlich ziemlich kompetent beschrieben…

      Was mich an der Diskussion nervt sind Dinge wie z.B. Maskenverweigerer, weil diese lästige Maske niemandem einen bleibenden Schaden zufügt, egal ob gesundheitlich oder am Ego. Ist sie hilfreich? Bestimmt in einem gewissen Maß und selbst wenn 1 Mensch damit gerettet wird, hat sie ihren Zweck erfüllt. Auch wenn ich mit meinem Kind zum Zahnarzt gehe und beide an der Rezeption auf Fieber geprüft werden, ist das für mich in Ordnung und keine Einschränkung meiner Freiheiten. Berechtigt halte ich die Kritik am Lockdown der Schulen, Kitas und der Wirtschaft, allerdings hatte man damals keinerlei Erkenntnisse und musste mehr oder weniger im Dunkeln an der offenen Wunde operieren…

    • @ Christian: Ein Bekannter von mir ist an Corona verstorben. Und ich kenne einige, die an Corona erkrankt sind. Sei froh, dass du keinen kennst.

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