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Die Frage der Fragen: Hat der Bärenmarkt bereits begonnen?

Oh, wenn man es nur wüsste: Sind wir schon im Bärenmarkt angekommen? Werden die Kurse die kommenden Monate, wenn nicht Jahre weiter fallen, bis sie einen Boden erreicht haben? Oder machen sie nur eine Verschnaufpause, um zum nächsten Allzeithoch zu stürmen?

Im Börsenslang spricht man vom Bullenmarkt, wenn die Kurse steigen, und vom Bärenmarkt, wenn sie fallen. Bei Bitcoin – und in seinem Gefolge allen Kryptowährungen – wechseln sich Bullen und Bären regelmäßig ab: Die Bullen treiben die Preise auf eine neue Spitze, und wenn diese erreicht ist, fällt der Kurs und die Bären übernehmen.

Aber wann ist es soweit? Gäbe es eine wissenschaftliche Methode, diese Frage zu beantworten, müssten wir wohl nicht mehr arbeiten. Wenn man sagen könnte, „Jetzt beginnt der Bärenmarkt“, könnte man einfach verkaufen, was man verkaufen kann, und dann, wenn sich die Preise halbiert oder gedrittelt haben, wieder nachkaufen.

Aber so einfach ist so gut wie nichts im Leben. Man kann nur mutmaßen, ob ein Bullenmarkt anhält, oder ob der Bärenmarkt bereits begonnen hat. Man kann Indizien für das eine sammeln, sie mit Hinweisen für das andere abgleichen, um dann halbwegs informiert zu spekulieren.

Und genau das machen wir jetzt.

Hinweise auf Bären

Gehen wir also zunächst auf Bärenjagd. Wo verstecken sie sich, und haben sie das Terrain schon übernommen?

Das kurstechnische Territorium stinkt förmlich nach Bären: Es ist zwar gerade einen Monat her, dass der Bitcoin-Kurs ein Allzeithoch erreicht hat – das war am 21. April mit gut 51.000 Euro – doch im Gesamtbild bewegt sich der Preis schon seit Mitte Februar seitwärts. Noch niemals hat sich bei Bitcoin ein Bullenmarkt in einem solchen Territorium fortgesetzt. Das ist kein Beweis dafür, dass es nicht doch geschehen kann – aber tendenziell eher ein Hinweis darauf, dass es eher nicht passiert.

So sieht gewiss kein kraftvoller Bullenmarkt aus. Vielmehr kann sich der Preis seit Monaten nur noch mühsam höher stemmen.

Bären lieben Einhornherden

Ebenfalls Teil des Territoriums ist eine absurd hohe Bewertung vieler Coins. Es war schon absurd, als es im März 69 Einhörner gab – Coins mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Dollar. Mittlerweile gibt es davon sage und schreibe 98.

Unter diesen Einhörnern sind viel mehr Zombies als Lebende, mehr tote und ungenutzte Blockchains als Anwendungen, mehr gescheiterte Technologien als Durchbrüche.

Auszug aus dem Ranking der Kryptowährungen. Wer keine Milliarde aufbringt, schafft es kaum unter die Top-100.

Nur ein paar Beispiele: IOTA, das noch immer keine dezentrale Kryptowährung ist und derzeit versucht, die gescheiterte Tangle-Technologie zu reparieren, ist mehr als 5 Milliarden Dollar wert; ebensoviel Kusama, ein Coin, der eigentlich als Testnetz von Polkadot geplant war; und Polkadot selbst ist zwar eine vielversprechende Technologie, aber mit 38 Milliarden Dollar doch extrem hoch bewertet, ohne wirklich User zu haben. Aber das ist noch wenig gegen die 66 Milliarden Dollar, die Cardano aufstellt, eine Blockchain, die weder ernsthaft User noch Smart Contracts kennt. Und das sind noch ein paar der seriöseren Einhörner.

Es gibt keinen Zweifel, dass der Markt teils absurd überbewertet, und der Chart zeigt eindeutig, dass er sich seit drei Monaten schwer tut, die Kurse noch höher zu heben. Dass der Markt dennoch so viele Einhörner gebärt, weist darauf hin, dass das Geld von den informierten zu den uninformierten Investoren fließt. Aus Smart Money wird Dumb Money – ideale Voraussetzungen für einen Absturz.

Insgesamt haben die Halter von Bitcoin und anderen Kryptowährungen derzeit irrsinnig viel virtuelles Kapital – und damit einen gigantischen Spielraum, um zu verkaufen. Wenn die Erkenntnis durchsickert, dass die Preise nun dauerhaft sinken werden, werden viele bisher uneingelöste Gewinne realisieren wollen.

Ohne Trigger ist alles nichts

Aber das Territorium allein macht noch keinen Bärenmarkt. Wir brauchen auch Trigger – Ereignisse, die dem Markt signalisieren, dass es nun abwärts gehen wird, was zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird, wenn die Akteure des Marktes das ernst nehmen.

Nun gab es mehrere Ereignisse, die man so verstehen kann:

1.) Elon Musk, der mit dem Tesla-Investment den aktuellen Bullenmarkt mit angetrieben hat, rudert nun zurück. Dass er die Bitcoins im Portfolio von Tesla verkauft – er hat das indirekt gedroht – schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Markt.

2.) Der Grund für Elon Musks Zurückrudern liegt in Bitcoins angeblicher Klimaschädlichkeit. Auch wenn es gute Argumente gegen diese gibt, droht sie die Akzeptanz von Bitcoin erheblich zu hemmen.

3.) Dogecoin – Elon Musks Lieblingscoin – ist irrsinnig angestiegen. Um 10.000 oder 100.000 Prozent oder so. Solche absurd-schnellen Anstiege haben selten ein stabiles Fundament.

Hat sich in sechs Monaten etwa verhundertfacht: Der Preis von Dogecoin.

4.) Die Dogecoin-Manie hat zahlreiche Nachahmer gefunden: Memecoins für Hunde, Schweine und mehr.

Allein SHIB, LEASH, AKITA, KISHU und ELON sind sämtliche Doge-Meme-Coins, die nicht mehr auf den Markt bringen, als Dogecoin nachzuahmen. SHIB hat derzeit eine Marktkapitalisierung von 6,7 Milliarden Dollar; LEASH, AKITA und KISHU haben noch nicht mal eine Marktkapitalisierung, weil die Menge der umlaufenden Coins unklar ist.

Es gab Tage im Mai, an denen diese fünf Coins allein auf Uniswap ein Handelsvolumen von mehr als 1,5 Milliarden Dollar produziert haben. Wenn so viele phantasielos aufgesetzte Shitcoins so viel Handelsvolumen erzeugen – kann es ein klareres Zeichen für eine Blase geben?

werfenEin Beispiel dafür, wie surreal der Memecoin-Markt ist: Rein aus Marketingzwecken haben die SHIBA-Macher eine große Menge SHIBA-Coins auf die bekannte Adresse von Ethereum-Co-Gründer Vitalik Buterin gesendet. Ganz kostenlos. Der hat auf dem Höhepunkt der Memecoin-Blase SHIBA-Coins im Wert von einer Milliarde Dollar – sie wurden ihm geschenkt! – an eine indische Stiftung gegen Covid gespendet. Was so leerdreht kann nur abstürzen, oder?

5.) Tether enthüllt endlich die Zusammensetzung seiner Reserven, und das Ergebnis enttäuscht selbst diejenigen, die Tether gewöhnlich verteidigen. Sollten sich die Tether-Dollar in der Folge vom Dollar entkoppeln, würde das den Markt brutal einstürzen lassen. Aber schon ein kleiner Vertrauensverlust in Tether könnte in diesem Szenario helfen, einen Bärenmarkt einzuleiten.

6.) Die Altcoin-Märkte entkoppeln sich von Bitcoin. So hat Ethereum erst am 12. Mai ein Allzeithoch erreicht und läuft Bitcoin damit fast einen Monat hinterher. Ähnliches hatten wir 2017, als sich nach der Spitze der Blase erst Ethereum entkoppelt hat, und dann, als eigentlich schon alles vorbei war, auch Ripple auf ein Allzeithoch geklettert ist. Solche Muster sind kein Garant für Wiederholungen – aber ein Hinweis.

Bärensichtungen

All dies sind Spuren, die auf Bären hindeuten. Aber sie sind nicht die Bären selbst. Diese finden wir eher in Marktbewegungen:

1.) Der Kurs sank deutlich. Sowohl Bitcoin als auch Ethereum haben von der Spitze aus beinah ein Drittel des Wertes abgegeben. Bei Ether geschah dies aufgrund der später eintretenden Spitze freilich deutlich rascher.

2.) Viele Bitcoins fließen auf die Börsen. Laut Glassnode-Alerts hat der Inflow auf Börsen ein neues Allzeithoch erreicht.

Überweisen viele Bitcoiner ihre Coins an Börsen, um darauf vorbereitet zu sein, diese zu verkaufen?

3.) Die Zinsen sinken. Die Zinsen in den DeFi- und CeFi-Märkten, die man für Coins und Fiatgeld bekommt, sei es bei Börsen, bei Wallets oder bei DeFi-Apps, sinken. Sie sind weiterhin auf recht hohem Niveau, aber ein Blick auf coinlend und compound zeigt, dass sie bereits ein gutes Stück von ihrem Höchststand entfernt sind. Man kann das als Zeichen dafür verstehen, dass der Markt abkühlt.

Das sieht nicht unbedingt optimistisch aus: Wir sind in einem Territorium, in dem es mehr Honigtöpfe gibt, als man Bären zählen kann, wir haben zahlreiche Spuren gefunden, die auf Bären hindeuten, und wir haben sogar den einen oder anderen Bären selbst gesehen. Sind wir also schon im Bärenmarkt?

Es spricht vieles dafür. Aber natürlich gibt es auch Gegenargumente, die ihr kennen solltet.

Hinweise auf Bullen

Begeben wir uns also auf die Suche nach den Bullen. Finden wir Indizien dafür, dass die Herde noch immer grast?

Der oben festgestellten Überbewertung könnte man eine nicht minder heftige Unterbewertung entgegenstellen.

Schauen wir uns zunächst das Terrain an. Die absolute Grundlage für den Bitcoin-Preis ist das, was kein Bitcoin ist – die Euros, Dollars und so weiter. Und hier sieht es konstant schlecht bis schlechter aus: Die Zentralbanken drucken Geld, die Inflation zieht an, und daran dürfte sich auf absehbare Zeit auch nichts zum Besseren ändern. Bitcoin hat sich derweil als alternative Wertanlage etabliert, und immer mehr Banken, Vermögensverwalter und Finanzdienstleister schaffen die Infrastruktur, um es vielen Leuten zu ermöglichen, Bitcoins zu halten.

Dieser Boden hat sich bereits verfestigt, und er ist grundsätzlich bullenfreundlich und bärenfeindlich.

Weil sich Geschichte reimen sollte

Da es auf Märkten keine Naturgesetze gibt, sondern nur vergangene Erfahrungen, müssen wir das Gebiet, auf dem wir uns derzeit bewegen, mit dem vergleichen, das den Bärenmärkten in der Vergangenheit vorausging. Und dabei sehen wir einige deutliche Unterschiede.

Hier die je siebenmonatigen Kursverläufe der Bullenmärkte 2013/14 und 2017/18:

2013/14
2017/18

Alle vorhergegangenen Bullenmärkte mündeten in einer steilen Spitze. Der Anstieg des Preises beschleunigte sich so weit, bis der Kurs beinah senkrecht nach oben schoss. Im Herbst 2013 verfünffachte sich der Kurs innerhalb eines Monats; Ende 2017 verdreifachte er sich innerhalb desselben Zeitraums. Von dort aus brach er jäh ein, fiel dramatisch, um 40 Prozent (2013), oder auch um 60 Prozent (2018), um dann abzufedern, kurz Hoffnung zu machen und dann langsam, wie die berühmte tote Katze, herabzupurzeln.

Im Vergleich dazu sieben Monate des Bullenmarktes 2020/21:

2020/21

Das bisher typische Muster ist nicht zu erkennen. Stattdessen haben wir einen kontinuierlichen Anstieg, der immer wieder von steilen Spitzen und deren Korrektur unterbrochen wurde. Zu keinem Zeitpunkt hat sich der Preis innerhalb eines Monats verdoppelt, und zu keinem Zeitpunkt ist er rapide um mehr als 20 Prozent gefallen. Es müffelt zwar etwas nach Bären, aber die Unterschiede zu den bisher bekannten Bären-Terrains sind nicht zu übersehen.

Einen guten Vergleich findet man auch im Regenbogenchart, der den Bitcoin-Kurs seit 2013 logarithmisch skaliert:

Der Regenbogenchart beim Blockchain Center.

Das sieht noch nicht so aus, als sei dieser Blase bereits abgeschlossen. Erstens hat der Bullenmarkt in der Vergangenheit mit 9-11 Monaten länger gedauert als bisher, und zweitens haben die bisherigen Blasen eine logarithmisch gesehen steilere Spitze gewagt hat. Während er es bisher immer in die „Maximum Bubble“-Bereiche geschafft hat, hängt er heute noch in der Fomo-Arena fest.

Aber kommen wir vom groben Terrain zu den Ereignissen und Argumenten.

Ein Wasserglas, vielleicht auch ein Eimer – aber noch keine Flut

So hält der Zug der Bitcoin-Käufe für Unternehmenskassen an. Die letzte Firma, von der bekannt ist, Bitcoins ins Portfolio aufgneommen zu haben, ist der japanisch-koreanische Spieleentwickler Nexon. Das war am fünften Mai, ist also noch nicht so lange her, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass Nexon das letzte Unternehmen war.

Viele Unternehmen müssen erst einmal die rechtlichen, bürokratischen und steuerlichen Hürden überwinden, um dorthin zu kommen. Ich bin ziemlich sicher, dass es in Deutschland – wie in so gut wie allen Ländern – gar nicht genügend steuerberaterliche Ressourcen gibt, um es auch nur einem einstelligen Prozentbereich der Unternehmen zu ermöglichen, einen Teil ihrer Barmittel in Bitcoin zu stecken. Falls denn überhaupt die Sensibilität dafür da ist, dass es möglich ist.

Und Bitcoin selbst ist nur die Spitze des Eisbergs. Mit DeFi eröffnen sich für Unternehmen zahlreiche weitere Chance, von denen die Verzinsung von Kapital nur der Anfang ist. Hier haben wir das Material für eine Blase, die noch nicht mal sichtbar ist, da sie in einem bisher weitgehend unbekannten Territorium stattfindet.

Dasselbe finden wir im privaten Bereich: Noch immer hält ein geringer Prozentsatz der Menschen Bitcoins. Zumindest erlebe ich das so in meinem privaten Umfeld. Wenn ich schätzen müsste, würde ich sagen, dass es in unserem Ort, in meiner Familie und in meinem Freundeskreis weniger als zehn, teils sogar weniger als ein Prozent sind. Und ich bin zwar unaufdringlich, biete aber gerne meine praktische und theoretische Hilfe an.

Auch bei den Banken wird gerade erst die Infrastruktur ausgefahren, um ihnen den Verkauf und das Speichern von Bitcoins zu ermöglichen. Die ersten Schweizer Banken gehen hier voran, in der Regel mangelt es aber an der technischen Basis und den rechtlichen Gegebenheiten. Auch PayPal, das in den USA bereits Bitcoins verkauft, muss den Service erst noch nach Europa bringen.

Anders gesagt: Das, was bisher geschah, war nur ein Tropfen, vielleicht ein Wasserglas, meinetwegen auch ein Eimer. Aber es war nicht mehr als ein Vorgeschmack auf die Flut, die möglich ist.

Die Macht der Knappheit

Rein fundamental betrachtet finden wir auf unserem Terrain alles, was nötig wäre, damit sich der Bitcoin-Preis noch einmal verdoppelt oder vervielfacht. Man sollte niemals die Macht der Knappheit unterschätzen: Es gibt nur gut 18 Millionen Bitcoins, von denen maximal 16-17 Millionen in Umlauf sind. Dem stehen beinah 52 Millionen Millionäre weltweit gegenüber. Wenn jeder von ihnen etwas Bitcoin will, würde jeder gerade mal 0,3 BTC erhalten.

Diese Prognose würde auch dem entsprechen, was zwei sehr bewährte Modelle für den Bitcoin-Preis voraussagen: Das Stock-2-Flow-Modell (S2F) und der Regenbogenchart (siehe oben). Wenn sich die Geschichte wiederholt, würde diese Blase in einigen Monaten ihre Spitze bei 120.000 bis 150.000 Dollar erreichen, während das S2F-Modell eine Spitze zwischen 100.000 und 200.000 Dollar vorhersagt.

Diese Modelle waren in der Vergangenheit sehr stabil: Der Bitcoin-Kurs folgte dem S2F-Modell, mit leichten Abschweifungen, aber zuverlässig, und er bewegte sich stets zwischen dem dunkelblauen und dem roten Band des Regenbogens.

Wir haben also gute Argumente – sowohl für die Bären als auch die Bullen. Und ich habe keine Ahnung, welche davon schwerer wiegen. Aber immerhin könnt ihr jetzt nicht mehr sagen, dass ihr das nicht gewusst habt.

UPDATE: Heute Nacht hat sich die beste Analystin in diese Diskussion eingeschaltet – die Wirklichkeit der Märkte. Der Kurs ist weiter gefallen, womit wenig Zweifel bleiben dürften, dass wir nun den Bärenmarkt betreten haben. Traurig, aber vermutlich wahr.

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33 Kommentare zu Die Frage der Fragen: Hat der Bärenmarkt bereits begonnen?

  1. Multi-Akademiker // 18. Mai 2021 um 14:46 // Antworten

    Das ist fachlich sehr gut dargestellt.

    Zur Fragestellung:

    In 6 Jahren habe ich mir diesen Kurswert notiert.
    Mindestens von 50.000 auf 250.000

    Intuitiv und bisher lag ich mit meinen Empfinden noch unter den Werten.
    Ich bin übrigens fachfremd habe aber hinreichend aktuelle Fachliteraturen aus dem Finanzbereich und ein wenig.. „rumstudiert“

    😀

  2. Sebastian Ludes // 18. Mai 2021 um 15:42 // Antworten

    Wichtigstes Indiz für den Bärenmarkt verschweigt der Artikel: Genau zu Beginn des Bärenmarktes 2018 hat Christoph einen Artikel mit praktisch dem gleichen Inhalt wie oben online gestellt.
    Für mich ist es definitiv, dass der Bärenmarkt da ist. Es ist für mich nur nicht klar, warum er gleich wieder Jahre dauern sollte und so krass ausfallen sollte, wie der vorherige.

  3. IOTA als Beispiel im Bereich Marktkapitalisierung heranzuziehen ist eher ein Beispiel dafür, dass das Projekt unbewertet ist. Du solltest etwas gründlicher recherchieren. Es läuft mittlerweile ein dezentrales Testnetz ohne Coordinator.

    • Für ein Testnet ist eine 5-Mrd-Dollar-Bewertung ziemlich hoch, oder?

      • Thomas // 18. Mai 2021 um 21:32 //

        Du wirst dieses Jahr einen fertigen Release Candidate für den Coordicide zu sehen bekommen. Wieso halte ich es für ein Testnetz nicht überbewertet? Die Forschung und Entwicklung für das neue Konzept haben die meiste Zeit verschlungen. Das vorhandene Know-How sollte man bei der Bewertung der Marktkapitalisierung mit bedenken. Das ganze neue Konzept bzw. das mathematische Modell ist mehrfach peer reviewed. Ich bin voll und ganz bei Dir, dass die ursprüngliche Konzeption des Projekts Schrott gewesen ist. Es war schwer und zeitaufwendig, das Konzept zu überarbeiten und einen fertigen Entwurf zu erstellen, der die ursprüngliche Idee verwirklicht. Es lohnt sich wirklich einen genaueren Blick auf den neusten Stand der Technik zu werfen. Damit meine ich nicht. IOTA 1.5, sondern den Stand zum Coordicide. Gruß

      • Ich würde den Wert einer ETH-Layer2 Lösung, eines ETH-„Killers“ und eines ETH-Dapp folgendermaßen konzeptionalisieren.

        1. BTC. Alles hängt am BTC als der Ankerwährung des Crypto-Spaces. Viele Anleger gehen über den Bitcoin in den Space hinein.

        2. ETH. ETH als der Goldstandard des DeFi Spaces. In dem Maße, wie DeFi sich in den letzten zwei Jahren aus dem ICO Thema heraus weiterentwickelt hat, ist der Wert von ETH im Vergleich zu BTC gestiegen.

        3. Der Wert von ETH-Dapp lässt sich jetzt als Prozentsatz vom ETH Wert darstellen. Geht es ETH gut, geht es auch einer Uniswap gut und umgekehrt.

        4. Der Wert einer ETH-Layer2 Lösung, eines ETH-„Killers“ sollte in dem gleichen Maße steigen oder sinken, wie die Wahrscheinlichkeit steigt oder fällt, dass die Lösung ETH Traffic wegnimmt.
        1 ADA ist also wie ein Lotterieticket. auf 1 ETH.

        Nur wenn ETH abschmiert, oder mit BTC der ganze Kryptobereich hilft einem das auch nichts.
        Ich hoffe, soweit verständlich geschrieben.

      • Der Joe // 19. Mai 2021 um 8:12 //

        Noch ein Kommentar zu DeFi: Hier gibt es mit Verus mittlerweile ein Layer1-DeFi-Protokoll im finalen Open Testnet, die DeFi direkt auf Protokoll-Ebene implementiert, was den derzeitigen DeFi-Applikationen, die über Smart Contracts laufen, mittelfristig überlegen sein dürfte.

        Um Coins zu swappen wird es dann eher keinen Sinn mehr machen, ETH, DOT oder SOL zu verwenden.

        @Christoph: Ich habe dir Sonntag vor einer Woche schonmal eine Email mit den Eckdaten zu Verus geschickt. In meinen Augen ist das Protokoll wirklich ein fundamental neuer und zukunftsweisender Schritt im Krypto-Space, der einen Artikel verdient hätte.

      • Hall Joe, kannst du mir die Mail nochmal schicken? An christoph.bergmann@mailbox.org. Danke!

      • Der Joe // 19. Mai 2021 um 18:53 //

        sollte da sein

  4. Bevor ein neuer Bärenmarkt beginnt, erfolgt noch eine Übertreibungsphase. Diese ist noch nicht eingetreten.

    • Goldfinger // 21. Mai 2021 um 23:06 // Antworten

      60k USD geblecht für eine 256bit-Zahl ohne jeden inneren Wert und ohne jede technische oder wissenschaftliche Bedeutung ist keine Übertreibung?

  5. Hallo!
    Ich bin unschlüssig, wie es weiter geht und der gute Artikel hat mir auch nicht weiter geholfen! xD
    Allerdings hätte ich noch einen weiteren Indikator: In meiner Crypto Gruppe auf FB melden sich gerade extrem viele Leute an… mehrere 100 pro Tag

  6. ich finde die beschriebene situation wirklich fachlich und sachlich kompetent, so dass ich doch selber zu einem entschluss kommen muss.wenn jemand sich noch nicht eingearbeitet hat bis heute ist es verständlich dass man ins schlingern kommt bei eigenen entscheidungen, genauso sehe ich falls man nicht eigenverantwortung für seine gesundheit übernommen hat in der heutigen zeit. bullen oder bären, das hat sich aus der börsenwelt in die kryptowelt gemausert, die gute beschreibung der begrenzten bitcoins von christof bergmann lässt mich positiv trotz den bemerkungen von elon musk die den jetzigen dip mitverursacht haben. sich kryptofit machen war ein schlagwort der letzten jahre……

  7. Hallo,
    ich bin schon viele Jahre dabei (seit 2013) aber meine Meinung da zuzugeben ist das der BTC und ein paar andere spätestens im Juni 2021 wieder aufwärts geht, warum weil der Aktienmarkt ein bricht und die Kryptowährung eine alternative außer Gold und andere Rohmetalle sind,

    gruß
    Greek22

    • Ich denke auch nach Christoph’s Artikel-Update noch nicht, dass wir jetzt gleich wieder 4 Jahre Bärenmarkt sehen, nur weil gerade mal der Anstieg der letzten 3 Monate korrigiert wurde.

      Aber ein Einbruch des Aktienmarkts bedeutet im Normalfall auch einen Abzug aus anderen spekulativen Anlageklassen und das sind Kryptowährungen nunmal, wie der heutige tag mal wieder klargestellt hat. Von daher würde ich da zumindest mal besser keine Hoffnung reinsetzen.

      Generell bin ich bzgl. des Aktienmarkts aber deiner Meinung, dass auch dort dieses Jahr noch eine Korrektur anstehen kann, aber frühesstens in 2-3 Monaten, im Juni noch nicht und auch dass die Korrektur generell dieses Jahr kommt, ist für mich noch eher unsicher. Es könnte auch einfach noch etwas weiter nach oben gehen im Zuge weiterer FIAT-Entwertung

  8. Toller Artikel. Auf der Bärenseite identifiziert der Autor viele Bubble-Indikatoren. Es werden fast alle relevanten Argumente genannt. Hinzufügen könnte man noch den Coinbase IPO (IPOs finden gerne auf dem Höhepunkt einer Bubble statt), das Thema Regulierung (die Meldung aus China kam wohl nach Redaktionsschluss), das Spekulieren mit Leverage (indirekt mit dem Zinssatz an den DeFi Märkten verknüpft), und die schwache Verfassung des Nasdaq. Bei dem Umweltargument hat Christoph ebenfalls recht. FridaysForFuture hat inzwischen eine Macht, gegen die niemand mehr „anstinken“ kann. Siehe Great Reset. Das Scheinargument dieses Aufsatzes https://bitcoinblog.de/2021/04/22/bitcoin-mining-als-voraussetzung-fur-eine-vollstandige-energiewende/
    wurde ja schon von anderen Kommentatoren debunked (-> Betrieb von Minern nicht profitabel wenn nur durch Überflussstrom betrieben) .

    Die Bullenargumente sind dagegen meist langfristiger Natur (Inflation, Knappheit) oder folgen einem simplen Determinismus („dieses Mal ist es wieder genauso wie letztes Mal“ – S2F, Rainbow-Chart – > wenn das jeder denkt -> Risiko). Das Hopium Argument der „Institutionals“ bleibt als einziges stehen. Allerdings sollte man nicht vergessen, das besonders „Institutionals“ sehr wankelmütig sein können. Ein letztes Argument. Die „ewige“ Hoffnung auf die Genehmigung eines EFT Fonds in den USA.

    Ich sehe leider schwarz. Langfristige Buy-Faktoren können nicht vor kurzfristigen Kurszusammenbrüchen helfen. Die einzige Ausnahme könnten eventuell „grüne“ Protokolle wie Nano, Chia, … sein.

    • CHIA würde ich tatsächlich auch eher als Hype-Bubble einordnen.

      Warum ein Protokoll als „grün“ gilt, das zum Festplatten-Horten und damit überflüssiger Hardware-Produktion führt, ist mir noch nicht ganz klar. Zeitgleich ist die Kryptowährung BURST dieses Problem angegangen. Der ebenfalls auf Proof-of-Capacity / Proof-of-Space basierende Konsensalgorithmus hat mittlerweile einen Proof-of-Stake-Teil eingebunden(„Proof of Commitment“), um das reine Aufkaufen und Horten von Festplatten im Gegenzug zum Minen durch die wieder wachsende Community zu benachteiligen.

      Ehrlicherweise muss man sich dort natürlich auch bedanken, dass CHIA durch deren Marketing hier die Türen geöffnet hat.

    • Das „grüne“ Argument hatte ich vor einiger Zeit auch schonmal vorgebracht als Argument dafür, dass die Obergrenze des Bitcoin-Preises nicht so weit entfernt sein kann. Es geht gar nicht um die Macht von FridaysForFuture, sondern um die reale Physik, die auch keine konservative oder „liberale“ Regierung ausser Kraft setzen kann. Unter denen würde der zwangsläufige Übergang zur Klimaneutralität sogar noch schmerzhafter, weil steiler, werden.

      Da die Gründe, die für das langfristige Wachstum von Kryptowährungen sprechen, aber auch immer deutlicher werden (Inflation, Devisenverbote nicht nur in autoritären Staaten etc., zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft), sollte man sich die PoS-Blockchains genauer anschauen. Nicht nur aus Klimagründen – Mining Rigs kann ein Staat beschlagnahmen, aber eine Blockchain?

      Ethereum 2.0 entwickelt sich nur langsam. Christoph schätzt Cardano und Polkadot nicht sehr positiv ein, so verstehe ich ihn. Kann sein. Aber die drei sind die stärksten Kandidaten für „die“ PoS-Blockchain, die m.E. irgendwann mal den Markt beherrschen muss. Es sei denn, Bitcoin konstruiert sich um, aber da glaube ich eher an rosa gestreifte Einhörner.

      Deshalb ist meine Strategie ein „Hedging“ mit Ether, Ada und Dot, ein bisschen Algorand dazu, und eine zum Glück rechtzeitige Reduzierung der Bitcoin-Bestände. Werden ja sehen, was passiert.

  9. Der Hinweis, dass der Kurs immer zwischen dem roten und dunkelblauen Bereich des Rainbowcharts gependelt ist, ist eher kein Argument. Der Chart wurde ja letztlich einfach anhand der jeweils zwei vorhandenen Punkte entworfen.

  10. Danke für die Übersicht!

  11. Bei den vergangenen Bullenmarkt-Zyklen gab es stets mehrere starke Kurskorrekturen im Bereich 30-39 %, im Bullenmarkt 2016/17 hatte BTC ganze sieben solcher temporären Einbrüche zu verzeichnen, wenn ich mich recht erinnere. Daher schaue ich immer, ob sich eine aktuelle Kurskorrektur noch in diesem Rahmen bewegt. Kritisch würde es demnach erst ab 40 % Kursverlust, weil dann viele mittelfristig (= am Halving-Zyklus) orientierte Marktteilnehmer von einem Ende der Bullenphase ausgehen werden und den Kurs durch panische Gewinnmitnahmen weiter drücken dürften.

    Aktuell haben wir letzte Nacht ein Tief bei 39.040 USD erreicht. Das ist vom Allzeithoch Mitte April gerechnet ein Kursverlust von rund 39,7 %. In den letzten Stunden ist der Kurs wieder über die Marke von 40.000 USD geklettert. Der Kursverfall hat also buchstäblich in letzter Sekunde knapp unter der 40-Prozent-Marke gestoppt …

    Kurz: Solange das jetzige Tief bei rund 39.000 USD nicht unterschritten wird, sind wir noch im Bereich der historisch üblichen Korrekturen innerhalb eines intakten Bullenmarktes.

    • Mittlerweile 53 % … 😉

      • Thomas // 19. Mai 2021 um 19:26 //

        Ja, was für ein Nachmittag … Hab ab und zu mal die Kurssprünge mitverfolgt, das war ja der helle Wahnsinn, wie das teilweise im zweistelligen Prozentbereich innerhalb von kaum einer Minute hin- und hergesprungen ist. Flash-Crash, V-Crash oder wie nennt man so was?

        Stand jetzt (19:22) sind wir nämlich schon wieder 33 % über dem Tiefpunkt von heute Nachmittag. Mit rund 40.000 USD ist der Kurs damit wieder zurück im beschriebenen Limit üblicher Kurskorrekturen. Zumindest die Optimisten schneiden im Tageschart einfach den unteren Docht aus der Kerze und sagen „alles in Butter“ … 😉

        Keine Ahnung, was man jetzt aus diesem Kursverlauf herauslesen darf/soll/kann???

  12. Und noch eine Anmerkung zum letzten Dip: Es gab zuletzt ja 2 Tage lang einen Rekordzufluss von BTC in die Börsen, gemessen am eingezahlten Volumen pro Tag, wobei ein großer Anteil wohl innerhalb von nur 1 Stunde eingezahlt wurde. Das spricht für einen einzelnen Wal. Wenn dann eine so große Menge BTC nicht wie üblich OTC verkauft wird, sondern auf den normalen Spot-Märkten, riecht das stark nach dem gezielten Versuch einer Kursmanipulation.

    Also in etwa so: Ein Wal geht über Derivate gehebelt short, und verkauft dann in kürzester Zeit eine große Menge BTC an den Spot-Märkten. Er nutzt dabei das zuvor erreichte kritische Kursniveau, wie wir es in den letzten Tagen hatten (also nur knapp oberhalb der üblichen Korrekturen innerhalb eines BTC-Bullenmarktes) und hofft auf ein Durchbrechen dieser Marke nach unten mit dann zu erwartenden Panik-Verkäufen weiterer Marktteilnehmer plus einem Long-Squeeze-Effekt. Wenn sich dies so zugetragen haben sollte, ist das Manöver bislang noch nicht gelungen, aber die Lage bleibt kritisch.

    Im schlimmsten Fall kann so ein Manöver einen an sich intakten Bullenmarkt komplett beenden: Denn dann werden viele Marktteilnehmer auch das so beliebte S2F-Modell als widerlegt betrachten und die Hoffnung auf noch höhere Kurse in diesem Halving-Zyklus begraben.

    • Eine der Verschwörungstheorien die man nie wird beweisen oder widerlegen können. Letztendlich ist es egal ob 100e kleine die Nerven verlieren oder ein böser Wal verkauft.

  13. Und noch ein Effekt KÖNNTE in den letzten Wochen eine Rolle gespielt haben: dieser dämliche „Pi Cycle Top Indicator“ — nicht genuin, aber als selbsterfüllende Prophezeiung, weil genügend Marktteilnehmer so einen Indikator ernst nehmen.

    Wer ihn nicht kennt:
    https://www.lookintobitcoin.com/charts/pi-cycle-top-indicator/

    Machte ziemlich die Runde in den Sozialen Netzwerken, nachdem dieser Indikator tatsächlich exakt 1 Tag vor dem jüngsten BTC-Allzeithoch, nämlich am 12. April, das Signal für das Ende des Bullenmarkt-Zyklus generiert hatte. Kann ein dummer Zufall sein, aber wenn der Indikator bekannt genug sein sollte, ist es vielleicht doch eher eine selbsterfüllende Prophezeiung gewesen, dass es nach dem 13. April erst mal wieder abwärts ging.

    Zum Hintergrund: Dieser Indikator modelliert die früheren Bullenmarkt-Tops sehr präzise, für 2013 und 2017 liegt das Verkaufssignal genau 3 Tage vor dem jeweilgen ATH. Was erst mal beeindruckend klingt, ist bei näherer Betrachtung aber blanker Unsinn: Der Indikator wurde erst 2019 erfunden und modelliert nur ganz wenige Datenpunkte in der Vergangenheit und nutzt dabei gleich 3 Parameter: zwei gleitende Durchschnitte und einen Faktor (111 DMA sowie 2 x 350 DMA). Mathematisch gesehen kann man jede beliebige kleine Menge an Datenpunkten „korrekt“ modellieren, wenn man 3 Parameter nur so lange variiert, bis es passt. Die Vorhersagekraft eines solchen Indikators ist also praktisch Null. Wenn er jetzt zum ersten Mal tatsächlich korrekt ein langfristiges ATH vorhergesagt hat, dann ist Self-Fulfilling-Prophecy die plausibelste Erklärung.

    Ob der Effekt jetzt aber eingetreten ist, weil der Indikator überraschenderweise doch die Realität gut modelliert oder weil er sich durch selbsterfüllende Prophezeiung selbst bewahrheitet, ist für den BTC-Hodler freilich egal … Ärgerlich ist es so oder so.

    Was denkt Ihr? Könnte dieser Indikator wirklich eine bedeutende Rolle gespielt haben im derzeitigen Kursverlauf?

    • Ich denke Nein. Zunächst mal ist ohnehin unklar, ob wir das Hoch dieses Bullenmarktes schon gesehen haben.

      Weiterhin ist gut möglich, dass es einfach nur Zufall war, dass der Indikator so gut lag. Das Jahr hat 365 Tage. Wie viele solcher Theorien geistern wohl durchs Internet und sind nicht bekannt geworden, weil die daraus abgeleiteten Vorhersagen eben nicht so gut zugetroffen haben? 364? Die eine, die zutraf, wurde nun eben bekannt oder war die Theorie schon vorher bekannt?

      Ich habe zumindest zum ersten Mal davon gehört.

  14. Die war durchaus schon vorher recht bekannt. Auf der viel konsultierten Website lookintobitcoin.com ist der „Pi Cycle Top Indicator“ einer von 8 „Market Cycle Charts“, neben noch bekannteren wie Stock2Flow oder dem von Christoph angeführten Regenbogen-Chart (dort: „Bitcoin Logarithmic Growth Curves“). Viele Leute konsultieren diese Website, um den Stand des BTC-Kurses innerhalb des aktuellen Marktzyklus abschätzen zu können. Sprich um ihre Exit-Strategien nach objektiveren Kriterien als nur das Bauchgefühl ausrichten zu können.

    • Danke für die Antwort. Das macht dann schonmal einen von 8 Indikatoren, die sich auf dieser Seite befinden. Wenn ich Zeit habe, schau ichs mir mal genauer an, klingt auf jeden Fall interessant und vermutlich von der logischen Seite her sinnvoller als der bekanntere Rainbow-Chart, der auf mich sehr an den Haaren herbeigezogen wirkt.

      Generell sehe ich immer noch eine gute Chance, dass der Marktzyklus noch nicht vorbei ist. Bitcoin als „digitales Gold“ kann in meinen Augen gerade im momentanen Umfeld prinzipiell auch höhere Bewertungen generieren, die einzige Problematik bleibt hier der Energieverbrauch.

      Die Blasen haben sich diesmal viel mehr bei den Altcoins abgespielt. Wenn man sieht, wie viele „ETH Killer“ mittlerweile mit xx Mrd. bewertet sind und bedenkt, dass die Bewertungsgrundlage des ganzen Smart Contract-Sektors momentan am total heißgelaufenen DeFi-System hängt. Die steckt immer noch extrem viel heiße Luft drin. Über Doge, Shiba und Konsorten brauche ich wohl eher nicht zu reden 😉

      Als neulich erstmals die ersten 100 Plätze auf cmc alle > 1 Mrd. bewertet waren, sollten schon einige Alarmglocken angegangen sein. Dieser unkomplizierte Bubble-Indikator wird ja auch immer mal wieder hier thematisiert.

    • Interessanterweise ist ja auch unklar, ob der Indikator nun tatsächlich angeschlagen hat. Die Linien haben sich zwar getroffen, aber eben im Nachhinein nicht wirklich durchkreuzt, wie bei den letzten Malen. Schon spannend 😎

  15. Tolle Diskussion. Beim Pi-Indikator handelt es sich ja um einen kurzfristigen MA, einen langfristigen MA und einen Multiplikator. Drei Parameter. Schon unheimlich, dass er so gut gepasst hat.

    Eigentlich ist an positiven Catalysts im Bereich BTC ja alles durch. 2013 war das Thema Payments und Mainstream Adoption, 2017 ICO, diesmal DeFi. Klar Defi kann noch viel größer werden, aber dadurch, dass wegen der Fees ETH an seine Grenzen gestoßen ist, ist hier die Luft erstmal draussen. ADA usw … ist bisher Phantasie. Inflation war ebenfalls ein Thema, aber kann die Leute nicht ewig ewig beschäftigen.

    Der einzige positive Catalyst, der mir einfällt, ist das Thema ETF und Institutionals.
    Zum Thema Green Energy. Ich kann mir vorstellen, das es hier wegen ESG-Compliance usw… zu massiven Problemen kommen könnte. Der Bitcoin Trend ist stark, aber im Vergleich zu FFF ein Zwerg.

  16. Goldliebhaber // 21. Mai 2021 um 21:48 // Antworten

    Tja, der Mr. Xi in Peking will halt nicht mehr untätig zuschauen, wie sein Volk sich in einem Ponzi verzockt. Deshalb zieht er den Stecker. Ist auch richtig so. Irgendwer muss mal ein Machtwort sprechen, wenn so viele Ahnungslose für ein immaterielles Nichts ohne inneren Wert (was soll eine 256bit-Zahl denn sonst sein) ein Vermögen hinblättern.
    Aber keine Angst, das was beim Öl passierte, dass es auf minus 35 USD fiel, kann hier nicht passieren. Bei 0 ist definitiv Schluss. Obwohl, garantieren kann man in dieser durchgeknallten Welt eigentlich nichts mehr…

    • Hm, Goldliebhaber, also jemand, der auf ein relativ wenig industriell verwendetes Übergangsmetall der Ordnungszahl 79 setzt. Na ja, vielleicht ist das ja eine Glückszahl, im Gegensatz zu 256.

      Vielleicht sollte man in Molybdän investieren. Ordnungszahl 42 😉

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