Newsticker

Computerwissenschaftler gegen Krypto

"Ich habe 20 Jahre Erfahrung mit Technik, und ich und alle anderen Techniker wissen, dass das Automobil für keine einzige Anwendung die bessere Lösung ist." Bild von Richard Smith via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

In der Regel meint man, Kryptowährungen sprechen vor allem Nerds und Informatiker an. Das ist nicht falsch – doch es gibt eine wachsene Gruppe von Computerwissenschaftlern, die Bitcoin und Kryptowährungen radikal ablehnen. Liegt das daran, weil sie wissen, wovon sie reden? Oder entgeht ihnen schlicht ein Teil des Gesamtbildes?

Jorge Stolfi ist quasi Mr. Buttcoin himself und mit 5-Sterne-Orden: Der Inbegriff des gebildeten, kompetenten und humorvollen Bitcoin-Kritiker. Während andere, die heute Bitcoin rauf und runter preisen, noch Jahre davon entfernt waren, die Kryptowährung überhaupt nur zu kennen, tobte Jorge schon mit Sachkenntnis und feinderber Ironie durchs Internet und überzog die Bitcoin-Szene mit Spott und Häme.

Und er bleibt dabei, Jahr für Jahr, und weder Märkte noch Preise bringen ihm vom Kurs ab. Kürzlich forderte Stolfi auf Twitter Computerwissenschaftler auf, ihre Ablehnung von Krypto mit ihm in die Welt zu rufen:

„Jeder Computerwissenschaftler sollte in der Lage sein, zu erkennen, dass Kryptowährungen ein vollkommen disfunktionales Zahlungsystem sind, und dass ‚Blockchain-Technologie‘ (einschließlich ‚Smart Contracts‘) eine technologische Abzocke ist. Können sie das bitte laut sagen?“

Und ja, die Computerwissenschaftler sagen das laut. Zumindest einige:

  • Ein Harvard-Absolvent mit vielen Dekaden praktischer Erfahrung bestätigt, „dass es kein Computerproblem gibt, für das die Blockchain auch nur annährend die beste Lösung ist.“
  • Jemand erklärt, dass jeder Programmierer, den sie kenne, „überwältigend schlecht über Blockchain denkt, wegen der offensichtlichen Probleme der Skalierung, der Geschwindigkeit und …“
  • Jemand anderes bekundet, er habe noch immer niemanden mit Expertise getroffen, „der Geld mit Krypto gemacht hat und danach nicht sagte, es sei ein Betrug“
  • Ein weiterer baut Server und las das Bitcoin-Whitepaper 2014. Er war „enttäuscht von der Technologie und wütend wegen der ökologischen Folgen. Und die ’neuen‘ Dinge wie Smart Contracts und POS haben meine Meinung nicht verbessert“.
  • Ein anderer, der sich als „ex Bitcoin maxi und Insider, der ein halbes Jahrzehnt mit Smart Contracts experimentiert hat“ vorstellt, gibt Stolfi recht: Bitcoin sei kein skalierbares Zahlungssystem, Blockchain-Technologie stecke in den Kinderschuhen, Smart Contracts seien nicht sicher.
  • Der nächste bestätigt, dass „die Mehrheit der Leute, mit denen ich arbeite“ wisse, dass Krypto Betrug sei und es wegen des Einflusses auf die Umwelt „aktiv verabscheuen.“

Darüber hinaus wird Stolfis Tweet mehr als 500 Mal retweet. Er ging geradezu viral. Manche kommentieren ihn, etwa damit: „es ist ein Ponzi-System“.

„Dies ist ein Virus. Seine Schäden sind substantiell.“

Etwas zur selben Zeit bringt das Magazin Current Affairs eine Geschichte mit dem Titel „Warum dieser Computerwissenschaftler sagt, alle Kryptowährungen sollten ‚im Feuer verbrennen'“. Darin geht es nicht um Stolfi, sondern um den Berkley-Forscher Nicholas Weaver. Aber es könnte ebenso gut um Stolfi gehen.

Weaver hat nach eigenen Angaben Kryptowährungen Jahre lang studiert. Er fand in ihnen „zwar eine scheinbar interessante Idee“, erkannte aber bald, dass sie „schlicht nicht in der Lage sind, ihren Zweck zu erfüllen“: Weder funktionierten sie als Währung, noch seien sie in sonst einer Beziehung effizient. Alles, was sie schaffen, sind Risiken: „Dies ist ein Virus. Seine Schäden sind substantiell. Es hat Milliarden Dollar schwere kriminelle Organisationen ermöglicht. Es hat es Wagniskapitalisten ermöglicht, Aktienbetrug zum Geschäftsmodell zu machen …“

Bitcoin verbrenne einen signifikanten Anteil der globalen Energie, „um drei bis sieben Transaktionen je Sekunde zu verarbeiten.“ Es könne niemals als Zahlungsmittel funktionieren. Unternehmen, die Bitcoin für Zahlungen akzeptierten, lügen, denn sie bepreisen ihre Produkte weiter in Dollar und wechseln Bitcoin nach Empfangen in diese. Und dies sei ein fürchterlich ineffektiver Vorgang, da Bitcoin „fundamental inkompatibel mit dem modernen Finanzwesen“ sei. Denn dieses habe die Regel, dass elektronische Zahlungen für einen gewissen Zeitraum reversibel sein müssen. Dies schützt Verbraucher vor Betrug. Bei Kryptowährungen existiert solch ein Schutzmechanismus nicht.

Wenn Bitcoin nicht als Zahlungsmittel geeignet ist – wofür sei es dann gut, fragt Weaver? Für Zahlungen, welche Zwischenmänner verbieten: Drogenhandel, Kinderpornographie, Lösegelder, Betrug. All dies verusache viele Milliarden Dollar an Schaden. Während der Aktien- und Anleihenmarkt ein „Positivsummenspiel“ sei, bei dem es mehr Gewinner als Verlierer gebe, seien Kryptowährungen ein „Negativsummengeld“, das mehr Schaden als Nutzen verusache.

Passende Analogien seien ein Kasino oder, unverblümter: ein Ponzi-Schema. Danach formuliert Weaver eine an sich interessante Formulierung: „Ich nenne den Raum insgesamt ein ’sich selbstorganisierendes‘ Ponzy-Schema. Es war nicht die Absicht, ein Ponzi-Schema zu bilden. Aber durch seine Natur ist es das einzige, was es sein kann.“ Da Krypto durch und durch Pyramidensystem sei, müssen die Early Adopter ständig neue Verlierer einlullen. Trocknet der Nachschub an größeren Idioten aus, kollabiere das System.

Das Interview geht noch lange weiter, und es wird irgendwann ermüdend. Gish Gallop wäre wohl der Fachbegriff: Weaver ertränkt den Leser in einer Flut an Polemiken. Über Terra (LUNA), über Stablecoins, Smart Contracts, El Salvador und NFTs. Alles wertlos, alles Betrug, alles falsch, irreführend, und so weiter.

Informatiker außerhalb ihres Fachgebietes

Ich finde all das bemerkenswert. Es gibt natürlich eine Legion an Computerwissenschaftlern und Informatikern, die die Kritik von Stolfi und Weaver nicht teilen, sondern deren Augen vor Verzückung leuchten, wenn sie über Krypto reden. Dennoch ist es auffällig, dass die vielleicht entschiedenste Kritik eben von Informatikern kommt.

Woran liegt das? Ich vermute, dass der Fehler in einer krumm gewickelten Attribution liegt. Stolfi, Weaver und andere legitimieren ihre Kritik an Bitcoin und Krypto durch ihre Ausbildung und Erfahrung als Informatiker. Aber basiert ihre Kritik darauf? Muss man IT studiert haben, um zu wissen, dass Bitcoin nur 3-7 Transaktionen je Sekunde prozessiert? Braucht man einen Doktor in Computerwissenschaft, um zu verstehen, dass man eine Bilddatei auch dann kopieren kann, wenn es ein NFT für sie gibt? Sind Jahrzehnte der Erfahrung als Programmierer nötig, dass Bitcoin sehr viel Energie verbraucht?

Eher nicht. Stolfi hat immer wieder bewiesen, dass er Bitcoin aus technischer Perspektive einigermaßen gut versteht (auch wenn sein Verständnis weit von dem aktiver Bitcoin-Entwickler entfernt ist), und Weaver darf man dies gerne ebenfalls zugestehen. Doch ihre Kritik basiert nicht darauf. Ihre Kritik basiert auf dem Ziel: Sie erklären, dass die Technologie ihr Ziel nicht erreiche – und lehnen dieses Ziel im generellen ab.

Damit urteilen sie nicht mehr als Computerwissenschaftler, sondern als Privatleute. Ein Informatiker hat in einem Unternehmen in der Regel nicht die Aufgabe, Ziele zu definieren. Er setzt sie um. Es ist nicht seine Aufgabe, ein Ziel zu bewerten, sondern die Technologie, um es zu erreichen. Und damit stoßen wir auf den Hund, der in der Kritik begraben ist.

Wenn die Ziele falsch sind, kann die Technik nicht richtig sein

Die scharfe Kritik der Computerwissenschaftler hat kaum etwas mit Technologie zu tun – aber sehr viel mit Politik und Ökonomie. Versuchen wir mal, sie in diese Begriffe zu übersetzen, also in Ziele und Anforderungen:

  • Bitcoin muss ein Onchain-Zahlungssystem sein, das die Anzahl Transaktionen massiv skaliert
  • Smart Contracts müssen sicher sein
  • NFTs müssen verhindern, dass jemand eine Bilddatei kopiert
  • Bitcoin muss weniger Energie verbrauchen
  • Zahlungen müssen reversibel sein, um den Verbraucher zu schützen
  • Zwischenmänner müssen illegale und unmoralische Zahlungen verhindern können
  • Early Adopter dürfen nicht übermäßig verdienen, wenn neue User beitreten
  • Ein Wertspeicher muss stabil sein, also nicht volatil

Und so weiter. Der argumentative Kreis schließt sich: Die Computerwissenschaftler definieren Anforderungen, und Bitcoin und Krypto erfüllen diese nicht. Also folgern sie, dass die Technologie nicht funktioniert und alles Lug und Trug und Ponzi ist.

Der Markt hat in ihren Augen unrecht. Es hat sich ein riesiges, auch nach dem Crash billionenschweres Ökosystem um eine Technologie gebildet, die für kein Problem eine Lösung darstellt. Auf der Autobahn fährt nicht nur ein Geisterfahrer – sie ist voll von Geisterfahrern.

Glaubenssätze, keine Fakten

Wenn man die falschen Ziele hat, kann eine Technologie eben nur falsch sein. Jedes der genannten Ziele ist subjektiv und lässt sich leicht auf den Kopf stellen:

  • Bitcoin muss nicht onchain skalieren, da es weniger Zahlungsmittel als Geld ist bzw. digitale Knappheit schafft.
  • Bitcoin skaliert weniger die Anzahl der Transaktionen (onchain), sondern das Zahlungsvolumen
  • Smart Contracts müssen nicht zwingend sicher sein, sondern lediglich deterministisch und transparent
  • NFTs müssen kein Kopierschutz für Bilddateien sein. Auch klassische Gemälde kann man googeln und ausdrucken. NFTs erlauben den Handel mit Rechten am Bild.
  • Bitcoin soll so viel Energie verbrauchen, wie er Werte schöpft, und hat daneben potenziell einen ökologischen Mehrwert
  • Darüber hinaus nimmt der Energieverbrauch von Bitcoin sowieso im Lauf der Zeit ab. Der bis dahin erreichte zivilisatorische Mehrwert stellt eventuelle ökologische Schäden in den Schatten.
  • Zwischenmänner und die Reversibilität machen Zahlungen nicht sicherer, sondern ineffizienter und schaffen Abhängigkeiten. Sie sozialisieren den Kampf gegen Geldwäsche, ohne ihn zu gewinnen, und sie kehren die Unschuldsvermutung um.
  • Ein privat entstehendes Geld muss, wie eine Aktie, die frühen Investoren übermäßig belohnen, da die Alternative dazu eine zentrale Distribution durch einen Staat oder eine Firma ist.
  • Ein neuer Wertspeicher erreicht seinen Wert nicht linear, sondern durch Aufs und Abs. Volatilität ist nicht unbedingt angenehm, aber zwingend notwendig.
  • Blasen jeder Art kosten Investoren Geld, sind aber für die Schaffung einer Infrastruktur unvermeidbar
  • Pyramidensysteme sind allgegenwärtig (im Marketing, im Rentensystem, in Versicherungen). Sie zu dezentralisieren kann ein mächtiges Werkzeug sein.

Man könnte noch lange weitermachen. Es geht hier um subjektive, ökonomische, ideologische, politische Glaubenssätze. Jedem steht es frei, diese so oder so zu sehen, Krypto mit Stolfi und Weaver zu verteufeln, oder es mit der weiten, breiten Community zu verherrlichen. Kritik an Bitcoin und Krypto ist nicht „falsch“, aber auch nicht „richtig“, da es dabei nicht um Fakten oder Technologie geht. Sie ist immer eine Meinung, die politische und ökonomische Ideologien ausdrückt.

Mit einer Sache haben die Kritiker aber recht: Man sollte ehrlich sein. Eine Meinung wird zur Lüge, wenn man sie durch Lügen stützt. Weder sollte man als Krypto-Enthusiast die falschen Ziele behaupten, noch sollte man technologische Schwächen übertünchen, und erst recht nicht sollte man dies aus Geldgier tun. Das aber passiert im Krypto-Raum in einer Breite, die ihresgleichen sucht, und das ist vielleicht der wahre Grund für die Empörung der Computerwissenschaftler – das, worauf sie sich verstehen, wird zum Fundament von Lügen.

Shitcoiner bewerben ihren Shitcoin, indem sie falsche Ziele propagieren („der nächste Bitcoin“ — „DIE Smart Contract Plattform“ — „Die Revolution des Bezahlens“), und auch Fans von ernsthaften Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether sind oft nicht verlegen, falsche Behauptungen über die technologischen Fähigkeiten von Ethereum 2.0 oder dem Lightning Netzwerk zu verbreiten, oder zumindest Fakten zu verschweigen, die ein schlechtes Licht auf ihre Lieblingswährung werfen.

Ebenso wenig sollte man aber so tun, als qualifiziere eine technische Kompetenz darüber, zu bestimmen, was die richtigen Fragen und Ziele sind. Das ging noch nie gut. Die Informatiker meinen, aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung besonders geeignet dafür zu sein, Kryptowährungen zu beurteilen. Aber sie sind es nicht.


Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder

Christoph hat vor kurzem sein zweites Buch veröffentlicht: „Das Bitcoin-Kompendium: Netzwerk und Technologie“. Es ist eine überarbeitete Auslese seiner besten Artikel für dieses Blog. Ihr könnt das Kompendium direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen – natürlich auch mit Bitcoin – oder auch per Amazon.

Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Für verschlüsselte Nachrichten nutzt bitte meinen PGP-Schlüssel — Auf Telegram! könnt ihr unsere News abonnieren.

Über Christoph Bergmann (2317 Artikel)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder ---

10 Kommentare zu Computerwissenschaftler gegen Krypto

  1. Jo, genau richtig. Während Informatiker vielleicht mathematisch exakt die Skalierbarkeit einer Blockchain abschätzen können, vernachlässigen sie bei Kryptowährung die Tatsache dass es sich um grundlegende ökonomische Problemstellungen handelt. Wie, wann und wo Wirtschaftssubjekte ihre Kaufkraft einsetzen lässt sich mathematisch nicht exakt vorausbestimmen. Je nach Kultur und Epoche wird es unterschiedliche Modelle geben, welche aufgrund von sich verändernden Rahmenbedingungen immer wieder angepasst werden müssen. Die Geschichte zeigt, dass selbst Währungen immer wieder angepasst werden müssen. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Währung beträgt anscheinend nur 27 Jahre. Man könnte auch sagen, dass damit bisher jede „konventionelle“ Fiat-Währung eine Art Ponzi-Schema ist, das auf wenige Jahrzehnte angelegt ist. Wer sich im nicht regulierten Kryptomarkt aufhält, sollte sich aber damit abfinden dass sich hier alles extremer abspielt als während jeder bisherigen ökonomischen Entwicklung. Die Volatilitäten sind höher, die Anzahl an Trittbrettfahrern (Scams) größer und die durchschnittliche Projektlebensdauer geringer. Ist ein Hype vorbei, dann kommt gleich der nächste. Es ist wie eine Art Hyper-Evolution mit survival of the fittest, wobei unsere Gesellschaften darüber entscheiden welches Projekt bzw. welche Währung als die „fitteste“ bzw. die vertrauenswürdigste anzusehen ist. Über das Vertrauen von einer Vielzahl von Individuen entscheidet nun mal nicht die Mathematik. Die Argumente einer ausgewählten Gruppe von Informatikern erscheinen deshalb in ihrer eingeschränkten Definitionsmenge als mathematisch korrekt, den Lebensalltag bzw. die Realität unserer Gesellschaft bilden sie aber nicht hinlänglich ab.

    Das Zahlungsmittel mit der längsten Lebensdauer und dem besten Werterhalt ist übrigens Gold. Solange sich Bitcoin als der dominierende PoW-Coin behaupten kann, verdient er meiner Ansicht nach auch die Bezeichnung als digitales Gold. Alle anderen Kryptos müssen sich dann leider damit abfinden die Rolle einer der Währungen zu spielen, die im Durchschnitt nur 27 Jahre Bestand haben wird (im Krypto-Bereich wohl wieder etwas weniger weil dort bekanntermaßen alles etwas schneller abläuft) 😉

  2. Frank Müller // 2. Juni 2022 um 22:39 // Antworten

    Also ich bin Informatiker. Und ich finde Kryptowährungen gut …

    Technisch gesehen sind Blockchains aber tatsächlich erstmal ziemlich simpel und langweilig (für Informatiker) 😉

    Spieltheorie hingegen, ist zwar ein Feld der Mathematik, aber nicht Bestandteil einer üblichen Informatikerausbildung, genausowenig wie Volkswirtschaftslehre und Jura.

    Insofern sind wir Informatiker erstmal tatsächlich gar nicht die richtigen Experten für dieses Thema.

    „Hyper-Evolution“ finde ich übrigens ein treffendes Bild.

  3. Wolfgang Lohmann // 3. Juni 2022 um 4:32 // Antworten

    Ich dachte, Du hättest P2P und Big Blocks verstanden 😉 Die 7 TPS sind doch albern, Bitcoin (BSV: originale Bitcoinregeln, set in stone as v0.1.0) ermöglicht 25 000 TPS und skaliert weiter. P2P , also IP2IP scaliert sofort. Der Mythos Dezentralität und Anonymität blendet und führt dazu, dass man vergisst, dass Technologie innerhalb der Gesellschaft passiert. Gesetze müssen ggf angeoasst werden,werden aber nicht einfach ungültig. Bei Streit zu Zahlungen via Bitcoin existieren weiter rechtliche Instanzen. Schickt mir Saturn den bezahlten TV nicht, gibt’s Ärger. Zumindest wurden die mir den Bitcoin zurückerstatten, wenn sie doch nicht liefern können. Warum denken so viele, dass alle Prozesse nur aus einer einfachen Transaktionen bestehen? Bitcoin ist das Betriebssystem, die Maschinensprache. Fast niemand programmiert direkt auf dem Level. Die oberen Level lassen sich letztlich aber darauf zurückbrechen.

  4. Das ist einfach linke Wokeness. Es ist in manchen Kreisen hip geworden, Bitcoin zu kritisieren. Die Argumentation startet mit dem gewünschten Resultat und findet dann schon einen Weg, es zu rechtfertigen. Wie woke Leute es halt so machen.

  5. Michael Dietrich // 5. Juni 2022 um 11:40 // Antworten

    Jedes wirtschaftliche System basiert auf Pyramiden Struktur und funktioniert solang der Gegenwert der eingebrachten Erwartung erfüllt ist! Ob physisch oder auch nicht physisch, ist es wichtig das man den Weg des erbauens geht. Und da wir Mensch sind, die einbringung von moralischer und geistiger größe zum Ziel führt = die allseits gesellschaftliche anerkennung! von md

  6. Was ist mit dem Argument negative sum game? Das erscheint mir durchaus schlüssig, kann das einer widerlegen? Es braucht doch immer einen neuen „Fool“, der bereit ist Bitcoin zu kaufen, wenn jemand seinen Profit realisieren will. Es wird vom best performing asset der letzten 10 Jahre gesprochen, aber diese „Gewinne“ sind doch nicht real, das sind nur paper gains.Solange ich hodler bin, habe ich ja keinen Gewinn, sondern nur das Geld verloren, was ich „investiert“ habe. Wenn alle hodler ihre Gewinne realisieren wollen würden, würde das System doch zusammenbrechen oder nicht.
    Kurz gesagt, es wird mehr eingezahlt als rausgeholt werden kann. Jeder Gewinn des einen basiert auf Verlust eines anderen. Sehe ich da etwas falsch oder habe ich etwas nicht bedacht? Gegenargumente sind willkommen.

    • Wie kommst du darauf, dass mehr eingezahlt werden muss als rauszuholen ist? Ich denke, das hält sich die Waage.
      Die „greater-Fool“-Sache hat man ja überall, bei Aktien, Anleihen, Häusern, Währungen, sogar Versicherungen. Das ist eine Art Nullsummenspiel. Wenn aber dadurch etwas entsteht, wird es zum Positivsummenspiel. Geht dagegen etwas kaputt (Betrug, Hacks, CO2-Ausstoß) wird es zum Negativsummenspiel.

    • Dan, meiner Meinung nach führt die Annahme, dass Bitcoin ein Nullsummenspiel ist in eine gedankliche Sackgasse. Bitcoin ist ein Zahlungsnetzwerk, das seinen Nutzen bzw. Wert aus seinen Eigenschaften, Funktionen und seinen Anwendern bezieht. Vergleiche das einmal mit dem Telefonnetz. Wenn Du der Einzige bist, der ein Telefon besitzt, dann ist dessen Wert mit Sicherheit 0, da Du ja niemanden anrufen kannst. Wenn ich jetzt aber auch ein Telefon besitze, dann ist unser beider Nutzen schon mal größer Null, da jeder von uns den anderen anrufen kann. Je mehr Menschen ein Telefon besitzen, desto wertvoller wird das Netzwerk. Der Gewinn eines Einzelnen basiert also nicht auf dem Verlust eines anderen. In der Spieltheorie spricht man daher auch von win-win-Situationen.

      Ganz ähnlich verhält es sich mit der Aussage „es wird mehr eingezahlt als rausgeholt werden kann“. Bitcoin ist nicht die kryptographische Alchemie, die Wertloses plötzlich in Wertvolles verwandeln will. Bitcoin ist ein Medium, um Werte zwischen zwei Personen weltweit, ohne Mittelsmann, ohne Erlaubnis, ohne Konfiszierbarkeit, in Echtzeit übertragen zu können. Das stand der Menschheit bisher mit keinem Medium zur Verfügung. Je mehr Menschen an dem Bitcoin-Netzwerk teilnehmen und das Vertrauen aufbauen, dass es auch in Zukunft genutzt werden wird, desto wertvoller wird es auch werden.

      Ein anderer eher kurzfristiger Aspekt betrifft den aktuellen Preis, der durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Natürlich würde der Preis (nicht das System!) zusammenbrechen, wenn alle Hodler gleichzeitg verkaufen würden. Das gleiche würde aber auch mit dem Goldpreis passieren, wenn die Amis Fort Knox auf einen Schlag leeren würden oder mit einem Aktienkurs, wenn alle Großaktionäre gleichzeitig verkaufen würden. Wie würdest Du aber den Wert des Bitcoin-Netzwerkes einschätzen, wenn Du wüsstest, dass morgen die 1000 dicksten Hodler alles verkaufen würden, aber in 10 Jahren 5 Milliarden Menschen mit Bitcoin bezahlen ?

  7. Was zählen die paar Informatiker, wenn das Weltwirtschaftsforum bitcoin / Kryptowährungen reinzuwaschen sucht? Natürlich bleiben auch diese Flickschuster nicht bei ihren Leisten.
    Quelle: https://norberthaering.de/oekologie/weltwirtschaftsforum-krypto-mining/

    • @Jo Hm, ein Kommentar über einen Artikel gegen einen Artikel. In jedem Fall hast Du dabei Energie gespart 😉 Eine Antwort darauf ist irgendwie schwer. Welcher Punkt ist Dir wichtig. Was genau empfindest Du als „reinwaschen“?

      Das „Interuptible Buyer of last Resort“ Argument des Forums finde ich bspsw. gar nicht abwegig. Obs am Ende dann nur ein Greewashing der Branche bleibt, müsste man eher mal an konkreten Zahlen prüfen. Also wieviele solcher Projekte es tatsächlich gibt oder geplant sind. Alles andere ist doch purer Glaube …

      Die Zahlen könnten ja sowohl Befürworter wie Gegner dieser These mal sammeln, dann bleibts auch nicht beim Greenwashing selbst falls ein solches aktuell vorläge. Dann müsste man die Branche ja liefern, oder aber diese These aufgeben.

Schreibe eine Antwort zu Andres Antwort abbrechen

%d Bloggern gefällt das: