
Patrick Byrne, Geschäftsführer von Overstock.com, hat keinen Zweifel daran gelassen, dass hinter der Akzeptanz des Bitcoins in seiner Firma auch persönlich-ideologische Motive stehen: Der Bitcoin sei „wie ein wahrgewordener Traum“. Eigentlich hatte Byrnes erklärt, overstock.com werde den Bitcoin wohl im zweiten Quartal 2014 akzeptieren. Overstock.com ist einer der einflussreichsten Konkurrenten von Amazon um Online-Shopper. Die Plattform führt von Büchern über Möbel zu Autos so gut wie alles und hat einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar.
Nun hat Byrnes aber in einer Nacht-und-Nebel-Aktion den Bitcoin als Zahlungsmittel für overstock.com implementiert. Laut der Forbes ließ er zehn Mitarbeiter in einem Raum einsperren, die dann innerhalb von zehn Tagen den Bitcoin in das System eingearbeitet hat. Sobald Bitcoin als Zahlungsoption online war, musste overstock.com keine weitere PR betreiben – es sprach sich wie ein Lauffeuer in der Szene herum. Wer am Donnerstag-Abend reddit/r/bitcoin aufgerufen hat, wurde beinah erschlagen von den Posts zu overstock.
Das Ergebnis war überragend: Innerhalb der ersten 24 Stunden trudelten, so twitterte Byrnes, Bestellungen mit Bitcoins im Gegenwert von 126.000 Dollar ein – überwiegend von neuen Kunden.
Dabei akzeptiert Overstock Bitcoins nicht wirklich. Byrnes hat in einem vorhergegangenen Interview bereits angekündigt, solange es keine Möglichkeit gebe, Kursverluste zu hedgen bzw. sich gegen sie zu versichern, komme für ihn nur ein Zahlungsdienst in Frage, der die Bitcoins sofort wechselt. Kurz gesagt: Der Kunde bezahlt mit Bitcoins, Overstock erhält Dollar. Zahlungsdienstleister ist in diesem Fall Coinbase, die Gebühren sind wohl deutlich tiefer als bei Kreditkartenzahlungen.
Wenn jemand bei Overstock mit Bitcoins bezahlt, passiert auf dem Markt also dasselbe, als würde er die Bitcoins verkaufen und mit Dollar bei Overstock bestellen. Nur dass in diesem Fall Coinbase die Coins verkauft. Erwarten Sie also keine Kurssprünge wegen dieser Meldung.
Doch wir wollen das an dieser Stelle nicht schwarzreden. Es kann sein, dass dies den Preis eher drückt als hebt, es könnte auch sein, dass es eine gewisse Regelmäßigkeit in die Verkäufe und damit Preisstabilität bringt. Was bleibt ist jedoch, dass die Menge an Waren, die man (zumindest in den USA) mit Bitcoins kaufen kann, seit dem 9. Januar beträchtlich gewachsen ist. Eigentlich gibt es alles für Bitcoins. Und das macht eine Währung aus.
