Falls – falls – die mögliche Insolvenz von Mt. Gox etwas Gutes hat, dann dass die Sicherheit der Kunden-Bitcoins auf Börsen und Marktplätzen künftig genauer betrachtet werden wird. Wir von Bitcoin.de haben in dieser Beziehung nichts zu befürchten. Wie angekündigt kommt hier noch ein Statement unseres Geschäftsführers Oliver Flaskämper, das dieser heute der Presse zugesandt hat.
Die ersten Absätze werden für die meisten Leser nichts neues darstellen. Interessant wird es weiter unten. Hier das ganze Statement, das von Oliver Flaskämper an die Presse geschickt wurde, ohne bisher wiederveröffentlicht bzw. zitiert zu werden. Vermutlich, weil eine womöglich insolvente Börse aus Tokio besser zur „Wild-West-Kryptowährung“ Bitcoin passt als ein solider mittelständischer Deutscher Marktplatz, der der Sicherheit von Kundeneinlagen die höchste Priorität einräumt.
Folgendes Statement habe ich eben der Presse gegeben:
Zu erst einmal: Das Bitcoin-Netzwerk läuft weiterhin wie geschmiert, es ist wieder einmal „nur“ ein Dienstleister von der Fahne gegangen. Aber leider ein großer und vermutlich auch nicht der letzte. Bitcoin ist 5 Jahre alt und die Milchzähne sind gerade rausgefallen, um den neuen Zähnen Platz zu machen. Auch die Kinderkrankheiten nehmen mit 6 Jahren ja bekanntlich rapide ab. Hoffen wir daher mal das Beste.
Wenn es stimmt, was man liest, dann haben kriminelle Elemente über Jahre hinweg die seit 2011 bekannte Schwachstelle im Bitcoin-Netzwerk ausgenutzt und sich bei MtGox Bitcoins mehrfach auszahlen lassen. Das war nur deshalb möglich, weil MtGox anscheinend einen modifizierten Bitcoin-Client verwendet hatte, der die Transaktion-ID einer Bitcoin-Überweisung als Referenz in der Datenbank benutzt hat. Diese Transaktion-ID, vergleichbar mit dem Verwendungszweck einer Banküberweisung, kann von Angreifern in bestimmten Fällen verändert werden. Und zwar dann, wenn Bitcoin-Überweisungen aus vom Bitcoin-Netzwerk nicht bestätigtem Wechselgeld durchgeführt werden. Das hat mutmaßlich dazu geführt, das ausgeführte Bitcoin-Überweisungen bei MtGox im System nicht als ausgeführt verbucht wurden, so dass eine mehrfache (evtl. unendliche Auszahlung) möglich war. Die Börse wurde so also mutmaßlich schleichend um die Bitcoin-Kundenbestände „erleichtert“.
Die immer noch im Bitcoin-System vorhandene Schwachstelle konnte und kann wegen der bei bitcoin.de vorhandenen „doppelten Buchhaltung“ für Bitcoin-Überweisungen nicht ausgenutzt werden. Alle unsere Kundenbestände in Bitcoins sind sicher. Kunden, die diese Aussage überprüfen wollen, können sich ihre Bitcoins jederzeit auszahlen lassen. Wir haben keine Angst vor einem Bankrun. Unabhängig davon werden wir uns in den kommenden Wochen das Vorhandensein unserer Bitcoin-Kundenbestände auch von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestätigen lassen. Dies soll das Vertrauen in unser Unternehmen weiter stärken.
