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Ehemaliger deutscher Verteidigungsminister steigt ins Kryptowährungsbusiness ein

Sommerreise des BM zu Guttenberg. Der Bundesminister der Verteidigung Karl-Theodor zu Guttenberg besucht im Rahmen seiner Sommerreise das Aufklrungsbataillon 6 "Holstein" in Eutin. Dabei faehrt er in dem leicht gepanzerten Spaehwagen "Fennek" mit Beaobachtungs- und Aufklaerungsausstattung zur dynamischen Vorfuehrung ausserhalb der Kaserne. Quelle: Medien Bundeswehr über flickr.com. Lizenz nach Creative Commons 2.0

Das ist … entzückend! Die Personalie der Woche ist ausgerechnet der Mann, der uns den Zivildienst weggenommen hat: Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, ehemaliges Wunderkind der deutschen konservativen Politik, steigt ins Kryptowährungsbusiness ein. Er wird Berater von Ripple Labs, jener Firma, die die gleichnamige Währung herausgibt.

Ripple an dieser Stelle zu erklären, würde viel zu weit gehen. Es sei gesagt, dass es sich um ein Zahlungs- und Tauschnetzwerk handelt, dass  Schuldverschreibungen für alles (Euro, Äpfel, Birnen, Gold) überträgt. Ripple ist durchaus effektiv und clever gedacht und steckt angeblich voller kryptographischer Genialitäten, aber faktisch wird es so gut wie nicht benutzt. Die gleichnamige virtuelle Währung Ripple (XRP) ist eine Brückenwährung, die einerseits andere Währungen „tunneln“ kann und andererseits verhindern soll, dass das Netzwerk von Nanotransaktionen gespamt wird. Dass allerdings mehr als 80 Prozent der insgesamt 100.000.000.000 XRP in den Händen der Ripple-Labs-Besitzer liegen, kommt in der Kryptoszene weniger gut an.

Es ginge auch zu weit, die bemerkenswerte Geschichte des Freiherr von Guttenbergs zu erzählen. Es ist ja bekannt, dass das Kind eines mehr als 900-jährigen fränkischen Adelsgeschlechts als politischer Senkrechtstarter im Kabinett Merkel erst Wirtschafts- und dann Verteidigungsminister wurde, aber über seine Doktorarbeit gefallen ist, in der es mehr plagiierte Abschnitte als Seiten gab. Hier sei gesagt, dass er offenbar große Stücke auf Kryptowährungen setzt. Er meint, dass das traditionelle Zahlungssystem „antiquiert, teuer und ineffizient“ ist. Kryptowährungen seien dagegen ein dramatischer Schritt nach vorne. So sagte er es auf einem langen Interview auf dem Blog von RippleLabs. Er sagt viele weitere Dinge, die so positiv gegenüber virtuellen Währungen sind, dass man sich nur wundern kann. Ist das wirklich unser Guttenberg?

Der Freiherr erklärt auch, weshalb er gerade Ripple unterstützt, und dabei klingt er so, als verbringe er zu viel Zeit in Bitcoin-Foren: „Ich denke, dass das Ripple Protokoll nicht nur einige Kernprobleme von Bitcoin-Transaktionen – die Geschwindigkeit – löst, sondern auch, dass es mit jeder anderen digitalen Währung interoperieren kann, auch mit Fiat-Währungen oder anderen Dingen. Diese Flexibilität im Verein mit der Skalierbarkeit des Ripple-Protokolls bietet unbegrenzte Möglichkeiten.“

Falls von Guttenberg das nicht irgendwoher kopiert hat, bin ich wirklich sehr beeindruckt. Ich hätte nicht gedacht, einmal zu lesen, was ein ehemaliger deutscher Wirtschaftsminister von der Skalierbarkeit von Kryptowährungen denkt. Ich hätte nicht einmal gedacht, dass solche Worte für so jemanden überhaupt existieren. In beinah charmanter Ehrlichkeit sagt Gutenberg auch, was Ripple Labs an ihm hat: „Meine Motivation, dem Gremium der Berater beizutreten, ist es, Ripple Labs dabei zu helfen, erfolgreich durch die Schlüsselfallen der Regulierung zu navigieren, die unvermeidbar in Europa und der Welt auf sie warten. Ich freue mich ebenfalls, Ripple Labs mit meinem globalen Netzwerk in der Finanzbranche zu helfen und eine kritische Stimme unter den Beratern zu sein.“

Nun ja … Darauf ein Kulmbacher. Schönen Sonntag.

 

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