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Localbitcoins „aus Gründen der Regulierung“ nicht mehr in Deutschland verfügbar

Wo kann man localbitcoins benutzen? In den USA, Argentinien, Dänemark, Norwegen, Russland, Venezuela, Brasilien, Indien, Mexiko. In so gut wie allen Erst-, Zweit- und Drittweltländern, in denen ein Bedürfnis nach Localbitcoins besteht. Wo kann man localbitcoins nicht mehr benutzen? In Deutschland. Ein Symptom dafür, wie sich die liebe Bundesrepublik ins Abseits manövriert.

Localtbitcoin hat getweetet, dass es in Deutschland den Service wegen regulatorischer Gründe einstellen muss. Man hoffe, dass dies nur temporär so sei. Mehr Infos sind derzeit nicht bekannt. Localbitcoins ist eine Plattform, die zwischen Leuten vermittelt, die sich treffen, um Bitcoins gegen Bargeld zu tauschen.

Dieser Beitrag ist von mir, Christoph Bergmann, und er gibt nicht die Meinung der Bitcoin Deutschland AG wieder. Ich schreibe seit 1,5 Jahren als freier Autor über den Bitcoin, und ich warte und warte und warte darauf, dass ich über ein neues deutsches Bitcoin-Unternehmen schreiben darf. Ich warte immer noch und langsam bin ich frustriert.

Bitcoin.de? Existiert seit 2011. Bitcoin Commodities? Handelt seit 2011 Gold für Bitcoins. Bitcoins Berlin? Machen ihr Ding seit ich glaube 2012. Mitte 2013 wurde Bitcoin der Aufsicht unterstellt. Wieviele Unternehmen im Bitcoin-Bereich wurden seitdem gegründet? Ich schätze genau 0.

Neue Online-Wallets? Neue Zahlungsdienstleister? Neue Börsen? Neue Wechselstuben? Nö. Keine einzige. Überall poppen Bitcoin ATMs auf, nur nicht in Deutschland. Das liegt nicht daran, dass die Deutschen den Bitcoin nicht toll finden. In der Liste der Nodes nimmt Deutschland nach den USA den zweiten Platz ein, in der Liste der Download des Original-Clienten sogar Platz eins.

Es liegt daran, dass es so gut wie unmöglich ist, in Deutschland ein Bitcoin-Unternehmen an den Start zu kriegen. Selbst wenn der Fall eintritt, dass ein Startup die Lizenz bei der BaFin bekommen würde – mir ist kein Fall bekannt, dass das passiert ist – würden die meisten Geschäftsmodelle daran scheitern, dass man in Deutschland vermutlich eine Umsatzsteuer für gewerblich eingenommene Bitcoins bezahlen muss. Daher hat wohl auch Coinbase Deutschland ausgelassen, als es nach Europa expandiert hat, und Showroomprive, der größte Bitcoin-akzeptierende Versandhändler Europas, diese Bezahlmöglichkeit nicht für deutsche Kunden freigegeben.

Manchmal wird gesagt, das unfreie China gehe gegen den Bitcoin vor, was beweise, dass der Bitcoin zum Instrument der Freiheit werden könne. In China gibt es Börsen – und zwar gar nicht wenige – und in China gibt es Zahlungsdienstleister, Online-Wallets und alles andere, was zu einem Bitcoin-Markt gehört. In Deutschland gibt es nichts davon. Stattdessen passiert, was passieren muss: die vielen Bitcoin-begeisterten Deutschen wandern aus und gründen woanders. In der Schweiz, in der Niederlande, in Großbritannien, in Portugal.

Mit dem Aus von localbitcoins für den deutschen Markt ist nun ein neuer Tiefpunkt erreicht.

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