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Warum die Banken nicht die Blockchain, sondern den Bitcoin integrieren müssen

Eine der größten australischen Banken sagt klipp und klar: Banken müssen den Bitcoin integrieren. Nicht morgen, sondern heute. Recht hat sie, und das aus mehreren Gründen. Ein Versuch einer großen US-Bank, den Bitcoin in ein Konto zu integrieren, zeigt jedoch, wie weit der Weg noch ist.

Die Australia and New Zealand Banking Group, kurz ANZ, ist eine der größten Banken im Südpazifik. Sie ist vertreten in Australien, Neuseeland und weiteren 26 Staaten in Südoastasien / im Südpazifik. Das Geldhaus hat jüngst einen bemerkenswerten Beitrag gepostet, der so weit weg ist von allem, was der Rest der Finanzszene behauptet, dass er nicht nur einen ersten, sondern auch einen zweiten Blick verdient.

Einer der Analysten, Max Tannahill, schreibt, dass die derzeit im Trend liegende Perspektive, Bitcoin sei „nur die erste Anwendung“ der superspannenden Blockchain-Technologie, „von allen möglichen Schlussfolgerungen, die man zu Bitcoin ziehen kann, die für Banken gefährlichste ist.“ Die Debatte über die Vorteile von „distributed ledgers“, privaten Blockchains und so weiter, die derzeit landauf und landab von Banken geführt wird, sei ja faszinierend. Aber wer Bitcoin als „Auftakt“ dieser neuen Technologie abwatscht, trivialisiert, was Bitcoin bereits geworden ist: ein sicherer und unwiderruflicher, institutionenloser Transfermechanismus für Werte.

Recht hat er!

Banken, so die ANZ, müssen Bitcoin in ein Konto integrieren, um gegen die aufkommende Konkurrenz durch ApplePay oder Facebook gewappnet zu sein. Dies gibt ihnen neue Möglichkeiten im Micropayment, in internationalen Überweisungen und geldmäßigen Anwendungen, die programmierbare Token benötigen, wie Smart Contracts für Web- oder Maschinenzahlungen. Um den Kodak-Moment zu vermeiden, sollten Banken nicht irgendwelche Blockchain-Konstrukte bilden, sondern Bitcoin als das nutzen, als was es Satoshi Nakamoto beschrieben hat: als digiales Bargeld.

Soweit die ANZ-Bank. Zu den erwähnten Vorteilen, die Bitcoins für Micropayment, internationale Überweisungen und programmierbare Zahlungen hat, lassen sich noch zwei weitere Argumente hinzufügen, weshalb Banken unbedingt Bitcoins in ein Konto einbauen sollten: Zum einen ist Bitcoin nicht nur digitales Cash, sondern auch eine Wertanlage, mit einem ganz eigenen Verhältnis von Chancen und Risiken. Dass Banken und Vermögensverwalter eine Anlageform generell ablehnen, anstatt sie aufgrund ihres speziellen Risiko-Gewinn-Verhältnisses in ein Portfolio einzupassen, ist eigentlich ein schwer nachvollziehbares Versäumnis. Insbesondere wenn diese Anlage bewießen hat, dass sie in der Lage ist, irrsinnige Gewinne zu generieren.

Nur ein kleiner Schritt von Bitcoin zur Blockchain

Zum anderen ist Bitcoin die am besten funktionierende, ausgebaute und dokumentierte Blockchain-Technologie. Jede Bank, die auf die derzeit vieldiskutierte Blockchain-Technologie vorbereitet sein will, also darauf, dass man Euro oder Aktien oder Derivate als Blockchain-Token verwaltet, hat eigentlich nur ein Objekt, mit dem sie ernsthaft experimentieren kann: den Bitcoin. Es ist ein riesiger Weg von Null auf Blockchain, aber nur ein kleiner Schritt von Bitcoin zur Blockchain. Eine Bank, die heute beispielsweise beginnt, Bitcoins für Kunden zu verwalten, also einen Node zu betreiben, Transaktionen zu signieren und Schlüssel zu speichern, verfügt über die notwendige technologische Kompetenz, um morgen oder übermorgen Wertpapiere auf einer Blockchain zu verwalten. Der Vorsprung, wenn es mal so weit ist, dürfte entscheidend sein.

Der Analyst der ANZ beendet seinen Aufsatz mit der Bemerkung, dass die Banken ihre Rolle als „trusted Gateway“ so rasch wie möglich auch für Bitcoin nutzen sollten – bevor es zu spät ist. Ein Versuch einer US-Bank verdeutlicht, wie gering die Chancen dafür sind, dass es nicht zu spät wird.

Wow! Ein Schaufenster zu Coinbase!

Die USAA gilt als eine der innovativsten Banken der USA. Die ehemalige Militärbank hat sich, wie kaum eine andere, auf das Internet und soziale Medien eingelassen – und auf den Bitcoin. Dass sie mit einer jüngst vollständig gestarteten Kooperation mit Coinbase zu einer der weltweit aufgeschlossensten Bank wird, zeigt, wie viel Wegstrecke die Banken noch zurücklegen müssen, um wirklich den Bitcoin zu integrieren. Denn ganz so groß ist die Kooperation auch nicht.

Die USAA hat bereits Anfang November 2015 für einige wenige Kunden die Option eingerichtet, dass sie vom USAA-Konto aus das Bitcoin-Guthaben auf einem Coinbase-Account ansehen können. Nun hat die Bank die experimentelle Phase verlassen und diese Option für alle Kunden freigeschalten.

Wow? Eigentlich nicht wirklich, oder? Dieser Schritt ist winzig und noch meilenweit davon entfernt, tatsächlich auch nur Bitcoins anzufassen. Der nächste Schritt könnte sein, dass die USAA eine aktive API zu Coinbase schaltet, so dass man beispielsweise Bitcoins kaufen oder überweisen kann. Aber auch dies wäre nur ein kleiner Schritt hin zu dem, was wirklich möglich wäre.

Vielleicht liegt darin ja für viele Banken eine große Chance. Möglich, dass es nur eine einzige Bank braucht, die den Damm bricht.

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