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Ja mei, der ist aber groß geworden!

Happy Birthday! Der Bitcoin ist diese Woche fünf Jahre alt geworden. Im Newsrückblick gehen wir kurz auf die Geschichte ein, stellen fest, wo der Bitcoin gerade steht und berichten natürlich, was es neues gibt: Der erste Bitcoin-ATM ist aufgestellt, worüber sogar die Nachrichten der chinesischen Regierung berichten, und Circle Internet Financial heimst Investitionen ein, um einfache Bitcoin-Werkzeuge zu entwickeln.

Erinnern Sie sich noch, wie es damals war, als die Tante in die Hände geklatscht und stolz gerufen hat: „Ja mei, du bist aber groß geworden!“ Viel mehr fällt uns zum fünften Geburtstag des Bitcoins auch nicht ein. Dieses Stück Code, das vielleicht die größte Innovation des Jahrzehntes ist, so verrückt, dass es sich so schillernd kein Science-Fiction-Autor hätte ausdenken können, und so größenwahnsinnig, dass es nicht nur ein neues Zahlungsprotokoll, sondern gleich eine neue Währung ins Leben rief – diese Ding ist groß geworden. Verdammt groß.

Falls es eine Geburt des Bitcoins gibt, dann war es der 31. Oktober 2008. An diesem Tag hat Satoshi Nakamoto das Bitcoin-Paper auf der kürzlich eröffneten Domain bitcoin.org veröffentlicht und über die Cryptography Mailing List verbreitet. Satoshi Nakamoto ist, trotz der zahlreichen Vermutungen, weiterhin unbekannt. Damit dürfte er die einzige Person sein, die etwas Weltbewegendes geschaffen hat und dabei anonym geblieben ist.

Eine kurze Bitcoin-Timeline:

2009:

(c) Aka / pixelio.de

2010

2011

2012

2013

 

Die Ereignisse nach der Blase im April sind zu vielfältig, um sie komplett aufzuzählen. Sicher ist, dass das heftige Medienecho viel Geld und viele kluge Köpfe ins Bitcoin-Universum gespült hat, die beinah wöchentlich neue Startups gründen. Die Bitcoin-Bewegung entfaltet seit April eine enorme Dynamik, die immer mehr Händler dazu bewegt, den Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren.
Allerdings nehmen auch die Behörden die virtuelle Währung ins Visier. Insbesondere in den USA, wo der Betrüger Pirateat40 sowie der Betreiber der Silk Road, Dread Pirate Roberts, verhaftet wurde. Zugleich hat eine juristische Auseinandersetzung darüber begonnen, was ein Bitcoin vor dem Auge des Gesetzes eigentlich ist – freilich ohne derweil ein abschließendes Ergebnis erreicht zu haben.

Und wo stehen wir jetzt?

Wie gesagt: Der Bitcoin ist groß geworden. Hier einige statistische Fakten:

Wie viele Menschen den Bitcoin benutzten, ist schwer zu sagen. Schließlich zeigt nicht jeder, der Bitcoins hält, Aktivität, während andere Dutzende Adressen gleichzeitig benutzen. Man kann nur einige Zahlen zusammentragen:

Neues aus der Woche

Jetzt kommen wir endlich zu dem, was in dieser Woche geschehen ist. Der Preis hat sich von dem kleinen Crash letzte Woche erholt und wieder nach oben gearbeitet, wo er seit einigen Tagen relativ konstant bei starken 150 Euro steht.

Wie aus 29$ in vier Jahren fast eine Million wurde

Bei Wikipedia und google sind die Suchanfragen nach dem Bitcoin dagegen nach oben geschnellt. Der Grund liegt in zwei Nachrichten über den Bitcoin, die um die ganze Welt gegangen sind. Vermutlich haben Sie beide schon gehört. Zur Sicherheit fassen wir sie kurz zusammen: Zum einen wäre da die Story vom norwegischen Studenten Kristoffer Koch, der 2009 gerade mal 29$ in Bitcoins investiert hat, als er im Zuge einer Studienarbeit zur Verschlüsselung darüber gestolpert ist. Er hat seine Bitcoins vergessen, sie nach vier Jahren wiederentdeckt und ist nun Besitzer von beinah einer Million Dollar. Mit einem Teil davon hat er sich bereits ein Appartement in Oslo gekauft.

Chinas Staatssender über den Bitcoin-Automaten

Die zweite Story geht um den ersten Bitcoin-Automaten, der in einem Café in Vancouver in Betrieb genommen wurde. Die Punchline der meisten Geschichten ist, dass Bitcoin damit „real“ oder „mainstream“ geworden ist. Mit dem Bitcoin-ATM kann man Bargeld in Bitcoins und Bitcoins in Bargeld wechseln. Insgesamt wurden bereits am ersten Tag 10.000 kanadische Dollar umgesetzt, am zweiten sogar 30.000.
Ein interessantes Detail der Berichterstattung sollte sein, dass auch Xinwen Lianbo im chinesischen Staatsfernsehen CCTV über den Bitcoin-Automaten berichtet hat. Laut den chinesischen Mitgliedern von bitcointalk ist Xinwen Lianbo nicht nur irgendeine Nachrichtensendung, sondern mehr oder weniger DER Verlautbarungskanal der Regierung. Laut Wikipedia „reflektiert das Programm die offiziellen Positionen der chinesischen Regierung zu einem weiten Sprektrum an Themen.“ Die Nachrichten um 19 Uhr werden auf allen Kanälen gesendet und im Vorfeld intensiv von Beauftragten der Regierung geprüft. Da der Bericht über den Bitcoin-Automaten ohne die üblichen Seitenhiebe in richtung Geldwäsche oder Drogenhandel daherkam, liegt die Folgerung nahe, dass die chinesische Regierung dem Bitcoin offen gegenüber steht und mit der Nachricht vielleicht sogar Unternehmer ermutigen will, ins Bitcoin-Business einzusteigen.

Einfach zu benutzende Werkzeuge
Apropos Business: Circle Internet Financial hat satte 9 Millionen Dollar an Investitionen eingefahren. Das Startup will die Adaption des Bitcoins vorantreiben, indem sie einfach zu benutzende Werkzeuge sowohl für Konsumenten als auch für Händler entwickelt. „Wir sind vom Bitcoin und von digitalen Währungen genauso begeistert, wie wir es waren, als wir 1990 zum ersten Mal das Internet entdeckt haben. Und wir fühlen, dass die Chancen, Payment und Finanzen zu transformieren, heute genauso vorhanden sind wie 1993 die Chancen, Medien, Kommunikation und Kommerz durch das Netz zu transformieren“, so die Firma auf ihrer Homepage. Der Gründer und Geschäftsführer Jeremy Allaire bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im digitalen Geschäft mit und hat bereist mehrere Unternehmen gegründet, etwa die Allaire-Corporation, eine Kommerz-Plattform, die im NASDAQ notiert war, bevor sie von Marcomedia gekauft wurde, oder Brightcove, eine der weltweit führenden Online-Video-Plattformen.

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