Website-Icon BitcoinBlog.de – das Blog für Bitcoin und andere virtuelle Währungen

„Wir haben 20 bis 25 Anwendungen für die Blockchain identifiziert.“

Santander Bank by Mike Mozart via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Die Santander-Bank hat sich mit der Blockchain beschäftigt – und eine Menge Möglichkeit entdeckt, wie man bzw. Bank diese wundersame nutzen anwenden kann.

Die Blockchain ist so etwas wie die weiße, gute Schwester des dunklen, unruhigen Bitcoins. Während virtuelles Geld scheinbar doch stinkt – zumindest in den Augen von Banken – ist die Technologie hinter dem Kryptogeld unschuldig und darum (für Banken) attraktiv. Die spanische Groß- und Weltbank Santander ist nicht die erste Bank, die sich mit der Blockchain beschäftigt hat, aber ihr Resümee ist eines der begeistertsten aus der Feder von Banken.

Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Oliver Wyman und Anthemis Gruppe hat Santander ein Paper namens „The Fintech 2.0 Paper: rebooting financial services“ verfasst. In diesem geht es um die Umwälzungen durch neue digitale Finanztechnologien, die das Banking, so das Paper, in seinem Kern fundamental verändern werden. Prädigitale Geschäftsmodelle werden obsolet, und Milliarden von Dollar werden aus den alten Kreisläufen heraus in neue Systeme und Unternehmen wandern.

Das Papier identifiziert 4 Beispiele für Fintech: Das Internet-of-things, Smart Data, distributive Datenbanken und reibungslose Prozesse. Hier geht es, natürlich, um die distributiven Datenbanken bzw. Kontobücher (Ledger), die man mangels anderer Gattungsvertreter auch Blockchains nennen könnte: Dezentrale Datenbanken, die unmanipulierbar sind, weil eine zentrale Autorität und ein „Single Point of Failure“ fehlen. Die Santander Bank findet in den distributiven Datenbanken die folgenden attraktiven Eigenschaften:

Wir haben also eine Datenbank, die schnell Transaktionen bestätigen kann, weitgehend unfehlbar und unmanipulierbar ist, jedes beliebige virtualisierbare Wertpapier fassen, öffentlich kontrolliert werden kann und schließlich nicht einmal ein eigenes Rechenzentrum benötigt.  Es sei daher nur eine Frage der Zeit, so der Bericht, bis distributive Datenbanken eine vertrauenswürdige Alternative werden, um große Volumen von Transaktionen zu verwalten. Einer internen Untersuchung zufolge habe die Blockchain-Technologie das Potenzial, die Kosten des globalen Banking bis 2022 um 15 bis 20 Milliarden Dollar je Jahr zu reduzieren.

Mariano Belinky, Chef von Santander InnoVentures, kommentierte den Bericht gegenüber dem Business Insider: „Wir haben intern 20 bis 25 Anwendungen für diese Technologie identifiziert.“ Belinky verwies auf internationale Transaktionen, Handelsfinanzen, das Verleihen unter Interessensgemeinschaften sowie die Verwaltung von Schuldensicherheiten. Julio M Faura, Chef der Innovationsabteilung von Santander, erklärte: „Für uns liegt die erste offensichtliche Anwendung der Blockchain im Payment, vor allem in internationalen Überweisungen. Langfristig denken wir aber, dass Smart Contracts das Potenzial haben, viele andere Dinge zu verändern, die wir tun.“

Noch sei nichts öffentlich angekündigt, aber ein internes Team von Santander arbeite an Blockchain-Anwendungen und habe bereits  Proof-of-Concepts entwickelt. Laut Belinky benötige die Blockchain, um ernsthafte Anwendungen zu ermöglichen, jedoch die Kooperation einiger globaler Banken. „Es ist, als habe man das erste Telefon – es gibt keinen Punkt, man kann niemanden anrufen.“ Auch wenn Santander die Möglichkeit hinter der Blockchain unbedingt erforschen möchte, geht Belinky nicht davon aus, dass die Bank in naher Zukunft Geld über ein Blockchain-Netzwerk senden wird. Der Weg vom Prototypen bis zum fertigen Produkt, das das OK der Regulierer bekommt, ist weit.

Die mobile Version verlassen