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Konsens in Sicht? Beinah 60 Prozent der Miner für BIP100

Die Wahl der Miner durch die Coinbase in den letzten 24 Stunden: BIP100 scheint das Rennen zu machen.

Langsam kommt Bewegung in die Konsensfindung zur Erhöhung der Blockgröße. Die Miner stimmen über die Coinbase ab, der Vorschlag von Jeff Garzik (BIP100) liegt dabei im Rennen klar vorn.

Jedes Mal, wenn ein Miner einen Block findet, darf er die Coinbase ausfüllen. Die Coinbase dient eigentlich dazu, in einer Transaktion den Input der Bitcoins darzustellen. Da aber die Transaktion, die dem Miner seine Belohnung überweist, keinen Input hat, kann er das Feld nach Gutdünken ausfüllen.

Derzeit wird die Coinbase dazu benutzt, um eine Abstimmung unter den Minern zu ermöglichen, ob und wie das Limit der Blockgröße erhöht werden soll. Der Vorstoß des Bitcoin-XT-Teams sieht vor, dass 75 Prozent der Miner in der Coinbase ihre Zustimmung ausdrücken müssen, damit die Größe der Blöcke auf 8 MB anwächst. Bislang hat jedoch lediglich Slush’s Pool für Bitcoin XT gestimmt.

XT mit dem Vorschlag von Gavin Andresen, die Größe der Blöcke erst auf 8 MB und dann sukzessive auf mehr als 8 Gigabyte zu erhöhen (BIP101), ist jedoch nicht der einzige Vorschlag, der zur Debatte steht. Es gibt noch drei weitere Parteien (sofern man von Parteien reden kann) bzw. Optionen: Für 8 MB Blöcke, aber nicht für XT, und für Jeff Garziks BIP100.

Die Wahl der Miner in den letzten 30 Tagen: Die Wahlbeteiligung stieg in den letzten Tagen rapide an. Quelle: bitcoinity.org

In den letzten Tagen ist die Wahlbeteiligung unter den Minern deutlich gestiegen. Während im 30-Tages-Durchschnitt sich noch 69,55 Prozent der Miner enthalten haben, ist der Anteil der Nichtwähler in den vergangenen 24 Stunden auf weniger als 30 Prozent gesunken. Unter den Wählern ist BIP101 mit 1,43 Prozent die mit Abstand unbeliebteste Option. Deutlich mehr – 11,43 Prozent – stimmen für 8 MB Blöcke, aber nicht für XT, und beinah 60 Prozent votieren für BIP100. Der Vorschlag von Jeff Garzik findet das Gefallen großer Mining-Pools wie F2Pool, BitFury, BTCChina, 21 Inc., KnCMiner und BitClub Network.

Daher ist es wohl an der Zeit, BIP100 näher zu beleuchten. Das von Jeff Garzik verfasste pdf findet man unter diesem Link. Der Vorschlag zeichnet sich dadurch aus, dass er keinen festen Fahrplan vorlegt, sondern das bisherige Modell flexibilisiert und die Miner entscheiden lässt, wie groß die Blöcke sein dürfen.

BIP100 soll durch eine Hard-Fork das bisherige Block-Limit von 1MB entfernen, die von Satoshi ursprünglich eingeschriebene Maximalgröße von 32 MB behalten und zugleich ein neues, flexibles Limit einführen, das am Anfang auf 1 MB gesetzt wird. Künftig passt sich das Limit alle 12.000 Blöcke (ca. alle drei Monate) an. Die neue Größe wird dann von den Minern entschieden, die über die Coinbase abstimmen können. An der Abstimmung müssen sich 90 Prozent der Miner beteiligen, das Ergebnis entsteht, indem die höchsten und tiefsten 20 Prozent der Voten gestrichen und dazwischen der Wert mit den meisten Stimmen genommen wird. Das Ergebnis darf jedoch nicht über eine Steigerung um 100 oder eine Senkung um 50 Prozent hinausgehen.

Das bedeutet, die Miner können alle drei Monate darüber abstimmen, wie groß die Blöcke künftig sein sollen. Das Maximum dabei sind 32 MB. Prinzipiell können die Miner auch für kleinere Blöcke stimmen und die Größe in Zukunft schwanken lassen. Zum Charme dieses Modells gehört es, dass die Miner eine Erhöhung der Blockgröße auch wieder zurücknehmen können, falls sich diese als zu weit erwiesen hat. Seine Kritiker sagen jedoch, dass Miner nicht die Interessen des gesamten Netzwerkes verkörpern. Eine Entscheidung über die zukünftige Beschaffenheit des Bitcoins solle nicht nur durch eine Aristokratie der Miner, sondern durch eine Demokratie aller Nutzer entschieden werden.

Dennoch scheint BIP100 derzeit der Vorschlag zu sein, der die besten Chancen hat, es wirklich ins Protokoll zu schaffen.

 

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