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Bitcoin Core 0.16.0 bringt SegWit in die Nutzeroberfläche

Nach Monaten des Wartens ist es nun soweit: Bitcoin Core hat eine neue Version des Clients veröffentlicht, die SegWit in die Nutzeroberfläche integriert hat. Dies könnte der lang erwartete Durchbruch für SegWit sein. Vor allem, da nun auch Coinbase und Bitfinex beginnen, auf SegWit umzusteigen.

SegWit, die Protokoll-Erweiterung, die zugleich eine Erhöhung der Blocksize ist, wurde bereits Ende August 2017 aktiviert. Doch die Durchsetzung des neuen Transaktionsformats läuft bisher äußerst schleppend und hat auch nach etwa einem halben Jahr kaum mehr als 15 Prozent erreicht. Einer der Gründe dafür dürfte gewesen sein, dass kaum eine Wallet SegWit unterstützt. Dies ändert sich nun.

Die neue Veröffentlichung der wichtigsten Bitcoin-Software, Bitcoin-Core, 0.16.0, bringt erstmals SegWit in die Nutzeroberfläche des Clients. Und zwar werden standardmäßig neue Adressen sowie Wechselgeldadressen als P2SH-SegWit-Adresse gebildet. Diese Adressen sind im selben Format wie die bisherigen Adressen, beginnen aber mit einer 3, wie man es von Multisig-Adressen kennt.

Alternativ kann man nun auch „bech32“ Adressen generieren, indem man an der entsprechenden Stelle in Häkchen setzt. Diese Adressen beginnen mit „bc1“, sind etwas länger und bestehen ausschließlich aus kleinen Buchstaben. Über die Vorteile des neuen Formats habe ich bereits geschrieben, als Electrum als erste Wallet das neue Format integriert hat. Da Core es nun auch erlaubt, Bitcoins an eine bech32-Adresse zu senden, dürfte es endlich Sinn ergeben, SegWit mit Electrum zu benutzen.

Neben den Dutzenden weiteren kleinen Bugfixes und kleinen Verbesserungen dürfte es weiter bedeutend sein, dass Core 0.16.0 Replace By Fee (RBF) zum Standard erhebt. Dies wird für jeden, der schon einmal eine Transaktion im MemPool stecken gehabt hat, eine Erleichterung sein – könnte aber nicht eben hilfreich sein, wenn man bezahlen möchte, ohne auf eine Bestätigung zu warten. Hier muss man die Option manuell ausschalten, was mit einem weiteren Häkchen-Kästchen sehr einfach zu machen ist.

Dass die wichtigste Bitcoin-Software nun SegWit unterstützt, könnte ein Meilenstein für die flächendeckende Anwendung des neuen Transaktionsformats sein. Schließlich ist Core die Basis unzähliger Plattformen und weiterer Software. Ebenso hilfreich dürfte sein, dass die große amerikanische Wechselstube und Online-Wallet Coinbase seit dieser Woche beginnt, SegWit zu integrieren, und auch die große Börse Bitfinex vor wenigen Tagen begonnen hat, SegWit zu verwenden.

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