In einer Münchner Spielothek steht der erste öffentliche Bitcoin ATM in Deutschland. Ein Urteil des Kammergerichts von Berlin macht es möglich, den Automaten aufzustellen – aber befreit ihn nicht von der Regulierung.
Das Münchner Bitcoin-Meetup ist eine der größten Bitcoin- oder Blockchain-Gruppen in Deutschland. Vergangenen Mittwoch hat die Gruppe eine Exkursion zum Bistro und Spielcasino Monte24 am Frankfurter Ring in München gemacht. Dort hat nämlich vor kurzem die österreichische Firma Orderbob den ersten öffentlichen Bitcoin-ATM in Deutschland aufgestellt.
Natürlich muss sich die Firma dennoch an Regeln halten. So kann man den ATM nur bedienen, wenn man sich mit dem Personalausweis identifiziert. „Wir halten das für ausreichend, um die Anforderungen der BaFin zu erfüllen.“ Allerdings weiß man nie, ob es nicht noch neue Regeln gibt. Wenn, dann sei eher eine Verschärfung vor dem Hintergrund des Kampfes gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung zu erwarten. Aber bis dahin versucht Orderbob einen Kompromiss zu finden, „einen Weg, den wir gemeinsam bestreiten können, und der funktioniert.“
Die Gebühren beim ATM betragen 5 Prozent, verarbeitet werden Bitcoin und Ethereu. Von diesen Währungen schätzt Orderbob, dass sie bleiben, während die Firma zu den anderen Coins wenig Vertrauen hat. Privacy-Coins wie Monero sind wegen der Regularien keine Option. Die Firma führt zudem eine Blacklist von Personen, denen es nicht gestattet ist, den ATM zu benutzen. Sobald sich ein User beim ATM ausweist, fragt die Maschine die Datenbank mit der Blacklist ab.
Ab 10.000 Euro muss die Firma bzw. der Kunde einen Herkunftsnachweis erbringen, was „schon eine Thematik“ ist. Eine genaue Grenze gibt es nicht, dies hängt davon ab, „wie gut wir den Kunden kennen“. Je erfolgreiche Transaktion bekommen die Kunden Erfahrungspunkte, durch die sie das Limit anheben können. Für Neukunden ist die Grenze bei „circa ein Bitcoin.

