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eBay kauft den NFT-Marktplatz KnownOrigin

Der große Online-Marktplatz beschäftigt sich schon länger mit Non-Fungible-Token (NFTs) und bietet sie auch auf seiner Seite an. Mit dem Kauf des NFT-Marktplatzes KnownOrigin möchte eBay diesen Kurs vertiefen.

eBay gab die Übernahme von KnownOrigin am 22. Juni bekannt. Der Kauf sei „ein wichtiger Schritt in eBays tech-geführter Neuerfindung [tech-led reimagination], der zu einer neuen Ära digitaler Sammelstücke“ bei eBay führe.

„eBay ist die erste Anlaufstelle für Leute auf der ganzen Welt, die diese eine, perfekte, schwer zu findende und einzigartige Ergänzung ihrer Sammlung suchen“, kommentiert eBay-CEO Jamie Iannone. Der Kauf von KnowOrigin helfe, die Führungsrolle auf diesem Gebiet zu erhalten und auszubauen.

KnowOrigin wurde bereits 2018 gegründet, was für die junge, dynamische NFT-Sparte schon lange her ist. Anders als etwa OpenSea, wo unterschiedslos jedes NFT, das es auf bestimmten Blockchains gibt, gehandelt werden kann, setzt KnownOrigin stärker auf ein kuratiertes Angebot. Daher wirkt die Seite auch weniger wie ein Gemischtwaren a la OpenSea, sondern eher wie eine Kunstgalerie.

„Wir haben KnownOrigin gegründet, um Künstlern und Sammlern die Möglichkeit zu geben, einzigartige, authentifizierte digitale Stücke auszustellen, zu verkaufen und zu sammeln,“ erklärt Kogründer David Moore. Mit dem wachsenden Interesse an NFTs sei nun der perfekte Zeitpunkt gekommen, mit einem Partner weiter zu gehen, der die Reichweite und die Erfahrung von eBay habe. Dies sei der Beginn eines neuen Kapitels in der Story von KnownOrigin. „Diese Partnerschaft wird uns helfen, eine neue Welle von NFT-Schöpfern und Sammlern anzuziehen.“

Details über die Partnerschaft sind aber nicht bekannt. Weder wird der Preis verraten, noch, ob und wie KnownOrigin in eBay integriert werden soll. Bekannt ist lediglich, dass eBay sowohl Patente und Urheberrechte als auch alle Mitarbeiter übernimmt. Möglicherweise kauft sich der Konzern damit weniger die Firma und ihr Produkt, sondern das Humankapital.

Eine FAQ von James Morgen, dem zweiten Kogründer von KnownOrigin, deutet an, dass zunächst alles beim alten bleibt. Das Team werde nicht wechseln, die Assets auf KnownOrigin werden im Lauf der Zeit in eBay integriert, beide Plattformen werden neue Features einrichten. Das Modell der „Gated Community“ werde erhalten bleiben und so weiter.

Klar ist aber, dass eBay es ernst meint mit den NFTs. Schon im Mai 2021 hat der Handelsplattform NFTs integriert, um die Stellung unter Sammlern und Verkäufern einzigartiger Objekte zu erhalten und auszubauen. Bei den Kunden kommt es offenbar an, eBay hat bereits eine prall gefüllte NFT-Sparte.

Im Mai dieses Jahres hat eBay zusammen mit dem Startup OneOf die erste eigene NFT-Kollektion herausgegeben. Diese widmet sich dem kanadischen Eishockeyspieler Wayne Gretzky und umfasst 13 Animationen von Gretzky auf der Eisbahn. Am 28. Juni legte eBay nach. Mit OneOf und Sports Illustrated veröffentlicht die Handelsplattform ein NFT-Sammlung zur Box-Legende Muhammed Ali.

Etwas schwammiger ist die „techgeführte Neuerfindung“ von eBay. Diese soll die „Zukunft von eBay“ bilden. Sie soll Technik und künstliche Intelligenz benutzen, um die Wünsche der User zu erkennen und zu erfüllen. Insgesamt seien durch sie bereits „hunderte von essenziellen Änderungen“ eingeführt, die für sich klein wirken, aber zusammen einen enormen Einfluss auf das Handeln von eBay nehmen. Dies reicht von Verbesserungen in der Auslieferung, im Zahlungswesen, bei QR-Codes und mehr – nicht zuletzt der Integration von NFTs.

eBay wird damit zu einer der ersten großen Tech-Unternehmen, die sich auf ein Geschäftsmodell stürzen, das in der Krypto-Szene geboren ist. Während der Handel mit Kryptowährungen und Token für die großen Tech-Konzerne wenig interessant oder auch abschreckend erscheint, wecken NFTs ein relativ weites Interesse.

So hat beispielsweise auch Instragram angekündigt, NFTs für ausgewählte Künstler in den USA zu testen, und Spotify testet bereits eine Option, die es Künstlern erlaubt, NFTs in ihre Profile zu integrieren. Eventuell scheint die Lösung von Blockchain und Token von direkten Werten durch NFTs – etwa Geld oder Wertpapiere – auf viele Tech-Unternehmen befreiend zu wirken.

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