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Pudgy Penguins und Bored Apes Yacht Club: Was haben die Herausgeber der NFT-Hitserien aus ihrem Erfolg gemacht?

Aus dem Otherlands-Trailor.

Der NFT-Hype ist vorbei. Wir schauen uns an, was aus zwei Erfolgsstorys wurde. Wie haben sie ihre Gewinne investiert – und was wurde draus?

Die NFT Blase ist schon seit geraumer Zeit offiziell geplatzt.

Das Handelsvolumen auf den Märkten ist nur noch ein Schatten seines 2022-Selbsts. Neu aufgelegte NFTs, selbst von bekannten Persönlichkeiten, spülen nicht wie von selbst Geld in die Wallet, neue Brands — Unternehmen, Stars, Promis — die mit einem NFT von sich reden machen, wurden selten, und von all den vielen großzügig versprochenen Funktionen und Anwendungen von NFTs hat sich bisher kaum etwas materialisiert. Das Metaverse? GameFi? Wo?

Doch wie jede Blase hat auch diese zahlreiche Startups mit reichlich Kapital ausgestattet. Die spannende Frage ist daher nicht, warum ist die Blase geplatzt und wer hat wie viel verloren – sondern was machen die Startups mut dem Kapital? Wurde es verbrannt – oder ensteht etwas interessantes daraus?

Um darüber mehr zu erfahren, schauen wir uns zwei der bekannteren Sammlungen von Avataren an, die Bored Apes Yacht Club und die Pudgy Penguins. Wofür haben sie ihre Einnahmen ausgegeben? Welche Pläne verfolgen sie? Was machen sie aus den Communitys, die sich durch die NFTs gebildet haben?

Yuga Labs akkumuliert etwas planlos weitere NFTs

Beginnen wir mit Yuga Labs, den Herausgebern der Board Ape Yacht Club (BAYC) NFT-Kollektion. Diese war während des Hypes im Jahr 2022 die führende NFT-Reihe, hat aber seitdem stark nachgegeben: Der Floor-Preis ist von einem Höhepunkt von 150 ETH auf derzeit rund 24 ETH gefallen. Das ist immer noch viel für ein Token, das eine JPEG-Datei repräsentiert, aber es ist weit vom Höhepunkt entfernt.

Die Bored Apes Yacht Club Webseite.

Die Webseite Bored Apes Yacht Club ist wie ein virtuelles Clubhaus gestaltet. Darin gibt es verschiedene Communities, die weltweit verteilt sind und sich auch live treffen. Es gibt auch einen Marktplatz, „Made by Apes„, auf denen Besitzer der NFTs Kunst oder Designs zur Lizensierung anbieteten. Neben den Bored Apes kann man mittlerweile auch Mutant Apes, Dogs und außerirdische Maschinenwesen als NFT kaufen und nutzen. Es wirkt aber nicht so, als treffe Yuga Labs damit einen Nerv.

Das Startup, das sich selbst als „führender Betreiber einer Lifestyle- und Medienfirma“ bezeichnet, hat nebend den Bored Apes und ihren Variationen auch mehrere NFT-Kollektionen und -Studios erworben. Dazu gehören beispielsweise die CryptoPunks und die MeeBits. Der neueste Zukauf ist PROOF, ein Startup, das neben der Proof-Kollektion auch die pixeligen Avatare Moonbirds und Oddities herausgibt, aber mit Grails auch ernsthaftere Kunst ausstellt.

Wie Yuga Labs aber die NFT-Kollektionen weiter entwickelt, oder wie das Startup sie konkret nutzen möchte, ist etwas unklar. Eine bindende Klammer soll die „Otherside“ werden. Das ist das Metaverse von Yuga Labs: Ein Zwitter zwischen Spiel, Ausstellung und virtuellem Aufenthaltsraum, ein Massive Multiplayer Online Role Playing Game (MMORPGs), aber auch Portal ins Web3. Die Spieler – oder Nutzer – können sich Teile der Welt als NFT kaufen und dann selbst verwalten oder verändern. So soll eine Welt entstehen, die irgendwie alles ist, weil jeder mitmachen kann, ein Metaverse wie Wikipedia.

Ein zweiter Screenshot aus dem Otherlands-Trailer

Die Otherside wurde vor mehr als einem Jahr angekündigt, ist aber derzeit noch nicht live. Man kann einen Trailer anschauen und sich mit den „Otherdeeds“ schon mal Land reservieren. Ohnehin ist unklar, wie das alles zusammengehen soll, wie Yuga Labs es schaffen möchte, mit einem so nebelhaften Konzept eine kritische Masse an zahlenden Usern zusammenbringen möchte, damit Otherland dauerhaft mehr bleibt als eine Geisterwelt.

Nur indirekt mit Yuga Labs hängt die ApeCoin-DAO zusammen. Apecoin ist ein fungibles Token, das mit den Bored Apes verbunden ist und eine DAO bildet, eine dezentrale Organisation. Sie versucht, irgendwie, die Apes aufzuwerten und passende Kultur zu finanzieren oder zu schöpfen. Eine klare Linie ist hier aber nicht zu erkennen – was auch zu Yuga Labs im Allgemeinen zutrifft.

Nach dem Erfolg der Bored Apes hat sich das Startup anscheinend verzettelt und damit versäumt, sein eigenes Produkt, die Bored Apes, weiter zu entwickeln. So gibt es viele Produkte, aber kein echtes, brauchbares.

Von der Webseite von Pudgy Penguins

Pudgy Penguins bringt Pudgy Toys zu Walmart – mit spannendem Lizenzmodell

Vielversprechender erscheint derzeit die Entwicklung einer anderen NFT-Kollektion, nämlich der Pudgy Pinguins. Deren Floor-Preis ist in den letzten drei Monaten kontinuierlich gestiegen und hat mittlerweile mehr als 20 ETH erreicht. Kurzfristig hat diese Kollektion sogar die Board Apes überholt.

Während die Apes fallen, steigen die Pinguine. Woran liegt das?

Zunächst einmal bleiben die Herausgeber der Pudgy Penguins bei diesen. Sie haben neben der eigentlichen Kollektion von 8.888 Pudgy Penguins lediglich eine Nebenkollektion herausgegeben, die Lil Pudgys, 22.222 Jung-Pinguine. Die Designer blieben im frostigen Universum der Pinguine.

Dazu gelang es ihnen, aus dem Pudgy-Penguin-Muster eine Kollektion echter Produkte zu schaffen, vor allem Stofftiere und Spielzeug. Diese „Pudgy Toys“ kann man bei Amazon kaufen – und auch bei Walmart. Mittlerweile bieten mehr als 3.000 Walmart-Filialen mehr als 30 Pudgy Penguins als Spielzeug an. Sie kosten zwischen 3 und 30 Dollar, ein QR-Code gibt den Käufern Zugang zur Pudgy World, einem geplanten Metaverse von Pudgy Penguins.

Am spannendsten ist jedoch das Lizenzmodell: Die bei Walmart und Amazon verkauften Pudgy Penguins entsprechen denen aus der NFT-Kollektion. Die Rechte an ihnen halten dementsprechend die NFT-Besitzer. Extra dafür hat das Unternehmen Pudgy Penguins OverpassIP entwickelt, eine Plattform, die es erlaubt, seine NFTs gegen eine Lizenzgebühr zur Verfügung zu stellen.

Besitzer von Pudgy Penguins oder Lil Pudgys können derzeit ihr NFT einreichen, um an einer weitere Reihe Pudgy Toys für Amazon und Walmart. Die ausgewählten NFTs erhalten dann eine Lizenzgebühr von 10-20 Prozent. Wenn es gut läuft, verdient man also passiv mit, während in einem Walmart ein Pudgy Penguin verkauft wird, der genauso aussieht wie das NFT, das man in der Wallet hält. Man muss nur das Glück haben, unter tausenden von eingereichten NFTs ausgewählt zu werden.

Das ist alles noch ein Anfang. Aber es könnte ein Schritt hin sein zu der Revolution des Urheberrechtes, die uns NFTs eigentlich versprochen haben.

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