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Wie viel sind 5,6 Milliarden Euro?

Derzeit gibt es etwa 12.833.650 Bitcoins mit einem Wert von je 440 Euro. Der Bitcoin als ganzes erreicht damit eine Marktkapitalisierung von knapp 5,650 Milliarden Euro. Ziemlich viel für eine Sache, die nur einen Wert hat, weil Leute an sie glauben, und die vor eineinhalb Jahren nur einen Bruchteil davon wert war. Oder eher ziemlich wenig für etwas, das die Währung der Zukunft sein könnte? Damit Sie diesen Betrag besser einordnen können, zeigen wir Ihnen einige Dinge, die 5,65 Milliarden Euro kosten. Dabei erfahren Sie außerdem, ob preislich noch Luft nach oben ist.

 

Antonio Bonanno: House of the People. Creative Commons

Teure Bauwerke

Als teuerstes Bauwerk aller Zeiten gilt der Parlamentspalast von Rumänien in Bukarest, den der rumänische Diktator Nicolae Ceaușescu zwischen 1983 und 1989 errichten ließ. Die Kosten liegen mit rund 2,2 Milliarden Euro deutlich unter dem Wert der Blockchain. Teurer sind dagegen zwei aktuelle und umstrittene Infrastrukturprojekte in Deutschland: Bei Stuttgart21 sind die Kosten von den anvisierten 4,526 Milliarden Euro auf 6,526 gesprungen, und der Flughafen Berlin wird nach neuesten Schätzungen rund 8 Milliarden Euro verschlingen. Ähnlich teuer wird das finnische Atomkraftwerkes Olkiluoto 3 sein, dessen Baukosten sich auf 8,5 Milliarden Euro verdreifacht haben.

Damit alle Bitcoins zusammen so viel wert sind wie einige der derzeit teuersten Bauwerke der Welt müsste ein einzelner Bitcoin also etwa 660 Euro wert sein.

Reiche Menschen

EpSos: Golden People. Flickr.com Creative Commons

Reiche Menschen

Wäre der Bitcoin ein Mensch, würde er zwar in die Forbes-Liste der Superreichen Einlass finden, aber dort keinen Spitzenrang einnehmen. Bill Gates,der den ersten Platz besetzt, könnte sich mit seinen knapp 80 Milliarden locker 10 Mal alle Bitcoin kaufen. Der korrekte Rang des Bitcoins wäre irgendwo zwischen Platz 190 und 200. Mit etwa 7,8 Milliarden Dollar auf der Kante kommt der amerikanische Medienunternehmer Jim Kennedy etwa auf den Wert aller Bitcoins. Unter den deutschen Superreichen bringen Dietmar Hopp und Hasso Plattner, beide von SAP, mit einem Vermögen von etwa 5,9 Milliarden Euro ein ähnliches Gewicht auf die Waage. Der reichste Deutsche, Karl Albrecht von Aldi Süd, spielt mit gut 17 Milliarden allerdings in einer anderen Liga.

Die ganz vorne platzierten auf der Forbes-Richlist könnten mit ihrem Vermögen alle Bitcoins auch dann noch kaufen, wenn jeder etwa 5.000 Euro kosten würde.

Große Unternehmen

Wolfgang Lonien: Telekom Buildings. Creative Commons (Flickr.com)

Große Unternehmen

Wäre der Bitcoin ein Unternehmen, würde er im Deutschen Aktienindex, dem Dax, einen eher bescheidenen Rang einnehmen. Ein Stück über dem Bergbauunternehmen K+S, das einen Umsatz von 3,95 Milliarden Euro macht, und ein Stück unter dem Konsumgüterkonzern Beiersdorf, dessen Jahresumsatz 2013 6,14 Milliarden betrug. Gegen die Großen im Dax wie Siemens oder BASF, die jährlich rund 70 Milliarden Euro umsetzen, stinkt der Bitcoin ab. Die deutsche Telekom wie auch die deutsche Bundesbank haben 2013 bereits einen Gewinn gemacht, der beinah so viel ist wie die gesamte Blockchain – nämlich etwa 4 Milliarden Euro.

Für die großen Internetkonzerne ist der Wert aller Bitcoins demnach auch eher ein Frühstücksgeld. Eine der Beträge, die man mal lockermacht, wenn man das nächste Start-Up schluckt. Apple hat kürzlich etwa den Kopfhörerhersteller Beats für 2,2 Milliarden Euro gekauft, und google hat 12,5 Milliarden Dollar für Motorola Mobile hingelegt. Den Vogel schießt jedoch Facebook ab, das Whatsapp für satte 19 Milliarden Dollar erworben hat.

Damit der Bitcoin als ganzes soviel wert ist wie Whatsapp müsste jeder Bitcoin etwa 1.500 Euro kosten. Damit die Blockchain mit dem Umsatz großer DAX-Titel konkurrieren kann, müsste der Bitcoin-Preis noch ordentlich zulegen – auf rund 6.000 Euro.

Städte, Staaten, Steuern

Achim Lammerts: Munich Skyline Creative Commons (flickr.com)

Städte, Staaten, Steuern

Immerhin könnte man mit allen Bitcoins die Ausgaben einer Großstadt decken. Köln etwa hat ein Jahresbudget von 3,35 Milliarden Euro, und München plant, 2014 Einnahmen von 5,5 Milliarden einzunehmen. Ein wenig darüber ist die Neuverschuldung des Bundes mit 6,5 Milliarden Euro, die Finanzminister Schäuble für 2014 anvisiert. Etwa soviel haben die deutschen Pflegekassen in der Reserve. Und der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk hat im vergangenen Jahr alleine durch die „Gebühren“ fast 7,7 Milliarden Euro eingenommen. In den Schatten gestellt wird dies jedoch von dem Betrag, der Schätzungen zufolge jedes Jahr dem Fiskus vorenthalten wird: 13,3 Milliarden Euro.

Im Vergleich mit dem Bruttosozialprodukt von Staaten liegen die gesamten Bitcoins irgendwo zwischen Suriname und Osttimor auf dem 147. Platz der weltweiten Rangliste.

Wollte man also sämtliche Bitcoins dazu verwenden, um die „Gebühren“ des deutschen öffentlichen Rundfunks für ein Jahr zu bezahlen, müsste ein Bitcoin 600 Euro wert sein. Heikler wird es, wenn der Bitcoin auf die 100. Stelle der Rangliste der Staaten nach dem Bruttosozialprodukt aufsteigen sollte. Dort liegen mit 27 Milliarden derzeit Trinidad und Tobago. Dafür müsste der Bitcoins satte 2.100 Euro wert sein. Möchte er dagegen mit Belgien – BSP 500 Milliarden – mithalten, müsste der einzelne Bitcoin 40.000 Euro wert sein.

Teure Veranstaltungen

US Army: Beijing 2008 Creative Commons (flickr.com)

Teure Veranstaltungen

Eine Fürstenhochzeit allererster Güte dürfte mit allen Bitcoins bereits jetzt machbar sein. Die angeblich teuerste Hochzeit aller Zeiten war die von Prinzessin Hajah Hafizah Sururul Bolkiah, Tochter des Sultans von Brunei, und Pengiran Haji Muhammad Ruzaini. Wieviel sie genau gekostet hat, ist nicht bekannt. Allerdings weiß man, dass der Sultan allein für das Dinner 40 Millionen Dollar springen ließ. Da die Hochzeit mehrere Tage dauerte und tausende Gäste geladen waren, dürften Kosten von mehreren hundert Millionen keine Übertreibung sein. Aber dies ist nur ein Bruchteil des Wertes aller Bitcoins.

Deutlich teurer fallen Olympische Spiele aus. Offiziell haben die Winterspiele in Sotchi rund 4,5 Mrd. Euro gekostet. Angeblich war es aber deutlich mehr. Von den Sommerspielen in Beijing 2008 ist dagegen bekannt, dass der Chinesische Staat dafür 27 Milliarden Euro lockergemacht hat.

Um also die olympischen Sommerspiele von Beijing durch die verfügbaren Bitcoins zu bezahlen müsste ein Bitcoin 2.100 Euro wert sein.

Edelmetalle in deutschem Besitz

Bullion Vault: Brassy Bullion Bar on Coins Creative Commons (flickr.com)

Edelmetalle in deutschem Besitz

Zuletzt kommen wir noch auf Gold und Silber zu sprechen. Laut einer Studie besteht in Deutschland alleine nach Goldanlagen ein Bedarf, der mit 24,5 Milliarden Euro den Bitcoin als ganzes klein erscheinen lässt. Die staatlichen Goldreserven Deutschlands belaufen sich auf 137,51 Milliarden Euro, und die Privathaushalte horten Gold im Wert von sagenhaften 393 Milliarden Euro. Deutlich geringer sind die Silberreserven Deutschlands, die einen Wert von „nur“ 34 Milliarden Euro haben.

Damit die global verfügbaren Bitcoins denselben Wert haben wie das in Deutschland gehortete Silber müsste ein Bitcoin also 2.650 Euro kosten. Um es mit dem von Staat und Privathaushalten gehorteten Gold aufzunehmen, müsste er sogar bei 41.000 Euro notiert sein.

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