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Rekord: Gedicht als Ordinal Inscription für 0,28 Bitcoin (11.430) Dollar versteigert

Die Lyrikerin Anna Caballero

Das Auktionshaus Sotheby‘s hat einen Reihe von Bitcoin Ordinals Insctiptions unter den Hammer gebracht. Neben einem Gedicht erzielten mehrere Kunstwerke beachtliche Erlöse.

Es sieht so aus, als haben die Bitcoin Ordinals Inscriptions in den zehn Tagen vom 12. bis zum 22. Januar ihren „Beeples“-Moment gehabt – den Moment, in dem der echte Kunstmarkt wachsam wurde und ihnen, wie schon den NFTs, einen bemerkenswerten Wert zuwies.

Das traditionelle New Yorker Auktionshaus Sotheby‘s hat in diesem Zeitraum mit der Kollektion „Natively Digital“ eine Reihe von Ordinals Inscriptions versteigert. Dies meint Bilder und andere Kunstwerke, die als eine Art NFT auf der Bitcoin-Blockchain abgelegt sind. Insgesamt hat Sotheby‘s in der Auktion mehr als 26 Bitcoins – etwa 1,1 Millionen Dollar – umgesetzt.

Den höchsten Preis erzielte die Genesis Cat aus der Quantum Cat Collection von FAR, einem Künstler aus dem Umfeld der Taproot Wizards. Satte 6,31 Bitcoin (254.000 Dollar) spielte das Katzenkunstwerk ein, das eine Hommage an „OP_Cat“ sein soll, einen Befehl, der in der eigentlichen Skriptsprache von Bitcoin enthalten war, aber später deaktiviert wurde. Auch Shroomtoshis Inscription 21 erzielte mit 101.600 Dollar beachtliche Erlöse, ebenso Antimatter #4 von Nullish mit 44.500 Dollar.

Am aufregendsten ist aber vielleicht das Gedicht „Cord“ von der Lyrikerin Maria Caballero. Zwar wird der Preis mit 0,28 Bitcoin – immerhin 11.430 Dollar – von der Genesis Cat weit in den Schatten gestellt, und er ist auch noch sehr weit von jenen astronomischen Summen weg, die König Krösus dazumals für eine kurze, kryptische Strophe hinlegte – doch es ist bemerkenswert, dass ein Gedicht überhaupt so viel Geld einspielt, und es zeigt, wie NFTs oder Ordinals zur Finanzierung von Lyrik beitragen können.

Für Sotheby‘s war „Cord“ das erste Gedicht, das in der 280-jährigen Geschichte des Auktionshauses überhaupt versteigert wurde, sieht man von Manuskripten und Erstausgaben ab. Cord ist eine „Villanelle“, eine in Deutschland kaum gebräuchliche klassische Gedichtform, die in Cord 19 Strophen bzw. fünf Stanzen umfasst. Inhaltlich geht es bei Cord wie bei vielen Gedichten von Caballero um das biologische Dasein, konkreter, um die Schwangerschaft, die sie mit ihren Strophen deromantisiert.

„Es ist eine unglaubliche Gelegenheit“, kommentiert Caballero die Versteigerung, „ein Statement abzugeben, dass Worte und Sprache und Poesie einen eigenen Wert haben.“ Es wurde kein Papier verkauft, keine Musik, keine Visualisierung. „Sondern nur die Sprache des Gedichts, nur den Text.“

Für Caballero ist die Versteigerung nicht die erste Erfahrung mit NFTs. Sie hat zusammen mit anderen Lyrikern eine digitale Gallerie für Poesie und NFTs eröffnet, das „theVerseverse“, eine Anspielung an das eher von Visuellem dominierte Metaverse.

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