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Tether hält mehr als 120 Milliarden Dollar in Staatsanleihen

Tether, der Herausgeber des größten Stablecoins (USDT), wird zu einem der wichtigsten privaten Gläubiger der USA. Das Unternehmen versucht, sich in verschiedenen Geschäftsfeldern zu diversifizieren, bleibt dabei aber eher mäßig erfolgreich.

Der größte Stablecoin-Anbieter Tether hat Anfang Mai ein Update zu seinen Profiten und Reserven veröffentlicht. Der Bericht für das erste Quartal 2025 glänzt mit beeindruckenden Kernzahlen:

Angesichts dieser Zahlen nennt sich Tether zu recht „das größte Unternehmen im Krypto-Raum“. Neben dem konstant sensationell hohen Gewinn verdienen vor allem zwei Werte einen kurzen Kommentar:

  1. Mit 120 Milliarden Dollar in Staatsanleihen ist Tether ein signifikanter Gläubiger der USA. Unter den Nationen, die mit ihren Zentralbanken Staatsanleihen halten, wäre Tether auf dem 19. Platz, hinter Saudi Arabien und Südkorea, vor Mexiko und Deutschland. Unter den privaten Haltern dürfte Tether einer der größten Gläubiger der USA sein, wobei Blackrock mit gut einer Billion und Warren Buffets Berkshire mit 300 Milliarden Dollar noch deutlich darüber liegen. Klar ist aber, dass Tether zu einer festen Größe im Markt für US-Staatsanleihen geworden sind und dies auch in Einfluss auf die US-Regierung ummünzen kann.
  2. Mit einer überschüssigen Reserve von knapp vier Prozent sind die Tether-Dollar hervorragend gedeckt. Die Reserven bestehen zu mehr als 80 Prozent aus Staatsanleihen und anderen „Devisen“, wozu noch jeweils rund fünf Prozent Gold, Bitcoins und gesicherte Darlehen kommen sowie drei Prozent andere Investments. Alles in allem ähnelt das Portfolio sowohl in Größe als auch Komposition den Reserven von Zentralbanken, etwa von Tschechien oder Polen.
    Ironischerweise erfüllt Tether damit aber nicht die Bestimmungen der EU, die relativ genau dekliniert, wie Stablecoin-Herausgeber ihre Reserven zusammenstellen müssen, weshalb die Tether-Dollar in der EU nicht mehr gehandelt werden dürfen – im Gegensatz zu anderen Stablecoins mit einer wesentlich weniger robusten Reserve. Selten zeigt sich der Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Regulierung so deutlich. Würde die Schweizer Nationalbank mit ihren Reserven einen Stablecoin decken, würde die EU ihn verbieten.

Bemerkenswert ist ferner, dass Tether seit einigen Jahren versucht, seine enormen Profite zu nutzen, um sich weitere Standbeine zu schaffen. Dafür kauft Tether in der Regel andere Unternehmen auf, etwa im Bereich der Datenverarbeitung, KI oder Energieversorgung.

Ein durchschlagender Erfolg bleibt bislang aber weitgehend aus. Der P2P-Messanger Keet etwa, vergleichbar mit Signal, ist ein solcher Rohrkrepierer, dass nicht mal Google viel über ihn weiß und der Download im Appstore bei 10k+ stagniert. Auch Hadron, Tethers Plattform zur Herausgabe von Real World Assets (RWA), scheint einen bescheidenen Erfolg am Markt zu haben, obwohl RWA derzeit stark wachsen.

Allerdings gelingt es Tether, in einer so raschen Taktfolge Nachrichten zu produzieren, dass es schwer ist, Schritt zu halten. Einige Beispiele aus den letzten Wochen:

Bisher ist Tether gut darin, mit seinem Stablecoin USDT den Markt zu beherrschen und daraus mächtige Profite zu schlagen. Die anderen Stablecoins, XAUT und EURT, sowie die weiteren Projekte von Tether haben dagegen weniger Erfolg. Sie bleiben ein schmückendes Beiwerk zum Dollar-Stablecoin.

Das Unternehmen nutzt seine beachtlichen Gewinne zwar, um sich in einem rasanten Tempo zu diversifizieren und sich auch Geschäftsbereiche zu erschließen, die über Krypto hinausgehen, und es zeigt dabei auch eine einigermaßen konsistente Strategie – doch nachhaltige Säulen, die neben dem Kerngeschäft auch nur sichtbar werden, konnte es damit bislang nicht aufbauen. Kurzum – es ist für Tether schwierig, seine astronomischen Gewinne sinnvoll zu nutzen.

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