… und vieles mehr: China ist doch nicht gecrasht, Charlie Shram wurde verhaftet, die russische Zentralbank warnt vor dem Bitcoin und ein russischer Banker vor übertriebener Regulierung. Außerdem reden wir im Newsrückblick über die Möglichkeit, Angestellte mit Bitcoins auszuzahlen, und erzählen, was die demographischen Merkmale des durchschnittlichen Bitcoins ausmacht.
Samstag war der lange und bange erwartete Tag: der erste Februar, das chinesische Neujahr. Wie berichtet gab es Gerüchte, zu diesem Termin würden sämtliche Bitcoin-Börsen in der Volksrepublik den Handel einstellen. Als es soweit war, geschah … nichts dergleichen. Stattdessen reaktivierte BTCChina, die zeitweise umsatzstärkste Bitcoinbörse der Welt, wieder Einzahlungen durch Banken. Geschäftsführer Bobby Lee erklärte CNBC, dass die Regierung es tatsächlich gar nicht verboten habe. Aha. China, du rätselhaftes Land.
Ob es nun hoch, runter oder weiter seitwärts geht, ist schwer zu sagen. Die Nachrichtenlage ist wolkig bis heiter. Wir schauen uns in diesem Newsrückblick die rapide voranschreitende Bitcoin-Akzeptanz in den USA an, wo wir bleiben, um über die Verhaftung von Charlie Shrem sowie die Regulierungspläne des Staates New York zu reden. Danach geht es nach Russland, wo die Zentralbank einerseits Bitcoins für womöglich illegal erklärt, während der wohl wichtigste Banker des Landes entschieden vor diesem Schritt warnt. Und zuletzt erklären wir noch, was den durchschnittlichen Bitcoiner ausmacht und welcher nahezu zwingende Einkaufstipp daraus resultiert.
Tiger Direct: 500.000 Dollar in einer Woche
Overstock: Angestellte mit Bitcoins bezahlen?
Derzeit steht es selbst für einen bekennenden Bitcoin-Enthusiasten wie Patrick Byrne, Geschäftsführer von Overstock, nicht zur Debatte, Bitcoins direkt zu akzeptieren. Womöglich steht aber eine andere Sache an, die ein großer Schritt für Overstock und ein noch größerer Schritt für die Bitcoin-Ökonomie wäre: Byrne, der jüngst bekanntgab, Bitcoins im Wert mehrerer Millionen Dollar zu halten, wurde von BitPay angetwittert, ob er seine Angestellten mit Bitcoins bezahlen möchte. Und er hat nicht abgelehnt! (Allerdings auch nicht zugesagt, sondern schlicht geschwiegen.)
Die Idee ist gar nicht mal so abwegig. Eine Umfrage unter 847 IT-Angestellten in den USA ergab nämlich, dass mehr als die Hälfte (höhö – 51 Prozent:) bereit wäre, Bitcoins als Teil des Gehalts zu akzeptieren. In einem Land, in dem man mit Gyft, Overstock, Foodler und Tiger Direct beinah alles mit der virtuellen Währung kaufen kann, wäre das durchaus eine Option.
Charlie Shrem: Vor Gericht?
Während Unternehmen wie BitPay und Coinbase in den USA eine neue, dem staatlichen Gewaltmonopol recht pragmatisch gegenüberstehende Generation von Bitcoin-Unternehmen darstellen, ging die erste Welle von Bitcoin-Unternehmen direkt aus den Early Adoptern hervor, die mit waghalsigem Enthusiasmus und glühender libertärer Überzeugung den Boden zu einer Zeit bereitet haben, als Bitcoin für viele noch eine Art Spielgeld war. Einer von ihnen, Charlie Shrem, muss nun für eine Fehlentscheidung geradestehen. Der gerade mal 24-jährige Geschäftsführer der im vergangenen Jahr geschlossenen Bitcoin-Wechselstube BitInstant wurde in New York wegen des Verdachtes auf Geldwäsche festgenommen. Shrem, der bis dahin im Vorstand der Bitcoin Foundation saß und durch zahlreiche öffentliche Auftritte für den Bitcoin bekannt ist, wird beschuldigt, wissentlich Bitcoins im Wert von etwa einer Million Dollar an Kunden des ehemaligen Deep-Web-Drogenmarktplatzes Silk Road verkauft zu haben. Den Ermittlern ist dies aufgefallen, als sie Shrems Emails durchstöbert haben, und dabei eine Korrespondenz gefunden haben, in der Shrem seine Mitwisserschaft offenbart.
Manche Bitcoiner spekulieren nun darüber, ob die Behörden eine Art Hexenjagd gegen die Early Adaptor veranstalten. Schließlich hat fast jeder Bitcoin irgendwie Dreck am Stecken und steht über die Blockchain in Verbindung zur Silk Road. Bei Shrem jedoch ist der Fall klar – er hat bewusst geholfen, Drogengeld zu waschen.
US-Aufseher: Regulieren, aber nicht ersticken – 2014 kommt die BitLizenz
Gleiches Thema, gleicher Ort: In New York fand eine mehrtägige Anhörung statt, in der sich führende Köpfe der Aufsichtsbehörden des Staates mit Bankern, Investoren und Bitcoin-Unternehmern trafen, um gemeinsam eine Lösung zu entwickeln, wie sich der Bitcoin regulieren lässt, ohne dabei Innovationen abzuwürgen. Denn dass virtuelle Währungen auch nützlich sein können, scheint in den USA kaum jemand mehr zu bestreiten.
Der Leiter der Anhörung, Oberaufseher des Finanzwesens Benjamin Lawsky, sagte, dem Treffen sei eine sechsmonatige, intensive Beschäftigung mit dem Bitcoin vorangegangen, zu der Dutzende von Gesprächen mit Vertretern der Wirtschaft, Akademikern und Gesetzeshütern gehört haben. Auf der Anhörung sprachen sich sowohl Vertreter der Behörden als auch der Wirtschaft – unter anderem die Winklevoss-Zwillinge und der Investor Fred Wilson – für eine maßvolle Regulierung aus. Das Ergebnis wird wohl eine Art „BitLizenz“ sein: Lawsky kündigte an, noch im Lauf des Jahres einen regulatorischen Rahmen für Unternehmen, welche im Staat New York mit Bitcoins handeln, zu verabschieden. Diese würde klare Regeln vorgeben, ohne jedoch die Flexibilität der Entwicklung der neuen Technologie zu sehr einzuschränken.
Wie genau die Regulierung aussehen wird, ist noch unklar. Klar ist jedoch, dass Miner und Investoren in den USA nicht reguliert werden. Das Finanzministerium sagte, dass weder Leute, die virtuelle Währungen minen, noch Händler, die diese kaufen oder verkaufen, als Finanzdienstleister irgendeiner Art betrachtet werden und daher auch keine Registrierung einreichen müssen. In Deutschland sieht die BAFin die Sache übrigens ähnlich – wenn auch mit dem kleinen Unterschied allerdings, dass die Betreiber von Mining-Pools sich registrieren müssen und eventuell auch Leute, die regelmäßig auf localbitcoins namentlich genannt verkaufen. Aber bitte nageln Sie mich darauf nicht fest, sondern lesen sich selbst in die Thematik ein.
Fakt ist, dass New York vorhat, in Sachen virtuelle Währungen zum Pionier zu werden. Wie schon in der Vergangenheit mehrfach bekräftigt möchte der Staat es einerseits nicht dulden, dass der Bitcoin zum Instrument von Geldwäsche und Drogenhandel wird, ist aber andererseits bestrebt, sich als attraktiven Standort für Bitcoin-Unternehmen aufzustellen.
Russland: Virtuelle Währungen per se kriminell? Größte Bank des Landes warnt vor zu scharfer Regulierung
Auch in Russland beschäftigen sich die Behörden mit Bitcoins. Die Zentralbank hat vor kurzem eine Warnung gegen die virtuelle Währung herausgegeben. Damit wiederholt sie nicht nur einige der Hinweise auf Risiken, vor denen bereits europäische Zentralbanken gewarnt haben, sondern sagt auch, dass virtuelle Währungen oder „Geld-Surrogate“ nach einem Artikel des russischen Bundesgesetzes illegal sind. Wegen der anonymen Natur von Bitcoins seien die Nutzer, wissentlich oder unwissentlich, dem Risiko ausgesetzt, in illegale Aktivitäten wie Geldwäsche oder der Finanzierung von Terrorismus verwickelt zu werden. Womöglich stehen unbescholtene Bürger in Russland also mit einem Bein im Gefängnis, weil sie Bitcoins haben. Allerdings ist diese Interpretation heftig umstritten.
Zugleich hat der Bitcoin in Russland einflussreiche Unterstützer. Herman Gref, Geschäftsführer von Russlands größter Bank und ehemaliger Wirtschaftsminister, warnte den Kreml in einem Brief vor allzu strenger Regulierung: Virtuelle Währungen seien ein sehr interessantes globales Experiment welches mit dem Paradigma der Geldausgabe breche. Ein Verbot würde einen kolossalen Rückschritt bedeuten.
Valentinstag: Ein Parfüm gefällig?
Und zu guter Letzt haben wir noch eine Umfrage, die sich den durchschnittlichen Bitcoiner zur Brust nimmt. Angeblich ist dieser männlich, 32 Jahre alt und bereits in festen Händen. Wissenschaftlich erwiesen ist zudem, dass er seiner Liebsten mit dieser ganzen Bitcoin-Sache vor allem während volatiler Kursphasen mächtig auf den Zeiger geht. Als Entschädigung empfehlen wir daher ein Valentinsgeschenk für die Nase: parfuemerie.de akzeptiert seit heute Bitcoins. Wer für den Valentinstag bestellt und den Code „HappyBitcoin“ eingibt, erhält 12 Prozent Rabatt. Mehr Infos finden Sie auf unserer Startseite.
