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Jenseits von Mt. Gox: Die Nachrichten der Woche

(c) Bernd Kasper / pixelio.de

AuroracoinDer Newsrückblick: Großbritannien hat entschieden, wie es Bitcoins steuerlich behandelt – nämlich wie eine Fremdwährung. Der Investment-Fond Second Market plant die erste regulierte Bitcoin-Börse in den USA und der Original-Client (Bitcoin-QT) bekommt bald ein Update. Außerdem entzückt ein Altcoin für Island mit Kurssprüngen die Altcoin-Spekulanten. Der Kurs bleibt derweil trotz Mt. Gox-Krise erstaunlich stabil.

Ok, zunächst geht es doch um Mt. Gox. Besser gesagt darum, wie der Markt die Pleite der großen Börse hingenommen hat. Zunächst ist der Preis deutlich eingebrochen, nachdem Mt. Gox den Handel einstellte. Danach fand aber eine erstaunlich zügige Erholung statt, die in einem Seitwärtstrend zwischen 400 und 450 Euro mündete (in Dollar 550-600). Der Markt trägt den Einsturz von Mt. Gox mit einer erstaunlichen Gelassenheit.

Die Massenmedien sehen das anders und handeln die Pleite von Mt. Gox zum Teil als Ende des Bitcoins. Warum auch immer. Schließlich wäre die Idee, das Ende einer Bank, und sei sie noch so groß, sei zugleich das Ende des Euro, absurd. In der Szene überwiegt dagegen die Hoffnung, dass die Implosion von Mt. Gox ganz im Gegenteil Vertrauen herstellen wird, da nun andere, professionellere Börsen in die Lücke springen. Zugleich verlangt die Community mehr Seriosität von Börsen.

Second Market plant Börse

Unter diesen Vorzeichen dürfte das Projekt von Second Market mit Vorfreude erwartet werden. Der Investmentfonds hat bereits mit einem Bitcoin-Fonds die virtuelle Währung an die Wall Street gebracht. Nun hat der Geschäftsführer Barry Silbert just an dem Tag, an dem Mt. Gox insolvent ging, angekündigt, die erste regulierte Bitcoin-Börse in den USA zu planen. Als Termin für die Eröffnung sei Sommer 2014 anvisiert, derzeit befinde man sich noch in Gesprächen mit Bitcoin-Unternehmen und einem halben Dutzend Banken auf der ganzen Welt. Wie die Börse konkret beschaffen sein soll, gab Silbert noch nicht bekannt. Zur Diskussion stehen verschiedene Modelle. Eines davon stellt eine Art „Metabörse“ dar, in der nur institutionelle Anleger handeln dürfen. Ein anderes sieht vor, dass der Preis einmal am Tag festgesetzt wird, um die Volatilität des Bitcoins einzudämmen.

Keine Umsatzsteuern auf Bitcoin-Handel in Großbritannien

(c) Rainer Sturm / pixelio.de

Der Trend geht also mehr und mehr in Richtung institutionelle Anleger, und für diese ist kaum etwas wichtiger als Rechtssicherheit. In Großbritannien ist nun die Frage der umsatzsteuerlichen Behandlung von Bitcoins geklärt. Das für Steuern zuständige Her Majesty’s Revenue and Customs erklärt, dass Bitcoins mehr oder weniger wie eine Fremdwährung zu behandeln sind: Weder Einnahmen von Miner (ob als Reward oder Transaktionsgebühr) noch der Umtausch gegen echte Währungen noch die Erhebung von Gebühren in Bitcoins für Transaktionen sind umsatzsteuerpflichtig. Wie jede andere Währung gelten für Güter und Dienstleistungen, die gegen Bitcoins verkauft werden, die üblichen umsatzsteuerlichen Regeln. Britischen Bitcoinern dürfte nun ein Stein vom Herzen fallen, da die Regierung sich nun endgültig von den Plänen abgewandt hat, Bitcoins wie Gutscheine zu behandeln und damit als Objekt mit einer Umsatzsteuer zu versehen.

Bitcoin 0.9.0

Einer der verwirrendsten Aspekte des Bitcoins ist, dass in ihm Wirtschaft und Informatik enger verschmelzen als irgendwo sonst. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass sich die Software dahinter noch in der Betaphase befindet. Die derzeitige Version hat demnach auch die Versionsnummer 0.8.5-beta. Vor wenigen Tagen haben die Bitcoin-Entwickler nach monatelanger Arbeit unter Mithilfe Dutzender Freiwilliger die Version 0.9.0 ins Testnet gestellt. Es gibt zahlreiche Updates, von denen die allermeisten technischer Natur sind und die Anwendung und Implementierung des Clienten vereinfachen bzw. erweitern sollen. Für den Endanwender sind auf den ersten Blick vor allem zwei Änderungen von Bedeutung: Zum einen gibt es mehrere Fixes, um die Transaction Malleability zu entkräften. Zum anderen werden die Transaktionsgebühren an die Preisentwicklung angepasst, sprich: deutlich gesenkt. Anstatt wie bisher 0.0001 Bitcoin je Kilobyte Transaktionsgröße werden künftig nur 0.00001 Bitcoin veranschlagt. Für diejenigen, die sich eine Rolle des Bitcoin im Mikropayment erhoffen, ist dies eine sehr gute Nachricht.

Ein Altcoin für Island

Zuletzt habe ich noch den Coin der Woche. Beobachter von Altcoins konnten in dieser Woche einen der schnellsten Auftstiege in der Geschichte von Altcoins beobachten: Der Auroracoin (AUR) hat sich, obwohl gerade mal einen Monat alt, im Ranking der Coins nach der Marktkapitalisierung auf den dritten Platz hochgearbeitet. Vorbei am Dogecoin, vorbei am Litecoin. Alle zehn Millionen Auroracoins sind bereits 450 Millionen Dollar wert; ein Auroracoin kommt auf 0,07 Bitcoin. Dabei hat der AUR technisch überhaupt keine Innovation zu bieten. Das besondere ist, dass die Hälfte der insgesamt verfügbaren AUR zu gleichen Teilen an alle Einwohner Islands verteilt werden sollen. Der Entwickler Baldur Friggjar Odinsson will damit den Isländern helfen, ihren Wohlstand trotz einer abwertenden Isländischen Krone und Kapitalkontrollen zu erhalten. Isländische Politiker warnen jedoch davor, dass der Auroracoin ein Betrug ist. Am 25. März wird man mehr erfahren. Dann beginnt nämlich der „Airdrop“: jeder Isländer wird 31,8 AUR erhalten. Wir sind gespannt.

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