Die Jury hat Ross Ulbricht aka Dread Pirate Roberts, den Administrator der Silk Road, in sieben Punkten für schuldig erklärt. Den gebürtigen Texaner erwartet eine lange Haftstrafe.
Gestern hat die Jury nach vierstündiger Beratung ihr Urteil verkündet: Ross Ulbricht ist schuldig. Damit geht ein mehrwöchiger Prozess zu Ende, der zwar überraschende Wendungen, aber auch eine erdrückende Beweislast gegen Ulbricht zutage gebracht hat. Das Argument der Verteidigung, Ulbricht habe die Silk Road zwar gegründet, aber schon längst verkauft und sei nun als „Fall Guy“ – als Sündenbock – verhaftet worden, nahm die Jury offensichtlich nicht an. Schließlich hatte die Anklage starke Beweise vorgelegt mit einem Logbuch von Ulbricht, in welchem er detailreich Tagebuch über seine Tätigkeit als Admin der Silk Road führte, einen herbeigeführten Beweis, dass er als Dread Pirate Roberts eingeloggt war, als ihn das FBI in einer Bibliothek in San Franzisko verhaftet hatte, sowie tausende Seiten Chatprotokolle.
Die 12 Mitglieder der Jury erklärten Ulbricht für schuldig in sieben Punkten:
- Distribution bzw. Hilfe zur Distribution von Drogen
- Distribution bzw. Hilfe zur Distribution von Drogen über das Internet
- Verschwörung zur Verletzung der Drogengesetze
- Verschwörung zum Betrieb einer kriminellen Unternehmung (Einweisung und Leitung von mindestens fünf anderen Personen)
- Verschwörung zum Hacking
- Verbreitung falscher Identitätsdokumente
- Geldwäsche
Die Strafe ist noch nicht verkündet. Aber es ist anzunehmen, dass Ulbricht für diese lange Liste an Vergehen für sehr lange Zeit, wenn nicht lebenslänglich, ins Gefängnis muss. Seine Mutter, Lyn Ulbricht, sagte „Das ist noch nicht das Ende“, der Verteidiger Joshua Dratel, kündigte an, Berufung einzulegen. In den Verhandlungen vor dem Prozess, in dem üblicherweise zwischen Kläger und Verteidiger Vergleichsangebote ausgetauscht werden, habe die Regierung kein ernstzunehmendes Angebot gemacht.
Dass eine Berufung angesichts der „Berge von Beweisen“, wie der Führer der Klage Serrin Turner sagte, eine Aussicht auf Erfolg hat, ist äußerst fraglich.
P.S.: Für Bitcoin-Spekulanten und -Investoren vielleicht das wichtigste: Die US-Regierung wird nun wohl bald die verbleibenden 100.000 Coins, die sie von Ross Ulbricht beschlagnahmt hat, versteigern.

