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Die DAO: Die ersten Vorschläge werden diskutiert – Slock.it sorgt für Irritationen

Die DAO steht kurz vor dem Ende der Genese – und am Beginn der Diskussion, wie die fast 12 Millionen Ether investiert werden sollen. Ein erster Vorschlag von slock.it kommt nicht ganz so gut an, wie erhofft, während andere Proposals mehr Zustimmung erfahren.

Vermutlich haben sich die Jungs von Slock.it das etwas anders vorgestellt. Das Proposal für DAO.security kam in der DAO Community eher schlecht an.

Die DAO, jene dezentrale Investmentgesellschaft, die nur als Smart Contract auf der Ethereum-Blockchain existiert, hat fast 12 Millionen Ether zur Verfügung, was heute fast 130 Millionen Dollar entspricht. Mit einem Vorschlag (Proposal) kann sich jeder, der will, dafür bewerben, der DAO zuzuarbeiten und ein Produkt herzustellen, das einen Mehrwert für die Besitzer der DAO-Token schafft. In einem Tag wird die Funding-Phase der DAO zu Ende sein; Stephen Tual von Slock.it hat auf dem Blog der Firma bereits ein Proposal veröffentlicht: DAO.Security.

Slock.it bietet darin an, eine Arbeitsgruppe aufzustellen, die sich um die Sicherheit der DAO kümmert. Dazu gehört es, mögliche Angriffe zu analysieren, ein Bug-Bounty aufzusetzen und den eingereichten Bug-Meldungen nachzugehen, einen monatlichen Bericht herauszugeben und als erste Anlauf-Stelle für Sicherheitsprobleme zu dienen. Das Team soll aus „2-3“ Personen bestehen, darunter Christoph Jentzsch von slock.it. Diese sollen von der DAO für zwei Jahre angestellt werden.

An sich ist ein solches Projekt notwendig, um die Sicherheit der DAO zu gewährleisten, und an sich ist dafür kaum jemand besser geeignet als Christoph Jentzsch, der das DAO-Whitepaper geschrieben hat. Warum ist die DAO-Community dann eher empört als begeistert?

Es liegt, mal wieder, am Geld. Für DAO.security veranschlagt Tual 125.000 Ether. Davon umfassen 60.000 das Gehalt des Teams, der Rest geht an Bug Bounties, externe Audits und das erste Update des DAO Framework. Das sind zwar keine luftschlössrigen, aber doch hohe Gehälter. Bei einem Team von drei Personen sind das 100.000 Dollar im Jahr – von denen einer, Christoph Jentzsch, wohl nur in Teilzeit an DAO.Security arbeiten kann.

Die Reaktion der DAO-Community schwankt zwischen Irritation und Entrüstung. Neben den hoch angesetzten Honoraren werden potenzielle Interessenskonflikte kritisiert sowie die Berechnung der Entlohnung in Ether, von denen erwartet wird, dass sie im Wert noch steigen, anstatt Euro. Teilweise geht die Empörung sogar so weit, dass die Integrität der Slock.it-Mitarbeiter bezweifelt sowie die enge Verbindung der Firma aus Mittweida mit der DAO kritisiert wird.

Vermutlich wird sich die Aufregung legen, und eventuell wird slock.it mit einem zweiten, nachgebesserten Proposal, mehr Erfolg haben. Derzeit hat der Vorschlag jedoch dem Ruf der Firma geschadet und wird vermutlich auch nicht hilfreich dabei sein, dass Slock.it mit seinem Proposal für ein Universal Sharing Network Erfolg bei der DAO haben wird.

Besser kommen andere Vorschläge an. Auf dao.consider.it wird über verschiedene Proposals und Ideen abgestimmt. Einige Beispiele für erste DAO-Projekte:

Neben diesen schon relativ weit gediehenen Vorschlägen gibt es zahlreiche verrückte und innovative Ideen. Spezielle Smart Contracts für den internationalen Handel, sich selbst entwickelnde Trading-Bots, ein dezentrales Identitäts-Management, und vieles mehr. Die meisten Ideen sind abgefahren, lediglich eine Idee setzt auf traditionelle Geschäftsmodelle und plant, eine Immobilie in einer Großstadt zu kaufen. Dies aber wird derzeit noch rechtliche Unsicherheiten nach sich ziehen.

Den meisten Zuspruch auf consider.it erfahren bisher das Decentralized Arbitration and Mediation Network, Gnosis und Ledger.

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