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Ethereum: DAO-Hardfork ein weitgehender Erfolg

Aus eins mach zwei: Ethereum hat geforkt.

Es ist soweit: Ethereum hat gemacht, wovor Bitcoin seit mehr als einem Jahr zaudert – es hat geforkt. Wie nach einem guten Wahlkampf feierten sich beide Seiten als Sieger. Ein Tag später scheint aber die DAO-Hardfork eindeutig der Gewinner zu sein, während die alte Fork immer weiter abstirbt.

Block 1.920.000 kam, die Welt ging nicht unter, und es folgte Block 1.920.001. Ethereum hat geforkt, die Blockchain hat sich in zwei Teile gespalten. Der eine, „Pro-Fork“, hat die deutlich längste Chain und liegt mit über 100 Blöcken vorne, doch der andere, Classic, lebt mit knapp 1/10 der Hashrate.

Und was bedeutet das? Wir werden sehen. Die Ethereum-Entwickler feiern dies als Sieg. Fabian Vogelsteller twittert etwa, dass die Hardfork erfolgreich sei

Und Christoph Jentzsch von Slock.it jubelt auf dem Blog der Firma:

Wir sind in der Lage, zu hardforken! Einige Leute halten dies für gegeben, aber das ist es nicht.

Natürlich war ich sehr involviert in den letzten Wochen und hatte einige der stressigsten Wochen meines Lebens. Was ich in dieser Zeit aber erfuhr, war eine bemerkenswerte Unterstützung von vielen Seiten….

Natürlich ist Jentzsch als „Vater der DAO“ erleichtert, dass es so kam. Ein Scheitern der DAO-Hardfork hätte für ihn wohl ernsthafte und unangenehme Konsequenzen gehabt. Sein Post endet mit einer interessanten, richtungsweisenden Bemerkung:

Einige stellen nun die Analogie, „Code ist Gesetz“ in Frage. Ich nicht. Wir haben lediglich herausgefunden, dass es einen höchsten Gerichtshof gibt: die Community!

Das klingt gut. Während die Hardfork heftig kritisiert wird, weil sie eine vertragsgemäße Auszahlung der DAO rückgängig macht und damit das Versprechen von Ethereum bricht, Code mit der „unveränderlichen Kraft“ einer Blockchain auszuführen, bringt Christoph Jentzsch die pragmatische Lösung einer Community ins Spiel, die über dem Gesetz des Codes steht: Wenn Consens herrscht, das ist die große Lehre der Hardfork, dann kann auch eine Blockchain verändert werden.

Das findet natürlich nicht jeder. Ethereum Classic, die „no-fork“-Alternative, hat die Fork nicht mitgemacht und damit die Teilung der Blockchain erst ausgelöst. Und die alte Fork hat, wenn auch hashratemäßig stark reduziert, überlebt. Sie fällt zwar ständig zurück, aber solange sie bemined wird, wird sie weiterleben.

Auf r/ethereumclassic wird dementsprechend ebenso gejubelt wie bei Slock.it, auch wenn man dort beinah verwundert feststellt, noch da zu sein:

Es ist eine Hardfork, daher ist die Hashpower irrelevant: Es gibt zwei Chains mit verschiedenen Regeln, die parallel wachsen. Die Schwierigkeit wird sich rasch anpassen. Die eine Chain wird ein Stückchen länger sein, vielleicht sogar unendlich viel länger, aber das spielt keine Rolle.

Was passiert nun? Es ist tatsächlich ein Chicken-Game: ETHC [Ethereum Classic] hat Hashpower, es hat (eine Art von) Börsen-Unterstützung und es hat Nutzer, die sich um es kümmern. Also hat es einen Wert. Rational gesehen sollten die ETH [Ethereum] Miner ihre Hashrate dafür verwenden, ETHC zu zerstören, solange sie signifikant stärker sind.

Tja. Das passiert also nun. Wer in die DAO investiert hat, kann seine Token nun wieder in Ether umwandeln, wer in der Lage ist, Ether Classic von Ether zu spalten, kann diese auf bitsquare verkaufen. Ob die Classic-Chain dauerhaft bleiben oder eingehen wird, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

Update: Beinah einen Tag später sieht die Fork recht erfolgreich aus. Die Hashrate von Ethereum Classic ist auf 3 Prozent von Ethereum geschrumpft, und während Ethereum bereits bei Block 1.925.137 steht, hängt Ethereum Classic bei Block 1.920.387 – also fast 5.000 Blöcke hinterher. Auf Bitsquare gibt es zwar ein überschaubares Orderbook für den Handel mit Etherem Classic, aber die Spread ist weiterhin gigantisch, es fand noch kein Trade statt (zumindest ist nichts bekannt – und ich bin sicher, es würde bekannt werden), und der höchste Preis, der für Ethereum Classics geboten wird, ist 0,00007 Bitcoin – was fast 300 Mal weniger ist als der Handelspreis von Ethereum, der in den letzten 24 Stunden um um 5 Prozent gestiegen ist. Auch die Entschädigung der DAO-Investoren läuft äußerst glatt und bequem. Wie es funktioniert, habe ich als Antwort auf eine Frage in den Kommentaren beschrieben.

Was dies für den Bitcoin bedeutet, ist noch unklar. Kann Bitcoin das auch, was Ethereum kann? Oder trennen sich hier die Wege zwischen den beiden Kryptowährungen noch weiter? Für die einen Bitcoin-User wird Ehereum mit der Fork zum Vorbild, für die anderen disqualifiziert sich Ethereum selbst. Wie es weitergeht, wird man noch sehen.

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