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Hat Monero mehr Nodes als Bitcoin?

Mining Monero XMR Privacy Coin. Bild von BeatingBetting.co.uk via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Laut einigen Quellen hat der Privacycoin Monero mittlerweile mehr Full Nodes als Bitcoin. Ist Monero damit offiziell dezentraler als Bitcoin? Oder wird die Währung vielmehr angegriffen?

In der Krypto-Szene ist es mittlerweile ein Allgemeinplatz, dass Monero (XMR) den Ethos von Bitcoin stärker vor sich her trägt als jede andere Kryptowährung, vielleicht sogar einschließlich Bitcoin selbst.

Monero ist privater als Bitcoin – vielleicht sogar wahrhaft anonym – und Monero fördert das Mining mit der CPU, dem Hauptprozessor, wodurch es sich nicht auf wenige große Farmen und Pools zentralisiert. Nun gibt es einen Hinweis darauf, dass Monero Bitcoin mittlerweile auch noch in einer anderen Metrik überholt: der Anzahl von Full Nodes, quasi dem heiligen Gral der Dezentralisierung.

Laut monero.fail gibt es derzeit 27.277 Monero-Nodes, während die Webseite Bitnodes für Bitcoin nur 17.569 Full Nodes anzeigt. So gesehen wäre Monero nicht nur ein Stück an Bitcoin vorbeigezogen, sondern gleich um fast 10.000 Nodes. Das ist eine starke Leistung, und man könnte sie durch das Design erklären: Ein Full Node von Monero kann auch auf gewöhnlichen Servern minen, und dank der fehlenden Transparenz – die ja die Stärke von Monero ist – benötigt man tendenziell eher einen Full Node, wenn man Zahlungen empfängt.

Monero Full Nodes laut monero.fail

Allerdings darf man den einen oder anderen Zweifel anmelden, wie valide diese Zahlen sind und ob sie wirklich das aussagen, was behauptet wird. Erstens hängt vieles von der Methodik ab: Sammelt man, wie Bitnodes, die „erreichbaren Nodes“ zu einer bestimmten Zeit? Oder zählt man alle Nodes, die man über einen bestimmten Zeitpunkt erreichen kann, wie bei monero.fail über 24 Stunden hinweg? Es ist offensichtlich, dass hier zwei verschiedene Werte miteinander verglichen werden.

Bitcoin Full Nodes laut bitnodes.

Wenn man eine Schätzung aller Bitcoin-Nodes abgibt, die insgesamt erreichbar sind, landet man mit dem Bitcoin-Entwickler Luke Dashjr bei etwa 50.000 Nodes – also doppelt so viele wie bei Monero.

Zweitens sollte die massive Zunahme von Monero-Nodes in so kurzer Zeit eher Skepsis anstatt Jubel erwecken. Noch Ende März vermeldete monero.fail nämlich 11.548 Full Nodes, was zwar eine beachtliche Zahl ist, aber nicht mal die Hälfte des gegenwärtigen Wertes. Es ist schwer nachvollziehbar, warum sich die Anzahl der Full Nodes in weniger als drei Wochen mehr als verdoppeln sollte. Gäbe es einen guten Grund, würde die Monero-Szene wohl von nichts anderem sprechen.

Ist es ein Angriff? Sind die vielen Full Nodes von einem Block-Explorer, der Geld in Server investiert, um die Anonymität von Monero zu knacken, um sie endlich zu knacken, nachdem sie Blockchain-Analysten schon so lange plagt, und damit einen erheblichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu erlangen? Könnte man Monero entschlüsseln, wenn man einen massiven Sybill-Angriff mit 16.000 Full Nodes fährt? Solche Fragen würde man stellen, wenn über kurze Zeit mehr als 10.000 neue Bitcoin-Nodes online gingen, und man sollte sie auch bei Monero stellen.

Auf der anderen Seite scheint das Script geändert worden zu sein, mit dem monero.fail die Anzahl der Full Nodes misst. Die Frage, wie viele Nodes Bitcoin, Monero und andere Kryptowährungen wirklich haben, ist also nicht so einfach zu beantworten, wie manche meinen.

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