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Kanadischer Entwickler schließt Zahlungsservice Nodeless, weil die Aufsicht gegen ihn ermittelt

Logo von Nodeless. Bild von der archivierten Webseite.

Nodeless, ein Zahlungsprovider für Lightning und Bitcoin, schließt, weil ihm die Aufsicht auf die Pelle rückt. Ändert sich dadurch die regulatorische Situation?

Er habe gewusst, schreibt der Entwickler UTXO, dass der Tag kommen werde, aber er habe ihn nicht so früh erwartet.

Die kanadische Finanzaufsicht ermittelt gegen UTXO, weil sie ihn verdächtigt, mit Nodeless eine nicht lizensierte, sprich: illegale Zahlungsdienstleistung angeboten zu haben. Auf Anraten seines Anwalts schließt er den Service und entfernt die Webseite, die nun nur noch über Webarchive einsehbar ist.

Immerhin ist Nodeless vollständig Open Source, für genau diesen Fall, so dass andere den Service weiter betreiben können. Seinen Kunden verspricht UTXO, ihnen bei der Einrichtung eines BTCPayServers zu helfen.

Tatsächlich war zu erwarten, dass dies passiert. Nodeless ist ein Zahlungsanbieter für Bitcoin, der es erlaubt, Bitcoin onchain und über Lightning zu empfangen. Nodeless baut auf dem BTCPayServer auf, abstrahiert aber dessen Komplexität für die Händler weg. Diese können Nodeless bequem über WooCommerce integrieren und müssen sich dann keine Sorgen über Nodes oder Liquidität in Lightning-Channels machen. Stattdessen nimmt der Server von Nodeless – also von UTXO – die Bitcoins in Empfang und leitet sie sofort an die Bitcoin- oder Lightning-Adressen des Händlers weiter.

Nodeless, das Unternehmen, hält also für einen kurzen Moment die Bitcoins, die für die Händler bestimmt sind. Auch wenn die Weiterleitung automatisch geschieht, so ist sie doch nicht determiniert: Nodeless hat technisch die Möglichkeit, die Coins einzubehalten, was ihn trotz allem zum Krypto-Verwahrer macht, für den je nach Jurisdiktion regulatorische Auflagen gelten.

Nodeless verspricht völlige Privatsphäre. Kein KYC, keine privaten Daten, man braucht lediglich eine Email, um sich anzumelden. Dass ein solcher Service in so gut wie allen Jurisdiktionen nicht legal ist, sollte jedem klar sein, der einmal bei Amazon etwas verkauft hat. Auf die Frage, ob er sich um eine Lizenz bemüht habe, antwortet UTXO, er würde „lieber alles herunterfahren und den Code umsonst weggeben, als mich in die Klauen der Regierung zu begeben.“

Droht das, was Nodeless geschah, auch normalen Lightning-Nodes? Denn im Prinzip verwahrt jeder Lightning-Node Bitcoins desjenigen, der bezahlt, um sie an den Empfänger weiterzuleiten. Der Unterschied ist aber, dass die Weiterleitung hier determiniert ist: Ein Routing-Node hat keine Möglichkeit, das Geld zu entwenden oder einzufrieren. Dies dürfte ihn von den Auflagen befreien, die treuhänderische Knoten wie der von Nodeless zu tragen haben.

Routing-Nodes im Lightning-Netzwerk sind allerdings regulatorisch noch nicht komplett aus dem Schneider. Man könnte sagen, sie verdienen Geld damit, dass sie Zahlungen weiterleiten, was sie in den Augen mancher Regulierer unabhängig von der Verwahrung zu einem Krypto-Dienstleister machen kann, der den entsprechenden Auflagen gerecht werden sollte. Doch dies wirft praktisch betrachtet so viele kaum beantwortbare Fragen auf, dass es mittelbar ein kaum realisierbares Szenario darstellt.

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