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Schon wieder Japan: Börse DMM um 300 Millionen Dollar in Bitcoin gehackt

"Oh no! There goes Tokyo!" - Szene aus dem Godzilla-Film von 1954. Bild von H. Michael Karshis via flickr.com. Lizenz: CC BY 2.0 Deed

Die japanische Börse DMM Bitcoin wurde gehackt. Mit 4.500 Bitcoin ist es der mit Abstand größte Hack in diesem Jahr.

In unschöner Regelmäßigkeit sucht ein großer Börsenhack die Krypto-Börsen heim, und wie Godzilla und andere Monster aus dem Meer haben es die Hacker besonders auf Japan abgesehen.

Dieses Mal traf es die Börse DMM Bitcoin. Entwendet wurden rund 4.500 Bitcoins, was knapp 300 Millionen Euro entspricht. Die Börse berichtete vor wenigen Tagen auf ihrer Webseite, dass die Bitcoins abgeflossen seien und man Maßnahmen ergriffen habe, weitere Abflüsse zu stoppen.

Die Daten eines Blockchain-Analysten zeigen, dass die Bitcoins systematisch in Portionsgrößen von 500 BTC auf verschiedene Adressen aufgeteilt wurden. Vermutlich leitet der Hacker damit die Geldwäsche ein, die noch zahlreiche Transaktionen und Monate nach sich ziehen wird. Solange  beiben die Bitcoins dem Markt vollständig entzogen, danach werden sie wohl tröpfchenweise zurückfließen.

In einer Pressemitteilung verspricht DMM Bitcoin, dass man den Schaden vollständig aus Mitteln der DMM Gruppe ersetzen werde. Der Handel wird zunächst begrenzt, Auszahlungen von Japanischen Yen verzögern sich.

Die Börse DMM Bitcoin ist ein Ableger der DMM-Gruppe, einer großen japanischen Internetfirma, die unter anderem die Seite DMM.com betreibt. Dort bietet sie mehr als 35 Millionen Kunden digitale Güter an. Mit DMM Bitcoin hat sie Anfang 2018 unter ihrer Marke eine Krypto-Börse eingeführt, die zunächst mit sieben Kryptowährungen und 14 Handelspaaren startete. Als eine der wenigen Börsen, die die Lizenz der japanischen Finanzaufsicht (FSA) erhalten hat, dürfte DMM einen besonders seriösen Ruf genießen.

Mit einem Schaden von fast 300 Millionen Euro entpuppt sich der Ausflug der DMM-Gruppe in die Krypto-Welt als teure Exkursion. Die Summe macht den Hack zum bisher größten in diesem Jahr. Zwar gibt es die übliche Vielzahl an Kryptohacks, die Woche für Woche eine Börse, eine dApp oder eine Wallet heimsuchen. Doch in der Regel bleiben die Verluste im ein- oder zweistelligen Millionenbereich.

Lediglich der Hack von PlayDapp spielt mit 290 Millionen Dollar in einer ähnlichen Größenordnung wie DMM. Bei ihm jedoch wurden keine Bitcoins oder andere echte Währungen gestohlen, sondern durch einen Exploit illegale PLA-Token geschaffen. Der Wert bestand lediglich auf dem Papier, der Hacker dürfte nicht in der Lage gewesen sein, ihn auch nur bruchstückhaft zu realisieren.

Der DMM-Hack hingegen führte zu einem Verlust von 300 Millionen Dollar in harten Bitcoins. Er hat die bisherige Summe der Schäden durch Hacks in diesem Jahr, laut Analysten 473 Millionen, beinahe verdoppelt. Das Jahr ist noch lang, der Weg zur Milliarde nicht mehr weit.

Auch unter den Top-10-Kryptohacks aller Zeiten sichert sich DMM einen Rang. Zwar sind die Listen nicht überall identisch, doch in der Regel führen Ronin (Axies Infinite) und PolyNetwork sie an, gefolgt von einer Brücke zur BNB Chain. An vierter und fünfter Stelle stehen meistens Coincheck (540 Millionen Dollar) und Mt. Gox (450 Mio.) – beides Börsen aus Japan. DMM dürfte sich irgendwo zwischen dem 7. und 9. Platz verorten, womit das Land der Kirschblüten die bitter Ehre hat, Heimat von drei der Top-10-Börsenhacks zu sein.

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