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Domain-Registrar GoDaddy macht Internet-Adressen zu Ethereum-Wallets

Foto von Alex Sukontsev via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Ein Meilenstein für die Nutzererfahrung: GoDaddy erlaubt es, klassische Internet-Adressen mit einer Ethereum-Adresse zu verbinden – und dank ENS verstehen die Wallets dies auch. Jede Domain kann alles empfangen, was auf Ethereum versendet wird.

Bei GoDaddy, kündigt der Registrar an, „überbrücken wir den Graben zwischen Domain-Namen und Blockchain-Technologie.“

Tatsächlich: GoDaddy integriert nun ENS-Domains, wodurch klassische Domains Teil des ENS-Systems werden. Mit buchstäblich drei Klicks können Kunden des Registrars ihre Domain zur Ethereum-Wallet aufrüsten, so dass sie alles empfangen können, was man auf Ethereum versendet – Ether, Stablecoins, tokenisierte Bitcoins, NFTs, GmbH-Anteile … man muss lediglich eine Ethereum-Adresse einfügen, die man in der eigenen Wallet verwaltet.

Für die Nutzererfahrung ist ein Meilenstein. Von hier aus ist es nur noch ein kleiner Sprung dahin, dass es normal wird, eine E-Mail-Adresse als Wallet-Adresse zu verwenden.

Anders als bei den .eth-Domains, mit denen man Ethereum-Adressen mit Domains wie bitcoinblog.eth verknüpfen kann, muss man bei GoDaddy keine Gebühren bezahlen. ENS habe, erklärt der Registrar, eine Lösung gefunden, „die es Krypto-Wallets, Apps und Dienstleistern erlaubt, einen Domain-Namen zu verlinken ohne Gas zu bezahlen.“

Der Name dieses Konzeptes ist „Gasless DNSSEC“. Prinzipiell, erklärt das ENS-Team, sei es schon lange möglich gewesen, „DNS-Namen ohne Gebühren in ENS zu importieren.“ Allerdings bezogen die Smart Contracts, welche in der Transaktion als Resolver dienen, die also die Domain-Namen in Adressen übersetzen, die notwendigen Daten von der Ethereum-Blockchain, etwa den DNSSEC-Proof. Da dieser relativ umfangreich ist, konnte die Verknüpfung teuer werden, gerne auch mehrere hundert Euro.

Gasless DNSSEC, von der ENS-DAO am 18. Januar bestätigt, ändert dies nun. Es setzt dafür EIP-3668 um, auch CCIP Read genannt. Dies ist ein Standard, durch den Smart Contracts auf Ethereum Daten „offchain“ beziehen und verifizieren können, also nicht von der Ethereum-Blockchain selbst, sondern einer externen Quellen – beispielsweise die Domain, die in einer Transaktion genannt wurde.

CCIP wurde von Nick Johnson, dem Gründer und Leitentwickler von ENS Labs, schon 2020 vorgeschlagen. Die Integration in GoDaddy ist sozusagen die Vollendung eines langen Planes. Durch ihn minimalisiert ENS die Onchain-Belastung auf den Resolver-Smart-Contract, der in Transaktionen angesprochen werden kann.

Kunden von GoDaddy können die Funktion in wenigen Klicks aktivieren. Aber auch Kunden anderer Hoster können ihre Domain relativ unkompliziert zur Ethereum-Wallet aufrüsten, sofern der Hoster es erlaubt: Man muss lediglich DNSSEC in seiner Domain-Verwaltung aktivieren und dann eine Textdatei hinzufügen, die die eigene und die Adresse des ENS-Resolvers enthält.

Gasless DNSSEC macht es extrem einfach, eine Domain erheblich aufzurüsten. Daher stehen die Chancen gut, dass es sich rasch flächendeckend durchsetzt.

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