Auch Japan kämpft mit der Energiewende. Das Land hat reichlich Potenzial für erneuerbare Energien – und nun auch eine lukrative Strategie, um überschüssige Energien zu verwerten.
TEPCO, kurz „Tokyo Electric Power Company Holdings„, ist einer der führenden japanischen Energiekonzerne. Tepco versorgt eine weite Region um Tokio herum mit Strom und ist das 13.-umsatzstärkste Unternehmen Japans. Es betreibt zahlreiche Wasser-, Kohle-, und Gaskraftwerke, sowie drei Atomkraftwerke und je ein Geothermie – und Windkraftwerk. Die Firmentochter TEPCO Power Grid verwaltet die Stromnetze in der Region Kantō.
Agile Energy X ist nun ein Tochterunternehmen der TEPCO Power Grid. Es verspricht, TEPCO zu helfen, seine Ziele zu erreichen, die Stromversorgung auf erneuerbare Quellen umzustellen – indem es Bitcoins mined. Es „schafft eine flexible Nachfrage, die sich an das fluktuierende Stromangebot anpasst“, so die Webseite. Agile Energy X bietet Stadtverwaltungen und Energieversorgern an, überschüssige erneuerbare Energien abzunehmen. Dies „verbessert die Profitabilität der Erzeuger erneuerbarer Energien, indem diese einen sicheren Käufer für überschüssigen Strom haben.“ Netzbetreibern verspricht Agile Energy X, „eine Nachfrage für Regionen zu schaffen, in denen das Netz verstopft ist.“
Agile Energy X wurde schon 2022 von Kenji Tateiwa gegründet. Er arbeitete in der Kernkraft-Sparte von TEPCO. Seine Erfahrungen mit dem Atomunfall von Fukushima bestärkte in ihn seiner Vision, eine „perfekte Energiewelt zu schaffen.“ Agile Energy X soll dabei helfen. Laut seinen Schätzungen wird Japan 240.000 Gigawattstunden überschüssigen Strom erzeugen, wenn das Netz zur Hälfte aus erneuerbaren Quellen gespeist wird, was vermutlich Atomkraft ausschließt.
TEPCO wurde international vor allem durch die Atomkatastrophe von Fukushima bekannt. Bild von IAEA Imagebank via flickr.com. Lizenz: Creative Commons
Der CTO von TEPCO Power Grid kommentierte das Konzept von Agile Energy X im Dezember 2023: Überschüssiger Strom sei eine enorme Herausforderung für Netzbetreiber, und er sei überzeugt, man müsse neben Batterien und Wasserstoff „jeden existierenden Speicher im cyber-physikalischen Raum benutzen, der existiert, seien es Pumpspeicher mit heißem Wasser, Batterien in Elektroautos, Bitcoin-Wallets oder die Weisheit künstlicher Intelligenz.“ Die Tochterfirma Agile Energy X habe bereits begonnen, „erneuerbare Energien als Bitcoin zu speichern“. Man habe vor, rasch eine Lösung zu entwickeln, um mit der rasch wachsenden Anzahl an Einspeisern im Netz umzugehen.
Derzeit betreibt Agile Energy X Miner in zwei Präfekturen Japans mit besonders starkem Strom-Überschuss. Ein Bitcoin-/Krypto-Podcaster hat zusammen mit dem Mining-Pool Ocean eine Farm in Gunma besucht, wo Agile Energy X eine 50-Kilowatt-Mine aufgestellt hat. Sie wird direkt von TEPCO Renewables & Power betrieben – ein weiterer Ast des TEPCO-Konzerns – womit TEPCO vielleicht der erste große Stromerzeuger der Welt ist, der ins Bitcoin-Mining einsteigt – und hoffentlich nicht der letzte.

