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Das DeFi-Ökosystem: Die Dezentralisierung des Finanzwesens

Ethereum. Bild von Ethereum Foundation

Bitcoin dezentralisiert Geld, Ethereum das Finanzwesen. Mit dem rasch anwachsenden Ökosystem der Projekte rund um Dezentrale Finanzen (DeFi) bildet Ethereum die bisher bestehende Finanzinfrastruktur auf dezentrale Weise nach. Eine Übersicht über die bestehenden Projekte zeigt auch, was der ICO-Hype vor zwei Jahren hervorgebracht hat.

Bitcoin bedeutet, Geld dezentral zu benutzen. Das ist groß und die Grundlage von allem, was in diesem Bereich in den letzten Jahren passiert ist. Indem Ethereum aber durch Smart Contracts sehr viel komplexere Operationen als reine Transaktionen dezentralisiert, ermöglicht es, dass ein ganzes dezentrales Finanzsystem passiert. Das, was bei Bitcoin auf zentrale Weise rund um das dezentrale Geld gebaut wurde, wird bei Ethereum selbst dezentralisiert.

Das vermutlich bekannteste Beispiel dafür ist die MakerDAO: Eine dezentrale Organisation, die ihre Mitglieder durch ein per Smart Contract definiertes Regelset dazu verpflichtet, den Wert eines Dai-Dollars an den des US-Dollars zu binden. Die Kunst hierbei ist es weniger, Code zu schreiben, als durch die Spieltheorie die richtigen Anreize zu definieren. Die MakerDAO ist das mit Abstand prominenteste, größte und erfolgreichste Projekt der dezentralen Finanzen – aber längst nicht das einzige.

Das wuchernde Biotop der DeFis

Ein Blogartikel von ConsensSys versucht, das Ökosystem der dezentralen Finanzen zu umreissen. Der Autor zählt mehr als 100 Projekte aus 13 Bereichen auf. Viele der Projekte dürften es verlangen, dass man mindestens ein Auge zudrückt, um es auf die Liste zu bringen, da auch zentrale Webseiten oder Projekte, die gar keinen Smart Contract benutzen, dabei sind. Dies ändert aber nichts daran, dass Ethereum mittlerweile über ein beeindruckendes Ökosystem von dezentralen Finanzprojekten verfügt. Die Dynamik und Vielfalt stellt jede anderere Blockchain – einschließlich Bitcoin – weit in den Schatten.

Schauen wir uns die Kategorisierung von ConsensSys genauer an:

Ein überschaubares Volumen

Die Liste von DeFi-Projekten ist beachtlich. Allerdings sind unter ihnen bislang nur wenige, die in ernstzunehmendem Ausmaß benutzt werden. Die Webseite Defipulse listet die Top-10-DeFis.

Unter diesen ist Maker mit gut 385 Millionen Dollar an hinterlegten Ether die mit Abstand mächtigste. Auf sie folgt Compound – ebenfalls eine Kredit-DAO – mit knapp 30 Millionen Dollar und UniSwap, ein dezentraler Marktplatz für den Tausch von Token, bei dem die DAO-Teilnehmer Liquidität bereitstellen und dafür an den Wechselgebühren verdienen. Mit bereits 10 Millionen Dollar an hinterlegter Liquidität ist die Anfang des Jahres gestartete DAO überraschend erfolgreich.

Erst an vierter Stelle kommt das auf Bitcoin basierende Lightning-Netzwerk, bei dem die Teilnehmer Bitcoins hinterlegen, die für die Zahlungsweiterleitung verwendet werden. Mit einer Liquidität von 5 Millionen Dollar ist Lightning zwar die mit Abstand stärkste Zahlungs-DeFi – aber im Vergleich zu Maker und UniSwap ist der Erfolg eher überschaubar. Darauf folgen die Kredit-DAO Dharma, der Prediction-Market Augur und die dezentrale Börse Kyper, die jeweils etwa eine Million Dollar an hinterlegten Coins aufweisen.

Diese Top-Liste zeigt, dass das Ökosystem der DeFis abgesehen von der Killer-App „Dollar“ noch ziemlich überschaubar ist. Aber für sein junges Alter ist das Volumen teilweise beachtlich. Und wenn man es mit dem ICO-Hype der letzten Jahre vergleicht, sind die Anwendungen erfrischend ehrlich und innovativ. Dies macht die DeFis zu einer interessanten und hoffnungsvollen künftigen Anwendungsklasse für Ethereum.

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