Diamanten und Holz: Wie die Blockchain dem Schwarzmarkt den Boden entzieht

Timber, von "_ Liquid" via flickr.com. Lizenz: No Copyright

Überall wo die Verhältnisse unklar sind und es keine vertrauenswürdigen Aufzeichnungen gibt, blüht der Schwarz- und Graumarkt. Die Blockchain kann diesen bekämpfen, indem sie Dinge dokumentiert und einen Existenzbeweis liefert. Zwei aktuelle Beispiele sind Diamanten und Holz.

Diamanten und Holz – dies sind zwei der Dinge, die seit kurzem über die Blockchain geschützt werden. Bei den Diamanten geht es um das Problem, das der Handel mit gestohlenen Diamanten mit herkömmliche Technologien schwer zu unterbinden ist. Die Dokumente, die einen Diamanten auszeichnen, sind meist auf Papier und können gefälscht werden. Versicherungen bezahlen jährlich Millionen oder gar Milliarden Euro, um Opfer eines Verbrechens zu entschädigen, das für Kriminelle relativ risikofrei ist.

Auch Holz wird oft illegal gehandelt. Speziell in Südamerika oder Afrika blüht der Handel mit Holz, das unrechtmäßig und gegen die Umweltvorschriften gefällt wurde. Sobald das Holz zersägt, verpackt und verschifft ist, ist es für die Großhändler kaum mehr nachprüfbar, ob das Holz legal oder illegal ist. Wie bei den Diamanten dürfte dementsprechend die Regel gelten „im Zweifel für den Angeklagten“ – und bei Unwissenheit für den Profit. Die mangelnde Transparenz führt nicht nur dazu, dass der illegale Handel selten bestraft und unterbunden wird, sondern entbindet die Großhändler auch oft von der Pflicht, eine ethische Rolle als „Gatekeeper“ im Welthandel einzunehmen.

Die Blockchain hat das Potenzial, in diesem und in vielen weiteren Fällen die notwendige Transparenz herzustellen. Das Startup Everledger aus London sowie der von consensys geschriebene SmartContract Regis stellen mit unterschiedlichen Methoden Lösungen für dasselbe Problem bereit.

Everledger ist ein Blockchain-Startup aus London, das Diamanten registriert. Die Idee ist, dass man einen „Fingerabdruck“ eines Diamanten in der Blockchain speichert. Der „Fingerabdruck“ besteht aus 40 Datenpunkten, die Diamanten eindeutig identifizieren. Gemeinsam mit Partnern aus der Diamant-Branche hat Everledger bereits rund eine Million Diamanten registriert. Das Startup richtet sich vor allem an Versicherer, Großhändler, Juweliere und Besitzer von Diamanten. Um die Fingerabdrücke in die Blockchain zu bringen, nutzt Everledger eine private Blockchain auf Basis der Eris-Software und kombiniert diese mit einer Referenz auf der Bitcoin-Blockchain. Vor kurzem hat Everledger zudem eine Kooperation mit Vastari, einem Betreiber von Datenbanken für Kunst, begonnen. Mit der Blockchain soll so künftig die Herkunft von Kunstwerken fälschungssicher bewiesen werden. Weitere Assets, so Everledger, sollen folgen.

Direkt auf einer öffentlichen Blockchain entsteht hingegen das Register von BVRio. Die brasilianische Organisation, die sich für grüne Wirtschaft, Umweltschutz und Fair Trade einsetzt, betreibt einen digitalen Markt für Holz, der ähnlich wie eine Aktienbörse in Echtzeit die Preise für die Holzsorten ermittelt. Ihr Scoring-System bewertet das Holz dabei nach Legalität, Ursprung und Transport. Um diese Informationen öffentlich und nachprüfbar zu machen, verwendet BVRio die Ethereum-DAPP Regis. Auf diese Weise ist der Score öffentlich erkenntlich und unmanipulierbar, während BVRio selbst keine Datenbanken führen muss. Regis ist eine Plattform, die als DAPP auf der Ethereum-Blockchain sitzt und es erlaubt, dezentrale Register zu bilden.

Sowohl Holz als auch Diamanten sind lediglich erste Beispiele – Beispiele dafür, wie die Blockchain als freies Generalregister die Welt verändern kann.

Über Christoph Bergmann (1522 Beiträge)
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2 Kommentare zu Diamanten und Holz: Wie die Blockchain dem Schwarzmarkt den Boden entzieht

  1. sehr interessanten Beitrag

  2. ja, wie immer guter Artikel und mal wirklich zwei gute und anscheinend auch marktreife Anwendungen der blockchain

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