Barry Silberts Konsens-Allianz verkündet Einigung im Blocksize-Streit

"Handshake" von Flazingo Fotos via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Ist es endlich geschafft? Ein Konsortium von Bitcoin-Unternehmen und Minern hat eine Einigung im jahrelangen Streit um die Anhebung der Blocksize bekannt gegeben: Man wird sobald wie möglich SegWit aktivieren und im Lauf der nächsten sechs Monate eine Hardfork zu 2 MB durchführen. Was ist bisher über das Agreement bekannt? Was ist noch vage? Wie wird es diskutiert?

Aristide Briand, einer der Väter der Europäischen Union, hat gesagt, ein Kompromiss sei nur dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind. Sollte der Friedensnobelpreisträger recht haben, hat die Konsens-Allianz von Barry Silbert eine gute Chance, den Blocksize-Streit zumindest vorübergehend zu beenden.

Barry Silbert von der Digital Currency Group, einer Gruppe von Investoren, die Dutzende von Krypto-Startups finanziert, hat eine massive Allianz aus Minern und Bitcoin-Unternehmen gebildet. Das Dokument wurde gestern abend veröffentlicht. Da am Wochenende in New York die Consensus2017 stattgefunden hat, das größte Event der Kryptobranche, ist anzunehmen, dass sich viele derjenigen, die das Abkommen tragen wollen, dort in Hinterzimmern getroffen haben.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Agreement

Was ist der Inhalt?

Die Unterzeichner erklären, augenblicklich und parallel zwei Upgrades auf Basis des SegWit2MB Vorschlags durchzuführen: Zum einen wird SegWit mit einer Schwelle von 80 Prozent über das Versionbit 4 aktiviert. Zum anderen wird im Laufe der nächsten sechs Monate eine Hardfork zu 2 MB vollzogen.

Wer steht dahinter?

Laut dem Agreement repräsentieren die Unterzeichner eine kritische Masse des Bitcoin-Ökosystems. Es sind 56 Unternehmen in 21 Ländern, die derzeit 83,28 Prozent der Hashpower aufbringen, 5,1 Milliarden Dollar im Monat auf der Blockchain überweisen und 20,5 Millionen Bitcoin Wallets für User bereitstellen.

Unterzeichnet haben etwa Miner Bitmain, BitFury, F2Pool, Genesis Mining, BTC.TOP 1Hash, BitClub und weitere, die Börsen ANX, bitFlyer, Bitso, Coinbase, coins.ph, ShapeShift, surBTC und anderen, sowie Dienstleister wie Blockchain.info, BitPay, Bitwala, Circle, Abra und noch viele mehr. Es ist eine eindrucksvolle Allianz einer Vielzahl von Firmen, die das Rückgrat der Bitcoin-Wirtschaft bilden. Es ist, anders gesagt, die ökonomische Majorität, auf welche die UASF abzielt.

Technisch unspektakulär, aber elegant

Technisch ist das neue Abkommen nicht herausragend spannend. Es ist weitgehend deckungsgleich mit dem alten Abkommen von Hongkong, mit dem einige Core Devs – darunter Luke-JR und Matt Corallo sowie der Blockstream-CEO Adam Back – im Frühjahr 2016 mit einer Mehrheit der Miner vereinbart hatte, SegWit mit einer Erhöhung der Blocksize durch eine Hardfork zu verbinden.

Barry Silberts Abkommen sieht nun erneut eine Kombination von SegWit und 2MB Hardfork vor. SegWit solle so schnell wie möglich aktiviert werden, während in spätestens sechs Monaten eine Hardfork die Blocksize auf 2 MB erhöht. Es gibt zwei Details, die das ganze etwas vage machen: Zum einen soll SegWit mit 80 anstatt 95 Prozent und auf Versionbit 4 anstatt Versionbit 1 aktiviert werden. Dies macht die Aktivierung durch die Hashrate zwar wahrscheinlicher, bedeutet aber, dass alle Nodes, die schon jetzt bereit für SegWit sind, updaten müssen, um endlich SegWit zu bekommen.

Zum anderen ist noch nicht bekannt, ob und wie eine Hardfork zu 2MB von Beginn an in die Software eingeschrieben wird, so dass bei der Aktivierung von SegWit schon feststeht, dass es in sechs Monaten (oder zuvor) zu einer Hardfork kommen wird. Es könnte sein, dass die beiden Punkte zusammenhängen: Das Versionbit zwingt diejenigen, die SegWit wollen, zum Update, und das Update enthält bereits die Hardfork.

Politisch der Knüller

Politisch ist das Abkommen brisant. Im Prinzip wiederholt es die Übereinkunft, die einige Core-Entwickler mit den Minern Anfang 2016 getroffen haben. Nur ist diesmal kein Core-Dev involviert, sondern lediglich dieselben Minern mit den Vertretern der Wirtschaft.

Das Agreement verweist explizit auf Sergio Lerners Vorschlag SegWit2MB. Der argentinische Bitcoin Entwickler hat diesen vor wenigen Monaten in die Bitcoin-Mailing-List eingebacht. Dort wurde er von Matt Corallo mit einer Flut an Zweifeln, Korrekturen und Verbesserungswünschen zurückgewiesen. Dass das Abkommen diese ignoriert, ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Wirtschaft und Miner nicht länger auf Core warten wollen, um sich auf eine unmittelbare Kapazitätserhöhung zu verständigen.

Anscheinend sind die Core Entwickler den Verhandlungen nicht nur fern geblieben, sondern wurden explizit ausgeladen. Zumindest erzählt  Core Entwickler und Blockstream CTO Gregory Maxwell, dass Blockstream-Mitarbeiter wie Adam Back oder Samson Mow ausgeladen wurden.

Dieses geschlossene Auftreten der Wirtschaft wird vor allem durch Stephen Pair und Barry Silbert ermöglicht. Pair ist Geschäftsführer von BitPay, dem mit weitem Abstand größten Payment-Provider für Bitcoin. Er alleine wirft ein riesiges Gewicht in die Waagschale. Silbert hingegen ist ein Großinvestor in Bitcoin selbst und der Chef der Digital Currency Group, der wohl größten Investorengesellschaft für Bitcoin-Startups. Sowohl Pair als auch Silbert haben in den letzten Wochen zunehmend vehement erklärt, dass sie das Kapazitätsproblem lösen werden.

Unterstützt wird diese Koalition von Bitmain aus China, dem mit Abstand größten Hersteller von Mining-Hardware, sowie BitFury, dem größten Solominer der Welt, der eigentlich bisher als Antipol zu Bitmain treu zu Core und SegWit stand. Auch Coinbase, größter Bitcoin-Verkäufer der USA und eines der größten Online-Wallets, sowie sein in dieser Hinsicht direkter Konkurrent, Blockchain.info, stehen für das Abkommen. Die Wirtschaft und die Miner scheinen geschlossen entschlossen zu sein, das Kapazitätsproblem zu lösen. Die Core Entwickler können mitmachen, oder auch nicht. Es ist nicht länger ihre Entscheidung.

Das Echo

Das neue Konsens-Abkommen könnte dem gerecht werden, was Aristide Briand von einem vollkommenen Kompromiss verlangt: Alle sind unzufrieden. Sowohl die Seite der Big Blocker als auch die Seite der Small Blocker.

Core

Insbesondere unzufrieden sind die Core Entwickler und ihre Fans. Bereits auf Medium, wo Barry Silbert das Agreement veröffentlicht hat, marschiert eine Brigade auf, die es zerreisst und die #UASF fordert: “Fuck Your 2MB. UASF”.

Weiter geht’s mit Statements von Luke Dashjr, Eric Lombrozo, Gregory Maxwell und Matt Corallo: Lombrozo, der bereits auf einem Panel auf der Consensus2017 mit UASF-Mütze aufgetreten ist, behauptet, die Miner wollten nur SegWit weiter verzögern, um von den hohen Gebühren zu profitieren. Das Abkommen nennt er eine “Scharade”, die er für die User mit allem bekämpfen werde, was notwendig, damit sie ende.

Luke Dashjr meint hingegen auf reddit, dass er keinen anderen Zweck als Boshaftigkeit darin erkenne, SegWit über das Versionbit 4 anstatt 1 zu aktivieren. Dies werde, so Luke, bedeuten, SegWit neu auszurollen, was nicht unter einem Jahr machbar sei. Für ihn bleibt UASF der einzige richtige Weg. Er schlägt jedoch eine “echte 2 MB Blocksize hard fork” vor – aber erst nach der UASF. In dieser erhöht er die Blocksize auf 2MB, während das Blockweight bei 4MB bleibt. Auf reddit erklärt er den “Community Scaling Compromise” – die Hardfork im November 2018 zu 2MB werde nur stattfinden, wenn die gesamte Community bis November 2017 damit einverstanden ist. Also vorausichlich niemals.

Auch Gegory Maxwell beklagt den Wechsel des Version Bits, weil dies die Aktivierung von SegWit um ein Jahr verzögern werde. Matt Corallo schließlich, der zwar Mit-Gründer von Blockstream ist, aber mittlerweile bei Chaincodelabs arbeitet, schließt sich der Kritik am Abkommen an: Zunächst ist er enttäuscht, dass das Feedback an Lerners Segwit2MB Vorschlag – also seine Reaktion – sowie die Diskussion eines Leaks von Silberts Agreement in der Mailing List vollständig ignoriert werden. Auch er kritisiert, dass der Wechsel des Versionbits ein massives Problem sei, das SegWit weiter verzögern werde. Zusammen mit der Vorbereitung einer Hardfork in maximal sechs Monaten sei dies unmöglich ordentlich zu entwickeln, zu prüfen und zu testen.

Unlimited

Aber auch das Camp Unlimited will nicht so recht glücklich mit dem Abkommen sein. Zum einen sind viele einfach nur enttäuscht, dass nach all den Jahren des Verhandelns und Diskutierens und Streitens ein solcher Minimal-Kompromiss steht. Viele beklagen, dass die Reihenfolge falsch sei, anstatt zuerst SegWit sei zuerst die klare Erhöhung der Blocksize notwendig, und überhaupt: Es gibt bereits jetzt Bedarf für 2 MB. Notwendig sind keine kleinen Erhöhungen, sondern eine nachhaltige Lösung mit mindestens 8MB.

Manche fürchten, dass, sobald einmal SegWit aktiviert wurde, Core alles menschenmögliche versuchen wird – wie Eric Lombrozos Tweet ja auch bezeugt – um SegWit zu behalten, aber die Hardfork aus dem Code heraus zu operieren. Manche wollen auch am liebsten überhaupt kein SegWit, weil es für sie ein Werk von Blockstream ist, weil es zuviele Nachteile hat und weil, überhaupt, es der Community mit zuviel Penetranz eingehämmert werde, wie grandios SegWit sei. Viele Miner, die auf Bitcoin.com und ViaBTC Cloud-Mining-Verträge gekauft haben, um Bitcoin Unlimited zu unterstützen, sind enttäuscht, dass sie nun für SegWit stimmen werden. Insbesondere unter chinesischen Minern scheint sich derzeit ein Ärger auf die Pool-Betreiber breitzumachen, die dieses Abkommen unterschrieben haben.

Da aber sowohl Jihan Wu als auch Roger Ver von Bitcoin.com, die beiden bedeutsamsten Befürworter von Bitcoin Unlimited, das Abkommen mit unterzeichnet haben, ist von dieser Seite aus weniger Widerstand gegen dessen Ausführung zu erwarten. Viele aus diesem Lager sind auch einfach nur froh, dass etwas geschieht und Bitcoin wieder besser benutzbar wird.

Alles noch nicht ganz klar

Allerdings war Roger Ver bei der Unterzeichnung des Abkommens nicht zugegen. Er erklärt, er habe es so verstanden, dass es zunächst eine Hardfork zu 2MB geben müsste. SegWit würde dann folgen, wenn 80 Prozent der Hashrate die Zustimmung signalisierten. Ebenfalls nicht hundert-prozentig einig, worüber sie gerade reden, scheinen sich George KIkvadse von BitFury und Jihan Wu von Bitmain zu sein. Kikvadze tweetet, dass es nun sehr bald SegWit gebe, und meint sogar, es könne vielleicht mit 95 Prozent wie geplant aktiviert werden.

Jihan Wu von Bitmain meint hingegen, dass ein Anstieg der Blocksize per Hardfork bereits im Code sei, wenn SegWit aktiviert wird.

Es scheint noch nicht alles endgültig festgezurrt zu sein. Aber man kann hoffen, dass dies in den kommenden Monaten geschehen wird – und dass Bitcoin dann mit SegWit plus zwei MB genügend Raum und Zeit bekommt, um weiter zu wachsen und eine Lösung zu finden, wie man danach weiter skalieren wird.

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20 Comments on Barry Silberts Konsens-Allianz verkündet Einigung im Blocksize-Streit

  1. SegWit nur im Kontext der Blockgroesse zu betrachten ist zu kurz gedacht, da es noch viele, viele andere Dinge ermoeglicht. Grosse Bloecke finde ich gut, aber vor allem finde ich gut, dass der Emergent Consensus (vorerst) vom Tisch ist. Roger wieselt sich gerade wieder aus der Nummer raus, wie wir es von ihm gewohnt sind. Wenn jetzt noch jemand ASICBoost wegmachen, oder es fuer alle ermoeglichen wuerde waere der Deal perfekt.

    • TauNeutrino // 24. May 2017 at 15:05 // Reply

      AsicBoost ist mit SegWit nicht mehr möglich (Das ist ja im Grunde der einzige Grund, wieso SegWit blockiert wird). Ich geh aber davon aus, dass die erhöhte Blocksize die Verluste durch die höhere Transaktionszahl und damit wohl höheren Transaktionsgebühreneinnahmen wieder wegmacht.

  2. Dass die Entwickler unzufrieden sind kann ich verstehen. Dies entspricht
    genau dem Abkommen das sie einmal geschlossen, jedoch nie eingehalten
    haben. Jetzt machen die Miner kurzen Prozess und sagen: Wir haben die Kraft
    das auch ohne euch zu durchzuzuiehen, wir brauchen euch nicht mehr.
    Da hoffe ich nur dass das jetzt schnell durchgezogen wird. Ein paar bits im
    Code umzusetzen sollte kein Problem sein. Wer dann nicht mitmacht hat
    das Nachsehen.

  3. Der vorgestellte “Kompromiss” ist doch nur Opium fürs Bitcoin-Volk. Man versucht die immer erfolgreicher werdende UASF-Bewegung zu beschwichtigen, indem man vorgibt Segwit selber einführen zu wollen. Würde es den Akteuren wirklich darum gehen Segwit einzuführen, könnten sie sofort anfangen Segwit und BIP148 in ihren Blöcken zu signalisieren und die Sache wäre ab dem 01.08. endgültig beschlossen. Dafür braucht es keinen hinter verschlossenen Türen ausgehandelten “Kompromiss”, der im Übrigen nicht einmal Segwit beschließt, sondern lediglich die nötige Block-Mehrheit von 95% auf 80% senkt. Snake oil.

  4. Ich kapiere die Geschichte mit der Aktivierung über die unterschiedlichen Versionsbits nicht im Ansatz. Für mich klingt das zunächst trivial… wieso soll die Aktivierung über Bit4 denn so viel mehr Aufwand sein, dass sich alles um 1 Jahr verzögert?

  5. Jetzt wird versucht, die Entwickler von Bitcoin auszuschließen und alle freuen sich. WTF? Was ist denn bitte so geil daran, die Kontrolle über zukünftige Entwicklungen in die Hände von einem Industriekonsortium zu legen? Bei einem Open Source-Projekt? Da wird man ja zwangsläufig zum Unterstützer einer UASF.

  6. Da kann ich mich Wayne nur anschließen. Irgendwie duftet das ganze danach, dass jetzt die größten Profiteure von Bitcoin gerade die Macht an sich reißen. Zumindest was die Weiterentwicklung angeht. Als nächstes bringt dieses Konsortium noch eigene Entwickler an den Start und die bauen dann Bitcoin langsam um zu einem Bankensystem Reloaded. Ok ich mag da vielleicht übertreiben, aber wirklich gefallen tut mir diese Entwicklung nicht.

  7. Tja, irgendwie war klar, dass es am Ende so kommen kann. Die verschiedenen Fronten der Entwickler hatten sehr lange Zeit, sich auf einen vernünftigen Konsens zu einigen, passiert ist nicht wirklich was und der Mempool ist rappelvoll. Jetzt ist den Beteiligten aus der Wirtschaft wohl der Kragen geplatzt und bei denen hat es geklappt, die Befürworter von SegWit (z.B. Bitfury) und größeren Blöcken (z.B. Bitmain) unter einen Hut zu bringen, während die Community und die Entwickler das schlichtweg nicht auf die Reihe bekamen.

    Warum tun sie das? Weil sie es können. Bitcoin und die Blockchain sind schon lange nicht mehr nur eine Community Spielwiese, sondern inzwischen stehen da knallharte, wirtschaftliche und finanzielle Interessen dahinter und die Unternehmen lassen sich nicht auf die Dauer von ein paar Entwicklern auf der Nase rum tanzen. Sie handeln.

    Man kann das gut oder nicht gut finden – ziehen sie die Nummer durch, dann wird es genau so kommen und die UASF scheitert.

    Willkommen in der realen Welt.

    • “die Unternehmen lassen sich nicht auf die Dauer von ein paar Entwicklern auf der Nase rum tanzen. Sie handeln.”

      HAHA – ohne Entwickler keine Bitcoin! Daran schon mal gedacht?

      …das gute an Cryptocurrency ist, das jeder seine eigene Währung erstellen kann. (Stichwort User-Generated Cryptocurrency) – hier findet gerade eine große Umverteilung statt! Weg von zentralen Konzernen und ihren Machtinteressen hin zur großen und mächtigen Crowd!

      Nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was da noch so alles großartiges auf uns zukommt… 😉

      The Future is Now!

      • Tony Ford // 24. May 2017 at 18:40 //

        Entwickler gibt es genügend, da ist Bitcoin nicht von LukeJr oder anderen Entwicklern abhängig, den Job können auch andere Entwickler übernehmen. Dies nur am Rande.

        Zum Thema Umverteilung und Zentralität. Ich gehe mal davon aus, dass das Kernentwickler-Team sicherlich nicht nur zehn oder zwanzig Bitcoin im Besitz haben wird. Im Gegenteil, die dürften Multimillionäre sein, vermutlich zusammen ein Milliarden-Kapital zusammenbringen können.
        Andere Bitcoiner sicherlich auch.

        Bitcoin wird die Umverteilungsproblematik nicht lösen und sich immer mehr Kapital punktuell ansammeln.
        Damit das Prinzip der Dezentralität und Crowd funktioniert, müssten die die viel Kapital besitzen, dazu motiviert werden, dieses in die breite Masse zu spenden.
        Ob Bitcoin Menschen zu Wohltätern macht? Glaub ich eher nicht, Menschen werden Bitcoins horten so wie sie Geld gehortet haben.

        Wollte man das Problem lösen, müsste man eigentlich Bitcoin mit Verfallsdatum haben, d.h. quasi Schwundgeld. Doch Bitcoin ist ja wenn man so will genau das Gegenteil dessen.

        Die Dezentralität wird meiner Meinung nach zu einem gewissen Maße eher noch über Altcoins erreicht, d.h. der Alternative zu Bitcoin. Doch da Altcoins gegen BTC tauschbar sind, hat auch dies seine Grenzen.

        Also bleibt am Ende nur der Weg über ein gesellschaftliches Werteverständnis. Wenn es unpopulär ist viel Kapital anzuhäufen und populär, wenn man spendabel ist, dann wird man die Umverteilungsproblematik und Zentralitätsproblematik lösen können, dann kann Bitcoin dazu dienen die dafür notwendige Transparenz bzw. Systematik bereit zu stellen.

      • Ranma // 25. May 2017 at 4:02 //

        @Tony Ford:

        Solche Probleme wollte Bitcoin niemals lösen. Es war immer nur für preiswertere Transaktionen gedacht. Also eigentlich immer nur als ein Produkt für die Oberschicht. Schwundgelder andererseits haben miteinander gemeinsam, daß sie für Spekulanten unattraktiv sind, wie es ihrer hauptsächlichen Aufgabe entspricht, und sich gerade deshalb nirgendwo durchsetzen können. Trotzdem hätten die Cryptocurrencies von mancher alternativen Bargeldwährung etwas lernen können. So sind sie halt dazu verdammt, Fehler wie die Transaktionsgebühren zu wiederholen und dann aus ihren bitteren Erfahrungen zu lernen. Transaktionsgebühren werden nur dort akzeptiert, wo herkömmliche Alternativen höhere Gebühren verlangen. Damit ist der Benutzerkreis dann endgültig auf eine Oberschicht beschränkt.
        Ranma

    • Tony Ford // 24. May 2017 at 18:17 // Reply

      UASF ist letztendlich der Versuch den Weg der Konsensfindung zu übergehen und eine Lösung quasi ohne Konsens erzwingen zu wollen.
      U.a. weil die Mehrheit unter Nodes kaum Aussagekraft hat, Einzelpersonen dutzende Nodes betreiben können wenn sie es wollten.
      D.h. USAF nicht nicht demokratischer als ein Miner-Voting, im Gegenteil, Mining-Hashpower lässt sich nicht so einfach Vervielfältigen.

      Des Weiteren birgt USAF viele Unsicherheiten, d.h. Chaos welches vermutlich in gar mehrere Forks münden könnte.

      Der Kompromiss, der Aktivierung von SegWit + 2MB-Blocksize ist unterm Strich nur für verbohrte Ideologen kein gangbarer Kompromiss.

      Denn letztendlich könnte man sich doch die Frage stellen, wenn es der UASF Fraktion nur um die Sache “SegWit” geht, warum lehnen sie dann den Kompromiss ab?
      Das Argument einer riskanten Hardfork jedenfalls ist kein Argument mehr, nehmen sie letztendlich selbst eine Aufspaltung sowie noch wesentlich mehr Unsicherheiten in Kauf.

      Das Argument der Umwandlung in eine Banken-Blockchain ist ebenfalls ziemlich absurd, denn es unterstellt pauschal Minern sowie Unternehmen dass sie den Weg der Banken gehen wollen. Doch was wäre denn Bitcoin ohne Unternehmen wie BitPay, BitWa.la, Shapeshift, Coinbase, usw.?
      Miner sowie Unternehmen arbeiten genauso gewinnorientiert, wie ihr euch an den Bitcoin-Gewinnen orientiert.

      Wenn man von einer Banken-Blockchain sprechen möchte, so wohl eher bei Ripple.

      Ferner besteht nach wie vor die Möglichkeit Bitcoin in eine eigene Chain zu forken. Aber das ist der UASF Fraktion auch nicht recht, denn dazu ist das Besitzdenken viel zu groß. 😉

  8. Danke Christoph für deine tollen Beiträge!
    Ich sehe das so, das es früher oder später sicherlich 2 Bitcoins geben wird, so wie bei Ethereum und Ethereum Classic. Denn jede Version hat seine eigene Daseinsberechtigung. Denn Konkurrenz ist immer gut für weitere Innovationen in der Zukunft! Erst mit der Zeit wird sich zeigen, welche Version von Bitcoin die “bessere” ist, bzw. wird die eine Version für Offchain Skalierung und die andere Version für Onchain skalierung genutzt werden. Wir können doch heute noch gar nicht absehen, wie sich die Zukunft entwickelt.

    Vielleicht macht es ja auch Sinn, große Zahlungen über Bitcoin abzuwickeln, während kleinere Zahlungen über Litecoin, Ethereum, Dash und co. abzuwickeln?!

    Das ist ja das, was prinzipiell heute schon geschieht und meiner Meinung nach in Zukunft immer mehr wird.

    Ich kann mir nicht vorstellen, das man sich auf einen gemeinsamen Kompromiss einigen wird. Ein echter Konsens wäre für mich, das die Core Entwickler bei dem Konsens mit dabei sind – das waren Sie aber nicht!

    Ich finde es super spannend zu verfolgen, wie hier ein großes Open Source Netzwerk demokratisch weiterentwickelt wird. Denn die eine Partei kann ohne den Konsens der anderen Partei nichts machen. Und am Ende entscheiden die Nutzer, was Sie nutzen wollen. Das gute an Kryptowährungen ist, das es immer mehr gibt, d.h. man kann sofort wechseln, wenn man mit einer Entscheidung nicht Einverstanden ist.

    Diesen Trend kann man ganz gut an der stetig abnehmenden BTC Dominanz von aktuell nur noch 44% sehen. Ich bin fest davon überzeugt, dieser Trend wird sich weiter nach unten entwickeln.

  9. John Doe // 24. May 2017 at 19:30 // Reply

    Wenn bis 01.08. kein Segwit von einer Mehrheit der Miner singnalisiert wird, kommt es eh zum UASF.

    Mal schauen ob der versionbit 4 Unfug wirklich durchgezogen wird. In diesem Fall müssen bei Anwendung des Hilliard Vorschlags (https://www.mail-archive.com/bitcoin-dev@lists.linuxfoundation.org/msg05439.html) übrigens die alten Core Nodes NICHT gepatcht werden. Funktionalität ist ähnlich wie UASF: Sobald ein bestimmter Anteil an Blöcken (z.B. wie im Kompromiss 80%) Segwit über versionbit 4 signalisieren, werden ab diesem Zeitpunkt alle Blöcke, die NICHT signalisieren, weggeschmissen (orphaned). 2 Wochen später haben wir dann 100% Segwit signalisierende Blöcke, und die alten Core Nodes aktivieren es dann auch.

    • Also geht es nur in eine Richtung, aber nicht zurück. Könntest du noch versuchen, das auch Christoph Bergmann zu erklären?
      Ranma

  10. hiho freunde, hier die scaling roadmap des barry silbert “agreements” – vollständig ohne core beteiligung – hardfork in 6monaten, eigene, unkompatible version von segwit(frankensegwit), alle noden müssen ausgetauscht werden,lockin des gesamten Vorgangs in , falls bis dahin “stable”, 8 wochen, angeblich.
    Die software muss erst geschrieben und getestet werden, viele BU entwickler mit dabei:


    Und hier die aktuelste scaling Roadmap vor core(adamBack):

    https://coinjournal.net/blockstream-president-adam-back-shares-roadmap-scaling-bitcoin/

    -Bild dir doch selber eine eigene Meinung.

  11. ..wenns euch interessiert, hier noch ein link zum “FrankenSegwit” bip, mit reger diskussion:

    https://github.com/btc1/bitcoin/pull/6#issuecomment-304742280

    und danach gehts raus ins Schwimmbad, viel spass an alle!


    Fremde Fehler beurteilen wir als Staatsanwälte, die eigenen als Verteidiger.
    ———

  12. FreeRide23 // 13. June 2017 at 6:13 // Reply

    SegWit vs Unlimited

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