7 Kryptocoins, die mehr Privatsphäre versprechen

Bild von Guido van Nispen via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Wir stellen sieben spannende Kryptowährungen vor, die mehr Privatsphäre oder Anonymität bieten als Bitcoin: Dash, Monero, Particl, Zcoin, PIVX, Zcash und Zencash.

Da Bitcoin nicht wirklich anonym ist, sondern eher ziemlich transparent, gibt es mittlerweile eine große Anzahl von Kryptowährungen, die mit mehr Anonymität werben. Man kann dazu so oder so stehen. Einerseits ist es gut, wenn Coins nicht vollständig anonym sind, weil man so Verbrecher aufspüren kann, indem man der Spur des Geldes folgt. Dies ist an sich ein wünschenswerter Zustand. Niemand möchte wirklich, dass Kryptowährungen Erpresser oder Terroristen schützen, weshalb vollständige Anonymität eher heikel ist.

Auf der anderen Seite geht die Transparenz einer Blockchain wie Bitcoin definitiv zu weit. Man wird absolut gläsern, nicht nur vor den Geheimdiensten und dem Finanzamt, sondern vor jedem, eingeschlossen Erpressern und Dieben. Eine solcher Beschädigung der Privatsphäre kann nicht der Sinn der Sache sein. Darüber hinaus droht eine zu hohe Transparenz, die Fungibilität der Coins zu beeinträchtigen. Fungibilität meint, dass eine Münze der anderen gleicht, wie ein Ei bzw. ein Pilz dem anderen. Sobald Münzen “beschmutzt” sein können, und womöglich nicht mehr von Börsen oder Zahlungsdienstleistern akzeptiert werden, verliert die Währung diese für Geld essentielle Eigenschaft.

Man muss demnach kein Freund absoluter Anonymität sein, um einzusehen, dass die mangelnde Privatsphäre der meisten Kryptowährungen ein großes Problem ist. Daher ist es einer der vielversprechendsten Bereiche der Altcoin-Entwicklung, Coins mit einer besseren Privacy zu bilden. Dabei haben sich vier Ansätze herauskristallliert, mit denen die Anonymität verbessert wird: Mixing, RingCT, Zerocoin und Zerocash. Wir stellen die vier Methoden sowie ihre wichtigsten Vertreter vor.

Mixing: Dash

“Mixen” bedeutet, dass Transaktionen so gemischt werden, dass es schwierig wird, zu erkennen, wer Sender und Empfänger ist. Ein beliebtes Verfahren ist CoinJoin. Hier werden mehrere Transaktionen aufgebrochen und in eine einzige Transaktion mit vielen Inputs und Outputs transformiert. Das Verfahren war mit JoinMarkets eine Zeitlang bei Bitcoin beliebt, ist aber mittlerweile kaum mehr in Benutzung.

Die Kryptowährung Dash, ehemals Darkcoin, hat CoinJoin ins Protokoll integriert. Dazu verwendet sie sogenannte Masternodes, die Transaktionen, die als “PrivateSend” markiert sind, zusammenmischen. Diese Masternodes erhalten für ihre Arbeit eine gewisse Belohnung und haben weitere Aufgaben, etwa die Abstimmung über die Entwicklung der Währung sowie die Sicherung von unbestätigten Transaktionen. Auf diese Weise sorgt das Masternodes-Konzept dafür, dass Dash auf einer relativ stabilen Infrastruktur steht.

Die Darksend-Transaktionen dürften für Normalsterbliche privat genug sein. Wenn Ihnen Ihr Chef Dash zusendet, wird er nicht ohne weiteres erkennen können, was Sie damit machen, sofern Sie Darksend verwenden. Allerdings können Firmen, die sich auf die Analyse von Blockchains spezialisiert haben, das Verfahren brechen. Daher dürften staatliche Organe auch bereits in der Lage sein, DarkSend-Transaktionen zurückzuverfolgen, und Börsen sollten in der Lage sein, “schmutzige Coins” auf eine Blacklist zu setzen.

RingCT: Monero, Particl

RingCT ist ein Kofferwort aus “Ring-Signaturen” und “Confidential Transactions”, zwei Verfahren, die vor allem bei Monero kombiniert werden.

Wie das Mixing brechen Ring-Signaturen die Verbindung von Sender und Empfänger, indem die Signaturen eine Münze nicht einer spezifischen Adresse zuordnen, sondern lediglich jemandem, der aus einer Gruppe von möglichen Besitzern kommt. Wie das Mixing machen Ringsignaturen es schwierig, den Verlauf einer Transaktion nachzuverfolgen, aber wohl nicht ganz unmöglich. Zumindest gibt es ein Paper, das behauptet, das Verfahren könne gebrochen werden.

Hilfe bringt hier die Kombination mit Confidential Transactions. Diese Methode meint, dass man den Betrag in einer Transaktion durch einen “Zero-Knowledge-Proof” ersetzt. Dies ist ein kryptographischer Trick, um zu beweisen, dass eine Info korrekt ist, ohne diese Info zu verraten. Wenn man nun den Betrag einer Transaktion verhüllt, fehlt eine Information, die nötig ist, um die Ring-Signaturen zu brechen. Daher bieten Kryptowährungen mit RingCT eine mehr oder weniger vollständige Anonymität.

Bei Monero benutzen Transaktionen standardmäßig RingCT. Dies hat den Vorteil, dass alle Transaktionen anonym sind. Der Nachteil ist jedoch, dass die Transaktionen deutlich größer sind als bei Bitcoin, womit das System schlecht skaliert (es gibt allerdings Pläne, dem durch sogenannte Bullet-Proofs abzuhelfen). Ein zweiter Nachteil ist, dass RingCT es durch die Verschleierung des Betrags unmöglich machen, die Anzahl der existierenden Münzen einem Audit zu unterziehen. Wenn es einen Bug gibt, der beispielsweise die beliebige Schaffung neuer Monero erlaubt, dürfte dies für eine lange Zeit unbemerkt bleiben.

Ebenfalls auf RingCT setzt Particl. Particl versteht sich als Schweizer Taschenmesser unter den Kryptowährungen. Anders als bei Monero sind die anonymen Transaktionen nicht Standard. Stattdessen kann man sie in drei Formen senden: Public (wie bei Bitcoin), Blind (mit Confidential Transactions) und Anon (mit RingCT). Zusätzlich möchte Particl Proof of Stake anstatt Proof of Work benutzen, also die Blockchain nicht dadurch fortschreiben, dass Miner Rechenpower investieren, sondern indem die Besitzer von Particl-Token diese in einer Wallet halten, um “einen Besitz zu beweisen.” Weiter plant Particl, über eine Sidechain einen dezentralen, anonymen Marktplatz aufzubauen. Die Kryptowährung ist ambitioniert, aber zum derzeitigen Zeitpunkt noch in der Entwicklung. So wurden bisher lediglich die blinden Transaktionen implementiert, aber noch nicht die anonymen.

Zerocoin: Zcoin, PIVX

Eine weitere interessante Methode, mehr Privacy herzustellen, ist das Zerocoin-Protokoll. Es wurde ursprünglich für Bitcoin konzipiert, bislang aber lediglich auf Altcoins verwirklicht. Das Konzept ist, dass man Coins “verbrennt”, dies durch einen Zero-Knowledge-Proof – den zk-Proof – beweist, und im Gegenzug dafür die gleiche Menge neuer Coins (die Zerocoins) erhält. Dies geht erst nach einer bestimmten Zeit und in einer bestimmten Denominierung, da mit jedem Verbrennen neue Zerocoins in einen Pool gehen. Auf diese Weise wird jegliche Verbindung zwischen alten und neuen Coins gekappt.

Der Nachteil dieser Methode ist jedoch, dass sie ein ursprüngliches Setup braucht, bei dem man den Gründern der Währung vertrauen muss. Wenn diese ihre Geheimnisse aufheben und austauschen, werden sie in der Lage sein, neue Coins zu fälschen. Die Währungen, die das Zerocoin-Protokoll nutzen, gehen je eigene Wege, um dieses Risiko möglichst klein zu halten. Ein weiterer Nachteil ist, dass die zk-Proofs mit etwa 25 Kilobyte sehr groß sind. Anders als bei Monero muss man diese aber nicht bei jeder Transaktion benutzen, weshalb das Konzept vermutlich besser skalieren dürfte.

Die erste Währung, die Zerocoin eingesetzt hat, ist Zcoin. Diese läuft als Proof of Work mit einem Blockintervall von 10 Minuten und gibt einen Teil des Blockrewards an die Entwickler ab. Möglicherweise interessanter ist PIVX. Diese Währung baut auf dem Masternodes-Konzept von Dash auf, hat es aber für ein vollständiges Proof of Stake mit einer Blockzeit von einer Minute umgebaut. Während die Staker 90 Prozent der Blockreward erhalten, gehen 10 Prozent in eine “Treasury” und werden für spezifische Entwicklerprojekte vorbehalten.

Zerocash: Zcash, Zencash

Noch einen Schritt weiter als Zerocoin geht das Konzept von Zerocash. Dieses erweitert die zk-Proofs auf zkSNARK-Proofs. Diese Zero-Knowledge-Proofs beinhalten neben dem Senden eines Coins auch den Betrag. Sprich: Der verdunkelte Beweis enthält nicht nur die Tatsache, dass ein Coin verbrannt wurde, sondern auch den Betrag dieser Transaktion. Damit fällt die Notwendigkeit bestimmter Denominierungen weg, und man kann einfach Transaktionen als Zerocash senden, anstatt erst einmal neue Coins zu kreiieren und mit diesen zu arbeiten. Dazu kommt noch, dass die zkSNARKs mit einer Größe von nur einem Kilobyte kleiner und einfacher zu verifizeiren sind als die zk-Proofs.

Dies macht das Zerocash-Protokoll vielleicht zur Kryptowährung mit der stärksten Anonymität. Ein Nachteil gegenüber Monero ist, vielleicht, dass die Privatsphäre nur optional ist, was es weiterhin möglich macht, Coins, die privatisiert sind, anders zu behandeln als andere Coins. Zudem benötigt Zerocash wie Zerocoin ein “trusted Setup”, was es möglich macht, dass diejenigen, die eine Währung ins Leben rufen, später Coins fälschen können – was, dank der Verschleierung der Beträge, wie bei Monero womöglich noch nicht einmal auffällt. Auch ist die Erstellung der zkSNARKs relativ aufwändig, weshalb selbst gute Computer mehr als eine Minute dafür brauchen, und Smartphones vermutlich überhaupt nicht mithalten können.

Die erste Währung, die das Zerocash-Protokoll umgesetzt hat, ist Zcash. Das Team hinter dieser Währung hat das Zerocash-Protokoll übrigens erfunden – verlangt dafür aber auch einiges. Zcash wird von einer privaten, amerikanischen Firma entwickelt und bereitgestellt, die einen beträchtlichen Teil des Block-Reward für sich einsteckt. Etwas enttäuschend ist, dass die Firma nicht einmal eine graphische Wallet bereitstellt, was für Anfänger recht abschreckend sein dürfte.

Eine interessante Alternative dazu ist Zencash. Diese Währung nutzt die zkSNARKs-Technologie, bettet sie aber in eine vollkommen andere Währung ein. Und zwar vergibt sie einen Teil des Mining-Rewards an die “Secure Nodes”, das sind die Full Nodes, die die gesamte Historie der Blockchain speichert. Damit stellt Zencash einen Anreiz bereit, um dauerhaft auch bei großer Kapazität eine starke, dezentrale Architektur zu erhalten. Darüber hinaus verschleiert Zencash die IP-Adresse der Nodes und wird über das Interplanetary File Network auch die anonyme Übertragung von Informationen ermöglichen.

Und was ist mit Verge?

Die Kryptowährung Verge hat vor kurzem damit Schlagzeilen gemacht, dass sie von Pornhub akzeptiert wird. Verge wirbt damit, durch eine standardmäßige Nutzung von Tor sowie dem “Wraith-Protokoll” eine besondere Privatsphäre zu bieten. Allerdings zeigte sich wohl, dass das “Wraith-Protokoll” nicht von Verge selbst entwickelt wurde, sondern lediglich eine Kopie von Shadowcash ist. Und Shadowcash gilt als auf verschiedene Weisen angreifbar, weshalb es von Altcoin-Entwicklern eigentlich schon lange nicht mehr verwendet wird, und die ursprüngliche Shadowcash-Währung bei einer äußerst geringen Marktkapitalisierung herumkrebst. Von allen auf Privacy fixierten Kryptowährungen wird Verge zwar am lautesten beworben, scheint aber am schlechtesten geeignet, wirklich etwas zu bewirken.

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25 Comments on 7 Kryptocoins, die mehr Privatsphäre versprechen

  1. und was ist mit Komodo (KMD ) oder Sumokoin (Sumo ) . Das sind doch auch interessante Alternativen?

  2. Stimmt. Komodo Platform mit dem dezentralisierten Exchange BarterDEX und ihren dICO’s die jetzt im Mai starten, fehlt in der Aufzählung einfach.

  3. Weiß jemand genaueres über colx?

  4. “PIVX zPIV accumulators are encrypted using RSA-2048[1] challenge generated keys which negates the need for a developer trusted setup and means that no individual knows the factors. This means that everyone’s privacy is ensured through the use of zPIV.” https://pivx.org/zpiv/

  5. Lancer73 // 27. April 2018 at 7:42 // Reply

    Zunächst zu den Kommentaren hier: COLX ist lediglich ein Klon von PIVX (und noch dazu nicht aktueller). Ich würde sagen, dass in der Aufzählung NICHTS fehlt, Komodo ok, Sumokoin … Blah. Letztlich würde ich die Liste sogar kürzen / man kann es noch weiter eingrenzen. Monero, Zcoin, PIVX jeder für sich mit hervorstechenden Eigenschaften. Ich würde PIVX am meisten zutrauen. Bereits jetzt wurden die Basiscoins (piv) auf der Blockchain verbrannt wenn man die anonymen ZPIV erzeugte. Werden die Zpiv an eine PIV Adresse versendet oder umgewandelt, werden neue PIV erzeugt die absolut keine Historie haben. Das, kombiniert mit dem DASH Unterbau samt Masternodes auf einem POS 3.0 System, welches so ziemlich alle Fallstricke ausmerzt welcher sich POS Kritiker so gerne bedienen ist nicht nur technisch bislang einmalig. Es ist schlicht verwunderlich, dass PIVX eher unbekannt ist. Vielleicht weil Monero alles Medieninteresse aufsaugt, und PIVX selbst keine aggressive Werbungtrommel rührt. Hut ab für die Offenlegung von Verge 🙂 Das wird der geblendeten Verge troll army sicherlich nicht gefallen, bin gespannt wann die hier aufschlagen :-).
    Solider Artikel, interessantes Thema, bitte mehr davon! Die technische Seite ist ja nur angerissen worden, vielleicht da mal ein special zu machen?

    • Meine Kritik an PoS ist, dass es ein Zinseszins Effekt ist. Geld für Geld ohne eigene Leistung.

      Das funktioniert nicht auf Dauer im aktuellen Geldsystem und ich sehe keinen Grund, warum das anders sein sollte, weil das Geld kein FIAT, sondern Crypto ist..

      • Flo Siegert // 29. April 2018 at 19:56 //

        1. Jeder Aktienhalter macht auch nichts anderes außer die Aktien zu kaufen und zu halten und auf seine Dividende zu warten, während die dahinterstehende Firma die eigentliche Arbeit macht.
        2. Des Weiteren partizipieren die Staker sehr wohl mit “eigener Leistung”, da sie sich mit ihrem Wallet am Netzwerk beteiligen und damit zudem die Dezentralität unterstützen.
        Dein Argument widerspricht daher in zweifacher Hinsicht sämtlicher Logik.

      • Gregg // 1. May 2018 at 13:48 //

        1. Ich habe nirgends geschrieben, dass Aktien mit Dividende in irgendeiner Weise besser wären als Zinseszins auf Geld auf der Bank. Der einzige Punkt, an dem Dividenden besser sind ist, dass es nicht garantiert ist, dass man damit garantiert x% Zins bekommt, sondern es auch zum Verlust kommen kann. Wenn ich allerdings x% auf Y Menge bekomme, ist es garantiert, dass nach Ablauf der Zeit Y_1 = Y*(1+x/100) ist, was ein garantierter Gewinn ist, wenn Y ein anerkanntes Zahlungsmittel ist.

        2. Eine Wallet aufzusetzen und laufen zu lassen ist im Vergleich zum Betreiben eines Miners, der mit seiner Rechenleistung die Dezentralität des Netzwerkes sichert, ein Klacks.

        3. Ein Netzwerk mit PoS zu übernehmen und unliebsame Transaktionen zu zensieren ist für Regierungen und große Firmen bedeutend einfacher, da die Investition einmalig ist. Sobald man einen gewissen Schwellwert überschreitet, wächst die Marktmacht des einzelnen Teilnehmers und parallel dazu auch noch der Wohlstand. Wer mich mit einem PoS Coin bezahlen will, darf vorher erst einmal in eine richtige, PoW Währung wechseln, weil ich nicht vorhabe, mit neuer Technologie in das gleiche, alte Hamsterrad einzusteigen.

      • Gregg // 1. May 2018 at 13:51 //

        1. Ich habe nirgends geschrieben, dass Aktien mit Dividende in irgendeiner Weise besser wären als Zinseszins auf Geld auf der Bank. Der einzige Punkt, an dem Dividenden besser sind ist, dass es nicht garantiert ist, dass man damit garantiert x% Zins bekommt, sondern es auch zum Verlust kommen kann. Wenn ich allerdings x% auf Y Menge bekomme, ist es garantiert, dass nach Ablauf der Zeit Y_1 = Y*(1+x/100) ist, was ein garantierter Gewinn ist, wenn Y ein anerkanntes Zahlungsmittel ist.

        2. Eine Wallet aufzusetzen und laufen zu lassen ist im Vergleich zum Betreiben eines Miners, der mit seiner Rechenleistung die Dezentralität des Netzwerkes sichert, ein Klacks.

        3. Ein Netzwerk mit PoS zu übernehmen und unliebsame Transaktionen zu zensieren ist für Regierungen und große Firmen bedeutend einfacher, da die Investition einmalig ist. Sobald man einen gewissen Schwellwert überschreitet, wächst die Marktmacht des einzelnen Teilnehmers und parallel dazu auch noch der Wohlstand. Wer mich mit einem PoS Coin bezahlen will, darf vorher erst einmal in eine richtige, PoW Währung wechseln, weil ich nicht vorhabe, mit neuer Technologie in das gleiche, alte Hamsterrad einzusteigen.

      • Sorry, der Kommentar hing im Spamfilter.

      • Gregg // 2. May 2018 at 20:21 //

        p.S.: Bei PoS Coins ist es auch für jemanden, der von bspw. seiner Regierung unterdrückt wird, unmöglich bzw. deutlich schwieriger, an die entsprechende Währung zu kommen, da man zunächst die Währung besitzen muss, um weitere zu erzeugen.

        Zugegeben bei Bitcoin und anderen ASIC Coins ist das auch nicht gerade einfach, was unter anderem der Grund ist, warum Monero so strikt gegen ASICs vorgeht.. eben um es jedem mit Computer, Smartphone, .. selbst ein paar Raspberry Pi zu ermöglichen, die Währung zu erwerben. Völlig anonym und unzensierbar.

      • PeterM // 14. May 2018 at 13:39 //

        Meine Güte, wenn man sich mit dem Thema so gar nicht auseinandergesetzt hat @Gregg dann lass es doch lieber einfach sein, anstatt hier rumzu seiern.
        Zu deinen Punkten:
        1. Dein pseudo-logischer Vergleich zu Dividenenden lasse ich unkommentiert … 🙂
        2. Das Betreiben eines Miners ist NICHT schwerer oder irgendwie anspruchsvoller als ein Staking POS Wallet zu betreiben. Nur das der Miner erhebliche Kosten an Strom und Hardware aufwenden muss und der staker nicht.
        3. Genau das Gegenteil ist der Fall, ein POS Netzwerk ist tatsächlich dezentral, viel dezentraler als z.B.Bitcoin mit der Macht von wenigen Mining Pools. Nimm dir dazu PIVX als Musterbeispiel an Dezentralität. Und ein weiterer Bonuspunkt, selbst eine 51% Attacke ist bei POS nicht möglich. Ein Angreifer bräuchte um die 70% + die Übernahme mindestes eines Masternodes.
        Nur weil POW durch Bitcoin bedingt populärer ist sollte man sich vielleicht auch mal hinsetzen und andere Techniken GENAUER durchleuchten, bevor man unberechtigt abfällig daherschwatzt.

        Die wirklichen Privacy coins mit einer tatsächlichen Abkopplung der Transaktionsdaten und Besitzdaten werden noch eine große Aufmerksamkeit bekommen. RingCT und Zerocoin sind derzeit die einzigen technischen Lösungen, die pratikable Möglichkeiten für volle Privatssphäre ermöglichen. letztlich wird sich entscheiden, welches System das flexiblere und schnellere ist.

        Derzeit sehe auch ich PIVX sehr weit vorne, nicht zuletzt aufgrund des gerade vollzogenen Updates. Bereits jetzt innerhalb einer Woche haben die Nutzer etwa 10 Millionen piv in die anonymen zpiv umgewandelt, die völlig losgelöst von Transaktionshistorie sind. Dabei ist das System weiterhin pfeilschnell.
        Ich erwarte hier einen erheblichen Bekanntheitsschub in den nächsten Monaten. wenn man sich so anschaut was alles in den sogenannten TOP 100 auf coinmarketcap zu finden ist (teilweise Projekte mit nichts als roadmaps, heißer Luft etc) ist PIVX absolut unterbewertet.

        Was ich allerdings auch problematisch sehe ist, dass diese Technik zwanglsläufig nicht nur zur Privatssphäre (im Sinne einer Abdeckung seines Vermögens) eingesetzt werden wird, sondern ebenfalls im großen Stil für kriminelle Machenschaften genutzt wird. Monero hat damit seine Bekanntheit zu verdanken und ist in Sachen medienpräsenz und Bekanntheit Nummer 1 im Privacy Sektor. Aufzuhalten ist die Entwicklung wohl nicht mehr, immerhin haben es Monero Zcash und PIVX bereits geschafft die Technik umzusetzen.

        Bei allen anderen Projekten die sich mit Privacy Coin schimpfen wäre ich vorsichtig. Allen voran Verge. Und deeponion ist allein deshalb ein Witz weil lediglich die jetzigen und verganenen miner profitieren. >200 Infaltionsrate 🙂 WTF 🙂 Nur um ein red flag zu nennen.

  6. Privacy coins gibt es gar nicht so viele, jedenfalls keine ernstgemeinten. Als technische Grundlage, die öffentlich recherchierbar und getestet und damit als sicher angesehen werden kann bieten sich doch eh aktuell nur RingCT und Zerocoin an.
    Wenn man sich dann noch die Inflationsrate von Projekten anschaut, dann hat man schon einen weiteren oft unbeachteten Indikator welche es nachhaltig ernst meinen, und welche einfach auf der Kryptowelle mitschwimmen und verdienen wollen. Alles über 10% ist absoluter Schwachsinn:

    Inflationsrate:
    Bitcoin ~4.12% (zum Vergleich)
    Monero ~8.39%
    dash ~9.6%
    PIVX ~4.63%.
    zcash ~68.94%
    verge ~10.75%
    zcoin ~57.08
    zencash ~69.16%
    deeponion ~241.29%
    phore ~118.37%, (PIVX Klon)
    COLX ~197.22% (PIVX Klon)
    Sumokoin ~240.34%.

    Da bleiben auch hier nur Monero, DASH und PIVX übrig. Und DASH ist keine Privacy coin, auch wenn das Coinjoin Verfahren bislang ausreichend funktioniert.

  7. Kartoffelkopf // 27. April 2018 at 12:01 // Reply

    Ich stehe den anonymen Coin sehr skeptisch gegenüber.

    Erstens werden Staaten sich querstellen, wenn nicht mehr klar ist, wer was besitzt. D.h. die staatliche Akzeptanz wird viel leichter bei den pseudoanonymen Coins durchzusetzen sein.

    Zweitens ist es einfacher, z.B. bei einem Bitcoin-Raub, die Coins zu verfogen und den Täter dingfest zumachen.

    Drittens ist es ein leichtes die eigenen Bitcoins zu anonymisieren, auch ohne speziellen Mixer: Verkauf gegen Altcoin sowie Rückkauf auf einer Altcoinbörse der Wahl.

  8. Interessant wär ein Vergleich mit GRIN/Mimblewimble. Ansonsten sieht für mich alles nach einem Schlagabtausch ZCASH MONERO aus in Zukunft.

  9. intransparenz trägt nicht mehr zur anonymität bei

  10. Mathias Wimmer // 30. April 2018 at 22:07 // Reply

    Wie sieht es denn mit DeepOnion aus? Kennt den jemand von euch?
    Finde ich ein starkes Projekt mit sehr aktiven Devs und einer starken Community 👍👍

  11. Paukerin // 1. May 2018 at 5:31 // Reply

    Sehr interessanter Artikel, der klar die Vor- und Nachteile der einzelnen Kryptowährungen herausstellt. Sehr gut recherchiert möchte ich sagen.

    Auch ich möchte den Blick (wie mein Vorposter) auf DeepOnion lenken. Vorneweg: es handelt sich noch nicht um ein fertiges Produkt, da einige Dinge erst noch implementiert werden müssen, aber wenn das geschieht (und bisher konnten mich die Entwickler überzeugen), dann ist DeepOnion in meinen Augen die erste wirklich anonyme Kryptowährung.

    Bisher nutzt es das Tor Netzwerk und Meek + obfs4.

    Mit dem neuen Wallet Update sind Stealth Adresses vorgesehen, die bereits getestet wurden.

    Das Feature, welches am Meisten erwartet wird, ist DeepSend. Kurze Erklärung: Supercoin nutzte dieses System zuerst. DeepSend bedient sich gleich mehrerer Technologien um eine Transaktion wirklich anonym zu machen: Coinjoin, Zero knowledge und Ring Signaturen. Einzeln wurden die bereits im Artikel genannt.

    Empfehle hierzu auch das White Paper zu lesen 🙂 https://deeponion.org/White-Paper.pdf

    Wie gesagt: noch ist es nicht implementiert aber derjenige, der sich für Privacy coins interessiert, sollte einen Blick auf DeepOnion werfen.
    Bin selbst in der AirDrop Phase (die war 40 Wochen lang) eingestiegen und sehr gespannt, wie es nun mit dem Projekt weitergeht 🙂

    • Wenn man zero-knowledge hat, braucht man kein CoinJoin.. Klingt für mich nur wie eine Aneinanderreihung von Buzzwords..

      Mit Kovri wird I2P bei Monero implementiert werden, was den gleichen Effekt haben wird, wie das Tor-Netzwerk. Und I2P ist (noch) nicht von NSA Exit Nodes durchsetzt.

  12. michel // 2. May 2018 at 4:46 // Reply

    “Und I2P ist (noch) nicht von NSA Exit Nodes durchsetzt.”

    und diese info wo hast du wo genau her?
    du weisst schon wie lange es i2p schon gibt und zu welchen zwecken es genutzt wurde/wird?

    so lange nicht eine gewisse/kritische masse zuhause 24/7 nen nas als p2p gerät laufen hat, ist alles noch viel zu verwundbar, da der aufwand so gering ist. und wenn man einem vpn anbieter traut, kann man auch gleich seiner regierung vertrauen 😉

    • Ich habe diese Info daher, dass ich bis jetzt noch nichts gegenteiliges mitbekommen habe. Deswegen auch das (noch).. Habe nirgends erwähnt, dass I2P absolut unknackbar wäre. Es ist lediglich ein weiterer Layer, der zu durchbrechen ist, um die Anonymität von Monero zu untergraben.

      Monero besitzt bereits alle Eigenschaften mit denen andere “Privacy Coins” (ha!) werben – mit ausnahme von zeroKnowledge und integriertem Tor/I2P.. und zeroKnowledge wurde (noch) nicht übernommen obwohl es kryptographisch sicherer ist als RingCT, weil es viel zu umständlich, nicht überprüfbar (im Sinne von vorhandene Gesamtmenge Coins) und zu rechenintensiv ist. Mit Kovri wird die “Lücke” im Bezug auf die IP-Bezüge (derjenige hat irgendwas mit Monero am Hut) geschlossen und zkStarks werden, wenn es mal ausreichende Verbesserungen daran gibt, auch RingCT ersetzen.

  13. Günther // 5. May 2018 at 10:58 // Reply

    Kurze Ergänzungen:

    – particl benutzt schon Proof of Stake (Du schriebst “Zusätzlich möchte Particl Proof of Stake anstatt Proof of Work benutzen”)
    – Das Shadowcashprojekt von dem du am Ende bei Verge schriebst, ist jetzt particl. Die haben einen Rebrand vorgenommen und alle SDC in PART umgewandelt (wenn man vom Rebrand mitbekommen hat).
    – Shadowcash wird also nicht mehr gepflegt, warum da überhaupt noch Nodes laufen oder es einen Markt gibt, erschließt sich mir nicht.

    • Glaub du hast die Aussage des Blogs mißverstanden, Verge hat sich die Technik angeiegnet, die Particl (bzw das alte Shadowcash Projekt) fallen gelassen hat, als man erkannte das man nicht weiterkommt, bzw andere Wege besser erschienen.
      Verge ist ein einziger Marketing Hype, welcher zugegebener Maßen aber perfekt umgesetzt wurde. Die Leute haben ihr Geld definitiv gemacht.

  14. Das VERGE ein nicht selbst entwickelte Protocol nutzt hießt längst nicht das es kein wert hat…

    Nennt mir ein Coin der nicht auf Bitcoin Grundprinzipien basiert ist…

    Letzte Angriff auf VERGE mining protocol womit kriminelle 35 millonen fake VERGE generiert haben zeigt das VERGE is so viel Wert das jemand sich muhe macht es zu “fälschen”…

    Wie Chinesen sagen, wenn etwas kopiert und gefälscht wird heißt es hat ein WERT.

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