15 Prognosen zum Kryptomarkt im Jahr 2020

Geschäftsmann befragt leuchtende Glaskugel nach der Zukunft. Bild von InfoWire.dk via flickr.com. Lizenz: Öffenliche Domäne

Das Jahr nährt sich dem Ende, und bevor ich mich in den Weihnachts- und Neujahrsurlaub verabschiede, möchte ich noch einige Vorhersagen für 2020 wagen. Dabei versuche ich, keine Wischi-Waschi-Prognosen abzugeben, die wahr werden müssen, weil sie nicht falsch sein können. Stattdessen werde ich möglichst konkret werden, auf die Gefahr hin, prächtig daneben zu liegen.

Mehr Börsen integrieren Lightning – die Liquidität im Netzwerk erreicht mehr als 10.000 Bitcoin

Bitfinex hat es vorgemacht, die anderen werden folgen: Börsen werden Lightning integrieren, um Echtzeit-Einzahlungen zu erlauben. Im Jahr 2020 werden Bitstamp, Poloniex, Bitmex und BTSE, vielleicht auch Kraken und Bittrex, auf den Lightning-Zug aufspringen. Sobald einige Börsen im Spiel sind, wird der Druck auf die anderen, auch mitzumachen, spürbar ansteigen. Dies wird zu einer Explosion der Liquidität im Lightning-Netzwerk führen, die sich von derzeit etwa 800 Bitcoin auf mehr als 10.000 Bitcoin aufbläst. Dadurch wird es immer besser möglich werden, auch große Summen über das Lightning-Netzwerk zu überweisen.

… aber der Durchbruch als Zahlungsmittel bleibt weiterhin aus

Dennoch wird sich Lightning nicht als alltägliches Zahlungsmittel durchsetzen. Für die meisten User wird das offchain-Netzwerk weiterhin viel zu kompliziert bleiben. Es ist schon schwer genug, sich auf Bitcoin einzulassen. Wenn dann noch Payment-Channels und Liquiditätsmanagement dazukommem und man online sein muss, um Geld zu empfangen, wird der Normaluser längst wo anders sein. Andere Coins – etwa Dash, Bitcoin Cash oder Bitcoin SV – könnten das zwar besser, haben aber bei weitem nicht genügend Netzwerkeffekte, um wirklich etwas zu reissen. Daher werden Kryptowährungen als Zahlungsmittel auch Ende 2020 eine Nischendasein fristen.

„Saving Technology“ bleibt der dominierende Narrativ – ist aber schwächer als je zuvor

Wie schon 2019 wird die Bitcoin-Szene die Geschichte predigen, dass Bitcoin eine „Savings-Technologie“ sei und dies durch hübsche Grafiken des Stock-to-Flow-Indexes (S2F) untermalen. Neben den üblichen Verdächtigen werden wir auch Vermögensverwalter und weitere Banken sehen, die diesen Narrativ verbreiten. So wird Bitcoin mehr denn je als Technologie für den Sparer beworben, und das genau in der Zeit, in der Bitcoin als solche weitgehend versagt. Noch niemals gab es in der Geschichte von Bitcoin einen so ausdauernden Bärenmarkt, und noch niemals gab es so wenig Hoffnung auf ein neues Allzeithoch. Sollte dies das ganze Jahr über so bleiben, wird sich der S2F-getriebene Narrativ der Savings-Technologie selbst dekonstruieren.

Der Preis wird kein neues Allzeithoch sehen

Nachdem mittlerweile jeder und sein Bankberater irgendwo gehört haben, dass Bitcoin 2020 ein neues Allzeithoch erklimmt, dürfte klar sein, dass genau dies nicht passieren wird. Der Preis wird zunächst den derzeitigen Abwärtstrend fortsetzen – ich wäre nicht überrascht, Preise von etwa 3.000 Euro zu sehen – um sich dann auf recht tiefem Niveau einzupendeln. Kurz vor dem Halfing Mitte Mai wird es eine kurze Rally geben, aber diese wird kurz nach dem Halfing wieder in sich zusammenfallen. Von hier aus wird es heikel: Auf der einen Seite könnten die tiefen Preise für viele ein guter Einstiegspreis werden, was den Kursverfall aufhalten könnte. Auf der anderen Seite könnten viele Vermögensverwalter und Portfoliomanager von der Performance von Bitcoin so enttäuscht sein, dass sie nun erst recht verkaufen. Dies könnte auch zu einer schmerzhaften Kapitulation langjähriger Holder führen, generell die Idee von Bitcoin als Investmentprodukt demolieren und durch den Bankrott vieler Miner auch die Sicherheit des Netzwerks beeinträchtigen. Ich vermute aber, dass wir im frühen Herbst eine Stabilisierung der Kurse sehen und von dort aus einen langsamen, aber stetigen Aufwärtstrend.

HodlHodl, Binance und BlueWallet werden die EU verlassen oder dicht machen

Die EU setzt im kommenden Jahr die 5ML-Geldwäscheregeln um. Dies wird für viele Bitcoin-Firmen in der EU harte Folgen haben, da KYC (Know-Your-Customer) nun definitiv und unzweideutig zur Pflicht wird. Startups wie Bottlepay – eine Lightning-Tipping-Plattform – haben das bereits eingesehen und deswegen die Schoten dicht gemacht. Für viele andere dürfte 2020 das Jahr werden, in dem sie erkennen, dass die EU nicht länger die Heimat ihres Geschäftes sein kann. Ich denke etwa an die P2P-Börse HodlHodl, die Lightning-Bank-Wallet BlueWallet oder die Multicoin-Börse Binance, die ein eher laxes KYC-Management pflegt. Sie und noch weitere werden entweder das Geschäft schließen oder die EU verlassen. Es könnte sein, dass es in manchen Regulierungsoasen Mitte 2020 eng werden wird, weil sich so viele Krypto-Startups dort niederlassen.

Zcash und Monero werden von einigen Börsen verschwinden

Die globale Regulierung von Kryptowährungen – nicht nur durch die EU und die SEC, sondern auch durch die FATF – wird noch weitere Folgen zeitigen. Gerade für Privacy-Coins wie Monero und Zcash wird die Luft eng werden. Zwar erfüllen die Coins formal die Travel-Rule der FATF (laut der eine Börse wissen muss, wohin eine Zahlung geht), aber sie machen es schwierig, die Effizienz dieser Regeln zu überwachen und, genereller, die Herkunft von Coins über mehrere Sprünge nachzuverfolgen. Während solche Coins also formal erlaubt bleiben, wird die Regulierung es für Börsen sehr schwer – und auch teuer – machen, diese anzubieten. Daher werden wir 2020 einige Börsen sehen, die Monero und Zcash vom Handel nehmen. Gleichzeitig werden sich Börsen aufgrund der Regulierung genauer überlegen, welche Coins sie listen, da die Compliance-Kosten, die jeder Coin verursacht, steigen werden. Es wäre also denkbar, dass die schärfere Regulierung zu einer Auslese im Krypto-Handel führen wird.

Es wird Tote wegen Ransomware geben

Ransomware hatte 2019 einen interessanten Trend: Während die Angriffe früher eher nach dem Gießkannenprinzip abliefen, richteten sie sich 2019 auf konkrete Ziele, um dort den größtmöglichen Schaden anzurichten und das höchstmögliche Lösegeld für die Entschlüsselung der Daten einzufordern. Es gab viele große Firmen, Stadt- und Kommunalverwaltungen und auch Pflegeheime, deren IT-Systeme durch Ransomware vorübergehend ausgeknockt wurde. Dieser Trend wird 2020 noch zunehmen – und er wird einen Todesfall verursachen. Wie genau dies vonstatten geht, ist noch etwas unklar. Eventuell wird ein Sicherheitssystem, etwa zur Überwachung eines Kraftwerks oder einer Chemiefabrik, im genau falschen Moment ausfallen, oder eine lebensnotwendige Operation muss ausgesetzt werden, weil eine wichtige Info aus dem Computersystem eines Krankenhauses fehlt. Mit diesem Todesopfer wird für einige Staaten eine rote Linie überschritten sein, und Ransomware könnte die Einstufung als Cyberterrorismus erfahren. Einige Politiker werden beginnen, von einem permanenten Krieg im Cyberspace zu reden.

Ein DAX-Konzern wird Aktien auf der Ethereum-Blockchain tokenisieren

Ethereum ist, trotz der mageren Kurse, bestens aufgestellt für 2020: Es gibt weiterhin eine sehr lebendige Entwicklerszene, mehr Projekte, als man zählen kann, und ein starkes Interesse vieler großer Unternehmen aus den verschiedensten Branchen. Wir werden viele interessante Neuigkeiten von Ethereum sehen. Eine davon wird sein, dass ein DAX-Unternehmen – welches, weiß ich noch nicht genau – Aktien als ERC-Token herausgeben wird. Damit wird Deutschland erneut in der Disziplin der Security-Token eine Pionierrolle spielen.

Ethereum 2.0 wird auch 2020 nicht live gehen

Trotz der starken Stellung wird es Ethereum nicht gelingen, mit „Ethereum 2.0“ live zu gehen. Der Umstieg auf ein Proof-of-Stake-System ist einfach zu komplex und zu gefährlich, als dass die Entwickler dazu den für den finalen Schritt notwendigen Mut aufbringen werden. Ethereum 2.0 wird erneut vertagt werden.

IOTA wird auch 2020 den Koordinator nicht abschalten

Nicht viel besser wird es IOTA ergehen. Der Plan, den „Koo“ abzuschalten, wird auf 2021 verschoben. Auch hier haben wir ein enorm komplexes neues System, sowie das große Risiko, das alte, funktionierende System zu unterbrechen. Anders als Ethereum hat IOTA aber keine so starke Basis, um dies ohne Schaden hinzunehmen. Der Kurs entwickelt sich miserabel, die IOTA-Foundation zeigt Zerfallserscheinungen, und aus den vielen Industrie-Partnerschaften wird auch 2020 kein ernstzunehmendes Projekt entstehen. Für IOTA könnte das kommende Jahr sehr schlecht werden.

Bitcoin Cash wird sich mit Token versuchen, aber scheitern

Bitcoin Cash hat sich im Jahr 2019 von der Hardfork Ende 2018 erholt und stabilisiert. Es gibt eine kreative Entwickler-Szene, eine auf Graswurzel-Marketing konzentrierte Community und weiterhin das Potential, als das „nutzerfreundlichere Lightning“ Punkte im Kommerz zu gewinnen. Allerdings bleibt die Bitcoin-Cash-Szene vergleichsweise klein und von Zankereien zwischen Bitcoin ABC bzw. Amaury Sechet und allen anderen zerrüttet, wodurch die Fortentwicklung von Bitcoin Cash immer in einem leicht fragilen und nervösen Zustand bleibt. Gleichzeitig verzettelt sich die Szene ein wenig, wenn sie versucht, Bitcoin Cash in den Einzelhandel zu bringen, in neue digitale soziale Medien, auf die digitalen Schwarzmärkte – und zugleich versucht, mit Smart Contracts, Memo und Token weniger klassisch-monetäre Blockchain-Anwendungen hervorzubringen. In letzter Zeit gibt es immer mehr Token auf Basis des SLP-Protokolls – auch einen Stablecoin – und Bitcoin Cash wird 2020 versuchen, sich als günstigere Alternative zu Ethereum zu positionieren. Dies wird allerdings scheitern, weil es neben Bitcoin Cash eben auch andere Alternativen gibt, wie Tron, EOS, Waves, Liquid und mehr.

Bitcoin SV wird einen Block von mehr als 600 Megabyte sehen

Bitcoin SV hat kein schlechtes Jahr hinter sich. Die Fork von Bitcoin Cash hat eine Schar von Entwicklern an sich gezogen, indem sie, vor allem durch Unwriter inspiriert, die Blockchain mehr als jede andere Kryptowährung benutzt, um Daten abzuspeichern. Dies hat zu einer vollkommen eigenen Herangehensweise an die Technologie geführt, die von gut ausgeführten Innovationen im Bezahlen, etwa PayMail, flankiert und durch kapitalstarke Investoren unterstützt wird. All dies hat gereicht, um die Entwicklung rund um Bitcoin SV lebendig zu halten und neue Anwendungen hervorzubringen. Dies wird auch 2020 fortgeführt werden. Die entscheidende Frage ist allerdings, ob Bitcoin SV damit auch User gewinnt. Bislang sind diese nämlich noch extrem rar, vermutlich kommen hier auf einen User zwei Entwickler. Dennoch wird es Bitcoin SV nach dem Genesis-Update gelingen, neue Rekorde in der Blocksize zu erringen. Es wird, prognostiziere ich, in diesem Jahr einen Block mit einer Größe von 600 Megabyte geben. Im ersten Anlauf wird ein solcher Block natürlich verwaisen, doch nach einigen Versuchen wird es entweder BMG oder MemPool gelingen, diesen Megablock an die Blockchain anzuhängen.

Tether werden auch am Ende des Jahres einen Dollar wert sein

Tether, die Dramaqueen unter den Stablecoins, wird auch 2020 für Aufreger sorgen. Es gibt gleich zwei schwelende Prozesse, die Tether wegen Marktmanipulation und falschen Versprechungen zur Deckung anklagen. Beide Prozesse werden 2020 beginnen, aber entweder noch zu keinem Ergebnis oder zum Freispruch von Tether führen. Währenddessen wird sich die Dominanz der Tether-Dollar zugunsten anderer Stablecoins abmildern, ohne dass Tether die Spitzenstellung aufgeben muss. Eventuell werden wir sehen, wie die Tether-Dollar-Token auf das Lightning-Netzwerk oder die Liquid-Sidechain gebracht werden. Am Ende des Jahres wird Tether trotz allen Skandalen und Prozessen dort stehen, wo er das Jahr begonnen hat – bei ziemlich genau einem Dollar.

Weder staatliche Stablecoins noch Libra werden 2020 live gehen

2019 wurde so viel über Stablecoins der Regierungen von China und der EU geredet, so viel über den Stablecoin von Facebook – Libra – geschrieben, dass man für 2020 nicht wirklich viel erwarten kann. Libra steckt bei einem nur halbentwickelten Produkt weiterhin im Sumpf der Regulierung, und die Staaten werden weiterhin darüber nachdenken, wie man einen Stablecoin so zu gestalten hat, dass er die Vorteile der Blockchain nutzt, aber gleichzeitig konform mit dem staatlichen Verlangen nach Kontrolle geht. Die Pläne werden im Lauf der Zeit immer frankensteinischer aussehen und immer weniger mit einer Blockchain zu tun haben, weshalb die staatlich herausgegebenen Blockchain-Stablecoins Ende 2020 eher weiter entfernt sein werden als am Anfang des Jahres. Eventuell werden einige Staaten Ende 2020 einen blockchainlosen Stablecoin ankündigen.

Litecoin wird das Opfer eines 51-Prozent-Angriffs

Irgendwie wird Litecoin im Jahr 2020 unnötig. Es gibt andere Kryptowährungen fürs Bezahlen – Dash oder Bitcoin Cash – die mehr Dampf haben; während der Gebührendruck bei Bitcoin deutlich nachgelassen hat und mit Lightning eine Alternative dämmert, die zwar auch auf Litecoin funktioniert, aber doch nur zeigt, dass niemand Litecoin braucht. Litecoin wird zwar versuchen, durch das Versprechen auf Confidential Transactions oder MimbleWimble – beides Privacy-Lösungen – Relevanz zu gewinnen, aber dies mangels Entwickler niemals umsetzen können. Daher wird Litecoin mit weiterhin fallenden Preisen vor sich herdümpeln und, so ironisch das sein mag, nur durch Ethereum gestützt werden: Denn solange Ethereum die Grafikkarten-Miner an sich bindet, bleibt Litecoin sicher; allerdings wird 2020 den Tag bringen, an dem eine große Menge von Grafikkartenpower oder Scrypt-Asics keine Beschäftigung mehr hat, und deswegen einen 51-Prozent-Angriff auf Litecoin starten wird. Sollte Lightning auf Litecoin bis dahin auch nur eine kleine Reichweite haben, wird dies den 51-Prozent-Angriff nur noch schlimmer machen.

Über Christoph Bergmann (1791 Beiträge)
Das Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder. Christoph hat vor kurzem ein Buch geschrieben: Bitcoin: Die verrückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes. Das Buch stellt Bitcoin in seiner ganzen Pracht dar. Ihr könnt es direkt auf der Webseite Bitcoin-Buch.org bestellen - natürlich auch mit Bitcoin - oder auch per Amazon. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden in Bitcoin, Bitcoin Cash oder Bitcoin SV an die folgende Adresse: 1BergmanNpFqZwALMRe8GHJqGhtEFD3xMw. Wer will, kann uns auch Hier mit Lightning spenden. Tipps für Stories sind an christoph.bergmann@mailbox.org immer erwünscht. Wer dies privat machen möchte, sollte meinen PGP-Schlüssel verwenden.

54 Kommentare zu 15 Prognosen zum Kryptomarkt im Jahr 2020

  1. Ja, interessant. Hast du letztes Jahr nicht auch eine Prophezeiung für 2019 gemacht?
    Ich würde die gerne nochmal lesen, um die Treffer-Wahrscheinlichkeit für 2020 einzuordnen 😉

  2. „Irgendwie wird Litecoin im Jahr 2020 unnötig. Es gibt andere Kryptowährungen fürs Bezahlen – Dash oder Bitcoin Cash“

    Volle Zustimmung. Aber eine List über „Kryptowährungen fürs Bezahlen“ ist nicht vollständig ohne die Währung Nano. Nano ist von Grund auf de­signt zum Bezahlen:

    ⭐️ Keine Gebühren (1 Nano senden, 1 Nano empfangen)
    ⭐️ Schnell (vollständige Netzwerkbestätigung in < 1s)
    ⭐️ Dezentraler als Bitcoin
    ⭐️ Skalierbar (nur durch Bandbreite begrenzt)

    Startguthaben unter: https://nanolinks.info/#faucets-free-nano

  3. Werner Müllerschön // 18. Dezember 2019 um 17:04 // Antworten

    Nicht schlecht die Prognosen. Bitcoin wird immer ein Nischendasein fristen und der Kurs wird zeitweise unter 1000 € fallen. Die Menschen werden begreifen, daß Bitcoin immer nur etwas für eine kleine elitäre Minderheit ist.

    • Ich bin gespannt, zu wievielen Selbstmorden ein solches Ereignis führen wird. Viele Möchtegern-„Investoren“ werden schmerzhaft an die „Only risk as much as you can afford to lose“-Regel erinnert werden.

  4. Was soll man aus diesem Artikel lernen? Natürlich macht es auch mal Spaß und es sei auch jedem gegönnt, zu spekulieren und jeder hat bestimmt seinen Lieblingscoin. Ich könnte jedoch zu jeder These die zugehörige Antithese formulieren und vermutlich ließen sich auch dafür Argumente finden. Dies möchte ich aber den fachkundigeren Lesern überlassen.
    Eine allgemeine Schlussfolgerung, die ich persönlich für wichtig halte, ist, dass sich die Coins der Zukunft noch nicht herauskristallisiert haben. Ich freue mich auf den „Kampf“ der Entwickler 2020 und werde diesen möglichst neutral genau beobachten. Das macht für mich mehr Sinn, als zu spekulieren. Denn sollte sich tatsächlich ein Coin als überlegen herauskristallisieren, so kann man bald danach einsteigen und immer noch große Gewinne realisieren. Vorher macht ein Investment keinen Sinn.

  5. Teilweise gewagte Prognosen!

    Dies könnte auch zu einer schmerzhaften Kapitulation langjähriger Holder führen, generell die Idee von Bitcoin als Investmentprodukt demolieren und durch den Bankrott vieler Miner auch die Sicherheit des Netzwerks beeinträchtigen.

    Das ist ja düsterer als ich das sehe, aber durchaus realistisch. Wenn sich das bewahrheitet, wäre das Halving doppelt tragisch, denn ein entstehender Gebührenmarkt ist nicht wirklich erkennbar und sollte zusätzlich zum Halving von 50% der Preis um weitere 50% einsacken, sind wir bei 0 😉
    Nein, aber mittelfristig sackt die Sicherheit des Netzwerks um 75% ein, denn kaum ein Miner, die ohnehin schon am Rande der Profitabilität agieren, wird trotz roter Zahlen weitermachen wie bisher. Da die Hashrate seit Monaten ohnehin bereits stagniert, dürfte sie in diesem Szenario deutlich sinken: https://www.blockchain.com/de/charts/hash-rate

    die Multicoin-Börse Binance, die ein eher laxes KYC-Management pflegt. Sie und noch weitere werden entweder das Geschäft schließen oder die EU verlassen.

    Also bei Binance bin ich mir ziemlich sicher, dass sie nicht schließen werden, es sei denn es kommt zu einem „Hack“, der ihnen das Genick bricht. Falls sie beim KYC / AML nicht penibler werden wollen, wäre mein Tipp, dass sie entweder auf die Schweiz, England (Voraussetzung wäre natürlich der Brexit) oder Island setzen.

    die Effizienz dieser Regeln zu überwachen und, genereller, die Herkunft von Coins über mehrere Sprünge nachzuverfolgen. Während solche Coins also formal erlaubt bleiben, wird die Regulierung es für Börsen sehr schwer – und auch teuer – machen, diese anzubieten.

    Das könnte für inkompetente Börsen zutreffen oder auch Börsen, die durch vorauseilendes Gehorsam zeigen wollen, dass sie mögliche Regulierungen Ernst nehmen.
    Es gibt mittlerweile auch eine Compliance Workgroup bei Monero, zu der unter anderem Justin Ehrenhofer gehört, der im Compliance Team von DV Trading arbeitet. Ein erstes Statement zur „Travel Rule“ wurde kürzlich veröffentlicht: https://web.getmonero.org/2019/12/05/funds-travel-rule.html
    Eine ausführliche rechtliche Beurteilung durch internationale Anwälte wird von Tari Labs vorbereitet und wird in Kürze folgen.
    Dazu ist auch dieser (ganze Thread) passend:

    KYC heißt übrigens „Know your customer“ und nicht „Know the customer of your customer“ und wenn es um die exakte Quelle der Funds geht, trifft Lightning genau die gleiche Regulierung, denn dort kann man genauso wenig mehrere Hops zurück springen.
    Dass es teurer ist, das zu handhaben, halte ich für ein Gerücht. Bitcoin ist deutlich teurer, denn man muss wohl Geld in Chainanalyse stecken, um z.B. Adressen bzw. Coins, die von US Handelsbeschränkungen betroffen sind, zu blockieren und zu melden, auch wenn sie über mehrere Hops kamen. Da dies bei Monero einfach nicht möglich ist, entstehen auch keine Kosten hierfür.

    Mit diesem Todesopfer wird für einige Staaten eine rote Linie überschritten sein, und Ransomware könnte die Einstufung als Cyberterrorismus erfahren. Einige Politiker werden beginnen, von einem permanenten Krieg im Cyberspace zu reden.

    Hoffentlich investiert man dann in Sicherheit und insbesondere das BSI kümmert sich stärker darum, gewonnene Erkenntnisse und bekannte Lücken den richtigen Entwicklern zu melden… https://www.heise.de/security/meldung/BSI-zu-TrueCrypt-Audit-von-2010-Responsible-Disclosure-schien-nicht-moeglich-4618471.html
    Auch kritische Infrastruktur wie Krankenhäuser, Kraftwerke, Strom-, Wasser-, Datennetze, Flughäfen und ähnliches sollten vom BSI gezielt bei der Sicherheit unterstützt werden.

    Bislang sind diese nämlich noch extrem rar, vermutlich kommen hier auf einen User zwei Entwickler. Dennoch wird es Bitcoin SV nach dem Genesis-Update gelingen, neue Rekorde in der Blocksize zu erringen. Es wird, prognostiziere ich, in diesem Jahr einen Block mit einer Größe von 600 Megabyte geben.

    Ich finde es persönlich spannend, dass Entwickler teils sinnvolle Anwendungen auf die Blockchain bringen, aber trotzdem für den falschen Ansatz, sie als Datenspeicher zu missbrauchen, da Fees praktisch nicht-existent sind. Wenn die Blöcke jetzt praktisch ohne User bereits 2-5MB haben, dann kann man auch mit Genesis vielleicht x100 oder x200 skalieren, was dann? Dann muss auch mit 1GB Blöcken ein ausbalancierter Fee Markt entstehen, der viele der Anwendungen, die jetzt entwickelt werden ad absurdum führt, da sie darauf basieren, dass es praktisch keine Fees gibt. Eine Art sich ständig anpassenden aber verlässlichen Miner-Konsens zur Block Größe fände ich sinnvoller und ein gewisses Fee Level sollte jetzt schon aufgebaut werden, um ein böses Erwachen wie bei vielen dApps auf Ethereum in der Vergangenheit zu verhindern, zumal der Coinbase Reward mit jedem Halving gegen Null sinkt.

    Beide Prozesse werden 2020 beginnen, aber entweder noch zu keinem Ergebnis oder zum Freispruch von Tether führen.

    Letzteres halte ich für sehr unwahrscheinlich angesichts der bereits bekannten sehr unvollständigen Details. Alleine der Umwandlung von vollständig Dollargedeckt zu teilweise Anleihengedeckt hätte wohl jeder Halter zustimmen müssen und dass Gelder nicht bei Banken sondern Paymentdienstleistern lagern ist wahrscheinlich unzulässig, aber ich bin kein Jurist.

    Litecoin wird zwar versuchen, durch das Versprechen auf Confidential Transactions oder MimbleWimble – beides Privacy-Lösungen – Relevanz zu gewinnen, aber dies mangels Entwickler niemals umsetzen können.

    MimbleWimble für sich alleine, ohne z.B. CT ist keine Privacy Lösung, es ist eher eine Pruning-„Lösung“. Das hat kürzlich sogar ein großer Supporter bemerkt und seinen „Grin Talk“ umbenannt, weil er bis dato dachte, Grin sei auf Privatsphäre spezialisiert aber das Gegenteil realisieren musste. In etwa das, was viele ehemalige Bitcoiner (mich inklusive) realisiert haben, dass sie von Bitcoin eine ganz andere Annahme hatten bis sie die Realität eingeholt hat… Bei Monero kursiert in letzter Zeit der Spruch „Monero ist das, was Leute dachten zu kaufen, als sie Bitcoin kauften“.

    @Eric

    ⭐️ Dezentraler als Bitcoin

    Das ist eine Behauptung. Unter welchem Aspekt denn? Ich kann mich vage an dPoS Konsens und eine deutliche Voting Mehrheit bei den Devs erinnern, ähnlich wie der Koo bei IOTA.
    Ich würde ja persönlich bei Monero von einem wirklichen „Payment Coin“ oder eben Digitalem Bargeld / Kryptowährung (Bitcoin hat im engeren Sinne nichts mit Kryptographie zu tun, lediglich mit Signierung) ohne andere Anwendung sprechen und nicht von „Privacy Coin“, dann eher „Transparent Coin“ (was ich gut für öffentliche Einnahmen/Ausgaben, Parteien und NGOs fände) oder wenn man so will „Surveillance Coin“ (wenn man die ganzen Analysefirmen betrachtet) bei Transparenten Ledgern.

    Das Jahr wird auf jeden Fall spannend, ich wünsche Christoph, allen Lesern und Kommentarkollegen einen guten Rutsch und noch mehr interessante Diskussionen!

  6. Sorry aber einfach nur ein schlechter Artikel…

  7. Ach, ich vergaß meine eigene Prognose hinzuzufügen…

    Falls der Bärenmarkt 2020 weitergeht, nur kurz vom Halving unterbrochen wird, wird es wahrscheinlich / hoffentlich endlich zur Bereinigung unnützer Shitcoins kommen, was für die Akzeptanz seriöser Projekte nur nützlich sein kann, denn Noobs sind einfach überfordert mit hunderten bzw. tausenden von Projekten, von denen sich die meisten als eierlegende Wollmilchsau präsentieren.

    Aktuell sehen wir einige Coins bereits auf einem 2-Jahres Tief (oder sehr nah dran):
    – Ripple
    – Stellar
    – Tron
    – IOTA
    – Ethereum Classic
    – Dash
    – NEM
    – Zcash

    Der Indikator ist noch nicht sooo stark, denn fast alle Coins, insbesondere Altcoins haben im Bärenmarkt gelitten, aber es könnte ein wichtiger Indikator sein. Ich vermute, eine so krasse Blase mit „Dumb Money“ wie Ende 2017 werden wir nicht mehr sehen, die dafür benötigten Volumina sind einfach bereits zu hoch, um binnen weniger Wochen ein Plus von 1.000% zu erreichen. Meine Vermutung ist, von einem langen Bärenmarkt werden sich nur Projekte erholen (und wahrscheinlich gestärkt hervorgehen), die wirklich liefern, was sie versprochen haben und/oder eine reale Anwendung finden. Bisher war die „Strategie“ von Noobs eher „nur Bitcoin“ weil man davon in Mainstream Medien gehört/gelesen/gesehen hat oder bei denen, die schon bewusster von Altcoins waren, per Gießkannenprinzip „Top X Coins“, bei manchen sind das 3 und bei manchen 100.

    Für deutliche Steigerungen über das ATH hinaus wird es große (institutionelle) Anleger benötigen und diese werden entsprechende Berater engagieren, um sich eine Einschätzung der einzelnen Projekte einzuholen. Projekte ohne Mehrwert, ohne Team, ohne Entwicklung und ohne Anwendung oder sehr zentralisierte Projekte werden ganz sicher nicht in deren Portfolios landen. Denn ungleich einem klassischen Investment in Form von VC oder in Aktien hat man nach dem Investment in der Regel gar keinen Einfluss auf die Richtung des Projekts und kann niemanden verantwortlich machen, daher ist das Risiko ungemein höher als bei klassischen Investments und bei einer gesunden Dezentralisierung kann man zumindest auf die Schwarmintelligenz setzen.

    Ob dies 2020 passieren wird? Keine Ahnung.

  8. Schöner Artikel. Da sind bestimmt einige Volltreffer dabei. Wir werden sehen.

  9. Mal was anderes 😀 gut geschrieben!

  10. Die einzig wichtige Information in diesem Artikel ist doch dass Herr Bergmann Urlaub macht… Wer in den letzten Jahren aufmerksamer Leser dieses Blogs war kann daraus ableiten dass es zu einer großen Bewegung am Markt kommen wird…

    • Name required // 19. Dezember 2019 um 8:52 // Antworten

      Ja. Und die schlechte Stimmung, die der Artikel verbreitet, ist eigentlich das beste Kaufsignal. 🙂

      • Bobby Lee Swagger // 20. Dezember 2019 um 3:32 //

        @required: hatte man Mitte 2018 auch gedacht, als CB bärisch für Bitcoin war und Ende des Jahres ging es dann so richtig runter.

    • yup, und wenn Christoph weiterhin seine Urlaubspläne nur so kurzfristig bekannt gibt, müssen wir ihn wohl wegen Insider Handels balangen 🙂

  11. >Dies wird allerdings scheitern, weil es neben Bitcoin Cash eben auch andere Alternativen gibt, wie Tron, EOS, Waves, Liquid und mehr.

    Das ist ein sehr merkwürdiges Argument. Das ist, als wenn man argumentieren würde: Elektroauto von VW wird scheitern, weil es auch andere Alternativen gibt.

  12. Super Artikel, gut geschrieben, Danke und weiter so.

  13. Ja, ein ungewohnt düsterer Artikel, – spricht wirklich für ein Markttief. Auf jeden Fall aber vielen Dank an Christoph für die hervorragende Arbeit auch in diesem Jahr, Dank auch an Paul Janowitz für die interessanten Ergänzungen.

  14. Freia Demokrat // 19. Dezember 2019 um 15:55 // Antworten

    Jaja und schon steigen die Aktien.

  15. Jaja, einfach mal nur schwarz sehen, dann kann man wenigstens nicht enttäuscht werden, was? Anders kann man diesen undifferenzierten Artikel nicht lesen.

    Man nehme nur die Ethereum-Prognose: Was genau wird denn da nach Ansicht des Autors vertagt? Der Start der Beacon-Chain? Des Test-Netzes? Oder die Transition (Phase 1)? ETH 2.0 ist ein von ETH 1.x völlig unabhängiges Projekt und kann als solches auch „live“ gehen, ohne das laufende Ökosystem zu gefährden. Also bitte: Erst recherchieren, bevor man Prognosen abgibt, oder lieber schweigen. Danke!

  16. Derzeit finden 1800 neue Bitcoins für über 7000 Dollar einen neuen Interessenten. Entweder werden sie gekauft, oder von den Minern gehalten. Das wird sich mit dem Halving nicht ändern. Ändern wird sich nicht die Nachfrage, aber das Angebot.

    Mit dem Halfing wird sich gar nix ändern, aber ein Jahr später wird eine wachsende Nachfrage die geschrumpften Neuen sehr viel höher bewerten. In zwei Jahren wird der Wert von Bitcoin den Handelspreis um ein vielfaches übersteigen. Solange die Technik funktioniert.

    Bitcoin muss nicht mal Weltgeld werden. Gold ist es ja auch nicht. Gold ist nur werttvoll, weil es seit tausenden von Jahren wertvoll war. Bitcoin steht kurz davor, seit Jahrzehnten existent zu sein. Immerhin.

    • Gibt es ein einziges nachvollziehbares Argument, warum Bitcoin einen ähnlichen Status wie Gold haben sollte? Ich sehe ehrlich gesagt keines, selbst die Dominanz in Kryptowährungen ist lediglich auf den (nicht zu vernachlässigbaren) Netzwerkeffekt zurückzuführen und es war ein guter Proof of Concept, der aber nicht mehr weiterentwickelt wird. Selbst die meisten Forks sind technologisch weiter und Bitcoin sieht im Vergleich dazu eher wie Windows 3.11 aus (das einen ähnlichen Status eines Proof of Concept einer grafischen Oberfläche war). Aus Sentiment spiele ich mit meinen Kids hin und wieder auch alte Spiele vom C64 oder NES, aber eben aus Sentiment, produktiv nutzt das kein Mensch mehr.

      • Paul, Du lieferst mit Windows gerade ein sehr gutes Beispiel, warum sich eben nicht immer das technisch brillanteste Produkt durchsetzt. Manchmal spielen andere Faktoren wie Timing, Bekanntheit, Marktdurchdringung eine mindestens genauso wichtige Rolle. Was mir oben im Artikel (und schon des öfteren auch hier im Forum) kleingeredet wird, ist der unglaubliche Bedarf der Menschheit an einem universell akzeptierten, praktikablen und durch Regierungen schwer zu beschlagnahmenden Wertspeicher. Es ist diese (theoretische) Möglichkeit des Bitcoin, die aktuell den Preis bestimmt und nicht die Frage, ob er als 53. Zahlungsmethode bei Starbucks akzeptiert wird. Gerade hier in Deutschland werden sich die Euro-, Klima- und offene Grenze-Klatscher schon in Kürze wundern, wie auf ihr Vermögen zugegriffen werden kann und werden wird. Eher früher als später wird der Fiat-Geld-Tsunami ins Rollen kommen und dann wird er in die zu diesem (!) Zeitpunkt zweckmäßigsten und verfügbaren Wertspeicher münden.

      • DAs würd mich auch interessieren. Was ist an Bitcoins so wertvoll. erinnert an die Tulpenmanie, allerdings konnte man da natürlich kurzfristig große Summen verdienen, wenn man nicht gierig und dumm war. So wie halt bei jedem Hype. Aber der WERT?
        Kann das wer erklären?

      • Paul Janowitz // 1. Januar 2020 um 21:34 //

        @Michael.
        Danke für Deinen Beitrag, denn ich stelle mich gerne jeglicher Diskussion und stelle auch meinen Standpunkt gerne in Frage.

        Du lieferst mit Windows gerade ein sehr gutes Beispiel, warum sich eben nicht immer das technisch brillanteste Produkt durchsetzt. Manchmal spielen andere Faktoren wie Timing, Bekanntheit, Marktdurchdringung eine mindestens genauso wichtige Rolle.

        Die Geschichte um Bill Gates, Steve Jobs und Windows / MacOS und demgegenüber Unix / Linux, Linus Torwalds sollte tatsächlich jeder technisch interessierte genauer unter die Lupe nehmen. Willst Du Windows denn mit Bitcoin vergleichen? In jeder Statistik ist Windows mittlerweile abnehmend, Mobile sogar nichtig und die wahrscheinlich seriöseste Statistik liefert seit Jahren gerade https://www.pornhub.com/insights/2019-year-in-review
        Android hat Windows mittlerweile deutlich überholt… https://gs.statcounter.com/os-market-share
        Bei Servern sieht man deutlich, dass Linux mittlerweile unangefochtener „Martktführer“ ist, ganz ohne Marketing… https://trends.builtwith.com/server/operating-system
        Ja, es dauert mitunter Jahre oder Jahrzehnte bis Netzwerkeffekte eines First-Movers überwunden werden, aber ohne Innovation kann das unter Umständen ziemlich schnell gehen – siehe Nokia. Microsoft hat sein System über die Jahre ja immerhin krampfhaft „gepflegt“… Ich persönlich sehe bei Bitcoin kein „Team“ mehr, geschweige denn eines, welches das Projekt pflegt.

        Was mir oben im Artikel (und schon des öfteren auch hier im Forum) kleingeredet wird, ist der unglaubliche Bedarf der Menschheit an einem universell akzeptierten, praktikablen und durch Regierungen schwer zu beschlagnahmenden Wertspeicher.

        Ein Wertspeicher braucht Anwendung und damit einhergehende Nachfrage, sonst kann er nie zum Wertspeicher werden. Das war bei Gold und anderen Edelmetallen so, das ist bei Immobilien und anderen Wertspeichern nicht anders. Mit Bitcoin sehe ich weder einen „universell akzeptierten“, „praktikablen“, noch „durch Regierungen schwer zu beschlagnahmenden Wertspeicher“, ersteres durch eher stagnierende Adoption, zweiteres z.B. durch mangelnde Transparenz und Stabilität bei Fees, letzteres ist mit Chainanalyse und „tainted“ Coins mittlerweile auch nicht mehr korrekt, denn es gibt etliche „problematische“ Coins und frisch geschürfte werden für einen Premium Preis verkauft (falls man überhaupt einen OTC Zugang dazu hat, erfordert Connections und entsprechende Volumina).

        Eher früher als später wird der Fiat-Geld-Tsunami ins Rollen kommen und dann wird er in die zu diesem (!) Zeitpunkt zweckmäßigsten und verfügbaren Wertspeicher münden.

        Deine Annahme mag stimmen, aber Bitcoin ist technisch denkbar ungeeignet, um zu übernehmen und es ist keinerlei Besserung in Sicht. Bereits Ende 2017 mussten wir (jeder der Bitcoin nutzte, auch ich) zweistellige Dollarbeträge an Fees für eine einzige Transaktion bezahlen und damals war es immer noch eine Nische, stellen wir uns heute einen Sprung vom ATH Ende 2013 zu Ende 2017 von ca. 1.000 nach 20.000 vor, wäre Bitcoin wahrscheinlich für Monate, wenn überhaupt noch nutzbar, bis es abstürzen würde, wenn auch der Letzte seine Coins auf eine Exchange bekommt bei womöglich 4-stelligen Gebühren.

        @Elsa
        Du liegst womöglich nicht ganz falsch. Bitcoin muss einen Nutzen haben, um werthaltig zu sein/bleiben.

        @Eddi

        Es gibt Metalle, die viel seltener sind. Berylium zum Beispiel. Jahresproduktion wenige Tonnen. Leider in reiner Form hochgradig krebseregend.

        Eigentlich lieferst Du die Antwort auf Deine Frage im Satz darauf bereits selbst, es ist nur extrem schwierig zu handhaben.

        Platin, das Unschmelzbare genannt, war nicht immer so teuer. Das kam erst mit den Katalysatoren für Autos. Ganz früher wurde es gar weggeschmissen, war halt Abfall bei der Goldproduktion.

        Stimmt, aber Platin war eben auch schwer handhabbar im Vergleich zu Gold, welches sich relativ einfach in Münzen schmelzen, schmieden, prägen und anderweitig verarbeiten ließ. Dazu sticht Gold als eines der wenigen Metalle mit einer gelblichen Farbe hervor, die meisten anderen sind silbrig oder oxidieren schnell bei gängigen Umgebungstemperaturen und glänzen dann noch nicht einmal. Das trifft auf Platin ganz sicher nicht zu, aber es ist schwer zu verarbeiten…

        Und genau so verhält es sich auch bei Bitcoin. Solange die Technik funktioniert, wird der nachfragegenerierte Wert, die bessere Technik anderer Coins um Längen schlagen. Handelspreis versteht jeder, die Technik dahinter nur sehr wenige.

        Meiner Meinung nach ist digitale Technologie viel eher für Veränderungen offen als analoge. In der analogen Welt kennen wir Siemens, Mercedes, Volkswagen, Airbus, Boeing, IBM und Co. welche seit Jahrzehnten ihre jeweiligen Märkte dominieren. In der digitalen Welt (oder besser gesagt ihren Anfängen) sahen wir bereits so viele vermeintlich unbezwingbare Dominanzen, dass ich den Netzwerkeffekt Bitcoins ohne tatsächliche Innovation für temporär halte:
        Web Browser: Netscape > Internet Explorer > Mozilla/Firefox > Chrome/Android. Der Browserkrieg wird sich wahrscheinlich die nächsten Jahre weiter zwischen Android und iOS austragen, langfristig hoffentlich zu Open Source Projekten / Derivaten wie Chromium oder wieder Firefox entwickeln.
        Server Betriebssysteme: Unix > Windows (IIS) > Linux. Herrliche Entwicklung, selbst Microsoft setzt größtenteils Linux Server ein und kein denkender Mensch würde auf die Idee kommen, auf Wintendo zu setzen.
        Social Networks: IRC > MySpace > Twitter / Facebook (und lokale Klone wie StudiVZ welche letztlich mehr oder weniger abgestorben sind). Nächster Schritt: Dezentrale Netzwerke, aber so weit sind wir noch nicht und Steemit und Co. sind keine Lösung.

        Ich bin ja eher der Fachidiot. Wenn es um ökonomische Aspekte geht, übergebe ich gerne an Andere, wie z.B. kürzlich auf dem 36C3: https://youtu.be/Xu_QH6oi7oA?t=12679 (insgesamt interessante Vorträge alle vier Tage, aber der Talk, auf den ich hinaus will fängt hier bei ca. 3:31h an).

  17. Warum ist eigentlich Gold soviel wert? Es gibt Metalle, die viel seltener sind. Berylium zum Beispiel. Jahresproduktion wenige Tonnen. Leider in reiner Form hochgradig krebseregend. Platin, das Unschmelzbare genannt, war nicht immer so teuer. Das kam erst mit den Katalysatoren für Autos. Ganz früher wurde es gar weggeschmissen, war halt Abfall bei der Goldproduktion.

    Es sind die Eigenschaften. Unverwüstlich, selten, leicht zu verarbeiten, schöne Farbe und vor allem: seit fünftausend Jahre gefragt. Wir lernen, dass Gold wertvoll ist. Es wird uns beigebracht und dann, wenn man sein eigenes Geld hat, springt man auf den Zug auf. Gold ist wertvoll, weil es praktisch schon immer wertvoll war. Klarer Fall von Zirkelschluss.

    Das Problem hatte schon Mengele mit seiner Geldtheorie. Geld ist wertvoll, weil es nachgefragt wird und es wird nachgefragt, weil es wertvoll ist. Er konnte nie erklären, wo der Wert eigentlich herkommt. Das machte dann Mieses, der behauptete, dass Geld schon vorher einen Wert hatte, sprich: Gold als Schmuckrohstoff.

    Bitcoin dürfte nun zweifelsfrei bewiesen haben, dass das nicht stimmt. Alles kann zu Geld werden, wenn die Eigenschaften passen und Leute anfangen, das Gut deswegen zu monetariesieren. Ab dann gilt: Geld ist was wert, weil es nachgefragt wir, was dem Geld seinen Wert gibt.

    Das ist wie bei der Eisenbahn. Die Gleise haben ein Spurweite von 1,42m, weil alle Wagons die dazugehörigen Achsen haben. Und weil alle Wagons diese Spurweite haben, werden auch neue Gleise mit genau dieser Spurweite verlegt. Wie schwierig ein Spurwechsel ist, kann man sich in Spanien anschauen, die auf Breitspur gesetzt hatten und nun seit Jahren auf Normalspur umrüsten.

    Wer Gold haben will, kauft sich Gold und keine Diamanten oder Siber, weil er (von mir aus auch sie) Gold für wertvoller erachtet.

    Und genau so verhält es sich auch bei Bitcoin. Solange die Technik funktioniert, wird der nachfragegenerierte Wert, die bessere Technik anderer Coins um Längen schlagen. Handelspreis versteht jeder, die Technik dahinter nur sehr wenige.

  18. Paul Janowitz // 3. Januar 2020 um 12:18 // Antworten

    Angesichts dessen, dass sich die Ereignisse wieder Mal überschlagen, wenn der Bergmann wieder Mal im Urlaub ist, erlaube ich mir einen weiteren Kommentar, da bereits einige der Prognosen ihren Lauf nehmen…

    Zum Einen war IOTA kurz vor Silvester Mal eben für 17 Stunden down, da der Coordinator einen Bug hatte und keine Transaktionen bestätigt hat. Interessanterweise war der Bug scheinbar so gravierend, dass ein Fix dessen nicht ausreichte, sondern alle Nodes eine neue IRI einspielen mussten, um wieder synchronisiert zu werden, wahrscheinlich war der Bug also deutlich gravierender. So viel zum Thema Dezentralisierung…
    Aber Sonstebo stuft so etwas als „Minor Bug“ ein, das Netzwerk war auch nicht down, es waren nur monetäre Transaktionen betroffen, Datentransaktionen nicht. Schade, dass er seinen Twitter Account vor Monaten aufgegeben hat, sonst hätte man die tägliche Brise Bullshit frei Haus, ohne sich in die Katakomben deren geschlossenen Discords begeben zu müssen…

    Wie war das nochmal mit Machine-to-Machine Payments z.B. an Ladestationen? Ich würde das sicher als „Major“ oder sogar als „Critical“ einstufen, wenn die Kernfunktionalität des Produkts ausfällt. Irgendwie waren solide PoW Chains wie Bitcoin oder Monero seit ihrem Launch nie von einem solchen Ausfall betroffen, bei IOTA ist das binnen weniger Jahre bereits etliche Male vorgekommen.
    Auf Reddit und Co. werden entsprechend kritische Nachfragen von der Brigade downgevoted oder im eigenen Einflussbereich gleich ganz zensiert.

    Auch Ethereum ist knapp einem Ausfall vorbei geschrammt, was dem Umstand zweier unabhängiger Implementierungen Geth und Parity zu verdanken ist. Ersterer hatte einen Bug in der Double Spend Prävention, die im Falle einer inkorrekten Transaktion den Header Hash auf eine Blacklist setzt. Ein Angreifer hat ungültige Transaktionen mit gültigen Transaktionsheadern aus dem Mempool versetzt und die zugehörigen gültigen Transaktionen landeten auf der Blacklist, wodurch durch Parity generierte gültige Blöcke abgelehnt wurden, da sie geblacklistete Transaktionen enthielten. Das Problem wurde schnell von den Pools erkannt, die meisten haben auf Parity umgeschwenkt und das Netzwerk hat sich stabilisiert. Ein Vorteil der Dezentralisierung auch mit verschiedenen Implementierungen der Core Software, die so in bisher kaum einem anderen Projekt vorhanden ist.

    Zur Feier des neuen Jahres gönnte sich einer der ältesten Scams auch einen dicken Bonus, same Shit as usual…

    Zu den Kursen muss man sagen, dass der freie Fall über die Feiertage weiterging und erst heute ein ordentlicher Rebounce stattgefunden hat. Diesen haben wir wahrscheinlich der Eskalation im Konflikt IranUSA zu verdanken, Öl, Gold und Rüstungsaktien steigen auch deutlich während restliche Aktienmärkte deutliche Verluste hinnehmen müssen. Vielleicht legt Mal jemand die Aktienkurse von Rüstungskonzernen über die Bitcoin Charts, ob sich da Korrelationen finden lassen? Ob Iran nicht auf Kryptowährungen zurückgreifen könnte oder dies bereits tut, um Sanktionen zu umgehen? Das dürfte den Regulierungsbemühungen neues Öl ins Feuer gießen, denn die Trump Administration dürfte kaum darüber erfreut sein und die bisherigen Blacklists, die vor einigen Monaten für einige Iran-verbundene Bitcoin Adressen verhängt wurden, würden wahrscheinlich ausgebaut.
    Interessant ist (insbesondere aus meiner Sicht), dass der Monero Kurs dabei heute 3-4x stärker gestiegen ist als der Bitcoins… Falls es tatsächlich zu einer steigenden Adoption / Nutzung weg von reiner Spekulation kommen sollte, wird Privatsphäre wirklich relevant. Weder Lightning noch Schnorr & Taproot (falls sie dieses Jahr aktiviert werden) bringen dabei signifikante Verbesserungen für den durchschnittlichen User, höchstens für Edge Cases wie komplizierte Multisig Transaktionen / Skripte.

    • Danke für die Updates. Kann es kaum erwarten, nächste Woche wieder anzufangen.

      Zu Ethereum muss ich hinzufügen: Leider hat Parity den Support von ETH eingestellt, um sich auf ihr eigenes Ding zu konzentrieren, was irgendwas mit Multichain Polkadot ist, womit sich einige sehr begabte Entwickler leider ökonomisch ins Niemandsland katapultieren und ETH nun nur noch von Geth abhängt …

      Interessante Theorie über die Korrelation zwischen Iran und Bitcoin-Kurs. Wenn die USA einen der höchsten Militärs des Irans getötet haben – heißt das, dass es jetzt Krieg gibt?

      • Paul Janowitz // 3. Januar 2020 um 15:56 //

        Danke für die Ergänzung, das ist mir entgangen, da ich Ethereum nicht sehr genau verfolge, auch wenn ich deren Entwicklungsbeitrag und die daraus entstehenden Diskussionen für die gesamte Kryptoszene mittlerweile sehr schätze.

        Ich möchte ja ungern einen Krieg herbeireden und würde es begrüßen, wenn man stattdessen in den Krisenherden auf Deeskalation setzt, aber wenn man in der Geschichte stöbert, reichten oft einzelne Ereignisse, die diesem ähneln (z.B. erster Weltkrieg) aus. Damals war es das Attentat auf den Thronfolger, welches aber von keiner „offiziellen“ Stelle ausging, wobei dieser gezielte militärische Schlag gegen den (oder einen der?) höchsten Militärs durchaus als Kriegserklärung verstanden werden könnte oder sogar müsste.

        Auch die mögliche Korrelation von Krypto Kursen und Rüstungsaktien finde ich einerseits erschreckend, aber plausibel, denn in Krisen oder gar Kriegen suchen Menschen nach Möglichkeiten, ihren Wohlstand irgendwie in sichere Häfen zu bringen. Immobilien kommen oft kaum in Frage, da sie eben immobil sind und früher waren das hauptsächlich Edelmetalle, später Devisen oder ausländische Konten, wenn sich das jemand leisten kann bzw. die Möglichkeiten dazu hat. Nun kommen scheinbar auch zunehmend Kryptowährungen in Frage, da sie tatsächlich perfekt mobil sind und abgesehen von Scamcoins bei richtiger Handhabung vor dem Zugriff Dritter geschützt sind. Es könnte aber auch nur der Spekulation geschuldet sein, dass die Nachfrage aus Krisenherden steigen wird…

        Schöne neue Welt? Wohl kaum, wohl kaum…

        @Christoph: Ich habe an Neujahr eine Antwort an Michael, Elsa und Eddi gepostet, die wohl wieder im Spamfilter gelandet ist. Habe sie noch einmal versucht zu posten (ich speichere mittlerweile meine Kommentare hier 😉 ) aber es kam eine Meldung, dass es ein Duplikat ist…

      • Alles klar, habe den Kommentar gefunden und freigegeben.

      • Hans Frosch // 3. Januar 2020 um 22:43 //

        Vielleicht können durch Krypto Kriege abgemildert werden. Je mehr Krieg, umso mehr investieren Menschen in Krypto und umso wertloser werden nationale Währungen, was wiederum zu einer Entmachtung der Nationalstaaten führt.
        Die Jugend der Welt sollte alles daran setzen, dezentrale Technologien weiter zu bringen. Nicht nur, damit Kriege womöglich weniger werden. Die Autarkie des Individuums muss unbedingt gestärkt werden, Abhängigkeiten von anderen sind zu verringern. Meiner Meinung nach können nur mit dezentralen Technologien, die der gesamten Menschheit offen stehen, globale Umweltprobleme in den Griff bekommen werden. Nationalstaaten und Konzerne versagen dabei und müssen ein Stück weit entmachtet werden.
        Ich danke an dieser Stelle allen, die mithelfen, Kryptos zu verbessern und Menschen über ihren Nutzen aufklären. Ein gutes neues Jahr 2020.

      • Paul Janowitz // 4. Januar 2020 um 0:39 //

        @Hans Frosch
        Vielen Dank für Deinen aufmunternden Kommentar, ich wollte auch noch etwas von einer „besseren Welt“ durch Kryptowährungen / Dezentralisierung und eine entsprechende Machtverschiebung schreiben, ging mir dann aber zu weit und ich habe es gelöscht.

        Insgesamt bin ich persönlich überzeugt davon, dass wir auf dem richtigen Weg sind, sonst würde ich nicht so viel Zeit verschwenden investieren, auch wenn es so oft sehr frustrierend ist. Ich bin mir mittlerweile auch ziemlich sicher, dass diesen Kampf um Freiheiten auch noch meine Kinder und wahrscheinlich deren Kinder noch weiterführen werden müssen, wenn ich mir ansehe wie lange es die EFF und ähnliche Organisationen schon gibt und wir trotzdem mit Dingen wie Uploadfiltern, „Recht auf Vergessen“, Vorratsdatenspeicherung und ähnlich sinnlosen Schikanen belohnt werden. Dazu kommen dann noch immer engmaschigere Bewegungs- und Interessensprofile des Einzelnen, die von übermächtigen Konzernen erstellt und bis ins letzte Detail verwertet werden.
        Der Kampf um freies Geld wird wahrscheinlich der schwierigste und langwierigste überhaupt werden, denn die Geldpolitik ist praktisch das Instrument der Macht, auf die fast alles heruntergebrochen werden kann.

  19. @ Paul Janowitz

    Du hast die Tulpen vergessen. Oder dir ist der Unterschied zwischen Blumen und Geld klar.

    Die Tulpen kommen ja immer wieder und ganz ganz sicher beim nächsten Hype ein weiteres mal. Der entscheidente Unterschied ist aber, dass die Tulpenblase nur ein einzigesmal geplatzt ist und nun seit vierhundert Jahre Tulpenzwiebeln fast nix mehr kosten, jedenfalls im direkten Vergleich zu damals. Bitcoin, und mit ihm die anderen Kryptogelder, haben ja nu schon fünfmal eine spektakuläre Rally hingelegt und die sechste steht in den Startlöschern. Und jedesmal wurde das vorherige Allzeithoch zu einem verschwindend kleinen Mini-Zacken im Chart.

    Auch dieser Browser-Vergleich hinkt hinten und vorne. Es sind nicht mal Äpfel und Birnen, sondern Käsebrot uns Schraubenzieher, die da verglichen werden. Browser kosten nix, mehrere können auf dem gleich System laufen und zeigen im Wesentlichen das Gleiche an. Auch dass Facebook andere sozialen Netzwerke abgelöst hat, kann kaum als Grund herhalten, dass grundsätzlich bessere neue Technik alte ablöst. Obwohl Linux seit Jahrzehnten besser ist als Windows, läuft Windows immer noch auf 90% aller PCs und praktisch auf allen neuen Geräten, solange sie nicht Appel oder Tablet heißen.

    Technikdetails interessieren nur die Techniker. Wer weiß den noch wie ein Telefon heutzutags funktioniert? Ist auch fast allen ziemlich schnuppe. Hauptsacht, man drückt nur zwei Knöpfe und der oder die Angerufene ist dran.

    Bei Bitcoin handelt es sich um Geld. Kostet Geld, ist was wert, wird immer mehr wert, weils es immer weniger neue geschaffen werden und immer mehr Leute Bitcoins nachfragen. Da gelten ganz andere Maßstäbe, als wenn es um irgendwelche Funktionen einer App oder schöne Bildchen auf ’nem Schirm geht.

    Bitcoin wird nachgefragt, weil er was wert ist und er ist was wert, weil er nachgefragt wird. Das ist zwar ein Zirkelschluss vom allerfeinsten, aber deswegen nicht falsch. Die Technik dahinter ist absolut zweirangig, sie muss nur irgendwie funktionieren. Und das tut sie, mehr recht als schlecht, aber das ist egal.

    Einen Nutzen gibt es defenitiv sowieso und mit Bitcoin lassen mittlerweile ganz andere Werte übertragen, als mit allen anderen Coins zusammen. Eine 100-Millionen-Überweisung in Bitcoin ist doch keine Meldung mehr wert und der Kurs wird dadurch auch nicht mal mehr im geringsten bewegt. Diesen Nutzen kann man nicht durch bessere Technik erreichen und genau deswegen wird Bitcoin seine Stellung als Platzhirsch sogar noch weiter ausbauen. Wetten?

    • Paul Janowitz // 4. Januar 2020 um 1:11 // Antworten

      Tulpenzwiebeln sind keine Technologie, daher bewusst weggelassen. Die heutigen Tulpenzwiebeln sind tatsächliche Pyramidensysteme oder schön MLM umschrieben, die alle irgendwann einsacken, auch in der „Krypto“szene hatten wir diese bereits zu genüge, die noch nicht Mal eine Blockchain oder ähnliches aufgesetzt haben und sich trotzdem Bitcoin Nachfolger / „Krypto“währung nannten.

      Auch dieser Browser-Vergleich hinkt hinten und vorne. Es sind nicht mal Äpfel und Birnen, sondern Käsebrot uns Schraubenzieher, die da verglichen werden. Browser kosten nix, mehrere können auf dem gleich System laufen und zeigen im Wesentlichen das Gleiche an.

      Statistiken und sogar Verfahren gegen missbräuchliche Monopole wie das von Microsoft sprechen da eine andere Sprache. Der durchschnittliche User merkt gar nicht, dass er eine Wahl hätte und nutzt in der Regel das, was vorinstalliert ist. Dass es dabei erhebliche Unterschiede im Hintergrund gibt wie Verhalten bei Tracking (Cookies & Metadaten), Darstellung, Ladezeiten und vor allem beworbenen Services wie Suchmaschinen gibt, merken die wenigsten. Beim kostenlosen Browser ist der User und dessen Daten das Produkt, es sei denn man entscheidet sich für eine Open Source Alternative, die tatsächlich von Freiwilligen gewartet wird, ohne eine Foundation wie Mozilla im Hintergrund zu haben, die auch auf „Spenden“ angewiesen ist oder gleich einen Konzern wie Google, der mit seinem Browser nicht nur Inhalte kontrolliert, sondern den User noch lückenloser tracken und die Konkurrenz dabei noch ausbremsen kann.

      Auch dass Facebook andere sozialen Netzwerke abgelöst hat, kann kaum als Grund herhalten, dass grundsätzlich bessere neue Technik alte ablöst.

      Die für User einfachere/zugänglichere Technologie setzt sich leider meist durch, auch wenn sie schlechter ist. Ohne Weiterentwicklung sehe ich bei Bitcoin das Nachsehen, da es einfach zu viele ungelöste Themen oder gar Tabus gibt. Die unkalkulierbaren Fees, die mangelnde Privatsphäre, die Mining Zentralisierung auf China und damit verbundene Risiken und, und, und… Für eine erfolgreiche Revolution des Geldes sollte man alle Stolpersteine und Angriffsflächen im Auge behalten und versuchen, diese möglichst zu neutralisieren.

      Obwohl Linux seit Jahrzehnten besser ist als Windows, läuft Windows immer noch auf 90% aller PCs und praktisch auf allen neuen Geräten, solange sie nicht Appel oder Tablet heißen.

      Linux ist ein klassisches Beispiel der Einfachheit, die meist gewinnt. Microsoft hat exzellente Leistung im Vertrieb und Marketing geleistet und Schulen, Universitäten, Schüler, Studenten, Lehrer, Professoren mit kostenlosen Lizenzen ausgestattet und OEM Lizenzen an Hersteller privater Rechner verscherbelt und ist damit zum Standard aufgestiegen. Linux konnte (mittlerweile ist das durch Intel ME teilweise gar nicht mehr plausibel) zwar kostenlos installiert werden, aber durch die schiere Dominanz Windows‘ wurde kaum Software parallel für Linux angeboten (geschweige denn Treiber für Hardware) und die UI/UX war in den frühen Jahren noch sehr „nerdig“ im Vergleich zum Klickibunti Wintendo. Letzteres insbesondere daher, da private Rechner tatsächlich zu über 90% zum Daddeln genutzt wurden, da kaum jemand Internet hatte bzw. dieses kaum etwas für den durchschnittlichen User geboten hat. Ist die Durchdringung groß genug, kann man sich (fast) alles leisten und das hat man dann ausgeschlachtet, als in fast jedem Haushalt ein Windows Rechner stand… Keine Parallele zu Bitcoin, denn auf die Gesamtbevölkerung ist immer noch kaum jemand involviert.

      Bei Bitcoin handelt es sich um Geld.

      Da bist Du unter den Maxis mittlerweile ziemlich einsam.

      Die Technik dahinter ist absolut zweirangig, sie muss nur irgendwie funktionieren. Und das tut sie, mehr recht als schlecht, aber das ist egal.

      Bestenfalls blauäugig mit Scheuklappen.

      Eine 100-Millionen-Überweisung in Bitcoin ist doch keine Meldung mehr wert und der Kurs wird dadurch auch nicht mal mehr im geringsten bewegt. Diesen Nutzen kann man nicht durch bessere Technik erreichen und genau deswegen wird Bitcoin seine Stellung als Platzhirsch sogar noch weiter ausbauen. Wetten?

      Dienste wie Whalealert behaupten das Gegenteil und man sieht dann oft auch Kurssprünge. Der gesamte Markt ist immer noch eine fast vernachlässigbare Nische im Vergleich zu anderen tatsächlich liquiden Märkten.
      Wette angenommen, zumindest langfristig. Sollten Kryptowährungen den Sprung vom reinen Spekulationsobjekt zu tatsächlicher Adoption schaffen, wird Bitcoin mit Sicherheit von #1 verschwinden. Dafür gibt es wieder mehrere Gründe, allen voran sogar das Leidthema der sturen Blocksize Limitierung, denn die mangelnde Privatsphäre wird erst sichtbar, wenn tatsächliche Nutzung aufkommt und mit ihr der Missbrauch der auf der Blockchain vorhandenen (Meta)Daten.

  20. Gut. Dann wetten wir mal, dass Bitcoin in fünf Jahren immer noch die unangefochtene Nr. 1 ist. Sagen wir um einen Ether. Bitcoin sind mir zu wertvoll und dir zu überbewertet.

    Lustig finde ich ja, dass ich vor fünf Jahren im Forum schon mal mit jemanden genau diese Diskussion hatte. Damals war einer der Meinung, dass Next (NXT), da technisch viel besser als Bitcoin ist und jetzt die Nr 1 wird, weil eine Börse angefangen hat, Next gegen Dollar zu verkaufen. Next steht jetzt auf Rang 298 bei CoinMarketCap.

  21. Ach ja, Bitcoin als Geld? Zitat: „Da bist Du unter den Maxis mittlerweile ziemlich einsam.“

    Solange Leute Bücher schreiben wie „Bitcoin – Die verückte Geschichte vom Aufstieg eines neuen Geldes“ bin ich wohl doch nicht ziemlich einsam. 🙂

    • Paul Janowitz // 5. Januar 2020 um 0:51 // Antworten

      Christoph ist alles andere, aber ganz sicher kein Maxi und das wird er Dir auf Nachfrage sicher bestätigen können, ein Maxi würde in einem Text das Schimpfwort „Altcoin“ nie in den Mund nehmen, denn alles außer BTC sind Shitcoins 😉

      Interessanter Weise war ich sehr lange selbst Maximalist, aus dem einfachen Grund, da mir in allen Altcoins entweder auf Anhieb aufgefallen ist, dass sie lediglich Bitcoin Clone sind und keinerlei eigene Entwicklung vorzuweisen haben, oder einen Premine / Instamine hinter sich haben und die Verteilung schlimmer ist als bei jedem Zentralbankcoin, oder die angepriesene Technologie nicht besser als eine zentrale Datenbank ist – oft auch in Kombination miteinander. So auch NXT und beim Launch von IOTA (und auch später) habe ich das bereits kommentiert: https://bitcoinblog.de/2017/09/08/autsch-mit-experten-finden-schwerwiegenden-krypto-bug-in-iota/#comment-37578
      Ich habe immer die Vorteile Bitcoins hervorgehoben, warum PoW besser ist als andere / neue Ansätze und dieser Konsensmechanismus war/ist eigentlich das entscheidende Puzzlestück für eine dezentrale Währung. Auch Whitepaper, BIPs, frühe Mailinglist und Forendiskussionen mit Satoshi und den anderen „Early Birds“ habe ich eingehend studiert, um mir eine möglichst genaue Meinung zu bilden.

      Dann kam die Blocksize Debatte auf, in der ich sachlich argumentiert habe, dass wir auf jeden Fall beides benötigen – Onchain und Offchain, um eben „Geld“ abbilden zu können. Der Ton wurde immer rauer, es wurde zensiert, es wurde gepöbelt und schließlich hatten wir erst einen, dann den zweiten Fork und ich war eine Zeit lang ziemlich frustriert davon, da ich gemerkt habe, dass Bitcoin Core sich in der Toxizität alle Möglichkeiten verbaut hat, die Blocksize zu erhöhen und somit niemals auch nur Zahlungsmittel in einem kleinen Land werden könnte und auch sinnvolle BIPs wie Confidential Transactions, die eine Hard Fork benötigen, nie implementiert werden würden. Damit war meine Vision des Bitcoins bereits Geschichte und die beiden abgesplitteten Projekte waren mir zu zentralisiert auf wenige Personen, dazu durch die Hashrate Unterlegenheit deutlich angreifbar.
      Irgendwann habe ich wieder recherchiert, wie das so in anderen Projekten abläuft. Dabei bin ich auf einige interessante Projekte gestoßen, neben Monero z.B. auf Decred (bei welchem mich neben dem Grundgedanken von Open Source ohne Scammy Komponente die Governance Idee bis heute fasziniert), auf „Storage Coins“ wie Sia oder Filecoin, wobei ich mir hier nicht sicher bin, ob IPFS nicht die bessere Lösung ist. Letzteres wird noch notwendig werden, um das Internet tatsächlich mehr zu dezentralisieren und zesurresist zu machen, aber ich denke, ein dezentrales und zensurresistentes Geld ist erstmal wichtiger und konzentriere mich darauf, insbesondere nachdem ich spüren musste, wie viel Macht Banken haben und nach ein paar P2P Trades über Localmonero nicht nur meine Bankkonten verloren habe (die nicht verknüpft waren, die Banken tauschen sich also aus) und sogar eine Hausdurchsuchung hatte, da ein Trading Partner wohl einen Überweisungsbeleg gefälscht hat (der aber aufgefallen ist). Auf Akteneinsicht warte ich seit knapp einem Jahr und wieder „banked“ zu sein war gar nicht sooo einfach…

      Nach wie vor wäre es mir lieber, wenn Bitcoin sich tatsächlich weiterentwickeln würde, da dort eben die Netzwerkeffekte aktuell am größten sind, aber ich habe die Hoffnung leider aufgegeben. Falls was in diese Richtung passieren sollte, verfolge ich das weiterhin und bringe mich sogar gerne ein. Schnorr und Taproot sind zwar mehr oder weniger sinnvoll, aber in Sachen Privatsphäre / Fungibilität leider kein Vorteil für „normale“ Transaktionen, Schnorr ist immerhin ein kleiner Gewinn an Blocksize, denn die Signaturen sind kleiner und könnten ca. 10% mehr Transaktionen in einen Block gleicher Größe bekommen.

  22. Paul, vielen Dank für Deine Antwort (und natürlich auch für viele Deiner weiteren Anmerkungen, die Christophs Blog sehr bereichern). Auf einen Aspekt möchte ich zurückkommen, da er mir weiter unverstanden scheint. Du schreibst:

    „Ein Wertspeicher braucht Anwendung und damit einhergehende Nachfrage, sonst kann er nie zum Wertspeicher werden.“

    Der Wertspeicher IST (!!!) die Anwendung und die potentielle Nachfrage nach dieser Anwendung ist gigantisch. Ich gebe Dir ein Beispiel. Gemäß meinem Bescheid der gesetzlichen Rentenversicherung, muss ich 82 Jahre alt werden, um die im Laufe meines Lebens eingezahlten Euros wieder vollständig zurückzuerhalten. Bei einer von der EZB angestrebten Enteignungsrate von 2% hat mein vor 50 Jahren eingezahlter Euro, dann aber nur noch eine Kaufkraft von 37 Cent. Legt man die durchschnittliche Inflation (Geldmengenausweitung) der letzten 20 Jahre von ca. 4,5% p.a. zugrunde, werden mir sogar einmal lediglich 11 Cent Kaufkraft für diesen Euro verbleiben. Und das trifft nicht nur mich so, sondern meine gesamte Generation und alle nachfolgenden und nicht nur in D, sondern weltweit. JEDER Mensch, der zeitlebens den Gegenwert seiner Arbeitskraft für die Zukunft konservieren möchte und daher in einen Wertspeicher konvertiert, GENERIERT Nachfrage. Die aktuell verfügbaren (langfristigen) Wertspeicher haben alle gravierende Nachteile, weil sie entweder immobil sind, schwer teilbar, leicht zu konfiszieren oder eben in der Werterhaltung ein kompletter Witz sind wie Bargeld (und seine Derivate).
    Ein Medium, das das Vertrauen der Menschen gewinnt, ein globaler Wertspeicher zu werden und es langfristig zu bleiben, kann in seiner Bedeutung und (damit ausgedrückt) in seinem Preis gar nicht überschätzt werden. Sollte dieses Medium der Bitcoin mit seinen lediglich 21 Millionen Einheiten werden, dann wird der Preis in völlig andere Größenordnungen steigen. Sollte sich der Bitcoin nicht in Richtung eines solchen Mediums entwickeln, fehlt mir allerdings jegliche Fantasie, wodurch sich dann sein Wert speisen sollte.

    • Paul Janowitz // 5. Januar 2020 um 1:28 // Antworten

      Paul, vielen Dank für Deine Antwort (und natürlich auch für viele Deiner weiteren Anmerkungen, die Christophs Blog sehr bereichern).

      Danke, ich diskutiere gerne, auch gerne kontrovers und ich lasse mich eines Besseren belehren, falls ich falsch liegen sollte. Dieser Blog ist erfrischend für Diskussionen, da Christoph (wahrscheinlich durch seinen Historiker Background) ganz andere Aspekte als Denkanstoß hervorbringt als die meisten Krypto-Medien.

      Der Wertspeicher IST (!!!) die Anwendung und die potentielle Nachfrage nach dieser Anwendung ist gigantisch.

      Interessante Ansicht, die ich so nicht teile, da für mich ein Wertspeicher eben zu diesem wird, wenn es eine reale Nachfrage, die sich aus der Nutzung speist, gibt und eine Art „Anker“ Preis definiert. Wir haben bereits bei Kursen um die $10k gesehen, dass sich durchschnittliche Gebühren zweistellig eingependelt haben und wie gigantisch ist die Nachfrage nach einem Wertspeicher, bei dem man drei, vier oder gar fünfstellig Provision bezahlen muss, wenn man rein oder raus will? Jedes Halving verschärft diesen Druck noch…

      Sollte sich der Bitcoin nicht in Richtung eines solchen Mediums entwickeln, fehlt mir allerdings jegliche Fantasie, wodurch sich dann sein Wert speisen sollte.

      Bitcoin muss sich aus meiner Sicht zu einem Medium des Wertetausches entwickeln, um langfristig ein verlässlicher Wertspeicher zu sein.

      Zu den Renten will ich nicht ausführen, das ist in der Tat frustrierend, aber das mit der Kaufkraft stimmt nicht ganz, da Rentenanpassungen zumindest in etwa die Inflation ausgleichen und in einem Umlagesystem wie in D ist der Wertspeicher bei Renten zweitrangig. Nur auf Bitcoin oder allgemein Kryptowährungen als Rentenvorsorge zu setzen, ist in meinen Augen aus heutiger Sicht nichts anderes als Gambling. Gesunde Diversifizierung ist geboten und jeder muss seinen eigenen Research dazu machen, auch wenn einen historisch etliche (verpasste) Chancen dazu verleiten, wie z.B. eines meiner Lieblingsvideos dazu…

      Falls sich Bitcoin oder ein anderer Coin hingegen tatsächlich zur Währung / genutztem Geld etablieren sollte, gibt es eine gesunde Nachfrage, die daraus resultiert und einen Ankerpreis bildet. Ein breit anerkanntes Tauschmittel wird ganz automatisch zum Wertspeicher…

  23. Bei IOTA wurde als erstes das Ziel definiert, ein dezentrales Internet der Dinge zu schaffen.
    Dann wurde (und wird immer noch) rückwärts gearbeitet, wie man zu diesem Ziel gelangt. Eine Notwendigkeit war die Abkehr von der Blockchain, da diese nicht partitionstolerant ist. Mit dem Tangle wurde eine möglicherweise partitionstolerante Alternative entdeckt. Dann musste ein Konsensverfahren gefunden werden. Daher der Koordinator, der wie man jüngst gesehen hat auch ausfallen kann und zentralisiert ist. Die nächste Notwendigkeit ist die Dezentralisierung.
    Es wird also vom Ziel her gedacht. Zur Erreichung des Ziels ergeben sich gewisse Notwen-digkeiten. Wenn meiner Meinung nach das Ziel attraktiv genug ist, dann kann dieses auch erreicht werden. Dazu tragen nicht nur die Entwickler, sondern vor allem auch die Kritiker bei. Und offensichtlich wird über kaum eine Kryptowährung so heiß diskutiert wie über IOTA. Die Anzahl an Leuten, die sich mit IOTA beschäftigen, egal ob sie eine positive oder negative Meinung darüber haben, ist sehr groß. Und das führt letztlich auch zu Entwicklungen, die zu Beginn für unmöglich gehalten wurden, z.B. erscheint die Dezentralisierung IOTA’s inzwischen nicht mehr unmöglich. Es wird weiter gearbeitet werden und natürlich kann das Projekt auch scheitern. Aber selbst dann hätte man wertvolle Erfahrungen gesammelt, um mit einem anderen evtl. besseren Ansatz ans Ziel zu kommen.
    Was ist das Ziel Moneros? Meiner Meinung nach die Schaffung eines digitalen Bargeldes (Man möge mich korrigieren). Auch hier ergeben sich gewisse Notwendigkeiten, die gelöst werden sollen und an denen gearbeitet wird. Ich erachte die Erreichung dieses Ziels auch als ziemlich attraktiv. Und im Gegensatz zu IOTA hat man bei Monero auch schon ein gutes Stück Weg zum Ziel zurückgelegt.
    Und was ist das Ziel Bitcoins? Ist es die Schaffung eines digitalen Goldes? Wird auf dieses Ziel hingearbeitet? Im Falle Bitcoins habe ich keine Antwort.
    Für den zukünftigen Erfolg einer Kryptowährung ist meiner Meinung nach also das von ihr definierte Ziel von größter Bedeutung. Der Ansatz muss so gewählt werden, dass das Ziel auch erreicht werden kann, selbst wenn die Umsetzung des Ansatzes sehr schwierig erscheint, aber nicht unmöglich.

  24. Paul Janowitz // 5. Januar 2020 um 16:04 // Antworten

    Eine Notwendigkeit war die Abkehr von der Blockchain, da diese nicht partitionstolerant ist. Mit dem Tangle wurde eine möglicherweise partitionstolerante Alternative entdeckt.

    Der Tangle ist aus meiner Sicht genauso wenig partitionstolerant wie eine sukzessive Blockchain, denn um Double Spends erkennen zu können muss ein Node alle Abzweigungen kennen, deswegen ist der Coo notwendig, da er zentral bestimmt, welche Transaktionen er validiert und welche abgelehnt werden. Selbst mit Weiterentwicklungen wie Coordicide wird das nicht besser, da diese eher Masternodes gleichen, die wiederum den gesamten Tangle überwachen müssen. Das geht ganz ohne Tangle mit Dash, Ripple, EOS & Co. oder gleich einer auf mehrere (womöglich unabhängig betriebene) Systeme replizierten Datenbank.
    Sidechains oder Sharding auf Blockchains sind wahrscheinlich die vielversprechenderen Ansätze als eine Tangle, zumindest für ein Netzwerk für Zahlungen, die relevant genug sind, um angegriffen zu werden.

    Und das führt letztlich auch zu Entwicklungen, die zu Beginn für unmöglich gehalten wurden, z.B. erscheint die Dezentralisierung IOTA’s inzwischen nicht mehr unmöglich.

    Siehe oben… Und man sollte das nicht falsch verstehen, ich finde jeden neuen Ansatz gut, aber ein MVP muss eben Grundzüge mitbringen, die das Projekt definieren. Der gesamte Bullshit und Überheblichkeit in den Anfängen IOTAs mit „unlimitierter Skalierbarkeit“, Dezentralität, eigener Crypto und Co. haben dem Projekt in seriösen Kreisen nicht gut getan, denn es waren und sind immer noch schlichtweg Lügen.

    Was ist das Ziel Moneros? Meiner Meinung nach die Schaffung eines digitalen Bargeldes (Man möge mich korrigieren).

    Exakt. Digitaler Bargeldersatz, nicht mehr, nicht weniger. Die Ursprünge Bitcoins und letztendlich auch Moneros liegen in der Cypherpunk Bewegung und wurden schon in den 80-ern ziemlich gut definiert, auch wenn damals entsprechende Bausteine wie Proof of Work bei Bitcoin fehlten: https://blog.bitmex.com/wp-content/uploads/2018/02/Chaum.BlindSigForPayment.1982.pdf
    Interessant auch Brian Armstrongs Sicht, dass 2020 ein „Privacy Coin“ in den Fokus rückt, da es in den meisten Fällen wenig Sinn ergibt, eine Transaktion mit der ganzen Welt zu teilen:
    https://blog.coinbase.com/what-will-happen-to-cryptocurrency-in-the-2020s-d93746744a8f
    Interessant dabei ist, dass Coinbase Monero bisher nicht gelistet hat, dafür die „Privacy Coins“ mit optionaler (mehr oder weniger) Privacy wie Zcash oder DASH, ersteres nur im transparenten Ledger (der ein Bitcoin Klon ist und 99% aller Tx ausmacht), letzteres mit einem CoinJoin Mixing, welches mittlerweile auf jedem Bitcoin Klon verfügbar ist.

    Und was ist das Ziel Bitcoins? Ist es die Schaffung eines digitalen Goldes? Wird auf dieses Ziel hingearbeitet? Im Falle Bitcoins habe ich keine Antwort.

    Das Whitepaper definiert es eigentlich bereits im Titel, aber dieses Ziel ist scheinbar komplett obsolet geworden und ich habe auch keine Antwort (mehr)…

  25. Was ist jetzt, Paul? Wette angenommen, oder nicht? In fünf Jahren ist Bitcoin mehr denn je die Nr. 1. Du bist anderer Meinung? Ok, dann wetten wir.

    Ich meine, die Banken haben es sich gerade von der Bundesregierung genehmigen lassen, Kryptogeld verwahren zu dürfen. Das ist die Grundvoraussetzung, um im Krytogelduniversum mitmischen zu können. Die werden bestimmt auch mit Ether, IOTA, Rippel und Co rummachen. Aber bestimmt nicht mit Monero und Zcash und keinesfalls OHNE Bitcoin. Wetten?

    • Paul Janowitz // 7. Januar 2020 um 10:55 // Antworten

      Wette angenommen, jedoch sollte das einigermaßen „geschäftssicher“ gemacht werden. Mein Vorschlag: Falls BTC am 07.01.2025 #1 gemäß Market Cap ist, schicke ich Dir 1 BTC über xmr.to, falls ein anderer Coin an #1 steht, schickst Du mir dessen Gegenwert geteilt durch 21 Millionen als XMR.

  26. Die Wette geht um einen Ether! Nicht um einen Bitcoin. In fünf Jahren wird Bitcoin sechsstellig sein, wenn ich recht habe und vierstellig wenn du recht hast. Das wäre doch zu unfair. Und dein Vorschlag, geschäftsmäßig betrachtet, bedeutet: der 21millionste Teil vom Gegenwert eines einzigen Coins! Du meinst aber vermutlich dann doch eher von der gesamten Marktkapitalisierung des betreffenden Coins. Das wäre ja eine Wette geworden… da hätteste froh sein könne, wenn du einen ganzen Eurocent gewinnst. Und mit Monero hab‘ ich es im Übrigen auch nicht so, da kommt womöglich nur die Polizei ins Haus. Ansonsten 07.01.2025 24:00Uhr MEZ auf CoinMarketCap.

    • Paul Janowitz // 7. Januar 2020 um 12:56 // Antworten

      Natürlich den Gegenwert des Market Caps, sorry für die Verwirrung. Warum Ether? Ich bin mir nicht sicher, ob dieser in fünf Jahren noch relevant ist, angesichts der Tatsache, dass er gravierendere Skalierbarkeitsprobleme hat als Bitcoin und der Umstieg auf PoS seeeeeehr wackelig scheint… Lass es von mir aus auch 0,1 BTC / 0,1 des 21-millionstel Market Cap des bis dato 1# stehenden Coins sein.

      • Bei einem möglichen Gegenwert von ’ner viertel Million Euro gibt es kein „natürlich“, außer natürlich, dass da der Spaß aufhört. Ich denke, wir sollten um das selbe wetten und nicht ich um das eine und du um was anderes. Wetten wir halt um 10 mBTC, egal wo Bitcoin in fünf Jahren steht. Das wären aktuell etwa 70€uro. Das liegt jedenfalls noch im Spaßbereich.

  27. Zu den Masternodes möchte ich noch anmerken, dass ein Node nicht per Definition ein Masternode ist, sondern dezentral zu einem Masternode werden soll. Ein Node kann sich Reputation verdienen, aber diese auch wieder verlieren. Ich weiß schon, klingt alles ziemlich schwammig und ich bin auch gespannt, ob das tatsächlich funktionieren kann. Wie Masternodes bei Dash definiert sind, weiß ich leider nicht. Ist ein Node das per Definition?

    „Der Tangle ist aus meiner Sicht genauso wenig partitionstolerant wie eine sukzessive Blockchain“
    „Selbst mit Weiterentwicklungen wie Coordicide wird das nicht besser“
    Sehe ich genauso. Allerdings hat Hans Moog im Zuge der Beschäftigung mit dem Coordicide ein brandneues Konsensmodell entwickelt (Tangle Multiverse), das man erstmal in der Schublade liegen lässt, bis der Coordicide durchgezogen ist. Meiner Meinung nach hat Tangle Multiverse das Potential, den Tangle partitionstolerant zu machen.

    „Der gesamte Bullshit und Überheblichkeit in den Anfängen IOTAs“
    Man muss natürlich sagen, dass die Entwickler in den Anfängen keinen Plan hatten, wie IOTA dezentral werden kann. Ähnlich wie Eltern für ihr Baby kämpfen, haben sich die Gründer verhalten. Ich möchte damit aber ihr Verhalten nicht in Schutz nehmen. Was mich aber fasziniert, ist die Einfachheit des Ansatzes: Eine Transaktion bestätigt zwei andere Transaktionen. Bei einem neuen Konzept dauert es einige Zeit, bis die harte Nuss der Dezentralisierung geknackt wird. Und Tangle Multiverse wird sehr interessant.

    • Paul Janowitz // 7. Januar 2020 um 21:32 // Antworten

      Wie Masternodes bei Dash definiert sind, weiß ich leider nicht. Ist ein Node das per Definition?

      Man „staked“ eine ausreichende Zahl an Coins und wird dadurch Masternode.

      Hans Moog ist für IOTA wohl tatsächlich ein Kind, das der Storch plötzlich gebracht hat, er ist ein Lichtblick wenn es um Kompetenz geht. Ich will mich da auch gar nicht weiter vertiefen, denn IOTA ist ziemlich kaputt alleine vom Konzept und ich wage zu zweifeln, ob das ein Hans Moog tatsächlich fixen kann. Sonstebo und Schiener sind Marketing Leute und nachdem der „Vordenker“ CfB weg ist, erwarte ich nicht viel mehr, es sei denn, es kommen mehr Leute wie Moog dazu…

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