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Größte russische Bank reicht Antrag für Rubel-Stablecoin ein

Der Kreml. Bild von Nigel Swales via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Während die Sberbank ihre Pläne, einen Stablecoin herauszugeben, konkretisiert, verbietet die Regierung es den Politikern und Beamten, Kryptowährungen zu halten.

Die größte Bank Russlands, die Sberbank, hat bei der Zentralbank des Landes einen Antrag eingereicht, um eine eigene Kryptowährung herauszugeben. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Analoly Popov, erklärte, dass man bereits einen Prototypen erfolgreich getestet habe, um eine „Fiat-Währung“ zu operieren. Dementsprechend dürfte es sich um einen digitalen Rubel handeln.

Das Verfahren der Registrierung dauert 45 Tage. Während dieses Zeitraums wird die Anmeldung entweder bestätigt, oder die Bank erhält Auflagen, die sie erfüllen muss. Die Bank hofft jedoch, den Stablecoin noch im Frühjahr herauszubringen – obwohl sich die Zentralbank noch Ende November des vergangenen Jahres sehr negativ über an den Rubel gekoppelte Stablecoins geäußert hatte.

Konkrete Details über den geplanten Stablecoin sind nicht bekannt. Die Sberbank schreibt von einer „Blockchain-Plattform“, was ein wenig klingt, als würde sie die komplette Technik im eigenen Haus neu entwickeln und hosten. Aber das kann freilich auch an der Übersetzung liegen.

Harte Linie

Zur gleichen Zeit müssen sich russische Politiker und ihre Familien auf einen unangenehmen Erlass einstellen.

Nachdem schon Ende 2020 eine Bestimmung alle Beamten und Politiker gezwungen hat, ihre Krypto-Portfolios offenzulegen, folgt nun ein Investitionsverbot. Sowohl die Beamten und Politiker selbst als auch ihre Verboten dürfen sich nicht länger in Kryptowährungen einkaufen. Ja, sie müssen sogar bis zum 1. April sämtliche Kryptowährungen veräußern, die sich in ihrem Besitz befinden.

Die Verordnung des Arbeitsministeriums zielt darauf ab, Korruption durch Kryptowährungen zu verhindern. Wie viele Politiker und Beamte in welchem Umfang betroffen sind, werden wir vermutlich bis April durch den Kurs mitbekommen.

Diese strenge Haltung dürfte der Regierung Putin entgegenkommen. Denn ihr derzeit stärkster Gegner, der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny, erhielt jüngst weitere 3,5 Bitcoins auf seinen Account. Nawalny sammelt für seine Kampagnen bereits seit Ende 2016 Bitcoins ein. Seine Wallets empfingen seitdem knapp 800 Bitcoins, durch die er seine Kampagnen gegen die Regierung finanzieren kann. Seit Nawalny im Januar nach Russland zurückkehrte, empfing er 3,5 Bitcoin – rund 100.000 Euro.

Über Christoph Bergmann (2120 Artikel)
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