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Ethereum ETP landet auf Frankfurter Börse

Ethereum: Hero. Bild von Liam Cobb, zur Verfügung gestellt durch die Ethereum Foundation.

An der Frankfurter Börse wird seit gestern ein Ethereum-ETP gehandelt. Damit können Investoren, die den direkten Kontakt mit Kryptowährungen scheuen, über ihre gewohnten Wege am Kursverlauf von Ethereum (ETH) teilhaben.

Die ETC-Group aus Großbritannien hat für die Frankfurter Börse schon vor einiger Zeit ein Bitcoin-ETP aufgelegt (BTCetc), welches sich auch einem regen Handel erfreut. Ein ETP ist ein „Exchange Traded Product“; bei den Produkten der ETC-Group handelt es sich um ETCs: „Exchange Traded Commodities“ – Finanzprodukte, die nicht an Aktien oder Indizes gebunden sind, sondern an Rohstoffe.

Nach dem BTCetc bringt das Unternehmen nun den ETHetc („ZETH“) heraus – ein an der Börse handelbares Papier auf Ethereum. Seit gestern wird der ETHetc im Xetra-System der Börse Frankfurt zum Handel angeboten. Das Volumen ist bislang aber mit einem Tagesumsatz von 28.000 Euro im Vergleich zum BTCetc mit mehr als sechs Millionen Euro eher mäßig. Aber das kann sich natürlich noch ändern.

Bei dem ETC handelt es sich laut Prospekt um eine „Inhaberschuldverschreibungen nach deutschem Recht“ die durch hinterlegte Ether gesichert sind, welche durch BitGo verwahrt werden. BitGo ist einer der führenden Infrastrukturprovider für sichere Wallets, der die Technik für viele Börsen und Wallets liefert, aber auch als Herausgeber der WBTC eine sehr große Menge Bitcoins verwahrt.

Zur Ausgabe der ETHetc unterliegen jedem Papier 0,01 Ether. Dieser Wert nimmt jedoch im Jahr um die Verwaltungsgebühren der ETC-Group ab, welche 1,49 Prozent betragen. Somit werten die ETPs kontinuierlich ab, und zwar um 0,004082 Prozent am Tag. Würde es sich um eine Münze handeln, würde man von Münzverschlechterung sprechen.

Anleger können die Papiere auf der Börse weiterverkaufen. Alternativ können sie sie auch kündigen und die Auszahlung verlangen. Diese Auszahlung erfolgt in Ether, oder, wenn es rechtliche Gründe gibt, die dies verhindern, auch in US-Dollar. Eine Auszahlung in Euro ist offensichtlich nicht möglich.

In der Risikobewertung erhält der ETHetc 6 von 7 Punkten – viel riskanter geht es offenbar nicht. „Das Risiko potenzieller Verluste aus der künftigen Wertentwicklung wird als hoch eingestuft“, unter ungünstigen Marktbedingungen sei es „sehr wahrscheinlich, dass die Fähigkeit von der Emittentin beeinträchtigt wird, Sie auszuzahlen.“ Im schlechtesten Szenario („Stress“) beschert das Produkt dem Anleger einen Verlust von mehr als 93 Prozent, im besten („Optimistisch“) einen Gewinn von 78 Prozent.

Viele Investoren, die nur über die regulierten Börsen anlegen, dürften das ETH-Produkt dennoch begrüßen. Er gesellt sich damit zu dem bereits seit Oktober 2017 gehandelten Ethereum-ETN von XBT-Tracker und gibt Anlegern die Option, zwischen zwei Alternativen zu wählen.

Über Christoph Bergmann (2119 Artikel)
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