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Und Bloomberg so: Das ist gut für Bitcoin und Ethereum!

Einetwas gereizter Bulle wirbelt Staub auf. Bild von zoutedrop via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Der anerkannte Börsendienst Bloomberg veröffentlicht seine Krypto-Prognosen für 2022. Diese sind extrem bullisch für die drei Säulen der Krypto-Ökonomie: Bitcoin, Ethereum und Krypto-Dollar. Geht es nach Bloomberg, strebt Bitcoin 2022 auf die 100.000-Dollar zu.

Das Jahr neigt sich dem Ende, und wie in jedem Jahr wird dies von zahlreichen Rück- und Ausblicken begleitet. Auch der Börsendienst Bloomberg, eines der größten und ältesten Finanzmedien, beteiligt sich an der Orakelei, was das nächste Jahr für Bitcoin und andere Kryptowährungen bringen wird. Und folgt man den Analysten des Medienhauses, erwartet die Branche ein weiteres prächtig-blühendes Jahr.

Im Grunde könnte man den ganzen Bericht mit dem Krypto-Meme „Das ist gut für Bitcoin“ abkürzen. Aber ganz so einfach machen wird es nicht. Der Bericht konzentriert sich auf vier Thesen, und wir geben diese in Kurzform wieder.

1. Eine deflationäre Umgebung baut sich auf – und das ist gut für Bitcoin

Zuerst schaut sich Bloomberg das Marktumfeld an. Für 2022 erwarten die Analysten, dass die Federal Reserve (FED) die Liquiditätsschwemme abflauen lässt, während die Zinsen für Staatsanliehen weiterhin niedrig bleiben oder sinken.

Von dieser Umgebung sollten Bitcoin und Ethereum profitieren. Zwar könne Bitcoin Gegenwind erhalten, wenn die Aktienkurse einbrechen, da Kryptowährungen in der Regel dem allgemeinen Finanzmarkt folgen. Doch sinkende Wertpapierpreise üben Druck auf die Zinsen von Anleihen aus und setzen Anreize für die Zentralbank, die Liquidität wieder zu erhöhen. Das alte Spiel geht in die nächste Runde, und dies könne Bitcoin zum Vorteil gereichen.

Bloomberg erkennt das Nahen einer „deflationären Umgebung“. So gebe es zwar einen breiten Konsens für höhere Zinsen, doch US-Staatsanleihen seien außerstande, mehr als 2 Prozent zu erwirtschaften. In einer solchen dauerhaft deflationären Umgebung würden Bitcoin und Ethereum als deflationäre Assets gewinnen.

Generelle erkennt der Börsendienst in den vergangenen Jahren den Trend, dass sich das Vermögen von analogem Gold weg und hin zu Bitcoin und Ethereum bewegt. „Die Frage für 2022 zentriert sich darum, ob sich diese Ströme umkehren oder beschleunigen.“ Mit einem weiteren Sinken der Zinsen für Anleihen „tendieren wir zum letzteren.“

Gegenüber Aktien haben Kryptowährungen im kommenden Jahr einen Vorteil: Sie haben im Bullenmarkt bereits korrigiert.

2. Krypto-Dollar sind mittlerweile die dritte Säule des Ökosystems geworden – und auch das ist gut für Bitcoin und Ethereum

Zwar sei, erklärt Bloomberg, die „vergangene Performance kein Indikator für künftige Ergebnisse.“ Aber wenn eine neue Klasse von Assets die bestehenden überflügele, „haben Neinsager keine andere Wahl, als doch noch mitzumachen.“

Dieser Mechanismus könne im kommenden Jahr eine zentrale Rolle spielen, „wenn Vermögensverwalter größere Risiken einzugehen drohen, wenn sie in ihrem Portfolio keine Kryptos halten.“ Der Trend, dass sich Investoren – private wie professionelle – mit Krypto beschäftigen müsse, hält auch 2022 an.

Bloomberg geht davon aus, dass Bitcoin, Ethereum und Krypto-Dollar ihre dominante Stellung an der Spitze des Ökosystems halten. Zwar gäbe es rund 15.000 Rivalen, die um spekulative Führung konkurrieren, und das Ökosystem habe ein großes Herz für Spekulation, wie etwa Dogecoin und Shiba Inu zeigen. Doch die drei Säulen dürften dennoch ihre Stellung halten.

Bemerkenswert ist vor allem der Aufstieg der Krypto-Dollar, vor allem Tether und Circle-Dollar. Sie wurden zur dritten Säule des Ökosystems, neben Bitcoin und Ethereum. Krypto-Dollar haben einfach viele Vorteile gegenüber klassischen Dollar: Sie sind schneller überweisbar, vor allem global, und erwirtschaften viel höhere Zinsen. Daher werden sie auch 2022 attraktiv bleiben und Kapital anziehen, und davon werden Kryptowährungen profitieren, darunter auch Bitcoin, aber vor allem Ethereum als technische Basis der meisten Stablecoins. Denn wenn jemand schon Krypto-Dollar hält, ist der Sprung zu Krypto-Währungen viel kürzer geworden.

Krypto-Dollar beschleunigen die Digitalisierung des Finanzwesens, und auch das ist gut für Bitcoin, denn das Wachstum rieselt in alle Assets des Marktes hinab.

3. Bitcoin weiterhin im Bullenmarkt mit Kurs auf 100.000 Dollar

Die Schlüsselfrage für Bitcoin im kommenden Jahr wird sein, in was für einer Art Bullenmarkt wir sind: „ob dies ein die Spitze suchender oder ein konsolidierender Bullenmarkt ist.“ Im ersten Fall hätte Bitcoin womöglich schon die Spitze des Zyklus gefunden und droht, in einen Bärenmarkt und die Suche nach demBoden überzugehen; im zweiten Fall würde sich die Rally mit langem Atem fortsetzen.

Bloomberg hält den zweiten Fall für wahrscheinlicher. Bitcoin sei „auf dem Weg, ein globales digitales Kollateral“ zu werden. Daher sei es wahrscheinlich, dass es im kommenden Jahr einen Schlüssel-Support bei 50.000 Dollar und einen Widerstand bei 100.000 Dollar gebe. Das wäre dann wohl die Prognose von Bloomberg: Zwischen 50.000 und 100.000 Dollar.

Die starke Korrektur im Jahr 2021, um ungefähr 50 Prozent, wertet der Börsendienst als bullisches Signal: „Wie wir es sehen, kann sie eine solide Basis für steigende Preise 2022 abgeben.“ Bitcoin habe das Mining-Verbot in China und Probleme mit dem Energieverbrauch überstanden, und gehe daraus mit einem besseren, stärkeren Fundament hervor. Dies zeige die Erholung des Preises nach dem Boden im Juli.

Daher notiert Bloomberg, Bitcoin halte den „Kurs auf 100.000 Dollar.“ Man sehe es eher als Frage des Wanns, weniger des Obs, vor allem wegen der ökonomischen Basis von steigender Nachfrage und sinkendem Angebot: „Es gibt reichlich Beispiele dafür, dass Bitcoin schlicht seinen Kurs im Jahr 2022 fortsetzt, im Mainstream anzukommen. ETFs und Futures in den USA, Kanada und Europa, die Migration in den 60/40-Mix, der Status des gesetzlichen Zahlungsmittels in El Salvador – all das weist auf einen Bullenmarkt der globalen Annahme hin.“

4. Ethereum weiter an der Speerspitze von Digitalisierunug und Tokenisierung

Nicht minder optimistisch gibt sich Bloomberg in Sachen Ethereum. Auch hier erwartet der Börsendienst steigende Preise. „Die Nachfrage steigt, das Angebot sinkt, und die Position von Ethereum im Epizentrum der Digitalisierung von Finanzen und Geld ist das Fundament für höhere Preise.“

Allerdings ist die konkrete Prognose bei Ethereum schwieriger. Der „Käfig des Bullenmarktes“ liege zwischen 4.000 und 5.000 Dollar. „Ethereum beginnt 2022 mit steigender Nutzung und sinkendem Angebot, während es eine substanzielle Korrektur in diesem Jahr überstanden hat.“ Die Schlüsselfrage bleibt jedoch, wie überstrapaziert die Preise sein müssen, um umzuschwingen, und „wie tief in den Support die Kryptowährung Nummer 2 fallen muss, bevor sie Käufer anspricht.“

Nach der Korrektur im Sommer seien 4.000 Dollar die neue Resistenz-Marke und 2.000 Dollar der Support. Das klingt nun gar nicht so optimistisch: Denn während Bitcoin mit heute 48.000 Dollar bereits unter den Support von 50.000 Dollar gefallen ist, befindet sich Ethereum mit 3.800 Dollar nahe an der Obergrenze des Widerstands. Wenn man diese Prognose ernst nimmt, dürfte Bitcoin als eine wesentlich besser Partei für das kommende Jahr sein als Ethereum.

Dennoch verströmt der Bericht Optimismus für Ethereum. Zwar „weckt Erfolg die Konkurrenz, aber die sogenannten Ethereum-Killer haben eine Geschichte des Kommens und Gehens.“ Daher bleibe Ethereum vermutlich „an der Speerspitze von Digitalisierung, Tokenisierung, DeFi, Fintech und NFTs.“

Über Christoph Bergmann (2319 Artikel)
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