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Ex-PayPal- und Ex-Facebook-Manager David Marcus gründet Lightning-Startup Lightspark

Ein Funke entzündet das Licht einer Glühbirne. Bild von Theo Crazzolara via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Alle Wege führen zurück zu Bitcoin: Der ehemalige PayPal-Chef David Marcus hat für Facebook das Libra- bzw. Diem-Projekt geleitet. Nachdem er damit gescheitert ist, versucht er nun, mit Lightspark das Lightning-Netzwerk voranzutreiben.

Vermutlich war die Erfahrung mit Libra für David Marcus nicht eben die angenehmste seiner Karriere. Der eigentlich erfolgsverwöhnte Unternehmer hatte als Präsident von PayPal die Übernahme von Braintree (Venmo) geleitet, bevor er für Facebook die Entwicklung der Messenger-App anführte. Er wurde bei Coinbase in den Aufsichtsrat gewählt und leitete ab 2018 die Blockchain-Abteilung von Facebook.

Und dann ging alles eher schief. 2019 kündigte Marcus die Entwicklung der Facebook-Währung Libra (später Diem) an. Libra wurde allerdings niemals Wirklichkeit, sondern versackte in der Entwicklung, während die Politiker auf der ganzen Welt das Projekt präventiv zu Tode regulierten. Irgendwann, nach Dutzenden von Zugeständnissen, gab Facebook auf, und Marcus verließ den Konzern.

Wenn er nun ein Bitcoin-Startup gründet, dürfte dies auch diesen Erfahrungen geschuldet sein. Eine neue Währung zu entwickeln ist aufwändig, so aufwändig, dass sogar ein Tech-Konzern wie Facebook überfordert ist, und noch aufwändiger ist der regulatorische Hickhack, der damit einhergeht. Viel einfacher ist es, an dem anzusetzen, was es bereits gibt – bei Bitcoin. Man kann das System nicht von innen umstülpen – man muss es dafür verlassen.

Mit LightSpark möchten Marcus und seine Mitgründer „die Fähigkeiten und Nützlichkeiten von Bitcoin erkunden, aufbauen und erweitern.“ Man plane zudem „tiefer in das Lightning Netzwerk einzutauchen“. Wie und was genau und wodurch bleibt aber offen. Marcus wird CEO sein, weitere Mitarbeiter von Facebooks Krypto-Projekt sind ebenfalls im Boot.

Die einzige weitere Info findet man in drei Tweets von Marcus: Man sammle zuerst ein Team, um das Lightning-Netzwerk genauer auszuloten, und man habe bereits geistesverwandte Investoren gefunden, etwa Andreesen Horowitz‘ AZ16 oder Paradigm. Momente, in denen die Kurse sinken, seien „gute Momente, um mit Menschen, die dasselbe Ziel teilen, etwas aufzubauen und Werte zu schaffen.“

Das meiste um Lightspark bleibt also im Dunkeln. Eigentlich so gut wie alles. Wichtiger als das „was“ dürfte in diesem Fall also das „wer“ sein – und die Umstände, unter denen Innovationen im Zahlungswesen heute möglich sind.

Über Christoph Bergmann (2413 Artikel)
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