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USA drängt Japan, Druck auf Dienstleister zu erhöhen, die weiterhin Geschäfte mit russischen Minern machen

Wasserkraftwerk am Irkutsker Stausee.

Die Sanktionen gegen Russland laufen bereits eine Weile, scheinen aber noch Lücken zu haben. Eine möchte die USA nun schließen, indem sie den Druck auf die japanische Regierung erhöht.

Diplomaten der USA drängen offenbar japanische Behörden, schärfer gegen Krypto-Dienstleister vorzugehen, die weiterhin Geschäfte mit Russland machen. Berichten zufolge zielte die Anfrage der US-Diplomaten vor allem auf die Miner in Irkutsk.

Die sibirische Oblast gilt als das El Dorado des russischen Mining, da es hier fast endlos günstigen und nachhaltigen Strom aus Wasserkraft gibt, während die sibirischen Temperaturen die Kosten für die Kühlung senken. Irkutsk ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland, mit 2,5 Millionen Einwohnern aber eher dünn besiedelt. Die Temperaturen werden im Sommer zwar schön warm, bleiben aber über die langen Winter hin bitter kalt.

Die USA haben offenbar den Verdacht, das japanische Unternehmen trotz der Sanktionen gegen Russland weiterhin Mining-Operationen in Irkutsk betreiben oder unterstützen, und dass japanische Börsen den Verkauf von Coins dieser Operationen erlauben. Worauf dieser Verdacht basiert und welchen Umfang diese Operationen haben, ist nicht öffentlich bekannt.

Die japanische Finanzaufsicht FSA unterstützt seit März die internationalen Sanktionen gegen Russland. Die Regierung hat auch „digitale Assets“ in ein Gesetz über den Außenhandel integriert, das der Regierung erlaubt, ein- und ausgehende Zahlungen daraufhin zu beobachten, ob sie Sanktionen verletzen. Die Finanzausicht beobachtet seitdem, ob es zu Zahlungen an sanktionierte Entitäten kommt. Dabei nimmt sie auch die Krypto-Dienstleister in die Pflicht, aktiv an der Beachtung der Sanktionen mitzuarbeiten, und auch indirekte Verstöße zu melden.

Einige Börsen kappten daraufhin die Verbindungen nach Russland, eventuell weil sie den Zweck des Gesetzes so auslasen, oder weil ihnen der Aufwand zu hoch war, die Auflagen umzusetzen. Andere hingegen hielten – vollkommen legal – die Beziehungen aufrecht, und manche versuchten, ihre Spuren zu verschleiern oder sich dem juristischen Griff der FSA zu entziehen. Bekannt ist etwa, dass ein Unternehmen eine Briefkastenfirma in Singapur angemeldet hatte, um über diese weiterhin mit russischen Kunden zu arbeiten.

Die FSA hat nun offenbar ihre Anforderungen an Krypto-Plattformen erneuert und verschärft, Verbindungen mit Russland aufzulösen. Ob dies wirklich einen Effekt haben wird, ist freilich kaum zu sagen.

Über Christoph Bergmann (2402 Artikel)
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