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Weltgrößter Vermögensverwalter bringt Bitcoin zu institutionellen Investoren

Ein schwarzer Felsbrocken aus vulkanischem Gestein. Bild von James Petts via flickr.com. Lizenz: Creative Commons

Irgendwann kommen sie alle. Mit Blackrock steigt nun der größte Vermögensverwalter der Welt in das Geschäft mit dem Bitcoin-Investment ein. Möglich macht dies eine Partnerschaft mit der US-Börse Coinbase.

Viel mehr Adoption unter Anlegern geht nicht mehr. Blackrock, mit 10 Billionen Dollar unter seine Kontrolle der weltweit größte Vermögensverwalter, geht eine Partnerschaft mit der US-Börse Coinbase ein. Institutionelle Investoren – also Anleger, die nicht privat, sondern geschäftlich investieren – werden über Blackrocks Aladdin-Plattform einen direkten Zugang zu Krypto-Investments über Coinbase Prime erhalten. Zunächst wird dies nur Bitcoin sein, doch die Pressemitteilung von Coinbase lässt kaum einen Zweifel daran, dass weitere Kryptowährungen folgen werden.

Joseph Chalom, der für Blackrock die Partnerschaft führt, kommentiert: Die institutionellen Kunden seien „zunehmend interessiert darin, eine Position im „Markt für digitale Assets“ aufzubauen. Mit Aladdin könnten sie nun Bitcoin in ihr bestehendes Portfolio Management integrieren.

Für Coinbase sei die Partnerschaft, schreibt die Börse, ein „aufregender Meilenstein“. Man schaffe neue „Zugangspunkte“, während die „Krypto-Adoption“ unter institutionellen Investoren sich „rapide“ beschleunige. Ich finde vor allem diesen Nebensatz bemerkenswert. Coinbase freue sich bereits darauf, „die Plattform-Integration“ mit Blackrock weiter voranzutreiben und „neue Funktionalitäten“ auszurollen. Dies meint vermutlich weitere Kryptowährungen.

Man kann in die Meldung kaum zuviel hineinlesen: Blackrock ist gigantisch, und die Integration mit Coinbase ein gewaltiger Schritt dahin, zu realisieren, was ein ehemaliger Blackrock-Finanzberater vor kurzem prophezeite: Bitcoin werde „ein Teil von jedermanns Portfolio“ werden. Gold sei keine schlechte Idee, aber Bitcoin sei besser. Die „rapide Beschleunigung“ der Adoption unter institutionellen Anlegern könnte zeigen, dass diese das genauso sehen.

Auf der anderen Seite sollte man auf das „Kleingedruckte“ achten. Denn Zugang zum Bitcoin-Handel über Coinbase bekommen nur Investoren, die sowohl bei Aladdin als auch Coinbase registriert sind. Man kann annehmen, dass viele der Investoren, die bereits einen Coinbase-Account haben, auch bereits Bitcoins gekauft haben; so wie professionelle Anleger, die sich für Bitcoin interessieren, vermutlich nicht Blackrock brauchen, um in die Kryptowährung zu investieren. Vielleicht bringt die Integration weniger neue Anleger zu Bitcoin, als dass sie verhindert, dass Blackrocks Kunden abwandern.

Dennoch dürfte die formelle, standardisierte Integration in das Standard-Werkzeug fürs Portfolio-Management einen Effekt haben. Die Investoren können unmittelbar in Bitcoin investieren, anstatt zuerst einen Plattformwechsel zu vollziehen, und sie können dies auch im Rahmen ihrer vertrauen und gewohnten Umgebung tun. Psychologisch gesehen sollte dies Angst abbauen.

Die Chancen, dass Blackrock frisches Kapital in den Bitcoin-Markt treibt, sind hoch. Zugleich aber führt Blackrock damit neue regulatorische Risiken ein. Denn sehr viel weiter kann man die Verzahnung von Bitcoin und Finanzwesen nicht mehr treiben. Blackrocks Aladdin-Plattform steht unter dem Vorwurf, systemische Risiken in den Finanzmarkt einzuführen, von Bitcoin wird dasselbe befürchtet, wenn die Integration ins Finanzwesen nur tief genug geht. Dieser Punkt dürfte nun erreicht sein.

Dem möglichen kurzfristigen Kursgewinn durch den Einstieg der „Institutionellen“ stehen also erhebliche regulatorische Risiken gegenüber. Einfacher wird es dadurch nicht werden. Aber vermutlich ist das eine unvermeidbare Nebenwirkung von Bitcoins Marsch zur globalen Geldherrschaft.

Über Christoph Bergmann (2348 Artikel)
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