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Meta integriert NFTs in Instagram – leider nicht in Europa

Instragram kann in den USA bereits mit NFTs umgehen. Nun kündigt Meta an, die Funktionalität in 100 weitere Jurisdiktionen auszurollen. Dies könnte ein erster Schritt hin zu einer selbstsouveränen blockchainbasierten Internet-Identität sein.

Meta, das Unternehmen hinter Facebook und Instagram, hatte schon im März dieses Jahres angekündigt, Nicht-Fungible Token (NFTs) in Instagram zu integrieren. Im Mai ging es los – allerdings nur in den USA.

Nun gab Meta bekannt, dass die Token auch in 100 weiteren Ländern eingeführt werden. Welche konkreten Länder dies sind, ist bislang noch nicht bekannt. Immerhin weiß man, welche Regionen: Nord- und Südamerika, der Mittlere Osten, Afrika und der Asiatisch-Pazifische Raum. Europa bleibt offenbar erst einmal außen vor, was merkwürdig ist, da die Europäische Union in ihrem neuesten Regulierungspaket zu Kryptowährungen NFTs ausdrücklich unreguliert lässt.

An sich geht Meta mit der NFT-Integration relativ konservativ und vorsichtig vor. Instragram-User der ausgewählten Länder können lediglich verifizierte digitale „Collectibles“ oder Kunstwerke posten. Dazu müssen sie ihre Wallet mit Instagram verbinden. Die Plattform prüft dann, ob der User tatsächlich Besitzer des NFTs ist und bestätigt dieses dann für andere User sichtbar. Auf diese Weise können User mit ihren NFT-Avataren wie CryptoPunks possieren, und Künstler sowie Kuratoren können ihre NFTs ausstellen.

Kaufen oder verkaufen kann man die NFTs nicht über Instagram, und es ist derzeit auch nicht bekannt, dass dies geplant ist. Vermutlich wurde Facebook nach den Erfahrungen mit der geplanten Kryptowährung Libra bzw. Diem vorsichtig und vermeidet alles, was die Regulierer auf den Plan rufen könnte. Wie zahlreiche andere Unternehmen, etwa Ebay, scheinen NFTs für Meta jedoch einen naheliegenden, einfachen und auch harmlosen Schritt in das Web3 bzw. Blockchains abzugeben.

Instagram versteht dabei bislang zwei Blockchains – Ethereum und die Polygon-Sidechain. Nun kommt dazu noch die Flow-Blockchain. Der vermutlich faszinierendste Aspekt an der NFT-Integration ist, dass Meta die für das „Web3“ übliche Nutzererfahrung übernimmt: Instagram-User können ihre Wallets mit ihren Accounts auf Instagram verbinden.

Dies ist ein zarter Beginn der Integration von Web2 und Web3. Ein sehr zarter. Weiterführend wäre es etwa denkbar, dass man sich nur mit einer Wallet in Instagram oder Facebook einloggt, oder dass ein Token – ein NFT – die „Login mit Facebook“-API ersetzt. Damit könnte Meta den ersten Schritt dahin gehen, eine blockchain-basierte Selbstsouveräne Identität, wie sie seit Jahren von Experten und Datenschützern anvisiert wird, umzusetzen.

In jedem Fall wird die NFT-Integration auf Instagram es für viele Menschen einfacher machen, sich mit „Krypto“ zu beschäftigen, indem sie etwa eine NFT-fähige Wallet installieren. Von dort aus ist es nur noch ein kleiner Schritt ins echte Web3.

Über Christoph Bergmann (2348 Artikel)
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